Die mörderische Konsequenz des Mitleids

Aus dem aktuellen Newsletter von pro-iure-animalis.de

Liebe Freunde der Tiere,

in vielen unseren Ausführungen zum Thema „Eingriffe durch die Jagd in die Populationsdynamik einzelner Tierarten“ haben wir ausgeführt, dass die Natur selbständig die Population an den vorhandenen Lebensraum und die Lebensbedingungen anpasst.

Die einzige Spezies auf dieser Erde, die diesem Prinzip diametral entgegen handelt, ist der Mensch, mit der Folge, dass Leid vielfältigster Art für ihn und die Tierwelt entsteht. Gegen jede Logik wird intensiv das Grundproblem des Erdballs, nämlich das exponentielle Wachstum der Weltbevölkerung, ignoriert.

Bereits 1984 hat sich Hoimar von Ditfurth in einem bemerkenswerten Artikel sehr fundiert mit der Wachstumsproblematik und ihren Folgen auseinandergesetzt und die Verlogenheit des politischen und kirchlichen Handelns beschrieben. Dieser Artikel ist aktueller denn je – wir empfehlen ihn als Weihnachtslektüre.

Die mörderische Konsequenz des Mitleids

Der Selbstbetrug bei den Brot-Spenden für die Dritte Welt

Von Hoimar von Ditfurth

Auch heute werden wieder 40 000 Kinder sterben – alle zwei Sekunden eines. Sie verhungern. Als kleine Skelette mit faltig-alten Gesichtern werden sie irgendwann im Laufe dieses Tages aufhören weiterzuleben. Tag für Tag, 365 mal in jedem Jahr, das Gott werden läßt. Alle 24 Stunden entsteht so, verteilt über die Länder der sogenannten Dritten Welt, ein Berg von 40 000 verschrumpelten Kinderleichen.

Furchtbar? Viel schlimmer: Wenn diese Kinder nicht stürben, wenn sie nicht in den Armen ihrer Mütter verhungerten, die selbst nicht mehr die Kraft haben, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, wenn sie etwa überlebten und gar erwachsen würden, um selbst Kinder zu haben, dann wäre die Katastrophe noch weitaus größer. Es mag zynisch klingen, daß ihr vieltausendfacher lautloser Tod die Erde vor einer Situation bewahrt, die alles heutige Sterben bei weitem überträfe. Nur, es ist die logische Konsequenz aus der irrationalen Ungleichung, dem Geburtenüberschuß aus der Dritten Welt durch Geburtenkontrolle nicht vorzubeugen aus der heuchlerischen Achtung vor ungeborenem Leben, das – erst einmal geboren – am Leben nicht erhalten werden kann.

Deshalb ist es an der Zeit, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen mit dem Ziel, den verhängnisvollen Unfug anzuprangern, der mit jenen kleinen Zeitungsanzeigen getrieben wird, aus deren Bildern einem ein dunkelhäutiges Kind mit großen Hungeraugen entgegenblickt. Eine Initiative verantwortungsbewußter Mitbürger, die nicht länger hinzunehmen bereit sind, daß mit den Methoden moderner Werbestrategien zielbewußt ein Mitleid kultiviert wird, dessen Konsequenzen tödlich sind.

Denn für jedes einzelne Kind, das heute durch die Aktivitäten solcher Organisationen gerettet wird, wird es in der nächsten Generation vier oder fünf oder sechs Kinder geben. Und dazu, auch diese wieder vor einem elenden Hungertod bewahren zu können, werden dann selbst die vereinigten Anstrengungen von „Misereor“ und „Brot für die Welt“ und all die vielen Patenschaften nicht mehr ausreichen.

Wer nicht zu feige ist, hinzusehen, kommt an der Einsicht nicht vorbei, daß jeder, der sich darauf beschränkt, die heute hungernden Kinder zu sättigen, statt dem unvermeidlichen Sterben durch Geburtenkontrolle vorzubeugen, unmittelbar und ursächlich dazu beiträgt, die Leichenberge, denen sich die morgige Generation gegenübersehen wird, auf noch größere Höhen anwachsen zu lassen.

Warum ist es eigentlich so schwer, dieser simplen Erkenntnis zu allgemeiner Anerkennung zu verhelfen? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil sie einhergeht mit dem Eingeständnis eines unrühmlichen Selbstbetrugs.

Der gleiche Augenblick, in dem ich mir über die mörderischen Konsequenzen des Mitleids klarwerde, an das hier appelliert wird, verschafft mir auch die peinliche Entdeckung, daß die Hilfsbereitschaft, welche die bewußten Anzeigen in mir mobilisieren, gar nicht dem hungernden Kind gilt, sondern in Wahrheit mir selbst, nämlich meinem eigenen Seelenfrieden. Einzig und allein zur Besänftigung des eigenen Gewissens kann ein „Mitleid“ taugen, das objektiv nur dazu beiträgt, das Elend der Menschen, denen es angeblich dient, in Zukunft entsetzlich zu vermehren. Jede andere Behauptung wäre unfrommer Selbstbetrug oder pure Heuchelei.

An dieser Stelle muß ein naheliegendes Mißverständnis abgewehrt werden. Selbstverständlich geht es hier nicht darum, einer Einstellung der Hilfeleistungen für die 40 Millionen Menschen das Wort zu reden, die nach Auskunft der Uno jährlich an Hunger oder den direkten Folgen chronischer Unterernährung sterben. Es geht einzig darum, die Heuchelei bloßzulegen, mit der alle Beteiligten sich in der Art einer konspirativen Kumpanei wechselseitiger moralischer Freisprechung weiszumachen versuchen, wir könnten uns unsere Verantwortung auf so billige Weise vom Hals schaffen.

Anlaß zur Empörung ist die Tatsache, daß die üblichen Aktivitäten der kirchlichen, weltlichen und kommerziellen Hilfsorganisationen gedankenlos und damit schuldhaft jener moralischen Drückebergerei Vorschub leisten, in der befangen wir uns nur allzu bereitwillig einreden lassen, daß eine kleine Spende dann und wann uns von der Schuld befreien könnte, die wir angesichts des Massensterbens außerhalb unserer Wohlstandsgrenzen zu tragen haben.

Noch aus einem zweiten Grunde sind daher alle diese „Brot für die Welt“- und Patenschafts-Kampagnen kritikwürdig: Dadurch, daß sie uns die begierig ergriffene Gelegenheit verschaffen, unser Gewissen zu betäuben, beseitigen sie den psychologischen Druck, der allein uns dazu bewegen könnte, über sinnvolle, ursächlich wirksame Methoden zur Beendigung des Massensterbens nachzudenken.

Weltweit jährlich 40 Millionen Hungertote. Ein nur noch in Megatonnen ausdrückbares Produktionsvolumen an menschlichem Aas. Solche Größenordnungen haben selbst Hitler und Stalin gemeinsam nicht zuwegegebracht. Das ist die Proportion, um die es sich handelt. Das ist die Rechnung, mit der wir konfrontiert sind. Daß sie durch Spendenaktionen zu begleichen sei, kann nur ein Narr behaupten, und daß sie uns nichts anginge, nur ein Zyniker.

Ein Großteil dieser Megatode ist nämlich unter anderem eine Folge des Umstands, daß die satte Hälfte der Menschheit einen entsprechend hohen Anteil ihres Überflusses – und seit neuerem wohl auch noch etwas mehr als das – für eine immer maßloser werdende Aufrüstung verpulvert. Und ihr folgen immer mehr Drittweltländer, die, kaum daß sie über den Tellerrand schauen, ihre Selbstbestätigung in Waffenkauf und Minirüstung suchen.

Gerade dann, wenn man davon überzeugt ist, daß die christlichen Kirchen ein Erbe bewahren, ohne das diese Welt noch unerträglicher wäre, gerade dann gerät die Verbitterung um so größer, wenn man sich vor Augen hält, wie tief auch sie in diese Komplicenschaft wechselseitiger Gewissens-Salvierung verstrickt sind. Das gilt, wie nicht bestritten werden kann, vor allem für die katholische Kirche. Was soll man von einer Instanz halten, die uns zur Rettung verhungernder Kinder aufruft, während sie gleichzeitig mit dem ganzen Gewicht ihres weltweiten Ansehens dazu beiträgt, die Zahl dieser Kinder über jedes rettbare Maß hinaus zu vergrößern?

Was ist von der Moral einer sich moralisch verstehenden Institution zu halten, die offensichtlich das Nicht-Geborenwerden für ein entschieden größeres Übel hält als die Unerfreulichkeit, an Unterernährung zu verrecken? Hier wird, wohlgemerkt, nicht etwa auf Abtreibungslösungen angespielt, sondern allein auf die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung (ein Zusatz, der schon deshalb notwendig erscheint, weil die Kirche in der Diskussion beides ärgerlicherweise ständig zu vermengen trachtet).

Die Erde hat nach den offiziellen Statistiken in den letzten beiden Jahren die größte Bevölkerungsexplosion ihrer Geschichte erlebt. Einige Autoren haben sich dessenungeachtet dazu verstiegen, die Tatsache als „Erfolg“ auszugeben, daß die veröffentlichten Zahlen hinter den ursprünglichen Prognosen um einige Prozent zurückgeblieben sind. Wie auch immer, das Endresultat ist furchteinflößend: 1950 gab es auf der Erde 2,5 Milliarden Menschen. Heute sind es bereits 4,8 Milliarden. Im Jahre 2000 werden es mindestens sechs Milliarden sein.

Man braucht keinen Computer, um ermessen zu können, was das für die Probleme bedeutet, die heute schon so gut wie unlösbar sind: Wohnungen, Energieversorgung, Abfallerzeugung, Arbeitsplätze, Rohstoffbedarf – es geht ja keineswegs nur, wie mancher zu glauben scheint, um die Ernährung dieser Menschenmassen. Wenn nicht sehr bald etwas Entscheidendes geschieht, dann treiben wir einer Katastrophe entgegen, für die es in der bisherigen menschlichen Geschichte kein Beispiel und keinen Vergleich gibt.

Vom Himmel wird die Rettung nicht fallen – wenn es noch eine gibt. Vielleicht wären wir heute noch imstande, den Zug aufzuhalten, der uns dem Abgrund täglich ein Stück näherbringt. Eine ungeheure gemeinsame Anstrengung wäre vonnöten. Warum nur rafft sich niemand zu ihr auf?

Zu den Faktoren, die diese feige Verdrängungsneigung begünstigen, gehören jene Anzeigen mit den Bildern abgemagerter und verhungernder Kinder. Selbstverständlich sind wir moralisch verpflichtet, den Hungertod auch durch Spenden zu bekämpfen. Wer der Suggestion dieser Anzeigen jedoch in der Weise erliegt, daß er sich einreden läßt, er könne mit einer bloßen Spende davonkommen, der verstrickt sich erst endgültig in Schuld.

Wir wünschen allen Freunden und Tierfreunden ein frohes Weihnachtsfest!

Herzliche Grüße für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

Unangenehme Wahrheiten von Dr. G. Bleibohm

R a s s i s t:

Von Diskriminierung kann man korrekterweise immer nur dann sprechen, wenn das Wesen unschuldig an dem Faktum ist und es nicht ändern kann, wie beispielsweise Rasse, Körperbehinderung oder Geschlecht. Die größte Diskriminierung, die unbeachtet und permanent weltweit in einer nicht zu erfassenden Vielzahl stattfindet, ist die institutionalisierte Diskriminierung tierischer Rassen durch die Menschheit.

Folgerichtig ist der Fleischesser immer ein Rassist und diskriminiert in übelster Weise tierische Lebensformen, der Fleischesser ist der Prototyp des mordenden Rassisten.


E m p ö r u n g:

In A modest proposal macht Jonathan Swift vor rund 200 Jahren den Vorschlag, Kinder, die in Irland nicht ernährt werden können, als Speise für reiche Engländer zu verkaufen. Er führt genauer aus, in welchem Alter und mit welcher Zubereitungsart die Kinder köstlich munden würden. Um das Empörende des Vorschlags in Grenzen zu halten, sprach man von Satire.

Hat man eigentlich das Schizophrene dieser Satirenzuordnung nicht bemerkt, hat man nicht tiefer nachgedacht und gesehen, mit welch eisiger Gefühllosigkeit und Selbstverständlichkeit man nicht-menschlichem Leben abfordert, was für menschliches Leben nur als Satire gedacht werden darf? War der Gedanke der Gleichwertigkeit allen Lebens noch nicht geboren, war man der Meinung dass die Kuhmütter ihre Kinder gern als Speise zubereitet sehen oder meinte man wirklich, speziell im katholischen Irland, dem Irr-Land, als Mensch die Krone des Lebens zu sein? Aber die anthropozentrischen und animalischen Unterschiede beginnen bereits zu verschwimmen.

Wohlhabende lassen sich in Entwicklungsländern von Leihmüttern eigene Kinder produzieren und Reiche kaufen von Armen fürs eigene Überleben Organe – der Tag, an dem aus der Satire von Swift Realität wird, dämmert bereits herauf.


V e r s c h o l l e n:

Vernunft und Wissen werden niemals, nie, nie, nie, sage ich, die dominierenden Merkmale menschlichen Handelns werden und damit bleibt Einfalt, Wunschdenken und Ahnungslosigkeit der fruchtbare Nährboden flächendeckender Dummheit. Auf diesem Humus aber wuchern üppig Gottesphantasien, ist er doch die ideale Grundlage für Gotteskulte.

Menschliche Ignoranz wird somit dauerhaft als treue Begleiterin eine von abertausenden hohler Glaubenslehren haben, mit der Folge, dass solange progrediente Massendummheit mit einer Glaubensphantasie Hand in Hand über den Globus wandert, genau solange sich der Absturz noch bestehender Lebensformen in ein apokalyptisches Chaos fortsetzen wird. Weil aber das Paradies der Einfältigkeit, der Garten Eden der heutigen plebejischen Welt, für die Vernunft seit Menschengedenken verschlossen war und verschlossen bleiben wird, besteht schon deswegen keinerlei Hoffnung für die Zukunft.

Es kann und es wird niemand kommen, niemals, von nirgendwo, um mit dem Flammenschwert die Dummheit aus ihrem Paradies weisen. Im Gegenteil. Die zunehmende öffentlichkollektive Gehirnerweichung bildet eine Gefängnismauer, hinter der sich das Chaos der Beschränktheit, nein, die Apokalypse menschlicher Borniertheit als massen-demokratische Diktatur immer weiter manifestiert.

Liebe Freunde, hofft nicht länger vergeblich auf Änderung im menschlichen Handeln und Denken, nehmt euer einsames Leben als erkenntnisreiche Zeit, beobachtet den unwürdigen Untergang der Biosphäre und akzeptiert, dass am Horizont das rettende Land der Vernunft versinkt … aber bringt euch rechtzeitig selbst in Sicherheit, ihr einsamen Denker, auf eure kleine Rettungsinsel namens Erkenntnis. Verschollen auf dem endlosen Meer menschlichen Schwachsinns wird man dereinst zu eurem Nachruf vermerken.


F i n a l e:

Die Welt versinkt. Nicht nur unter den steigenden Meeren, mehr noch unter der steigenden Menschenflut. Das exponentielle Wachstum der hominiden Spezies hat jegliche Beherrschbarkeit hinter sich gelassen; das Boot ist am Sinken, das Schöpfen ist eine Vergeblichkeit geworden, das Zweckloseste überhaupt.

Ein täglicher Zuwachs von netto ca. 200.000 Essern weltweit ist der Vernichtungswirkung einfallender Heuschreckenschwärme weit überlegen. Sucht man eine, nein, d i e apokalyptische Zahl, dann ist es die neue Konstante des Untergangs – 200.000 menschliche Individuen zusätzlich, täglich, bis zum bitteren Ende, bis zum tödlichen Ende.


L e i e r s t ü c k:

Jedes Mal, dass ein Mensch gezeugt und geboren worden, ist die Uhr des Menschenlebens aufs Neue aufgezogen, um jetzt ihr schon zahllose Male abgespieltes Leierstück abermals zu wiederholen, Satz vor Satz und Takt vor Takt, mit unbedeutenden Variationen“ (Arthur Schopenhauer, Senilia, 102,3)

Aus jeder Geburt resultiert Lebens-Zwang und damit Leben-Müssen. Die Schaffung einer neuen Kreatur geht immer einher mit einer Willensvergewaltigung, weil der Erzeuger dem Erzeugten unbedenklich Leben aufoktroyiert. Man nimmt als Hauptfolge die langfristig unkalkulierbare Produktion einer individuellen Lebenssituation in Kauf, die künftig intensiv mit Leid verstrickt sein könnte – es meist auch ist – das der Erzeugte, nicht aber der Erzeuger, tragen muss. Oder juristisch formuliert: Die Lebensstrafe in Form von Leid, Angst und Tod erduldet immer das Opfer, nicht der Täter. Wer ein Leben schafft, produziert durchweg in letzter Konsequenz Leid, Angst und Verzweiflung, immer aber Untergang und Tod.

Die Hervorbringung eines neuen Lebens, die Schaffung von Sein, resultiert desweiteren gewöhnlich nicht aus einer bewusst bedachten moralischen Wahlmöglichkeit und aus einer rationalen Entscheidung, sondern ist oftmalig das Zufallsprodukt aus Gelegenheit und Trieb. Der „Lebensschenker“ ist nahezu immer – und man muss es ungeschminkt aussprechen – Egoist, er beschenkt sich selbst, er verwirklicht sich und handelt nicht zuletzt aus Gleichgültigkeit, Dummheit und niederen Beweggründen, nicht selten ohne Hinterfragung und in Aufgabe eines eigenen Standpunktes.

Es wird – ohne dass die Folgen über die Dauer des gesamten neuen Lebens nachhaltig bedacht werden – zwischen den jeweiligen Partnern in jedem Fall eine risikoreiche Genlotterie, wie Karim Akerma es nennt, gespielt, deren Ergebnis naturgemäß und zufallsbedingt beispielsweise in die Bandbreite vom Flachkopf bis zum Genie, vom Todkranken bis zum Kerngesunden, fällt.

Aber die Normalverteilung des Lebens weist diesen Extrema geringe Wahrscheinlichkeiten zu, so dass Schopenhauers Diktum präzise den heutigen Massenmenschen, das anonyme, bedeutungslose Individuum in der Masse von bald acht Milliarden Ähnlichen, beschreibt: „ein zahllose Male abgespieltes Leierstück … mit unbedeutenden Variationen“. In saecula saeculorum et usque ad finem – bis in alle Ewigkeit und bis zum bitteren Ende!

(Aphorismen und Essays von Gunter Bleibohm: http://www.gegensicht.de)

Herzliche Grüße

für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

Manifest des Antinatalismus

Von Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

Liebe Freunde der Tiere,

die Menschheit, nein, das Schicksal des gesamten Planeten steht am Scheidepunkt. Lebten um die Zeitenwende erst rund 170 Millionen Menschen auf der Erde, hat sich heute ihre Anzahl um das 35-fache, auf mehr als sieben Milliarden Menschenwesen, erhöht. Aus dem exponentiellen Wachstum der Erdbevölkerung resultiert eine jährliche Zunahme der Menschenflut von 80 Millionen Menschen; Menschen, die Lebensraum, Wohnungen, Arbeitsplätze und Versorgung benötigen.

Bereits im Jahr 2030 ist mit neun Milliarden Menschen, bis zum Ende des Jahrhunderts mit mehr als 12 Milliarden Menschen zu rechnen, die den Planeten wie einen giftigen Schimmel überwuchern werden.

Man führe sich zur Verdeutlichung der Wachstumsgeschwindigkeit nur vor Augen, dass ein Paar mit drei Kindern – gleiches Fortpflanzungsverhalten der Kinder und Enkel unterstellt – in zehn Generationen auf 88.572 Menschen anwächst.

Das Wachstum der Menschheit überfordert inzwischen alle ökologischen und politischen Systeme und lässt unseren Planeten in absehbarer Zeit ins Chaos abgleiten.

Antinatalismus ist ein Thema, das in der Geschichte von Denkern schon mehrfach berührt wurde, seine Dringlichkeit erhielt dieser Problemkreis jedoch erst, als die Wachstumskurve der Menschenflut in den exponentiellen Bereich, in den unbeherrschbaren Bereich, überging.

Ein Verleugnen, ein Schönreden dieser Entwicklung stellt ein Verbrechen gegenüber bestehendem und künftigem Leben dar, vernichtet es doch jegliche Zukunftsperspektive für eine humane Lebensgestaltung. Muss man die heutige Vernichtung der Lebensgrundlagen nicht vielmehr auch als einen massiven Verstoß gegen die Menschenrechte, die Menschenwürde kommender Generationen bezeichnen und brandmarken?

Wer eine friedvolle und weitgehend leidensfreie Welt anstrebt, muss das ungebremste Wachstum der Menschheit ächten, das Anathema, den Bannfluch über die „Lebensspender“ sprechen, die durch fehlende Antizipation der Folgen ihrer Handlungen zu extremen Lebensverächtern werden. Gerade wer die Heiligkeit des Lebens propagiert und anerkennt, darf kein neues Leben, ein Leben, das von Leid getragen wird, produzieren, sondern kann sich einzig und allein nur darum bemühen, bestehende Qual zu verringern.

Wer Leben heute noch produziert, ist in letzter Konsequenz Befürworter des Leides, ist Gegner, zumindest aber Verhinderer, eines leidfreien Lebens; wer Leben produziert, toleriert zugleich auch das Leiden, das Sterben und den Tod dieses Lebens.

Hier finden Sie das „Manifest zum Antinatalismus“ :

Das Manifest zum Download und zur Bestellung in gedruckter Form!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos