Wort zum Sonntag

I r r t u m :

Es gibt keinen Gott außer Allah, so der Gebetsruf des Islam.
Es gibt keinen Gott und es gibt auch Allah nicht, so der Gebetsruf der Vernunft.

A n t i n a t a l i s t :

Jesus blieb bis zu seiner Hinrichtung ledig und kinderlos. Ob er impotent oder homosexuell war lässt sich heute nicht mehr eruieren, genausowenig ob er seine sexuellen Bedürfnisse per Onanie, im Bordell oder bei befreundeten Frauen oder Männern befriedigte. Entscheidend ist aber, dass er mit sehr gutem Beispiel voran ging und antinatalistisch lebte. Vielleicht hielt ihn aber auch der Gedanke zurück, dass nach Gottvater, Mutter Gottes und Sohn Gottes ein Enkel Gottes selbst den stumpfsinnigsten Gläubigen überfordert hätte.

M i t l e i d :

An manchen Tagen, meist nach einer Zeitungslektüre mit Leserbriefen, empfinde ich tiefstes Mitleid mit Gott. Was dort über ihn verbreitet wird, was die Menschen dort meinen, von ihm zu wissen, treibt auch hartgesottene Atheisten zur Verzweiflung. Wenn nicht der tröstliche Gedanke wäre, dass Gott eine Fiktion ist, man müsste ihn und all seine Nebengötter zutiefst bedauern, sind seine dortigen Anhänger und Verkünder doch fast ausschließlich Repräsentanten der geistigen Unterschicht, Prototypen der Denkresistenz, kurz und direkt, Dummköpfe der unangenehmsten Art.

Wer allerdings Freude an solcher Lektüre hat, in der selbstgerechte Bigotterie in Perfektion geboten wird, gönne sich die Ergüsse dieser Hinter-Weltler, vorausgesetzt, ein leichter Anflug von Masochismus ist einem zu Eigen.

N e b e l :

Christliche Werte – die hässlichen Nebelschwaden einer dumpf-stupiden Dummheitsrhetorik zur Verherrlichung der blutigsten Tradition in der Menschheitsgeschichte.

T e u f e l :

Christus hat den Satan Fürst dieser Welt genannt. Paulus wollte ihn übertreffen und traf ins Schwarze: Gott dieser Welt so formulierte Cioran.

Mit dem Paulus-Zitat ist somit festgestellt, dass diese Welt die reale Hölle selbst für die Akrobaten der Metaphysik ist. Bleibt noch festzustellen, dass die reale Welthölle dauernd von zahllosen Teufeln mit neuen Leben angeheizt wird, von Teufeln, die stolz darauf sind, ihre Kinder ins Höllenfeuer der Apokalypse zu entlassen.

G e m e i n s a m k e i t :

Die konsequentesten Vertreter des Antinatalismus sind Homosexuelle und Priester. Mit dem Antinatalismus ist die Gemeinsamkeit beider Gruppen aber weitgehend erschöpft, bis auf die nicht gar so seltenen Fälle, in denen einer – natürlich inoffiziell – beiden Gruppierungen angehört. Für den Priester ist sein vorbildlicher Antinatalismus keine Frage der Vernunft, sondern geschieht zur höheren Ehre der Kirche, obwohl seine Konfession in höchsten Tönen den Natalismus predigt und fordert. Ihm wird damit ein geistiger Spagat abverlangt, der für ihn allerdings nur einer unter vielen ist. Der Priester ist gewohnt, weil dazu ausgebildet, wider Vernunft und Wissen zu reden und zu handeln. Somit zeigt sein Antinatalismus in concreto die tiefere innere Weisheit der Natur, die diese Gattung von Wortartisten und Erkenntnisbetrügern ausgestorben sehen möchte.

Der Homosexuelle lebt hingegen seinen Antinatalismus als naturgegebene Konsequenz, wenn auch meist ohne Bewusstsein für sein bevölkerungspolitisch vorbildliches Verhalten. Dieses Vernunfts-Gen der Nichtvermehrung sollten fähige Biologen daher extrahieren und über das Trinkwasser zum Wohl der gesamten Menschheit, zur Rettung der belebten Natur, in Umlauf bringen. Beide Fraktionen beweisen damit wieder mal die Volksweisheit, dass niemand ungeeignet ist, als vorbildliches Beispiel zu dienen – auch wenn man in Einzelfällen sehr, sehr lange suchen muss.

Wort zum Sonntag

P r i e s t e r :

… und wenn sie nicht gestorben sind, dann lügen sie noch heute. Und wenn sie dann gestorben sind, dann lügen ihre Nachfolger!

D e f i n i t i o n :

Christ ist kein Name sondern eine Diagnose!

K i r c h e n s t a a t :

Ob Jesus weiß, dass er zwar als unbedeutender Philosoph gilt, dafür aber als Staatsgründer?
Ob er weiß, dass sein Staat nicht einmal die Menschenrechtskonvention unterzeichnet hat?
Ob das alles in seinem Sinne war?

P o s i t i v u m :

Religionsfreiheit erspart die Kosten für den Bau zahlreicher Anstalten.

U n t e r s c h e i d u n g :

Damit es dem Herrn bei der Masse seiner Schafe leichter fällt, den Überblick zu behalten und auch, um die einzelnen Herden besser unterscheiden zu können, tragen in der einen, insbesondere die Männer, immer eine Kopfbedeckung. In der anderen Herde tragen die Frauen ein Kopftuch und in der dritten Herde wird barhäuptig gegangen, dafür aber ein Kreuz – teils mit, teils ohne Leiche – als Erkennungszeichen gebraucht.

Es spricht für die Genauigkeit und weise Voraussicht des Herrn, verbindliche Kleidungsanweisungen schon erstmals vor fast 3000 Jahren den Menschen zu geben und es spricht für seine Güte und seinen Großmut, die Gläubigen unter anderem nach der Einhaltung dieser Bekleidungsregel zu beurteilen. Zur gotteskonformen Ernährung hat er sich gleichfalls detailliert geäußert, allerdings bei jeder Herde mit anderen Vorschriften.

Könnte es also sein, dass er mit derartigen Vorschriften die Intelligenz und Vernunft seiner Anhänger prüfen wollte und möglicherweise diejenigen aussortiert, die von ihrer Vernunft keinen Gebrauch machen?

G i t t e r :

Manche Menschen bedürfen der umfassenden Betreuung und sitzen deshalb hinter einem Gitter; zuweilen stellt man sich die Frage, wer vor und wer hinter dem Gitter sitzt. Im Gefängnis ist der Fall in der Regel eindeutig, in der Irrenanstalt selten zweifelhaft, hinter dem Gitter im Beichtstuhl ist hingegen das Vor und das Dahinter nicht erkennbar.

G r e g o r V I I :

Die Kirche hatte in ihrer Geschichte zahlreiche charismatische Kämpfer wie beispielsweise Gregor VII. Was den Atheisten heute allerdings freut: Die Urenkel dieser Kämpfernaturen sind zu schwachen und satten Figuren degeneriert, die den Konflikten aus Bequemlichkeit oder aus mangelnder Überzeugung aus dem Weg gehen. Es sind schweigende Verräter ihres Glaubens geworden. Ihr Gott ist von Judasfiguren eingekreist, sie kreuzigen ihn zum zweiten und hoffentlich zum letzten Male.

Wort zum Sonntag

U n l o g i s c h :

Man spricht von der Wahrheit des Glaubens – eine Lüge, eine logische Unmöglichkeit in sich.

T r e n n u n g :

Wann hat Gott wohl in der Entwicklungsgeschichte die Trennlinie zwischen Mensch und Tier gezogen? Der Vater Affe hatte eine Seele, die dem Nichts verfiel, der Sohn Affe hatte aber eine Seele, die das ewige Leben erhielt?

U m w e r t u n g :

Religion ist die Pervertierung der Vernunft!

B l a s p h e m i e :

Man führe sich vor Augen, dass der Mensch nicht in der Lage ist, über einen anderen Menschen, ein Tier, einen Grashalm in Gänze etwas zu sagen und zu wissen. Seht ihr daran die Blasphemie, die Überheblichkeit, die Frechheit und grenzenlose Ignoranz, wenn der Mensch behauptet, er wisse, was Gott wolle?

H ö h e p u n k t :

Das ewige Leben – was für ein absurder, irrwitziger Gedanke für ein völlig bedeutungsloses, aber unendlich hochmütiges Wesen. Hier erreicht die Verbindung von Wunschdenken und egozentrischem Wahnsinn einen nie gekannten Höhepunkt.

K l a g e  e i n e s  A t h e i s t e n :

Gott hat dem Menschen den Verstand gegeben, damit er denkt, nicht damit er glaubt! Der Glaubende verhöhnt den Wunsch seines Gottes!

R u p p e r t s b e r g :

An einem Wegkreuz in Ruppertsberg, in der Pfalz, wurden dem Bronze-Jesus des Nachts die Beine abgebrochen. Auch diese Jesusfigur war – wie nicht anders zu erwarten – innen hohl!

B e n e d i k t :

Man könnte auch in Herrn Ratzinger einen Maulwurf des Atheismus sehen, versteht doch niemand, die Menschen besser aus der Kirche zu treiben, als er.