Glaubst Du noch oder denkst Du schon?



Religionskritik aus dem Buch „Religion“ von Alfred Binder:

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Glaubst Du noch oder denkst Du schon?



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Historische Denkmale des Christlichen Fanatismus:

Glaubst Du noch oder denkst Du schon?


Die Frage nach der Theodizee

Ein gottgläubiger Mensch betet zu Gott:

Gott, ich schrei zu dir am Tage
und ich rufe in der Nacht.
Mich zerreißen Angst und Plage,
mich zerbricht die schwere Last.

Meine Kraft ist längst am Ende,
wie ein Toter lieg ich da.
Sehe überall nur Wände,
bin gefangen wie im Grab.

Bin von Freunden ganz verlassen,
keiner teilt den schweren Weg.
Viele sind es, die mich hassen.
Jeder dreht sich um und geht.

Bist du denn ein Gott der Toten?
Kommt dein Wunder je zu spät?
Wird man dich im Grab noch loben?
Hilfst Du erst, wenn nichts mehr geht?


Rebloggt von Blogger und Tierfreund Hubert auf hubwen.wordpress.com

Die Frage nach der Theodizee (Gerechtigkeit Gottes) ist ja die Frage, die Theologen am unliebsten hören. Denn sie können sie nicht beantworten, da kommt immer nur Gestammel und nebulöses Geschwafel. Den Widerspruch können sie nicht auflösen. Es ist auch erschreckend und enttäuschend wie viele Leute mit dem Begriff Theodizee nichts anfangen können, nicht wissen was das ist.

Dem griechischen Philosophen Epikur wird die Formulierung der Theodizee-Frage zugeschrieben und nachfolgendes Schaubild verdeutlicht, warum ein allmächtiger, allwissender und allgütiger Gott an der irdischen Wirklichkeit scheitert:

 

Gläubige geben gerne vor, Dinge, die sie nicht wissen können, sehr genau zu wissen. Zum Beispiel die Existenz ihrer Götter sowie auch deren spezifische Eigenschaften und Absichten. Spricht man sie auf die Theodizee-Frage an, bringen sie nicht selten zur Bewältigung das Argument vor, dass sich der Mensch in seiner Beschränktheit keinesfalls anmaßen dürfe, über die Wege Gottes Überlegungen anstellen zu dürfen. Denn die seien ja schließlich unergründlich.

Unergründlich sind sie aber immer nur dann, wenn etwas nicht in das Wunschbild vom lieben Gott passt. Andernfalls sind sie nämlich sehr wohl ergründlich.

Die einfache Antwort auf die Theodizee-Frage von Epikur:

Die einfachste, logischste und bis zum Beweis des Gegenteils gültige Antwort auf die Frage von Epikur, warum Gott keine Welt ohne Leid und ohne “Böses” erschaffen hat, ist denkbar einfach: Einen solchen Gott gibt es außerhalb menschlicher Phantasie nicht. Diese Konsequenz ist und bleibt freilich kontraproduktiv, wenn man an seinem Götterglauben festhalten möchte. Und was den biblisch-christlichen Monogott angeht: Der hat nun mal jene ihm angedichteten Eigenschaften, die nicht mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen sind.

Sehr zur Freude der Theologen, die damit ihr Geld verdienen, das Unmögliche irgendwie möglich aussehen zu lassen. Trotz mannigfaltiger irdischer Schönheit und Freuden wirkt das Universum keinesfalls so, als sei es von einem allgnädigen höheren Wesen extra für eine bestimmte Trockennasenaffenart erschaffen worden. Das müssten gläubige Christen aber eigentlich (unter anderem) glauben, wenn sie ihre Glaubenslehre ernst nehmen möchten. Wie praktisch, dass man sich erfundene, auf Mythen und Legenden basierende Ideologien beliebig zurechtbiegen kann, ohne dass sich dadurch in der irdischen Wirklichkeit irgendetwas ändert.

Quelle: https://www.awq.de/2018/08/epikur-theodizee-in-90-sekunden/