Tierrechte und Globalisierung

Rebloggt von Tierfreund Hubert auf hubwen.wordpress.com

Von Edmund Haferbeck

Bildquellenangabe: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Jahrzehnte langer Kampf für Tierschutz und Tierrechte, zehntausende Artikel, Hunderte von Fernseh- und auch Kinobeiträgen, Hunderte Buchpublikationen, Petitionen, Anhörungen, Gutachten, zigtausende Gespräche mit Politikern, Wissenschaftlern, die PETA-Holocaust-Kampagne mit ihrer höchstrichterlichen Absegnung der Zulässigkeit und Notwendigkeit – und wo bleibt die Wirkung?

In der aktuellen Klimadiskussion greift die Problematik ‚Tierrechte’ kaum Raum, es bedarf ungeheurer Anstrengungen, um überhaupt den Hauptverursacher der Klimakatastrophe, nämlich die konstante Verleugnung der Tierrechte mit der Folge der weltweiten Fleischproduktion in die veröffentlichte Meinung zu bekommen. Andere, auch rein anthropozentrisch verursachte Klimakiller wie der weitweite motorisierte Individualverkehr oder auch die Kraftwerks-Problematik, mit und ohne Kernkraftwerke, bestimmen die Diskussionen.

Da wundert es auch nicht, dass in einer ansonsten durchaus zutreffenden Analyse der Welternährungssituation und der Verträglichkeit für den Globus der Biochemie-Professor Klaus Hahlbrock sichtweisenverkehrt zum asiatischen Raum schlussfolgert: „Fleisch und Fisch haben noch aus einem anderen Grund eine besondere Bedeutung: Der rapide wachsende Konsum hat durch den großen Futter- und Wasserbedarf gravierende Auswirkungen auf die langfristige Sicherung der menschlichen Ernährung.“ Mensch und Tier in einer vermeintlichen Konkurrenzsituation um die vegetabilen Nahrungsressourcen des Planeten, wobei die „Veredelung“ in einem Verhältnis von 1:10 verschwenderisch stattfindet: Das Vieh der Reichen frisst die Nahrung der Armen. Tierrechte?

Immerhin kommt der Professor dann doch zu einer zwar auch speziesistisch unterlegten, jedoch richtigen Schlussfolgerung, die Tierrechtler seit Jahrzehnten gebetskühlenartig sozusagen widerkauen: „Wie bei der pflanzlichen Nahrungsproduktion, kann auch bei der Fleisch- und Fischproduktion die Lösung nur darin bestehen, der ökologischen Nachhaltigkeit den Vorrang vor Genuss- und Statusfragen zu geben. Das muss erst recht dann gelten, wenn die ökologische Realität nichts anderes zulässt, als ein ausreichende menschliche Ernährung durch Einschränkungen in der Fleisch-, Milch- und Fleischproduktion zugunsten pflanzlicher Nahrungsmittel sicherzustellen.“

Na, immerhin. Würde die Gesellschaft endlich den Tierrechten zum Durchbruch verhelfen, würden alle gewinnen und überleben, ohne speziesistisch sein zu wollen, die Zusammenhänge sind nun mal Fakt: Keine Nutzung von Tieren mehr für den Menschen, Anerkennung der Tiere als eigenständige, mit Rechten ausgestatteten Mitgeschöpfen, unter denen der homo sapiens einer von vielen ist, der Globus könnte locker die derzeitigen 6 Milliarden Menschen ernähren, mit sauberem Trinkwasser versorgen, es gäbe kaum Bodenerosion, keine Vergiftungen und das Klima könnte sich stabilisieren. Die Regenwälder könnten unberührt bleiben, die Ausbeutung auch der Menschen in den Schlachthäusern hätte ein Ende, die in der Fleisch- und Tierhandelsmafia grassierende Wirtschaftskriminalität als Aushöhlung unseres Gemeinwohls würde beendet werden, und es würde nicht nur Rechtsfrieden, sondern auch Frieden in die Gesellschaften einkehren.

Utopie? Zugegeben, es geht alles zu langsam, erst 2002 hat Deutschland den Schutz der Tiere zum Verfassungsrang erhoben ohne wesentliche Auswirkungen bislang in der Praxis, in Neuseeland und künftig wohl auch in Österreich genießen die großen Menschenaffen die gleichen Rechte wie die Menschen. Aber sicher und auch von noch so honorigen Wissenschaftlern, die selbst nicht gerne auf ihr Filet, Salami- oder Fischbrötchen verzichten wollen, nicht mehr länger zu leugnen: Die Tierrechte allein sind in der Lage, diesen Globus mit allem Leben darauf zu retten, weder Reduzierungen bei den Emissionen von Kraftfahrzeugen, Flugzeugen oder Großkraftwerken oder landschaftsschonende Bauweisen oder ähnliches sind hierzu in der Lage, obwohl das alles auch sein muss. Der Durchbruch aber liegt allein bei den Tierrechten, es ist zu hoffen, dass dies wenigstens die nachfolgenden Generationen noch erleben dürfen.

Die Bestie Mensch: Delfinmassaker von Taiji

Das Wasser färbt sich vom Blut der verletzten und getöteten Tiere rot. Mit dem Delfin-Massaker von Taiji beginnt jedes Jahr das neue Jagdjahr. Das Fleisch wird als Thunfisch auch in Europa ausgeliefert.

In Japan spricht man von einer 400 Jahre alten Tradition, die auch heuer wieder sehr blutig begangen wurde. Trotz weltweiter Proteste! Delfine werden in der Bucht von Taiji zusammengetrieben. Eine Flucht ist für die Tiere nicht mehr möglich, da die Bucht mittels Netze dicht gemacht wird. Schöne Exemplare werden aussortiert – sie landen in den Zoos und Delfinarien. Für die anderen steht ein Tod bevor, den man sich in dieser Brutalität nicht vorstellen kann.

Mit Metallrohren bestialisch ermordet

Die Walfänger von Taiji stoßen jedem einzelnen Tier mehrmals hintereinander ein Metallrohr oder eine Lanze durch den Kopf. Die Wunden werden zwar sogleich mit einem Holzstab oder Korken verschlossen, dennoch färbt das Blut das Wasser rot. Die Delfine sterben in den meisten Fällen nicht sofort: Sie verbluten innerlich oder ertrinken. Ihr Todeskampf dauert über Minuten an. Das Fleisch wird an Supermärkte verkauft und landet zumeist als Sushi auf den Tellern.

Delfinjagd – ein gutes Geschäft

Rund um die Delfinjagd hat sich ein gut florierender Handel entwickelt. Richard O’Barry, der Trainer des TV-Stars „Flipper“ sprach in diesem Zusammenhang gar von einer „milliardenschweren Delfin-Industrie“. Bringt es ein totes Exemplar auf rund 600 US-Dollar, so muss für ein lebendes Tier tief in die Tasche gegriffen werden: Bis zu 150.000€ legen asiatische Freizeitparks schon mal auf den Tisch. Ist möglicherweise gar ein Albino dabei, so steigert sich der Kaufpreis auf bis zu 500.000 €. Der Fänger erhält dabei für ein normales ausgewachsenes Exemplar zwischen 4-7000 €, für ein Jungtier bis zu 2500 €. Erstabnehmer ist in den meisten Fällen das städtische Walmuseum – von dort werden die Tiere weltweit weiterverkauft. Während in Deutschland derartige Delfinarien inzwischen aufgrund der großen Kritik der Tierschutzorganisationen geschlossen wurden, sind sie im asiatischen Raum so beliebt wie nie. Die Tiere werden trainiert und müssen in Shows ihr Können unter Beweis stellen. Vor allem aber das Schwimmen mit Delfinen findet immer mehr Anhänger.

Jagdsaison zwischen September und März

Während dieser sechs Monate ziehen große Schwärme der „Delfinschulen“ an den japanischen Küsten vorbei. Dabei verwenden sie stets dieselben Routen. Dort warten bereits Schiffe, die unter Wasser einen lauten, hohen Ton ausstoßen, der die Orientierung der Tiere stört – sie suchen Zuflucht in den Buchten. Ob Delfin, Tümmler oder Kleinwal – die Fischer insbesondere von Taiji nehmen alles, was sich in die Bucht treiben ließ. Jedes Jahr sterben auf diese Art rund 16-20000 Tiere. Viele mehr werden misshandelt, mit Booten überfahren, verletzt, gefoltert. Delphin-Kälber, deren Mütter diese Treibjagden nicht überlebten, werden auf dem offenen Meer entsorgt. Dort sterben sie, da sie zumeist von ihren Muttertieren noch gefüttert wurden.

Quelle: fellbeisser.net

20 interessante Minuten mit Richard David Precht

In seinem Vortrag “Tiere essen” beim BIOTOPIA Festival “EAT” diskutiert Philosoph und Autor Richard David Precht über unser Verhältnis zu Tieren:

Jäger schießt Pferd an – Tierärztin muss es einschläfern

Oftmals nicht mehr ganz nüchtern in der ohnehin schon sehr hohlen Birne, schiessen die grünberockten Lustmörder nicht selten auf alles, was sich regt und bewegt. Und so verwundert es auch nicht, dass ein niederländischer Jäger am 17.08.2019 im Saarland glaubte, auf ein Wildschwein geschossen zu haben. Bei der Nachsuche stand er allerdings plötzlich vor einem verletztem Pferd. Nun ermittelt die Polizei, denn eine hinzugezogene Tierärztin stellte mithilfe eines mobilen Röntgengerätes schnell einen Schusskanal im Körper des Pferdes fest, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Nordsaarland. Das schwerverletzte Tier musste vor Ort eingeschläfert werden.

Quelle: jagderleben.de

Hühner-Rettungen im Sommer 2019: 2.254 Hennen und 24 Hähne dürfen leben

Von „Rettet das Huhn e.V.“

Im Juli und August fanden unsere beiden großen Rettungen in Bayern und im Westerwald statt. Im Juli holte unser süddeutsches Team 743 ausgediente Legehennen aus einer Freilandhaltung in Bayern ab und übergab sie an 12 Übergabeorten an rund 180 tierliebe Menschen. Im August dann übernahmen wir 1.511 Hennen aus der Bodenhaltung im Westerwald und brachten sie auf 14 Transporten zu rund 340 lieben Adoptanten.

Gleichzeitig konnten wir 24 Hähne aus Beschlagnahmungen und katastrophalen Privathaltungen, die über Veterinärämter, Tierheime oder private Meldungen an uns herankamen, mit vermitteln. Sie leben nun in wunderschönen neuen Heimen, dürfen endlich ihre eigene kleine Hennengruppe führen und gemeinsam mit unseren geretteten Hennen ein glückliches, sorgenfreies und gut behütetes Hühnerleben kennenlernen.

2.278 Tierleben, 2.278 fühlende, beseelte Individuen, für die sich am Rettungstag alles veränderte, die aus dunkler, versklavter Gefangenschaft befreit und in ein Leben gebracht werden konnten, das ihnen – wie jedem Tier auf dieser Erde- eigentlich vom ersten Tag ihres Lebens zugestanden hätte.