Kirche und Tierschützer – eine Gegnerschaft

Rebloggt von hubwen.wordpress.com

Statement von Tierfreund Hubert:
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie man der Kirche wohlgewogen sein kann, wenn man Tierschützer ist. Denn die Kirche hat eine unüberwindliche Trennwand zwischen Menschen und Tiere geschoben. Sie spricht Tieren eine Würde und eine Seele ab, außerdem auch noch Gefühle. Sie beleidigt und verstößt damit auch noch ihren Gott, denn der hat ja nach ihrer Lehre und ihren Glauben Mensch UND Tier erschaffen.

„Und so, wie die Kirchen im 19. Jahrhundert bei der sozialen Frage versagten, und die Arbeiter aus der Kirche heraustrieben, so versagen sie heute im Tier- und Naturschutz und treiben die Tierschützer aus der Kirche heraus. „

.
KIRCHE und TIERSCHUTZ

Von Herrn Prof. Dr. theol. Erich Grässer, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn:

Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung, sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen.

Diese Scham wird von den christlichen Kirchen nicht geteilt. Diese unsere christliche Gesellschaft in diesem unserem christlichen Abendland lebt in einer beispiellosen Ehrfurchtslosigkeit vor der Schöpfung. Vom Robbenschlachten im hohen Norden bis zum Vogelmord im Süden, von der Vernichtung der Regenwälder im Westen bis zur Ausrottung der Wale in den fernöstlichen Meeren, auf der ganzen Linie liefert der Mensch den Beweis, dass es nie eine heuchlerischere Anmaßung gab als die, sich selbst “Krone der Schöpfung“ zu nennen. In Wahrheit ist der Mensch ihr gefährlichster Ausbeuter und ihr größter Zerstörer. Und der Würde des Menschen, diesem hohen Verfassungsgut, dessen Unantastbarkeit unsere Politiker so gerne betonen, schlägt die gigantische industrialisierte Massentierquälerei brutal ins Gesicht. Es ist kein Zeichen von Menschenwürde, schwächere Lebewesen auszubeuten und zu quälen. Tiere sind schwach. Wenn wir ihre Schwäche ausnutzen, wenn wir mit ihrem unnötigen Leiden und mit ihrem unnötigen Sterben unseren Wohlstand und unseren Luxus mehren, wenn wir für jeden beliebigen Nutzen jedes beliebige Tieropfer fordern, dann haben wir unsere Menschenwürde verspielt und verdienen es nicht, eine sittliche Rechtsgemeinschaft genannt zu werden.

Und die Kirchen? Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden:

Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema “Kirche und Tierschutz“ im 20. Jahrhundert darin ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie einst das Thema “Kirche und Hexenverbrennung“ im Mittelalter. Und so, wie die Kirchen im 19. Jahrhundert bei der sozialen Frage versagten, und die Arbeiter aus der Kirche heraustrieben, so versagten sie heute im Tier- und Naturschutz und treiben die Tierschützer aus der Kirche heraus. Denn für Tierschutz hält sich die Kirche nicht für zuständig. Kirche sei für die Menschen da. Aber dieser Mensch ist doch gerade nach biblischer und kirchlicher Lehre ein Geschöpf Gottes inmitten anderer Geschöpfe Gottes. Er lebt als Geschöpf in der Schöpfung. Noch deutlicher: Er hat von Gott her das Amt Haushalter und nicht Ausbeuter der göttlichen Schöpfung zu sein. Allmählich gewinnt die Kirche diese Einsicht zurück wie das jüngst von beiden Kirchen herausgegebene Dokument “Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung“ beweist.

Aber viel zu lange hat auch die Kirche statt vom Heil der Schöpfung nur vom Heil des Menschen gesprochen, und damit jene Grundeinstellung gefördert, die da sagt: Wir Menschen sind alles, alles andere ist nichts. Die gnadenlosen Folgen dieser Einstellung, die den Menschen zum höchsten Wesen übersteigert, die Natur aber zum freidisponiblen Objekt entwertet, bekommen wir immer deutlicher zu spüren. Die Ressourcen schwinden, die Böden versauern, die Gewässer verfaulen, die Lüfte verpesten, die Wälder sterben, die Wüsten wachsen, die Äcker und Tierbestände schrumpfen, nur die Menschheit wächst und wächst. Ein globaler ökologischer Kollaps ist nicht mehr nur Alptraum ängstlicher Gemüter, er ist möglich.

Weltuntergang, na und? In unzähligen Dokumenten betonen die Kirchen ihre “Friedensverantwortung“, die allein auf den Menschen beschränkt bleibt. Auf dem Kriegsschauplatz Natur dagegen und in dem Verbrecherstück der industrialisierten Tierquälerei tritt die Kirche nicht einmal als Samariter auf. Da ist sie Priester und Levit. Da geht sie vorüber. Sie vergisst den Ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses, den Martin Luther mit den Worten erklärt hat: “Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ Die hier noch gewahrte Ganzheit der Schöpfung ist kirchlich allenfalls Lippenbekenntnis. In der Ethik entspricht ihm jedenfalls nichts. Veruntreuung der Schöpfung aber ist heute jene Sünde wider den Heiligen Geist, die nach dem Markusevangelium (3.29) die unvergebbare heißt.

Die Ehrfurcht vor allem Lebendigen, diese im Namen des dreieinigen Gottes ureigenste Domäne, überlassen die christlichen Kirchen den Natur- und Tierschützern, die sich dafür von den Regierenden als Weltverbesserer und Phantasten im grünen Mäntelchen verspotten lassen müssen. Von der Kirche dürften sie jedoch unter keinen Umständen so behandelt werden. Vielmehr müsste diese hier selbst Partei ergreifen, und der stärkste Anwalt der Ehrfurcht vor allem Lebendigen sein. Dass man Franz von Assisi verehrt und Albert Schweitzer als Genie der Menschlichkeit feiert, genügt hier nicht!

Woher kommt diese Tiervergessenheit in der Kirche? Nun, es liegt daran, dass die Ethik, die theologische wie die philosophische, meint, sie habe es nur mit dem Verhalten des Menschen zum Menschen und zur Gesellschaft zu tun. Das von Albert Schweitzer gewählte Bild ist deutlich:

“Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht herein komme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen.“

Was sie sich an Torheiten leisten, um die überlieferte Engherzigkeit aufrechtzuerhalten und auf ein Prinzip zu bringen, grenzt ans Unglaubliche. Entweder lassen sie das Mitgefühl gegen Tiere ganz weg oder sie sorgen dafür, dass es zu einem nichts sagenden Rest zusammenschrumpft.

Was wir heute erleben, ist ein mit dem Rechenstift ausgeklügeltes schreckliches Höllenspiel, in dem wir unsere Nutztiere in der Massentierhaltung zu Tiermaschinen herabstufen. Die Übermenge an Eiern, Fleisch und Butter, die die westlichen Wohlstandsgesellschaften auf diese Weise produzieren, ist mit menschenunwürdiger Tierquälerei bezahlt. Gegenüber dieser überall straflos praktizierten Ungeheuerlichkeit liest sich Albert Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben wie eine Botschaft von einem anderen Stern. Und eine Kirche, die zu dem allem schweigt, erklärt damit den Bankrott ihrer Barmherzigkeitspredigt!

Jetzt will die Kirche den Menschen offenbar auch noch verbieten, um Tiere zu trauern. Mag sein, daß die ein- oder andere Reaktion bzgl. Knut´s Tod übertrieben scheint, zumal bei den meisten anderen Tieren, die auf dem Esstisch landen, solch eine Trauer überhaupt nicht zelebriert wird. Das gibt der Kirche aber noch lange nicht das Recht, von einer Vermenschlichung zu sprechen und daß Grenzen überschritten würden, wenn man um ein Tier wie um ein Kind trauert. Das sollte doch bitteschön jedem Menschen selbst überlassen werden, wie, wann und über wen er trauert. Alles andere kann ich nur als „Kirchendiktatur“ bezeichnen. Außerdem ist der Begriff Vermenschlichung schon an sich schwachsinnig, da Menschen auch nur Tiere sind, wenn teils vielleicht auch ein bisschen beschränkter, als der Rest der Tierwelt.

Quelle : tigerfreund.de

Die Gleichgültigkeit der Kirche gegenüber den Tieren erschüttert, macht fassungslos. Als eine große deutsche Tierschutzorganisation in jüngster Zeit den Papst und 16 Bistümer angeschrieben und um Mithilfe gebeten hatte, antworteten vier Bistümer, dass sie nicht in der Lage seien, den Tierschutz in der Kirche zu fördern, die anderen antworteten gar nicht und vom Vatikan kam die Antwort, dass „in der katholischen Kirche Tiere keinen Platz hätten“, dass “ die „Thematik Tierschutz viel zu weit entfernt von Radio Vatikan und den zentralen Aufgaben des Vatikans sei“. Genau diese gleichgültige und menschenverliebte Haltung der Kirche gegenüber unseren tierischen Mitgeschöpfen ist eine der Ursachen für millionenfache Tiermisshandlungen, die damit quasi legitimiert werden.

Sicherlich hat die Kirche keine politische Macht und kann keine Tierschutzgesetze erlassen, dennoch ist sie unglaublich mächtig. Mächtig hinsichtlich ihrer Möglichkeit, Menschen moralisch zu beeinflussen.

Ein kleines Beispiel :

Stellen Sie sich eine Großfamilie in Sizilien beim Mittagsessen vor. Da wird man davon ausgehen können, dass ein relativ hoher Lärmpegel herrscht. Alle reden durcheinander und der Fernseher läuft auch noch dabei. Wird dann aber eine Rede des Papstes übertragen, wird man in diesem Raum sofort eine Stecknadel fallen hören, denn alle werden gebannt auf das hören, was der „Papa“ zu sagen hat. Würde die Kirche sich endlich klar zu ihrer Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe bekennen, könnten gerade in Süd- und Osteuropa Millionen von Tieren vor Mißhandlung und Tötung gerettet werden. Denn in Ländern wie z.B. Italien „hört man auf das, was die Kirche zu sagen hat“.

Solange aber die Kirche den Tieren eine Seele abspricht, solange die Christen nicht klar und deutlich dazu aufgefordert werden, Verantwortung gegenüber den Tieren zu übernehmen und sie als Mitgeschöpfe zu respektieren, werden diese zu einer schmerzlosen Materie herabgestuft und entsprechend behandelt. Aber die Kirche schweigt.

Die Kirche ist für Menschen da. Das Thema wird ausgegrenzt. Kein Ton dazu seitens des Papstes im „Urbi et orbi“, kein Wort dazu seitens der Pfarrer, Kardinäle und Bischöfe in den Gottesdiensten.
Siehe hierzu auch: „Wie Christen mit Tieren umgehen – eine traurige Bilanz“
.
Gruß Hubert

Quelle: hubwen.wordpress.com

Siehe auch Blog-Beitrag vom 21. Januar 2016: „Über Kirche und Tierschutz“

Advertisements

Für die Tage, an denen dein Herz fast zerbricht und in heftigem Schmerz pulsiert…

Beitrag von Bettina Marie Schneider, veröffentlicht am 6. Dezember 2017

Als ich heute über diese wunderbaren Zeilen stolperte, hatte ich selbst einen solchen Tag. Ich dachte zum zigsten mal, ich muss völlig verrückt sein, dieses friedliche Umfeld auf dem Blog hier und in meinen Real Life Kontakten, jeden Tag freiwillig zu verlassen und gegen ein virtuelles Schlachtfeld einzutauschen. Mich dort mit Menschen zu befassen und Benehmen zu tolerieren, das ich sonst niemals in meiner Nähe dulden würde. Ich muss völlig verrückt sein, jede Nacht aufs neue meine Blessuren zu verarzten um dann am nächsten morgen wieder anzutreten und alle anzufeuern, es mir gleich zu tun. Für die Ärmsten der Armen, die nichts dafür können, dass Menschen sind, wie sie nun einmal sind. Viele jedenfalls.

In dieser Stimmung fanden nachfolgende Zeilen zu mir. Ich habe sie übersetzt, weil sie vielleicht auch manch anderem zur rechten Zeit den Fokus wieder auf das wesentliche zurück lenken …

  • für die Tage, an denen dein Herz fast zerbricht und in heftigem Schmerz pulsiert…
  • für die Tage, an denen wir uns auf die Lippen beißen und es einfach nicht mehr schaffen, die Tränen zu unterdrücken…
  • für die Tage, wenn sich unsere Seelen so schwer anfühlen, dass sie unsere müden Schultern tief in sich zusammensinken lassen.
  • für die Tage, an denen die Kraft morgens Aufzustehen sich bereits wie eine Heldentat anfühlt
  • für die Tage, an denen wir vor Ärger zittern und beständig kurz davor sind, endgültig die Beherrschung zu verlieren
  • für die Tage, an denen wir uns leer, nutzlos, und unsichtbar mit all unseren Bedürfnissen fühlen, wie ein hungriger Geist

Ja, diese Tage sind wirklich harte Tage.

Diese Tage zerreißen uns in Stücke, lassen uns nackt, erschöpft und zitternd im Dunkeln zurück.

Es sind die Tage, an denen wir einfach aufgeben möchten.

Die Tage, an denen wir einfach nur weit, weit weglaufen möchten.

Aber wir können es nicht.

Wir können nicht weglaufen. Uns nicht verstecken. Oder Aufgeben.

Wenn wir es täten, würden wir nur vor uns selbst weglaufen.

Wir würden uns selbst aufgeben.

Wir würden uns vor uns selbst verstecken.

Natürlich könnten wir uns der Situation entziehen und uns kopfüber unter einen schnellen Bus werfen, wenn alles zu viel wird.

Aber die Sache ist die … an diesen Tagen brauchen wir uns selbst am allermeisten, an diesen f*cking harten, fordernden und schrecklichen Tagen.

Lasst uns bleiben.

Lasst uns durchhalten.

Wir müssen diese Gefühle nicht analysieren.

Wir müssen einfach bleiben und uns selbst unterstützen, auf Teufel komm raus.

Wie? Was können wir tun?

Wir können verwegen sein und mitten in die Härte dieses Tages eintauchen, fühlen, wie das Eiswasser in unsere Herzen tröpfelt, es dort gefriert und sich zu wunderschönen Eisblumen wandelt.

Wir können uns entgegen stürmen, mit weit offenen Armen, einem aufmunternden Lächeln und einem köstlichen Glas Rotwein .

Wir können unseren zerknitterten Seelen einen riesigen Blumenstrauß schenken.

Wir können uns einen Freiraum schaffen und dort tausend Kristalltropfen weinen, bis der Himmel sich wieder aufklärt und der Salzregen vorbei gezogen ist.

Wir können unserer Seele ein Schaumbad einlassen und in meterhohe Lavendel Schaumwölkchen eintauchen und dann tief Luft holen.

Wir können uns von der Welt zurückziehen, uns unter Kissen vergraben, seufzen, jammern und einfach verletzt sein.

Wir können uns fragen: „Was kann ich jetzt für dich tun?“

Wir können richtig mutig sein, unser Herz auf der Zunge tragen und einen lieben Freund um eine extra Portion Zuspruch bitten.

Wir können unseren heftigen Schmerz und unsere schreckliche Trauer schreiben, malen, tanzen und singen, sie kompromisslos zum Ausdruck bringen und dadurch magische Kunst erschaffen.

Wir können eine zaghafte, melancholische Playlist abspielen und schluchzen und zittern, bis sich unsere Herzen über der Musik beruhigt haben.

Wir können nach unserer eigenen Hand greifen und sie fest drücken.

Ja.

Es gibt Tausend wunderbare Dinge, die wir tun können, um uns selbst zu unterstützen.

Und jetzt lasst uns alle schwören, uns selbst niemals im Stich zu lassen.

Niemals!

Weil, Ja… manche Tage sind unglaublich hart.

Aber sie können auch unglaublich gewinnbringend sein.

Sie können umgestaltend sein.

Sie können schön sein.

Sie können vollgestopft sein, mit Inspiration.

Sie können genau das sein, was wir gerade brauchen.

Also lasst uns tapfer sein, und weiter hier bleiben.

Lasst uns knallhart sein und diesen Tagen aufrecht entgegentreten.


Übersetzung (c) BMS Quelle und englischer Original Text: Elephant Journal

Quelle: Bettina Schneider/guteskarmatogoblog.wordpress.com

Wort zum Sonntag


Der Baum ist voller zerfressener Blätter. Für die Natur normale Nahrung, für die Sicht des Menschen durch „Schädlinge“ verursacht. Natur-Normalität versus menschliche Gedankenwelt – die irrsinnige Hybriswelt der menschlichen Spezies.


Greif nur an, wenn deine Verletzungen kalkulierbar bleiben – geistig und körperlich!


Die Menschheit wächst jeden Tag um ca. 200.000 Köpfe! Das ist d i e apokalyptische Zahl schlechthin. Sie ist die Ursache, durch welche die Zukunft von Mensch, Tier und Natur nachhaltig und dauerhaft vernichtet wird.


Bei jedem größeren Unglücksfall treten sie in Erscheinung – die Notfallseelsorger der katholischen und evangelischen Konfession. Wo bleiben die Notfall-Rabbis und Notfall-Imame, drücken die sich, gibt es die nicht im Notfalleinsatz oder braucht man die auch nicht?


Wenn der Mensch ein vernunftbegabtes Wesen sein soll, wieso vernichtet er dann trotz besseren Wissens seine eigene Lebensgrundlage, indem er die Erde in eine ausgeplünderte Müllkippe verwandelt?


Seid unfruchtbar und mehret euch nicht.