Zum heutigen Welttierschutztag am 4. Oktober


Auf Initiative des deutschen Tierschützers Heinz Zimmermann wurde auf einem Welttierschutzkongress 1931 der 4. Oktober zum internationalen Tierschutztag erklärt. Dies ist der Todestag des heiligen Franz von Assisi, dem Begründer des Franziskanerordens. Ihm werden auch folgende, bewegende Worte zugeschrieben: „Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir. Alle Geschöpfe der Erde streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir. Also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers“ (Franz von Assisi 1187 – 1226)

Nun gehören wir in Deutschland zu den tierfreundlichsten Ländern – sagt man. Und schenkt man Politikeraussagen Glauben, haben wir auch das beste Tierschutzgesetz der Welt. Kenner der Materie sprechen hingegen von einem „Tiernutzgesetz“, das in der Praxis kein Tier vor Misshandlung schützt. Denn der Begriff „Tierschutzgesetz“ täuscht darüber hinweg, dass es leider eher Hauptanliegen des Gesetzes ist, gnadenlos die Ausbeutung von Tieren zu regulieren und letztlich auch zu legalisieren, als zu schützen.

Sei es bei offiziellen Umfragen, oder in privaten Gesprächen, immer wieder wird von der Bevölkerung bekundet, wie sehr „tierlieb“ man doch sei. Es ist „in“, gehört heutzutage einfach zum guten Ton, sich demonstrativ zum Umweltschutzgedanken zu bekennen und ein Herz für Tiere zu zeigen. Doch wie tierfreundlich sind wir im Alltagsleben, wie sieht es wirklich aus? Ist vieles vielleicht nur ein leeres Lippenbekenntnis?

So bezeichnet sich ein Tierexperimentator – tagsüber beschäftigt ätzende Flüssigkeiten in Kaninchenaugen zu träufeln – abends, bei einem Fernsehinterview, währenddessen er demonstrativ für die Kamera seinen schwanzwedelnden Hund streichelt, als Tierfreund.

Auch der Betreiber einer Hühnerlegebatterie, dessen quälerisch gehaltene Tiere nach höchstrichterlicher Entscheidung „KZ-Hühner“ genannt werden dürfen, sieht sich als Tierfreund und schämt sich nicht zu versuchen diese widerliche Tierschinderei mit perfiden Ausreden zu verteidigen, „… seine Hennen seien so vor natürlichen Feinden (Fuchs, Habicht) fürsorglich geschützt und legten wohlbehütet im Warmen ihre Eier“.

Reiter, die aus Ehrgeiz ihr „Sportgerät“ Pferd überanstrengen, ja sogar zu Tode schinden, Züchter jeglicher Couleur, die stolz oft zusätzlich Krüppel-Qualzuchten „kreieren“ , oder letztlich nur für den Schlachthof die ‚Ware‘ Tier vermehren, wie auch professionelle Tierhändler und Geschäftemacher und, und, und… – sie alle, alle geistern als „Tierfreunde“ durch die Statistiken.

Auch bei den Kleintierliebhabern ist der Schritt von der Tierliebe zur Tierquälerei nicht allzu groß. Meist aus Unkenntnis der tierischen Bedürfnisse, Gleichgültigkeit, oder sträflicher Dummheit vegetieren Vögel in zu kleinen Volieren, Fische in schlecht belüfteten, überfüllten Aquarien, und sind Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Hausratten oder Mäuse dem Halter nach der ersten interessanten Zeit langweilig geworden und werden nur noch notdürftig versorgt, bis ein gnädiger Tod sie in ihren Käfigen von ihren Leiden erlöst.

Katzen werden wider besseres Wissen oftmals auch von „Tierfreunden“ aus blankem Geiz nicht kastriert – trotz Katzenschwemme, trotz unübersehbarem Katzenelend und immerwährender verzweifelter Appelle der Tierschutzorganisationen. Der Hund hängt lebenslang an der Kette, oder kommt niemals aus dem Zwinger, oder dunklen Kellergewölben heraus – sein ‚Besitzer‘ sieht sich ebenfalls als Tierfreund, füttert er ihn doch, so etwas übriggeblieben ist, gewissenhaft mit Essensresten, gleich einer vierbeinigen Mülltonne.

