Über die Wirkung der weltweit ungebremsten Menschenvermehrung auf die Tierwelt

Beitrag „Anmerkungen zur Klimakonferenz – Teil 1“

Liebe Freunde der Tiere,

im letzten Rundmail hatten wir thematisiert, dass Klimakonferenzen einem Laborieren an Symptomen gleichkommt. Die Ursache hingegen, die Mutter aller Probleme, nämlich das exponentielle Bevölkerungswachstum von täglich 200.000 Köpfen netto, wird völlig ignoriert und tabuisiert. (Einem sehr teuren Laborieren übrigens, kostet doch allein die Bonner Konferenz 117 Millionen Euro ohne Nebenkosten, wie Flüge, Hotels etc.
Siehe hierzu auch: „Merkel hat eine rückwärtsgewandte Sicht der Dinge“ )

Die menschliche Ignoranz ist aber nicht nur selbstmörderisch, wie Prof. Ehrlich es begründet, sondern vernichtet auch die Lebensgrundlagen zukünftiger Tiere und Menschen:

„Die Umweltprobleme sind nicht notwendig und ausschließlich eine Folge hoher Bevölkerungsdichte. Wenn sie aber einmal bestehen, so wachsen sie proportional mit der Zahl der Menschen, die auf einer bestimmten Fläche zusammenleben. In einer zerstörten, ausgeplünderten und verseuchten Umwelt kann aber auch eine stark reduzierte Menschenzahl nicht wieder zu gesundem Leben kommen“.

Betrachten wir daher in diesem Rundmail zunächst schlagwortartig die Wirkung der weltweit ungebremsten Menschenvermehrung auf die Tierwelt.

Reale Vernichtung von Leben

„Auf internationaler Ebene legte jetzt die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO eine Prognose vor, laut der die weltweite Fleisch-»Produktion« von derzeit 228 Millionen Tonnen auf 463 Millionen Tonnen im Jahr 2050 steigt. Die einzelne Kreatur zählt längst nicht mehr bei solcher Gigantomanie. Die FAO warnt angesichts dieser Entwicklung vor Umweltzerstörung, Klimaschäden und Krankheiten. Vom Leid der Tiere, von Zerstörung der Humanitas angesichts eines andauernden, globalen Blutbades ist nicht die Rede“ schreibt Ingolf Bossenz treffend.

Heute sterben für dieses Massaker weit mehr als 50 Milliarden Tiere (ohne Fische) jährlich, was einer Todesquote von deutlich über 1600 Tieren/sec. entspricht.

Für das Jahre 2010 weist die Statistik aus, dass der deutsche Bürger im Laufe seines Lebens durchschnittlich 1094 Säugetiere und Vögel, also vier Kühe oder Kälber, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner verspeist. Hinzu kommen noch zahlreiche Tiere, die von der Statistik nur unzureichend erfasst werden, wie beispielsweise Wildtiere.

Der Fischkonsum liegt im gleichen Zeitraum in Deutschland bei 15,6 kg Fisch pro Kopf. Eine Umrechnung in einzelne Fische ist schwierig, ergibt sich aber näherungsweise, wenn man als Basisfisch den Hering nimmt. Der durchschnittlich gefangene Hering wiegt ca. 200 g, so dass sich, betrachtet man nur das Nettogewicht, ein Verbrauch von ca. 100 Fischleben pro Bewohner und Jahr hinter der Zahl von 15,6 kg verbergen. Hochgerechnet entspricht das bei einem Menschenleben von angenommenen 80 Jahren einem Vernichtungspotential von ca. 8000 Fischleben; Krustentiere und Meeresfrüchte sind dabei völlig unberücksichtigt geblieben.

Summa summarum erlauben diese Zahlen, trotz aller Unwägbarkeiten und statistischer Ungenauigkeiten, die Aussage, dass in Deutschland einem einzigen Menschenleben ca. 9000 bis 10.000 Tierleben zum Opfer fallen. Jonathan Foer nennt in seinem Buch „Tiere essen“ für den amerikanischen Verbraucher die apokalyptische Zahl von 21.000 Tieren.

Nach Vorstehendem zwingt sich die weitere Folgerung auf, dass jedes Elternpaar, das neues Leben in die Welt setzt oder setzen will, den Tod und den Leidensweg von mehreren Tausend tierischen Wesen, die dem Menschenwesen in Leidensfähigkeit kaum nachstehen, billigend in Kauf nimmt, sogar von Lebewesen, die dem Menschen genetisch eng verwandt sind. Betrachtet man beispielsweise das Schwein, ist seine genetische Abweichung vom Menschen äußerst minimal, ihm ähnlicher als der Schimpanse. Trotzdem werden allein in Deutschland jährlich über 50 Millionen Schweine geschlachtet.

Unbewusste Vernichtung von Leben

Tötet in vorstehender Diskussion der Mensch in voller Verantwortlichkeit, zieht sein „coming into existence“ einen Leidensweg weiterer Lebewesen nach sich, die unbewusst und unbemerkt ausgelöscht werden. Er tötet mittelbar, vergleichbar gnadenlos, wie durch seine Handlungen zur Nahrungsbeschaffung.

• Der Mensch tötet durch Mobilität

Ob er beim Spaziergang Käfer, Schnecken, Würmer etc. zertritt, ob bei einer Autofahrt Unmengen von Insekten an der Autoscheibe zerschellen, ob er versehentlich einen Igel, Vogel oder ein anderes Tier überfährt – allein durch seine Mobilität tötet der Mensch, wenn auch meist ohne direkt gewolltes Verschulden.

• Der Mensch tötet durch Bebauung

Der Bau eines Hauses, eines Weges, einer Mauer, einer Straße, eines Staudamms, einer Fabrik vernichtet den Lebensraum zahlloser Kleinlebewesen im Erdreich und in der Umgebung, der bis zum Erscheinen des Menschen ihr Lebensraum war. Selbst eine spätere Auflassung solcher Anlagen beseitigt nicht die irreversible Vernichtung.

• Der Mensch tötet durch seine Ernährungsgewohnheit

Ohne die massiven Futtermittelimporte aus der sogenannten 3. Welt könnten unsere konsumierten Fleischmengen überhaupt nicht produziert werden. Alle sieben Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger, weil diese Pflanzennahrung fehlt. Über 800 Millionen Menschen sind permanent schwer unterernährt. Auf den landwirtschaftlichen Flächen dieser Regionen wird pflanzliche Nahrung angebaut und als Futtermittel in die Industrieländer gebracht, um hier zur „Veredelung“ für Mastfutter zu dienen: Verelendung durch „Veredelung“.

Der südamerikanische Regenwald, auch „Lunge der Welt“ genannt, wird gerodet, um Anbauflächen für Futtermittel sowie Weideflächen zu schaffen. Die Zerstörung von Gebieten, um ein vielfaches größer als Deutschland, ist die Folge. Der Wasserhaushalt, das Klima und der Kohlendioxidgehalt der Luft werden nachhaltig verändert. Zehntausende von Pflanzen- und Tierarten werden ausgelöscht.

Zusätzlich zerstört massiver Einsatz von Pestiziden auf landwirtschaftlichen Flächen nachhaltig Mikrowelten und Lebensräume zahlloser Insektenarten, Käfer, Schmetterlingen, bis hin zur Fast-Ausrottung von kleineren Tieren wie Hamster, Hase, Igel etc.

• Der Mensch tötet durch seine Lebensgewohnheit

Sei es bei der Exploration nach Bodenschätzen oder im Tierversuch für Medikamente und Kosmetika, sei es durch Verbrauch von Tropenholz oder durch „Vergnügungen“ wie Jagd, Angeln, Stierkampf etc., sei es durch Vermüllung von Landschaften und Meeren oder durch Vergiftung der Atmosphäre – der Weg des Menschen ist ein Weg der Vernichtung, der Ausbeutung, des Todes. Jeder Mensch „produziert“ im Laufe seines Lebens Müll in der Größenordnung von 200.000 kg.

Der Einfluss des Menschen und seiner Konsumsektoren (Energieverbrauch, Verbrennung fossiler Brennstoffe, Verkehr, Wasserverbrauch, Produktion von Fleisch und Fisch, von Nahrungs- und Ölpflanzen sowie Nutzholz) führt zu Bedrohungen und Gefährdungen der Biodiversität über die Faktoren Lebensraumverlust, Übernutzung, Verschmutzung und Klimawandel.

Das menschliche Fortschreiten in der Welt hinterlässt eine unendliche Straße des Leides, des Elends, der Angst, der Verzweiflung, der Vertreibung, der Vernichtung, der Zerstörung und Ausrottung, insbesondere bei allen nichtmenschlichen Lebewesen. Der gnadenlose Untergangsweg ausufernder Menschenmassen führt über die Vernichtung der Pflanzenwelt, zur Auslöschung der Tierwelt und macht auch vor der eigenen Spezies nicht Halt; ca. 29.000 Kinder sterben täglich den Hungertod!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

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Internationale Kampagne gegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Von Peter H. Arras :

Liebe AKT-Förderer, Tierschutzkollegen und Sympathisanten,

gestern haben wir bei den Vereinten Nationen, dem UN-Generalsekretär, sämtlichen UN-Botschaftern, UN-NGO’s, beim Papst und dem Dalai Lama erneut an unsere Internationale Kampagne gegen Tierfolterungen erinnert und die Umsetzung der von uns geforderten Maßnahmen gefordert. Unsere Petition hat enormen Zulauf erhalten aus allen Teilen der Welt – sie soll sich zum weltweiten Aufstand der Empathischen und Anständigen gegen Gräuel und Sadismus entwickeln.

Bitte helft mit, indem Ihr unseren Petitionslink überall verbreitet und, falls noch nicht geschehen, selbst die Petition unterschreibt. Dann werdet Ihr auch von unseren Petitions-Updates auf dem Laufenden gehalten. Es wäre von besonderer Bedeutung, wenn Tierschutzorganisationen unseren Aufruf in ihren Newslettern bringen und auf ihren Websites posten würden – mit einer persönlichen Empfehlung, unsere Aktion zu unterstützen. Verlangt von Organisationen, bei denen Ihr Mitglied seid oder die Ihr bespendet, dass sie unsere Aktion unterstützen. Bitte nicht müde werden, den Petitionslink immer und immer wieder zu verbreiten.

 

Aus einem Brief von Peter H. Arras an den Generalsekretär Guterres,
an Botschafter/innen der UN- Mitgliedsstaaten,
an den Außenminister Deutschlands,
an Papst Franziskus und Dalai Lama :

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf unsere letzte Email vom 03.08.2017 haben Sie nicht reagiert. Die Zahl der Unterstützer weltweit hat sich seit unserem letzen Vorstoß bei Ihnen stark vermehrt – derzeit unterstützen unsere Petition über 73.300 Menschen, die uns beauftragt haben, bei Ihnen gegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit weltweit zu intervenieren.

Es ist unredlich, unser Vorbringen einfach zu ignorieren und weiter zuzulassen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit in vielen Teilen der Welt legal sind. Unsere Unterstützer und wir sind nicht bereit, hinzunehmen, dass Sie in Anbetracht dieser Gräueltaten untätig sind und nichts unternehmen, um die ethischen Standards weltweit auf den Stand der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Empfindungsfähigkeit von Lebewesen anzuheben.

Wir übermitteln Ihnen hiermit eine Auswahl von Links zu Videos, wie sie im Internet von jedem aufgerufen und angeschaut werden können (teilweise über Facebook aufrufbar). Bitte sehen Sie sich diese Filme an und sagen Sie uns und unseren 73.300 Unterstützern, das Sie nicht der Ansicht sind, dass diese Schandtaten unverzüglich zu ächten und zu verbieten sind.

Nachfolgende Linksammlung an die UN ist Beweis dafür, dass unvorstellbare Tierfolterungen weltweit verbreitet sind und dass es hier nicht um kriminelle Handlungen von Einzelpersonen bzw. um Ausnahmeerscheinungen geht. Es muss deshalb eine internationale Ächtung erreicht werden und die Forderung, dass Tierschutzgesetze in allen Staaten der Welt zu erlassen sind.

Büffel wird mit zahlreichen Machetenhieben bei vollem Bewusstsein geköpft

Büffel wird lebend gehängt, die Menge grölt vor Begeisterung

Kalb bei lebendigem Leibe stehend abgeflammt

Meerestiere bei lebendigem Leibe zerstückelt, gegart, verpackt etc.

Kleinsäuger in Schlagfalle wird lebendig gegrillt – China

Welpe wird lebendig ins Feuer gehalten

Hund wird lebendig gehäutet und schreit wie am Spieß

Lebende Fische und Krebse in heißem Fett

Schafe werden am Fließband hängend geschächtet

Rinder werden von Muslimen auf offener Straße qualvoll geschächtet

Hund kopfabwärts hängend wird gehäutet und winselt vor Schmerzen

Lebend gehäutete Frösche:

Gebrühter Hund, schreit in Schüssel

Kälbchen werden misshandelt

Schweine verrecken in Container

Schweine werden mit Bagger lebendig in Grube gekippt

Kälber werden gefoltert – zum Spaß

Wir fragen uns, welche Personen die Geschicke unserer Welt und unserer Völker lenken und wes Geistes Kind diese sind, wenn diese es nicht für erforderlich erachten, hier sofortige Maßnahmen zu ergreifen, und sei es nur, um eine zunehmende Verrohung und Kriminalisierung der Menschen ebenso zu verhindern, wie die Verstörung und seelisches Leid all jener, die diese Gräuel betrachten und um diese wissen.

Es muss zuvorderst Ihre Aufgabe sein, das Menschentum als Tugend zu bewahren und zu verteidigen und die Ausbreitung von Hass und Sadismus zu verhindern.

Die Regierungen zahlreicher Staaten, in denen die Folterungen, die Sie in den Videos sehen, stattfinden, zeigen sich seit Jahren ignorant gegenüber vielen Protesten und Petitionen, weswegen wir es für erforderlich erachteten, uns an die Vereinten Nationen und die Führer zweier Weltreligionen zu wenden, in denen Barmherzigkeit, Friedfertigkeit, Mitgefühl und Güte im Vordergrund stehen.

Um uns inhaltlich nicht zu wiederholen, verweisen wir nochmals auf unsere bisherigen an Sie gerichteten Emails und Schreiben.

Wir alle haben uns heute mehr denn je in den Dienst der Humanität und einer lebensbejahenden sowie lebensfreundlichen Ethik zu stellen – Sie in Ihren weitreichenden Funktionen ebenso wie wir als gemeinnützige Organisation und unsere zahlreichen Unterstützer in ihrem tagtäglichen Lebensalltag.

Sie sind in verantwortlichen Positionen und somit nicht nur in der Lage, sondern dazu verpflichtet, unser Anliegen ernst zu nehmen und ihm aufgrund seiner Denknotwendigkeit, als auch des Mitgefühls, zu dem wir fähig sind und das uns deshalb in die Pflicht nimmt, wie es dem Anspruch des humanistischen Welt- und Menschenbildes entspricht, im Sinne unserer Forderungen die Initiative zu ergreifen: Alle Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu ächten, für Ethik für alle Arten von Lebewesen zu kämpfen, Tierschutzgesetze in allen Mitgliedsländern zu erlassen und eine Tierrechts-Charta zu verabschieden.

Wir möchten Ihnen zwei Zitate anheimstellen, um Sie dazu zu ermuntern, das Richtige zu tun:

„Ehrfurcht vor dem Leben ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung für alles, was lebt. Unser Nächster ist nicht nur der Mensch. Unsere Nächsten sind alle Wesen.“ (Albert Schweitzer).

„Die Welt ist ein gefährlicher Ort, nicht wegen denen, die Grausamkeiten begehen, sondern wegen denen, die es mit ansehen und nichts dagegen tun! (Albert Einstein)

In Erwartung Ihrer Stellungnahme zu unseren Forderungen und Angaben dazu, mit welchen Maßnahmen Sie diese umzusetzen gedenken, verbleiben wir mit vorzüglicher Hochachtung
AKT- AKTION KONSEQUENTER TIERSCHUTZ
gemeinnützige Gesellschaft mbH (seit 1994)
Peter H. Arras (Gründer und Geschäftsführer)

Interessante Literaturstellen


„Ich muß es aufrichtig gestehen: der Anblick jedes Thiers erfreut mich unmittelbar und mir geht dabei das Herz auf; am meisten der der Hunde und sodann der aller freien Thiere … Hingegen erregt der Anblick der Menschen fast immer meinen entschiedenen Widerwillen: denn er bietet, durchgängig und mit seltenen Ausnahmen, die widerwärtigsten Verzerrungen dar, in jeder Art und Hinsicht, physische Hässlichkeit, den moralischen Ausdruck niederer Leidenschaften und verächtlichen Strebens, Zeichen von Narrheiten und intellektuellen Verkehrtheiten und Dummheiten jeder Art und Größe, endlich auch das Schmutzige, in Folge ekelhafter Gewohnheiten: darum wende ich mich davon ab und fliehe zur vegetabilischen Natur, erfreut, wenn mir Thiere begegnen. Sagt was ihr wollt!“
Arthur Schopenhauer 1853 – Gedanken im Alter

„Der Anspruch des Menschen ist absurd. Nicht nur die Menschheit, auch die Tierheit hat ein Recht auf Lebensmöglichkeit. Es ist einfach nicht wahr, dass die Menschheit sich ungezügelt noch weiter vermehren dürfte. Ihre Zahl ist bereits zu groß. … Die Zahl vermehrt die Not, die seelische Qual, die physischen Schmerzen.“
Hans Henny Jahnn, Weihnachtsappell 1956

„Vor allem stellt die grandiose Lebensverschwendung der Natur das in unserer Sittlichkeit tief verankerte Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben oder gar der Heiligkeit des Lebens von Grund auf in Frage. Eine Schöpfung, die ihren „Betrieb“ und ihre evolutionäre Weiterentwicklung ausschließlich über den Weg einer permanenten Massenvernichtung aller ihrer lebenden Geschöpfe betreibt, lässt nicht gerade darauf schließen, dass sie dem einzelnen Lebewesen – und sei es vernunft – und empfindungsbegabt – irgendeinen Eigenwert zuerkennt. Wenn Rückschlüsse vom Verhalten eines Systems auf die Intentionen seines Urhebers, in welchem Maße auch immer, überhaupt Aufschluss geben können, so lässt sich für unseren Kosmos daraus nur die Hypothese gewinnen, dass sein Schöpfer dem individuellen Leben keinen besonderen Rang, sondern im Gegenteil völlige Gleichgültigkeit hat zuteil werden lassen.“
Martin Neuffer, Nein zum Leben

„Hatte nicht schon der junge Theologieprofessor Ratzinger, damals also noch nicht Bischof, Kardinal oder Papst, in seinen Vorlesungen vor seinen Theologiestudenten getönt, es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe.“
Hubertus Mynarek, Papst ohne Heiligenschein, Sonderdruck, Odernheim 2006

„Man sagt, die Liebe zu den Menschen sei die höchste aller Tugenden. Ich bewundere diese Menschenliebe und bin überzeugt, dass sie nur edlen Seelen gegeben ist. Meine Seele ist zu klein, meine Gedanken fliegen zu nahe an der Erde, um je so weit zu kommen; ich muss bekennen, ich entferne mich immer mehr von diesem hohen Ideal, je länger ich lebe. Ich müsste lügen, wollte ich behaupten, dass ich die Menschen liebe. Aber ich liebe die Tiere, die verkannten unterdrückten Tiere, und es stört mich ein wenig, dass man über mich lacht, wenn ich sage, dass ich mich bei ihnen wohler fühle als bei den meisten Menschen, die mir begegnen.“
Axel Munthe, Ein altes Buch von Menschen und Tieren, Zoologie

„Wölfen oder Aasgeiern oder Zierfischen den Besitz des Gottesbegriffs oder der Gottesvorstellung zuzuerkennen, das würde uns – so eitel sind wir und so stolz auf unser Monopol, selbst auf unser Demutsmonopol – als Sakrileg gelten. Warum eigentlich? Warum sind diese angeblich von Gott geschaffenen Kreaturen zu gering, um ihren Schöpfer (si esset) meinen oder auch nur – das ist die erste Form des Meinens – vermissen zu können? Auch nur vermissen zu dürfen? Warum missgönnt Er sich ihnen?

Si esset. Läuft nicht der Monotheismus auf einen Monoanthropoismus hinaus: darauf nämlich, dass es nur eine einzige Spezies gibt, die den Gottesbegriff besitzt? Müsste nicht die Tatsache, dass die Zahl derer, die ihn meinen können oder dürfen, so lächerlich gering ist, jeden Gläubigen als Ungerechtigkeit aufs tiefste verwirren? „Müsste“ vielleicht. Aber ich bin niemals jemandem begegnet, der darüber auch nur einen Augenblick lang gestaunt hätte. Und müsste nicht jeder Theologe die Frage stellen, warum Gott es für ratsam gehalten habe, anonym hinter der überwältigenden Majorität seiner creata zurück zu bleiben? Si esset. Der Schöpfer scheint bei dieser –aber das hätte er sich, si esset, allein zuzuschreiben – total unberühmt zu sein.

Offenbar ist er – si esset – genauso kreaturverlassen, wie wir gottverlassen sind. Warum? Analog müsste jeder Theologe darüber bestürzt sein, dass Gott seine Anonymität gerade und vor uns: vor dieser infinitesimalen ethnischen Minderheit des Universums gelüftet hat. Womit haben wir Menschen das eigentlich verdient, als „auserwähltes Volk“, als Juden des Universums, auf der Welt zu sein? Und schließlich müsste jeder Theologe fragen, was diese Auslese über Gott selbst aussagt. Aussagen würde, si esset. Gerechtigkeit gewiss nicht. Einfach unfasslich ist es, mit welcher Hartnäckigkeit Millionen von Menschen Jahrtausende lang diese doch wahrhaftig nicht an den Haaren herbeigezogene Frage nicht gestellt haben. Ist es nicht hoch an der Zeit, parallel zur positiven Geschichte der Philosophie und Theologie eine negative Geschichte zu schreiben: eine Geschichte der Fragen, vor denen sich die Menschheit gedrückt hat, und der Motive, aus denen sie sich vor diesen gedrückt hat?“
Günther Anders, Ketzereien, Im Zoo gewesen

„Haus- und Schoßtiere und Verwandtes. – Gibt es etwas Ekelhafteres als die Sentimentalität gegen Pflanzen und Tiere von seiten eines Geschöpfes, das wie der wütendste Feind von Anbeginn unter ihnen gehaust hat und zuletzt bei seinen geschwächten und verstümmelten Opfern gar noch auf zärtliche Gefühle Anspruch erhebt! Vor dieser Art „Natur“ geziemt dem Menschen vor allem Ernst, wenn anders er ein denkender Mensch ist.“
Friedrich Nietzsche, Morgenröte, 286

„Dagegen sehe man die himmelschreiende Ruchlosigkeit, mit welcher unser Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet oder verstümmelt oder martert und selbst die von ihnen, welche unmittelbar seine Ernährer sind, seine Pferde, im Alter auf das Äußerste anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie unter seinen Streichen erliegen. Das sind die Folgen jener Installations-Scene im Garten des Paradieses. Denn dem Pöbel ist nur durch Gewalt oder durch Religion beizukommen: hier aber lässt das Christentum uns schmählich im Stich.“
Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II, Über Religion

„Vielleicht kommt einmal der Tag, da die übrigen Geschöpfe die Rechte erwerben werden, die ihnen nie, wenn nicht durch die Hand der Tyrannei, hätten vorenthalten bleiben können. Die Franzosen haben bereits entdeckt, dass schwarze Haut kein Grund ist, ein menschliches Wesen hilflos der Laune eines Peinigers auszuliefern. Ebenso mag eines Tages erkannt werden, dass auch die Zahl der Beine, Behaarung oder ein Schwanz ein unzureichender Grund dafür sind, ein empfindendes Wesen solchem Schicksal zu überlassen. […] Die Frage ist nicht, ob sie Verstand haben oder sprechen können, sondern ob sie leiden.“

„The day may come when the rest of the animal creation may acquire those rights which never could have been withholden from them but by the hand of tyranny. The French have already discovered that the blackness of the skin is no reason why a human being should be abandoned without redress to the caprice of a tormentor. It may one day come to be recognized that the number of legs, the villosity of the skin, or the termination of the os sacrum are reasons equally insufficient for abandoning a sensitive being to the same fate. […] the question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer?“

Jeremy Bentham, An Introduction to the Principles of Morals and Legislation. A new edition, corrected by the author. London 1828.
Chapter 17: Of the Limits of the PenalBranch of Jurisprudence. IV

Herzliche Grüße
für pro iure animalis
Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos