Das Wort zum Sonntag

M e n s c h e n v e r a c h t u n g :

Menschenverachtend – das Schlagwort der uniformen und opportunistischen Nachplapper-Gesellschaft. Aber wollt ihr wirklich wissen, was menschenverachtend ist? Menschenverachtend ist die ungebremste Überschwemmung des Planeten mit genormten, ähnlichsten, fast geklonten und zukunftslosen Variationen der Menschenspezies, das Hinaustreiben dieses erbärmlichsten aller Säugetiere in eine Welt, die seiner nicht bedarf, die jedoch an seiner Masse zu Grunde geht. Das ist nicht nur menschenverachtend, das ist im extremsten Maße lebensverachtend, denn die ungehemmte Menschenproduktion zieht wie ein Schweif den Genozid der Arten und die individuelle Tragödie jedes Individuums hinter sich her.

Ihr verlogenen Kämpfer gegen die „Menschenverachtung” seid in Wahrheit die Prediger der globalen Lebensvernichtung, Fürsprecher weltweiter Leidensbewahrung und Propagandisten der teuflischsten Art der Menschenvernichtung.

T e c h n i k :

Eine Weiter – oder Höherentwicklung des Menschen in Denken und Moral gibt es nicht. Er ist der gleiche instinktgetriebene und dumpfe Aggressor geblieben, wie sein steinzeitlicher Vorfahr und wird es auch weiterhin bleiben. Lediglich seine vor Jahrtausenden begonnene Domestizierung und permanenter Gesetzesdruck kaschieren die ihm immanente Vernichter-Mentalität und täuschen eine ethische Besserung vor.

Was den modernen Zeitgenossen allein heraushebt aus seiner rabiaten Ahnenreihe ist lediglich der technische Fortschritt, der eine moralische Weiterentwicklung vorgaukelt. Es ist aber auch der gleiche technische Fortschritt, der es der Menschheit gerade wegen ihrer unveränderten geistigen Unzurechnungsfähigkeit ermöglicht, all diejenigen endgültig auszulöschen, die an diesem Fortschritt nicht teilhaben können oder dürfen – Natur, Tierwelt und in zunehmenden Maße auch die eigenen Artgenossen.

Und wie lehrt die Bibel? Der Mensch ist das Ebenbild Gottes.

Fazit: Sage einem Idioten, dass er großartig ist und er wird es sofort voller Stolz glauben und sich großartig fühlen. Religion ist das Narkotikum, das tödlichste Gift der Erde, der Suizid der Vernunft.

Dr. Gunter Bleibohm

Das Wort zum Sonntag

A n k l a g e :

Ich klage das größte, das schwärzeste und ungeheuerlichste Verbrechen der gesamten Menschheitsgeschichte an.

Ich klage den exzessiven, täglichen, globalen Massenmord an der gesamten Tierwelt an, die Versklavung und Entrechtung der gesamten nichtmenschlichen Kreaturen, die Folterung und Ausbeutung unserer Mitwesen, die Vernichtung und den Genozid ganzer Gattungen und Arten, ich klage den Mord an jährlich mehr als 50 Milliarden Lebewesen für den menschlichen Konsum an.

Ich klage an, dass die Menschheit, die als einzige Spezies die moralische Wahl gehabt hätte, den Naturkreislauf von „Fressen und Gefressenwerden“ zu durchbrechen, diesen Kreislauf in einem weltweiten Todeskarussell beschleunigt und ausgebaut hat.

Ich klage an, dass Ehrfurcht vor jedwedem Leben nicht in das Bewusstsein der Menschen gedrungen ist, dass man dem Tier grundsätzliche Rechte verweigert und das Wohlergehen der Menschengattung den Blick für das Leiden aller übrigen Kreatur verstellt hat. Die Endzeit für Tiere hat begonnen, die Tierwelt steht vor der völligen Versklavung oder Ausrottung. Diese Menschheit, die ihr eigenes Wachstum bis heute nicht ächtet, die Erde mit einer ins grenzenlos wachsenden Menschenschicht überzieht, unter der das Leben aller Geschöpfe des Planeten Erde erstickt, hat jeden ethischen Anspruch verwirkt. Ein absurder Größenwahn verweigert der Tierheit ein Recht auf Entfaltung und Lebensraum und es ist „keine plumpe Anklage, wenn man behauptet, dass die meisten Menschen außerstande sind, sich einer Gewissensprüfung zu unterziehen“ (H. H. Jahnn)

Ich klage die Kirchen an, die monotheistischen Kulte, die mit ihrem Gotteswahn und der daraus seit Jahrtausenden resultierenden Glaubenspest den Menschen zu einem Ebenbild ihres imaginären Gottes stilisiert haben, die in der religiösen Werteskala die Tierwelt weit unter die Menschenwelt gestellt hat, die sich ein ewiges Leben erhoffen und gleichzeitig den Tieren eine Seele absprechen, diese Mysterienreligionen klage ich der ethischen Niederträchtigkeit an.

Ich klage sie ferner der infamste Lüge und Unredlichkeit an, Feldzüge für ungeborenes menschliches Leben zu führen, aber bereits geborenes tierisches und sogar auch menschliches Leben der Vernichtung preiszugeben. Sie haben die Tierwelt zum Produktionsfaktor degradiert und sanktionieren in Blutandachten, den Hubertusmessen, den millionenfachen Mord an Wildtieren.

Kirchen, die Vernunft durch „Glaubenswahrheiten“ ersetzen und die dann aufgrund ihrer Glaubenshalluzinationen die Schächtung von Tieren fordern, um ihren blutrünstigen Gott zufrieden zu stellen, sind moralisch und intellektuell diskreditiert.

Kirchen, die in ihrem Kathechismus die Tierwelt ausklammern und von „nicht-personalen Kreaturen“ reden, haben sich ethisch in die Steinzeit zurückversetzt. Christliche Kirchen, die letztmalig am 4.10.1993 ein gemeinsames Papier „Die Verantwortung des Menschen für das Tier“ vorgelegt haben und seitdem zum Tiermord schweigen, haben selbst die Schöpfung, von deren Bewahrung sie täglich lügen, erbärmlich verraten und im Stich gelassen! Es ist dies keine Schande der Kirchen, nein, es ist das größte Verbrechen in ihrer blutigen Geschichte!

Ich klage Gesetzgeber, Politiker, Parteien samt zugehöriger Verwaltungen und Behörden an, die absurden moralischen Wertvorstellungen des Monotheismus aus Gewohnheit und zur eigenen Machterhaltung in Gesetze und Verordnungen umzusetzen. Sie ergehen sich in sophistische Diskussionen über Ethik und verteidigen doppelzüngig die Entrechtung der Tierwelt. Die gesamte Natur wird der Menschenwelt untergeordnet und die Tierwelt in ihrer Daseinsberechtigung ausschließlich nach dem wirtschaftlichen Nutzen eingeordnet.

Ich klage diese Verantwortlichen an, die Ehrfurcht vor tierischem Leben in den wirtschaftlichen Dreck getreten haben und Lebenswürde nur der Menschheit zubilligen. Alle Rechte auf Dasein und Entfaltung, auf Frieden und Leben in eigenen sozialen Strukturen werden hingegen der tierischen Kreatur versagt oder beschnitten. Ohne Unrechtsbewusstsein wird in Form geistiger Umweltverschmutzung die Lüge vom tierfreundlichen Staat aufrechterhalten und von der Justiz gerechtfertigt. Aber was hat die Justiz nicht alles gerechtfertigt im Lauf der Geschichte?

Gleichzeitig aber steigen die Tierversuchszahlen, Massentierstallungen werden aus dem Boden gestampft und betäubungsloses Schächten aus Gründen der „Religionsfreiheit” toleriert. Mögen doch alle diese kaltblütigen, unbarmherzigen, am Gesamtwohl aller Lebewesen desinteressierten Menschen ein vergleichbares Los erleiden, das sie der Tierwelt erbarmungslos auferlegen!

Staat nenne ich‘s, wo alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord aller – ‚das Leben‘ heißt. Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern übereinander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe. Hin zum Throne wollen sie alle: ihr Wahnsinn ist es – als ob das Glück auf dem Throne säße! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron – und oft auch der Thron auf dem Schlamme.“

(Friedrich Nietzsche: Die Reden Zarathustras)

Ich klage alle Menschen und Wirtschaftsunternehmen an, die ihren Lebensunterhalt mit Tierausbeutung, Tierqual und Tiermord verdienen. Ich klage insbesondere die Landwirte der Massentierhaltung, die Pelztierzüchter, die Hühnerbarone, die Tiertransportfahrer, die Schlächter in den Fleischfabriken und die Wissenschaftler in den Versuchslaboren an.

Ich klage die Bauern an, die rücksichtslos Kleinlebewesen und Mikroorganismen durch den massiven Einsatz von Pestiziden vernichten und alle Konsumenten, die diese Verbrechen mit ihrer täglichen Kaufentscheidung kritiklos fördern.

Ich klage sie auch an, aus persönlichem Profit über Leben und Wohlergehen von beseelten Wesen größtes Leid zu bringen, sie des einmaligen Lebens sowie der Freiheit als auch aller sozialer Strukturen zu berauben, sie zur Ware zu degradieren und jegliche Achtung und Ehrfurcht vor nichtmenschlichem Leben verloren zu haben.

Ich klage die Konsumenten an, in Unbarmherzigkeit und Erbarmungslosigkeit zu verharren, sich hinter der Maske des Nichtwissens zu verstecken und auf den Gaumenkitzel von Fleischprodukten nicht zu verzichten. Ihre anthropozentrische Denkweise begründet die Blutspur der unschuldigen, unbeweinten Kreatur, ihr Verhalten ist jenseits jeglicher Moral und Ethik, ihr Verhalten hinterlässt künftigen Generationen ein ökologisches Chaos!

Ich klage alle Vernichter von Leben an, die ohne die moralische Rechtfertigung einer Überlebensnotwendigkeit wildlebende Tiere aus Freizeitvergnügen, Spaß, gesellschaftlicher Reputation, kurz gesagt, aus niederen Tötungsinstinkten heraus ermorden, die unter vorgeschobenen ökologischen Interessen mit hochtechnisierter Jagd Regeln des Tierschutzes, der Fairness, des ethischen Anstandes unbeachtet lassen.

Es sind Menschen, die offenbar aus einer Fülle von egoistischen, materiellen und anthropozentrischen Bedürfnisfacetten heraus handeln, Menschen, die sich nicht einmal scheuen, zur Befriedigung ihrer Tötungsgelüste im Ausland artengeschützte Wildtiere zu ermorden.

Ich klage alle Tiervernichter an, jegliche Achtung, Demut und Ehrfurcht vor dem nichtmenschlichen Leben auf dem Altar ihrer Tötungsinstinkte, Wirtschaftsinteressen und niederen Machtgelüste zu opfern.

Ich klage sie der ethischen und moralischen Aufgabe und Vernichtung aller Werte an, welche die Menschheitsgeschichte als große Ideale hervorgebracht hat. Der Fluch der unschuldigen Mordopfer liegt auf diesen geistigen Eckenstehern der Ethik, auf der incorrigiblen Erbarmungslosigkeit und Grausamkeit der menschlichen Spezies!

Das Wort zum Sonntag


K l a r t e x t :

Das geschlossene System, das heute weltweit den Terror gegen Tiere garantiert und jeglichen Tiermord sanktioniert, sind die äußerst lebendigen Teile eines unheilvollen Netzwerkes mit den Hauptbestandteilen Staat, Industrie, Medien und Kirche. Es ist eine Verflechtung, die – je nach Interessenlage – zwei oder mehr Komponenten des Netzwerkes einbezieht und in zahlreichen Fällen mafiöse Strukturen aufweist. Die Netzwerkstruktur kann sowohl in der Dorf-, der Landes- als auch in der Weltpolitik beobachtet werden; lediglich die Dimensionen unterscheiden sich, die Handlungsweisen sind identisch.

Das pulsierende Blut dieses Organismus ist das Geld, die Macht und der persönliche Vorteil. Etwaige Engpässe in dem Gefäßsystem werden gezielt mit Hilfe einer überall abhängigen und willfährigen Jurisdiktion beseitigt. Staat, Medien und Industrie sind an einer Einflussmaximierung interessiert, den moralischen Hintergrund zur Rechtfertigung dieses Handelns liefern die Kirchen.

Jede Religion, insbesondere aber die monotheistischen Verbindungen, ist anthropozentrisch, stellt den Menschen in den Mittelpunkt allen Naturgeschehens und über jedes andere Lebewesen, lehrt dieses als Kernbotschaft und ist damit, aus eigenem Selbstverständnis heraus, nicht tierfreundlich oder präziser, völlig desinteressiert am Schicksal unserer Mitgeschöpfe.

Solange noch die irrwitzigsten Glaubensphantasien einer Kirche im Staat höher bewertet werden als das konkrete Leid lebender Tiere, solange Tiermörder gesegnet werden und zum höheren Lob eines vermeintlichen Gottes den Schafen die Kehle durchschnitten wird, scheitert die Tierrechtsbewegung – von kleinen Erfolgen abgesehen – grundsätzlich an diesem Netzwerk.

Sie scheitert auch deswegen, weil der beschriebene Organismus in einen Körper, nämlich den des unkritischen, unwissenden und selbstzufriedenen Massemenschen eingebettet ist, dem eine Änderung seines Verhaltens nur finanziell abzuringen ist, den Leid nur insoweit interessiert, als es ihn selbst betrifft oder seine nähere Umgebung. Sein Bewusstsein als Mensch über jedem Tier zu stehen, macht ihn so selbstsicher in seinem Handeln und so desinteressiert an dem globalen Terror gegen die Tierwelt.

Diese Überheblichkeit wurde dem Menschen seit Tausenden von Jahren von diversen Kulten, Kirchen und Staaten gelehrt, sie ist inzwischen integraler Bestandteil seines Denkens, Empfindens und seines Selbstverständnisses.

Summa summarum: Jedwede Religion verhält sich zur Vernunft wie Feuer zu Wasser und blockiert dauerhaft Tierrechte genau solange, wie der Drachen des Anthropozentrismus die Geisteshöhle der Menschheit bewacht.