Der deutsche Tourist, der mit dem Kauf einer Eintrittskarte die Barbarei des Stierkampfes in staubigen Arenen Spaniens unterstützt (Zitat: „… muss man doch gesehen haben, um mitreden zu können“) und anschließend im Schickeria-Restaurant genüsslich den bei lebendigem Leib in kochendem Wasser zu Tode gequälten Hummer als „Delikatesse“ verspeist, mag sich möglicherweise auch als Tierfreund bezeichnen – hat er doch im heimatlichen Garten ein hübsches Vogelhäuschen aufgestellt.

Priester der Amtskirchen, Möchte-gern-Koryphäen der Nächstenliebe halten salbungsvolle Kanzelreden, tolerieren jedoch „politisch korrekt“ übelste Tierquälerei wie betäubungsloses Abmetzeln (Schächten) von Tieren, oder verherrlichen pharisäerhaft als Hege bezeichnetes Tun der Jagdgenossen und beweihräuchern in verfälschenden „Hubertusmessen“ mit heuchlerischem Brimborium das Töten von Tieren in Wald und Flur.

Es ist schon schlimm, welch üble Fehler der liebe Gott bei seiner Schöpfung gemacht hat und neben bösartigem, konkurrierenden „Raubzeug“, wie Füchsen, streunenden Hunden, und Katzen, Grünzeug äsendem Rehwild, gar auch wühlende Wildschweine und andere störende Tiere schuf. All dieses Versagen muss die edle „Dornen“-Krone der Schöpfung im grünen Rock, nun mühsam mit Fallen, Schießeisen und über 1500 Tonnen Blei und Eisen jährlich ausbügeln. Mit im Jagdfieber zitternder Hand, werden so Tiere „angeschweißt“, krüppelig geschossen, sterben qualvoll mit zerfetzten Läufen und durchlöchertem Torso oft erst nach Wochen oder Monaten – keinesfalls bleiben die Tiere alle wunschgemäß „im Feuer“ liegen. “Wir Jäger sind begnadete Menschen” formulierte so einst auch in überwältigend bescheidener Selbsteinschätzung Jagdautor Fritz von Forell.(`Die Sache mit dem Waidwerk` Seite 37, Dr. Horst Hagen/Herbig Verlag) Für diese lodengrün gewandeten, begnadeten Auserwählten, übertrifft wohl nur noch ihre Lust am Töten der Tiere, die Freude am vermeintlich so exorbitanten Wert ihres Menschdaseins…

So bastelt sich jeder nach eigenem Gutdünken (s)ein beliebiges Tierschutzverständnis zurecht. Das Wort „Tierfreund“, sprich „Freund der Tiere“, wird zu leichtfertig gebraucht, ja vielfach missbraucht, stellt es doch im Sinne der Begrifflichkeit angewandt, eine hohen Anspruch. So ist es leicht und eigentlich selbstverständlich, dem im eigenen Haushalt lebenden Hund, oder der Katze, die artgerecht mit Familienanschluss gehalten werden, ein guter „Freund“ zu sein. Man mag dann ein Hunde- oder Katzenfreund sein. Aber ist man deshalb schon ein Tierfreund? Hier ist ein großes, sehr großes Fragezeichen angebracht.

Soll unsere Freundschaft, unser Mitgefühl zum Tier glaubhaft und ernsthaft sein, darf sie nicht selektieren und klassifizieren in Streichel- Nutz- Versuchs- und Pelztiere, wie es oft – zu oft – auch von manchen selbsternannten Tierfreunden geschieht. Denn Freunde nutzt man nicht aus, zieht ihnen nicht das Fell über die Ohren – und Freunde isst man übrigens auch nicht auf.

Denn “Fleisch ist kein notwendiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.(…) Der Verzicht auf dieses Nahrungsmittel stellt keine unzumutbare Beschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten dar.” Diese weisen Erkenntnisse stammen nicht etwa aus einem Vegetarierhandbuch. Sondern, man höre und staune – es sind Zitate die im Zusammenhang mit dem grauenvollen betäubungslosen Schächten von Tieren, (mehr zu diesem Thema siehe https://wolodja51.wordpress.com/das-betaeubungslose-schaechten-von-tieren-im-focus-des-21-jahrhundert/ ) schwarz auf weiß in den Urteilsbegründungen des Oberverwaltungsgerichts Hamburg und dem Bundesverwaltungsgericht Berlin nachzulesen sind. ( Hamburger Oberverwaltungsgericht Az. OVG Bf III 42/90 vom 14.09.92 und Bundesverwaltungsgericht Berlin Az. 3 C 31 ) Hochrichterlich wird hier bestätigt was Mediziner, ernährungsbewusste Bürger und Tierfreunde schon lange wissen: Fleischessen ist absolut unnötig. Im Gegenteil, es ist maßgeblich verantwortlich für viele Krankheiten: Fettsucht mit infolge Kreislaufproblemen, Bluthochdruck, Schlaganfällen, Herzinfarkten, Diabetes, hohe Harnsäurewerte, Arthritis, Gicht , usw., usw.

Der Verzehr von Tierleichenteilen kann grundsätzlich nicht gesund sein – unabhängig von Skandalen mit Salmonellen, Trichinen, Knochen, Sehnen, Würmern, Blut, Gedärmen und sonstigen ekelerregenden halbverwesten Tierabfällen in Gammelfleischprodukten. Fleischessen ist unnötig wie ein Kropf und zweifellos nicht nur schädlich für das betroffene Tier.

Wer möchte schon als Tierquäler oder Tiertöter dastehen ? Doch genau letzteres ist jedem Fleischesser indirekt vorzuwerfen. Denn die Nachfrage regelt das Angebot. Und Fleisch wächst bekanntlich nicht auf Bäumen – sondern wird als Massenware unter vielfach erbärmlichsten Bedingungen “erzeugt” und dann zu Billigstpreisen verramscht.

Der Begriff ‚Tierfreund‘ beinhaltet Verantwortung gegenüber aller Kreatur, gegenüber allen Tierindividuen und Arten, auch wenn sie uns persönlich nicht nahe stehen oder besonders sympathisch sind. Zur Verdeutlichung sei ein Beispiel angeführt: Wer zwingt uns das „Ekeltier“ Spinne in der Wohnung totzuschlagen, anstatt das nützliche Krabbeltier zu fangen und unversehrt aus dem Fenster zu befördern? Ist es das Gefühl uns dabei lächerlich zu machen, oder nur Gedankenlosigkeit? Schon vor über 150 Jahren schrieb dazu Heinrich Heine: „Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“

Gefordert ist mehr ehrliches Tierschutzverhalten im Alltagsgeschehen. Glaubwürdigkeit misst sich weniger an hehren Absichtserklärungen oder markigen Lippenbekenntnissen – sondern am Verhalten. Edle Gesinnungsethik muss in Handlungsethik münden. Was nutzt ein neu eingeführtes Staatsziel Tierschutz ( s. GG Art 20 a), wenn die Umsetzung dieser Verfassungsvorgabe durch eine Verweigerung der Politik das Verbandsklagerecht auch für Tierschutzverbände einzuführen, brachial blockiert wird? Jedes »Nein« eines Volksvertreters zu dem rechtstaatlichen Instrument »Verbandsklage«, entlarvt auch das unmissverständliche Nein dieses Politikers zum Tierschutz – und muss auch das Wahlverhalten eines jedes ernsthaften (!) Tierfreundes beeinflussen!

Überall im Alltagsgeschehen könnte ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit den Tierschutz voranbringen. Das beginnt bereits beim Einkauf. Dr. Andreas Grasmüller, München, ehemaliger Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und danach Vorsitzender der Gewerkschaft für Tiere, in einem Fernseh-Interview schon vor 25 Jahren: „Wenn alle Hausfrauen, die für sich in Anspruch nehmen Tiere zu lieben, keine Eier aus der Legebatterie kaufen würden, wäre das Problem der Hühnerkäfighaltung längst gelöst“. Die Nachfrage regelt das Angebot. Eier aus artgerechter Freilandhaltung sind mittlerweile überall erhältlich. Andernfalls fragen Sie konkret danach – auch bei anderen Produkten vom Tier – um den Händler zur Listung von möglichst qualfrei erzeugten Tierprodukten mit einem Bio-Siegel zu motivieren.

Wenn wir auf das Tragen von Fell-Bekleidung nach Neandertaler-Manier (auch betr. Accessoires, oder versteckt als Futter verarbeitet) verzichteten, würden auch in diesem Bereich viele vollkommen unnötige Quälereien vermieden. Wir können uns heute im Zeitalter modernster Fertigungstechniken und Hightech-Materialien warm und elegant kleiden, ohne perverse Eitelkeiten auf Kosten von qualvoll in Fallen gefangenen Wildtieren, oder verkrüppelten Zucht“pelz“tieren befriedigen zu müssen. „Ein Pelzmantel soll Vornehmheit repräsentieren. Aber bei soviel Qual, Not, Blut der geschundenen Kreatur, enthüllt er eine ganz andere Mentalität – Gefühlskälte, Arroganz und nichts als eitle Dummheit.“ (Verhaltensforscher Vitus B. Dröscher)

Bei der Entwicklung immer neuer, für unser Wohlbefinden absolut überflüssiger Produkte aus den Chemieküchen, für Kosmetika, Putz- und Waschmittel, werden täglich tausende Tiere „verbraucht“. Sie leiden und sterben in den Laboratorien für Erzeugnisse die ohnehin in unüberschaubarem Überfluss auf dem Markt vorhanden sind. Dies müsste nicht sein, wenn der Verbraucher – sich seiner Verantwortung und Käufermacht bewusst – ausschließlich auf Naturprodukte, oder altbewährte Artikel zurückgreifen würde, die nicht in Tierversuchen getestet werden.

Schließlich im medizinischen Bereich: Wann werden wir angesichts vielfacher Arzneimittelskandale endlich begreifen, dass mit Veterinärmedizin-Wissen – gewonnen im Tierexperiment – Homo sapiens Gebrechen nicht kurierbar sind? Denn der Mensch ist keine Maus! Und gerade hier, wie auch bei den in der letzten Zeit in die Kritik gekommenen Gen-Manipulationen trifft besonders zu: Nicht alles was machbar erscheint, ist auch erlaubt. Moral und Ethik sind nicht nach Belieben teil- und anwendbar. https://www.agstg.ch/downloads/magazin/2007/albatros_magazin_tierversuche_15de_www.pdf s. Seite 20 + 21

Lassen wir uns also bei unserem Einsatz für unsere tierischen Mitgeschöpfe – die wirklich Ärmsten der Armen – nicht beirren. Jeremy Bentham (1748-1832): “Wesentlich ist nicht die Zahl der Beine, die Behaarung, oder Farbe der Haut (…) Ein erwachsenes Pferd oder ein erwachsener Hund sind weitaus verständiger als ein Kind, das eine Tag eine Woche, oder sogar einen Monat alt ist. Doch selbst wenn das nicht so wäre, was würde das ändern? Die Frage ist nicht, können sie denken oder sprechen, sondern – können sie leiden?“

Tiere sind die Sklaven der heutigen Zeit. Und solange wir ihre Fesseln nicht lösen können, müssen wir zumindest ihre Ketten lockern, ohne natürlich das Ziel – die Befreiung aller unter der Knute der Menschen ächzenden Kreatur – aus den Augen zu verlieren. So ist Tierschutzarbeit heute mehr denn je traurige Notwendigkeit. Mitleid alleine genügt nicht – helfen ist wichtig!

Und jeder kann helfen auf seine eigene, ihm individuell mögliche Art und Weise. Sei es durch aktive Mitarbeit in der Tierschutzbewegung, oder durch finanzielle Unterstützung einer engagierten Tierschutzorganisation seines Vertrauens. Jeder Einzelne, jeder Tierfreund im rechten Sinne des Wortes – als Freund des Tieres – kann durch sein Verhalten seinen Teil dazu beitragen, Tierschutz mit mehr Leben zu erfüllen. Indem er verantwortungsvoll allen(!) Tierarten und Tierindividuen gegenüber handelt und gerade in Alltagssituationen – über den Tellerrand seines eigenen Bereiches hinaus – sich engagiert für das Recht und den Schutz unserer älteren, aber so hilflosen, Tiergeschwister einsetzt.

V.i.S.d.P. Ulrich Dittmann / 3. Oktober 2018

Das Tierelend ist groß und die Hoffnung klein, hier etwas zum Besseren zu wenden.

Denn – eine parasitär und asozial lebende Menschheit vermehrt sich täglich um 200 000 Köpfe – die Apokalypse für unsere geschundene Erde. Die „Dornenkrone der Schöpfung“ hat die Erde zu einem einzigen gigantischen Friedhof gemacht. Es starben und sterben zu viele wertvolle tierische Mitgeschöpfe durch die Hand gewissen- und gedankenloser, manchmal gar schlicht wertloser, Menschen. Für die Tiere hat der Teufel keinen Klumpfuß und keine Hörner, sondern eine Menschenfratze.

“Der Mensch ist das einzige Tier, das sich einbildet, keines zu sein.” (Gerlinde Nyncke)

Und je dümmer ein Mensch, um so weniger erkennt er leider die Intelligenz der Tiere – und gegen Dummheit kämpfen bekanntlich selbst die Götter vergeblich an.

“Der Mensch ist von Natur aus böse – und er bedarf der Gnade oder Zucht, nicht um gut, sondern um erträglich zu werden” konstatierte einst Dr. Peter Scholl-Latour. Und schon Oscar Wilde stellte resigniert fest: „Ich glaube nicht an den Fortschritt, sondern an die Beharrlichkeit der menschlichen Dummheit.“

Viel edles Gedankengut ist in manchen Köpfen verankert. Deprimierend jedoch die Gleichgültigkeit, Bosheit, oder schlichte Dummheit der MASSEN im täglichen Umgang mit den Tieren, den Ärmsten der Armen.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt – und wenn sie schon begraben ist, wird sie eben wieder ausgebuddelt, getreu dem Leitgedanken von Emily Dickinson (1830 – 1886):

“Hab` ich nur einem brechend Herzen Halt gegeben,
so ist es nicht umsonst, mein Leben.
Kann ich nur eines Lebens Qualen lindern,
nur eines Lebens Schmerzen mindern,
ein hilflos Rotkehlchen zurück ins Nest nur heben –
so ist es nicht umsonst mein Leben.”

In diesem Sinne beste Grüße!
Ulrich Dittmann / 3. Oktober 2018

Advertisements

Die Hoelle der Empathielosigkeit – 2. Teil

Beitrag von Claudia Marrapodi

Bevor der Mensch zu den Sternen will,
soll er hier auf der Erde dafuer sorgen, dass alle Kaefige leer sind…

Versklavung der Lebewesen – ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Der Schrecken der Geschichte durch die Augen der Kunst – von dem grossen, von mir bereits vorgestellten Maler Jean-Léon Gerome. Nur wenige Maler wussten die Schrecken der Versklavung im alten Rom eindruecklicher darzustellen!

Nach der Vorstellung – von Jean-Léon Gerome

Meines Wissens gibt es keine einzige religioese Schrift auf diesem Erdenrund, welche explizit das Wort ‚Sklavenverbot‘ in ihrem Text beinhaltet. Eine Merkwuerdigkeit, an welcher ich schon lange herumnage, ohne darauf eine Antwort zu finden. Diese Tatsache ist fuer mich viel problematischer als viele andere Fragen, welche in den verschiedensten ‚Heiligen Buechern‘ aufgeworfen werden. Zwar sprechen sich alle neben ueberwiegendem Saebelrasseln auch fuer eine gewisse Schonzeit fuer die Lebewesen aus, aber ohne ein deutliches Verbot der Versklavung aller Lebewesen funktioniert die Schonzeit eben NICHT.

Zudem nimmt sich der Anteil der Schonzeit-Einforderung sehr viel bescheidener aus, als die Aufforderung zum Kriegen und zum Toeten. Und dies auch im Christentum (Pflugscharen sollen zu Schwertern geschmiedet und diejenigen, welche den Geringsten was antun (wobei hier bestimmt nicht die Tiere gemeint sind) dort versenkt werden, wo der See am tiefsten ist. Und die Kampfkunst des buddhistischen Wu Shu ueberbietet sie alle mit den ausgekluegeltsten Mordinstrumenten, welche man sich im Traume nicht vorstellen kann. Am schlimmsten aber steht es im Islam mit Krieg und Sklaverei, welche dort beide erlaubt sind und die Muslime das Recht haben, jeden Nichtmuslim zu versklaven, wie es ihnen gerade passt.

In den roemischen Arenen
wurden Sklaven zum Vergnuegen der Zuschauer grausam hingerichtet!

Somit hat sich das Unwesen der Sklaverei von allem Anfang des Menschseins an in die Kulturen und Zivilisationen der verschiedensten Voelker eingeschlichen. Versklavt wurden und werden alle uns bekannten Spezies, welcher der Mensch habhaft werden kann, auch die eigene Spezies ist davon nicht ausgenommen – und bei ihr werden wir heute unsere lange Reise durch die Schaendlichkeiten der menschlichen Geschichte beginnen, denn es geht nicht an, dass all diese Untaten vom Zahn der Zeit zermalmt werden und unter dem Duenensand der materiellen und geistigen Wuesten verschwindet und verweht!

Nach der Vorstellung – aus der Arena geschleift…
Sklavin, welche zusammen mit einem Stier zu Tode gequaelt wurde!
Gemaelde von Henryk Semiradzky

Sklaverei existierte weltweit zu allen Zeiten, deshalb moechte ich jene herausgreifen, welche uns geschichtlich am naechsten liegt und somit mehr Einblick gibt in das Grauen der menschlichen Ausbeutung: die Versklavung der afrikanischen Bevoelkerung in Nord- Zentral- und Suedamerika.

Dies heisst nicht, dass die anderen vergeben und vergessen oder weniger brutal sind, denn was ich aufzeigen moechte, ist die Parallele der Empathielosigkeit, welche herrscht zwischen der Versklavung des Tieres und der Versklavung des Menschen, der schlussendlich ein Tier ist, wie jedes andere auch, sich aber dadurch vom Tier absetzen wollte, indem er die Sklaven zu ‚Tieren‘ erklaerte, waehrend er fuer sich selbst den Titel ‚Mensch‘ beanspruchte, und sich obendrein noch als ‚Gottes Ebenbild‘ bezeichnet und bezeichnete, ein Hohn eigener Art, welcher von der beispiellosen Unverfrorenheit und Frechheit der Bestie Mensch Zeugnis gibt, wenn sie von der Megalomanie erfasst, jede Vernunftgrenze mit der Faust niederschlaegt!

Inquisitions-Gericht – Durch die Selbsterhoehung der Pfaffen und die Auslieferung der sogenannten Ketzer an barbarische Hinrichtungen und Spektakel, sogenannte Auto-Dafés, setzte die Kirche die gaengigen Normen ihrer kriegerischen, saebelrasselnden Tonleiter ueber Jahrhunderte hinweg fest! Bis heute bleibt ihre Verachtung vor der Kreatur – heute vor allem der Aussermenschlichen – ein festes Bestandteil ihrer Unkultur und ihrer empathielosen Kaltschnaeutzigkeit und lieblosen Gefuehlslosigkeit erster Kategorie! Hier die Ermordung des Inka-Koenigs Atahualpa durch die spanischen Konquistadoren unter Pizarro, auf welche ich zu einem spaeteren Zeitpunkt noch ausfuehrlich eingehen werde!

Orientalistische Impression von Jean-Léon Gerome

So ist es sehr typisch, dass zu verschiedenen Zeiten die Kirchen und Obrigkeiten erklaerten, die Frauen haetten keine Seele, dann die schwarzen Sklaven haetten keine Seele und dann und bis heute, die Tiere haetten keine Seele! Eine fuer dumme und abhaengige Menschen verfaengliche und boesartige Luege, welche mit Worten spielt, die aber de facto gar keine Grundlage haben, da das hebraeische Wort ‚ruach‘ Lebensodem und nicht ‚Seele‘ bedeutet, und somit im hebraeischen Urtext des AT nie von einer Seele, so wie es die christliche Kirche interpraetiert, die Rede war.

Jedes Lebewesen, auch die Pflanzen und Steine, sowie die Elemente besitzen Lebensodem, genau wie die Erde selbst, sonst koennte sie ja gar keine Frucht bringen… Heute weiss man, dass zusaetzlich zur Erde auch das Wasser und das Feuer Bewusstsein und ein Gedaechtnis besitzen, obwohl diese Dinge noch nicht sehr weit erforscht sind, aber man soll der Forschung keine kuenstlichen Grenzen setzen, so wie Albert Einstein uns dies lehrte: Jede Form der Begrenzung schadet der Wissenschaft und haelt sie zurueck, was ja stets ein untruegliches Bestreben von Mutter Kirche war, damit die armen zweibeinigen Schaefchen im Dunkel der Unwissenheit verharrten, damit die Feudalherren sie besser knechten und ausnehmen konnten.

Aus diesem Grunde war es ja in Amerika den schwarzen Sklaven verboten, lesen und schreiben zu lernen – sonst haetten sie schneller gemerkt, was abgeht und sich besser wehren koennen. Dazu wurden sie mit Schweinefleisch abgefuellt, damit ihr Geist stumpf blieb, dies ist heute durch die schwarzen Nachkommen selbst recherchiert und bewiesen!

Vor dem Stadttor in Ketten geschmiedeter Sklave – Jean-Léon Gerome

Seit der Zeit der amerikanischen Sklaverei, welche noch viele Jahre laenger dauerte als in Europa, ist die Welt nicht mehr die gleiche. Es entstand ein Riss zwischen den Voelkern Afrikas und den Voelkern der europaeischen Auswanderer, wobei verschiedene Nationen sich besonders brutal hervortaten, bis der grosse Frevel schliesslich im amerikanischen Buergerkrieg gipfelte, welcher einer der blutigsten und barbarischsten der Geschichte war, da von einem Tag auf den anderen Bruder gegen Bruder kaempfte, ohne Mitleid und Gnade… Kennzeichnend fuer die Gegner der Sklaverei war eine interessante Tatsache: sie alle kaempften gleichzeitig fuer die Freiheit und das Wohl der Tiere, denn man kann nicht zwei Herzen haben, eines fuer die Tiere und eines fuer die Menschen, man hat ein Herz oder man hat keines! (Alphonse de Lamartine)

Anfang und Ende jeder Revolution – Jean-Léon Gerome

Naechstes Mal werde ich meinen Vortrag dort beginnen, wo die Sklaverei in Europa zum Stillstand kam – und dann in Amerika weiter ging – und wir werden sehen, wohin diese den Menschen fuehrte und heute noch fuehrt – und was er vielleicht und hoffentlich daraus gelernt hat! Denn es gibt sehr wohl ein Volk, dasjenige, welches am meisten gelitten hat (das afro-amerikanische), welchem doch ein sehr helles Lichtlein zuendet, denn ein leidender Mensch, der alles am eigenen Leibe erfuhr, ist offenbar zu mehr Empathie faehig, als ein Verwoehnter, welcher sehr oft nur an sich selber denkt! Wir werden noch einen langen Weg vor uns haben, der uns nach vielen Schrecken aber auch sehr viele wundervolle Ereignisse zeigen wird, auf welche sich der Leser jetzt schon freuen darf…

Einkauf von schwarzen Sklaven – arabischer Sklavenhaendler und sein weisser Kunde!

Fortsetzung folgt…

Eure Claudia im Tierschutz und den Menschenrechten, denn beide sind voneinander nicht zu trennen

„Menschenschutz“ vs. „Tierschutz“?

Leider immer wieder müssen sich Tierfreunde weise Ratschläge anhören nach dem Tenor, „…man möge die kostbare Zeit doch nicht mit Tieren verplempern, sondern sich um wichtigere Dinge, die „Krone der Schöpfung“, den Menschen kümmern.“
(Siehe z.B. http://www.zeit.de/2015/51/fluechtlinge-krieg-probleme-wohlstand-europa )

Mit anklagend erhobenem Zeigefinger und selbst aufgesetztem Heiligenschein immer das gleiche vorwurfsvolle Geschwätz: Weltweit sind Menschen auf der Flucht, hungern eine Milliarde Menschen und alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen des Hungers. Und hier, mahnen aufgebracht Möchtegern-Gutmenschen, „… sollten sich die Tierschützer doch bitteschön kraftvoll engagieren“.

An die Adresse solch nörglerischer, im speziesistischen Denken gefangener Besserwisser gewandt: Sie mögen sich einmal an die eigene Nase fassen. Was tun sie eigentlich selbst zum Wohle der Welt, konkret(!) zum Wohle von beklagenswerten Flüchtlingen und hungernden Menschen? Meist setzen sie sich nämlich im Alltagsgeschehen weder für Tiere noch für Menschen ein.

Warum fordert man analog nicht ähnlich vehement Sportfreunde, Künstler und andere Spezies auf, Tennisschläger, Fußball oder Geige und Malpinsel in die Ecke zu schleudern – und sich stattdessen „kraftvoll“ bei der Rettung all der notleidenden Menschen zu betätigen? Oder erwartet vom Pfarrer, er möge sich um das kostbare körperliche Wohl kümmern – und nötigt den Arzt hingegen, er solle sich doch dem wichtigeren Seelenheil des Menschen widmen ! Wieso erwartet man gerade von Tierschützern eine allumfassende, geradezu überirdische Guthaftigkeit ? Was hat die Rettung von Tieren hier, mit einreisenden Flüchtlingen zu tun? Zudem sind viele dieser Zuwanderer nach internationalem Recht nicht als solche anzusehen, sondern als illegal einreisende Asylanten.

Es ist schlicht perfide, mehr oder weniger sophistisch artikuliert, „Menschenschutz“ gegen „Tierschutz“ ausspielen zu wollen. Im übrigen sind Tierschützer meist auch für Menschen aktiv; eines schließt das andere nicht aus. Es darf nicht heißen entweder oder, sondern sowohl als auch.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen seit langem, dass Serienkiller ihre Aggressionen meist zuerst an Tieren auslassen. Der US-Bundesstaat Kalifornien verlangt so bereits seit 1998, dass Menschen die Tiere misshandeln und quälen, in psychiatrische Behandlung geschickt werden. „Mit einer solchen Zwangstherapie können wir vielleicht die Eskalation der Gewalt stoppen“, so Gouverneur Pete Wilson nach Verabschiedung des Gesetzes. Indirekt resultiert aus Tierschutz letztlich auch Menschenschutz.

Lassen wir uns also bei unserem Einsatz für unsere tierischen Mitgeschöpfe – die wirklich Ärmsten der Armen (sic!) – nicht beirren. Jeremy Bentham (1748-1832): „Wesentlich ist nicht die Zahl der Beine, die Behaarung, oder Farbe der Haut (…) Ein erwachsenes Pferd oder ein erwachsener Hund sind weitaus verständiger als ein Kind, das einen Tag, eine Woche, oder sogar einen Monat alt ist. Doch selbst wenn das nicht so wäre, was würde das ändern? Die Frage ist nicht, können sie denken oder sprechen, sondern – können sie leiden ?“

Fleischesser hier, müssen sich im Zusammenhang mit Flucht und dem Hunger in der Welt, mit dem Vorwurf „Das Vieh der Reichen hier frisst das Brot der Armen“ indes endlich ernsthafter auseinandersetzten. Für die Bäuche der Menschen werden jährlich 50000000000 Tiere (ohne Fische) „produziert“, um nach kurzer Zeit mehr oder minder grausam vom Leben zu Tode befördert zu werden.

Wir, in den sogenannten Wohlstandsländern, versinken in subventionierten Milchseen, in Butter- und Fleischbergen. Doch um 1 kg(!) Fleisch zu „erzeugen“ benötigt man zwischen 7 – 16 kg Pflanzennahrung und ca. 10.000 – 20 000 Liter Wasser. 50 % des Getreides und 90 % der Sojaproduktion werden so weltweit sträflich verschwenderisch an „Nutztiere“ zur „Fleischgewinnung“ verfüttert.

Bei vegetarischer/veganer Lebensweise wäre für alle Hungernden genug Nahrung vorhanden!

Und zuletzt: Leben nicht alle Tiere gleichermaßen gerne? Wieso echauffiert man sich beispielsweise pharisäerhaft über Chinesen, die Hunde essen? Warum konstruiert man einen Unterschied zwischen Hund und Katz – und Huhn, Schwein und Rind. Weshalb streichelt man die einen – frisst aber die andern?

Fazit: Moral und Ethik dürfen nicht willkürlich – mit Hornhaut auf den Empathie-Gehirnwindungen und anthropozentrischem Denken – nach Belieben zusammengebastelt werden. Engagement für Menschen und Tiere ist gleichermaßen wichtig und notwendig – zweckmäßigerweise im Alltagsgeschehen oft aber per sinnvoller, karitativer Arbeitsteilung der Helfer.

Quelle: huffingtonpost.de