Zensur einer Meinungsäußerung im Freitagsforum auf ndr.de

In einem am 08.09.2016 von Hilal Sezgin auf ndr.de geposteten Beitrag „Halal oder haram?“  (Erlaubt oder verboten?) äußert sich die Gast-Autorin dahingehend, dass das Schlachten mit gesetzlich vorgeschriebener Betäubung in deutschen Schlachthöfen keineswegs weniger schlimm und grausam wäre als das von Juden und Muslimen meist mit religiöser Argumentation praktizierte betäubungslose Schlachten und Töten der Tiere.

Auch wenn Hilal Sezgin ganz richtig sagt und behauptet, dass ein regulärer Schlachthof kein friedlicher Ort und die vom Tierschutzgesetz geforderte Betäubung kein sanftes In-den-Tod-Streicheln wäre, so ist es dennoch einer ihrer grossen Irrtümer, daran festhalten zu wollen, das das Schächten und somit das betäubungslose Schlachten von Tieren – wobei dem Tier zuvor bei vollem Bewusstsein die Kehle durchschnitten wird und dieses letztlich grausamst und qualvoll in seinem eigenen Blut verröchelt – keineswegs schlimmer und grausamer sein würde als das Schlachten der Tiere mit vorgeschriebener Betäubung.

Als langjähriger Tierschutz-Aktivist gegen das barbarische Schächten von Tieren verfasste angesichts dieser sophistischen Schönrederei von H. Sezgin Herr Ulrich Dittmann am 05. Januar 2018 auf ndr.de einen keineswegs beleidigenden oder gar unsachlichen Gegenkommentar, der allerdings von den „Zensoren“ des NDR als „unangemessen“ bewertet und dementsprechend auch nicht umgehend, sondern erst am 11.Januar 2018 dank des nachfolgenden Email-Verkehrs zwischen Herrn Dittmann und dem NDR freigeschaltet wurde.

Hatte zu Ihrem Beitrag auf https://www.ndr.de/ndrkultur/sendungen/freitagsforum/Halal-oder-haram,freitagsforum312.html gestern einen Kommentar gepostet. Warum wird er nicht freigeschaltet? Was habe ich ggf. verkehrt gemacht? Ich bitte um eine nachvollziehbare Antwort. Nachfolgend nochmals der Wortlaut meines Kommentars:

Es ist sophistischer Unfug, den hier die gewisslich tierliebe Muslima H. Sezgin sehr zielgerichtet abgesondert hat, um das betäubungslose Schächten von Tieren schönzureden. Natürlich wünschen wir eine vegane Ernährungsweise für alle. Aber das ist blankes Wunschdenken – solange die Menschheit von Fleischesgier, gepaart mit archaischem, religiösem Fanatismus, besessen ist. Natürlich werden die Tiere im „normalen“ Schlachthof nicht zärtlich totgestreichelt – aber nicht bewusst und vorsätzlich betäubungslos zu Tode geschunden. Nicht umsonst ist diese Tötungsart lt. regulärem TSchG explizit verboten, bei der die Tiere in ihrem eigenen Blut und Erbrochenem verröcheln.

Wenn denn das betäubungslose Schächten eine so geniale, schnelle und tierfreundliche Tötungsartart darstellen würde, wie von Schächtbefürwortern pharisäerhaft behauptet, warum praktiziert man diese so wunderbare, kostengünstige Schlachtmethode dann nicht überall in der westlichen Welt und verschrottet all die teuren, offenbar „unnützen“ Betäubungsgerätschaften? Analog von Menschenrechtlern, Frauenbeschneidungen etc. nicht geduldet werden, (auch nicht per „Ausnahmegenehmigung“) darf auch niemals vorsätzliche archaische Tierquälerei akzeptiert werden. Betäubungsloses Schächt-Schlachten leistet öffentlicher Verrohung Vorschub, fördert die Etablierung einer abgeschotteten Parallelgesellschaft, desavouiert hier um Integration bemühte Gläubige und Bürger – ist zudem nicht mit der hier geltenden Verfassungsethik zu subsumieren.
Ulrich Dittmann / 06.01.2018

Sehr geehrter Herr Dittmann,

unsere Hörerredaktion hat mir Ihre Frage bezüglich Ihres Kommentars zum Freitagsforum weitergeleitet. Die Kommentare zu Beiträgen auf NDR.de werden im NDR von einem Moderatorenteam aus unserer Onlineredaktion freigeschaltet oder abgelehnt. Ich habe mit dem zuständigen Kollegen wegen Ihres Kommentars gesprochen und schicke Ihnen anbei seine Antwort:

Lieber Jan Ehlert,

wir haben den Post des Hörers nicht freigeschaltet, da er gegen Punkt 1 und auch Punkt 2 der Kommentarregeln verstößt:

1.Behandeln Sie andere Nutzer rücksichtsvoll. Bitte wählen Sie einen höflichen Umgangston – so wie bei einem Gespräch unter guten Bekannten. Provozieren Sie nicht und lassen Sie sich nicht provozieren. Bleiben Sie tolerant, auch wenn es zur Sache geht. Verzichten Sie auf persönliche Angriffe und auf den Versuch, anderen Ihre Meinung aufzuzwingen. Unterlassen Sie abfällige Äußerungen bezüglich Rechtschreibung und Grammatik bei Kommentaren anderer Nutzer.

2.Keine Beleidigungen, keine rassistischen oder sexistischen Äußerungen. Drohungen, Aufrufe zu Gewalt, Hasspropaganda, ehrverletzende Äußerungen, Falschbehauptungen und Entwürdigungen von Personen oder Personengruppen in jeglicher Form sind hier unerwünscht. Diskriminierungen und Diffamierungen aufgrund des Geschlechts, der Religion, der Herkunft, der Nationalität, der Sexualität oder des Alters werden von uns ebenso gelöscht wie pornografische, strafbare oder anderweitig inakzeptable Inhalte.

Der User greift die Vor-Kommentatorin in wenig rücksichtsvoller Manier an und unterstellt ihr, dass sie „sophistischen Unfug absondert“.
Das ist der Grund, warum wir den Kommentar nicht veröffentlicht haben.

Ich hoffe, diese Begründung ist für Sie nachvollziehbar. Ansonsten melden Sie sich gern.
Mit freundlichem Gruß
Jan Ehlert

Sehr geehrter Herr Ehlert,

Danke für die Mühewaltung nunmehr einer Anwortgebung – nachdem ich explizit nachgefragt habe. Heiko Maas hat das Staatsfernsehen offenbar gut dressiert. Mittlerweile glaube ich, wirklich in einem nach Stasi-Manier agierenden Zensurstaat zu leben, indem jegliche kritische, vom öffentlichen vorgegebenen Mainstream abweichende Meinungsäußerung unterdrückt wird. Was KONKRET, welcher Passus meines Kommentars verstößt um Himmels willen KONKRET gegen Ihre Kommentarregeln Punkt 1. und 2. ? Ist es denn nicht “sophistischer Unfug”, übelstes, vorsätzliches(!) betäubungsloses zu Tode metzeln von Tieren schönreden zu wollen? Ist denn diesbezüglich jegliches Empathieempfinden auch mit Hornhaut überwuchert?

Vermutlich verstößt diese meine vorstehende Meinungsäußerung zu ihrer Zensierung auch schon wieder gegen Ihre Regeln? Doch wie , mit welcher Wortwahl, wie verständnisvoll und zärtlich sollte ich die nach hier importierte Tierquälerei des betäubungslosen Schächtens denn artikulieren? Wie bitte, mit welchen Worten?Wie?

Bitte machen Sie KONKRET einen Vorschlag. In diesem Zusammenhang darf ich zur Wissenserweiterung noch auf http://www.pro-iure-animalis.de/index.php/dokumente/articles/betaeubungsloses-schaechten.html – und dort weiterführende Links hinweisen.

In Erwartung Ihrer KONKRETEN Rückäußerung
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Ulrich Dittmann / 10.01.2018

Sehr geehrter Herr Dittmann,

konkret bezog sich die Kritik an Ihrem Kommentar auf den ersten Satz, in dem Sie sich zu Hilal Sezgin äußern. Dieser widerspricht Punkt 1 und 2 unserer Kommentarregeln. Wenn Sie diesen Satz weglassen oder anders formulieren, dann können wir Ihren Beitrag veröffentlichen.
Mit freundlichem Gruß
Jan Ehlert

Sehr geehrter Herr Ehlert,

wie gewünscht hier untenstehend Änderung des ersten Satzes meines Kommentars – kursiv hervorgehoben. So immer noch nicht genehm, bitte um Ihre Rückäußerung – entsprechender konkreter Gegenvorschlag wie dieser Passus artikuliert werden soll. Ich ändere dann diesen gehorsamst nochmals wie von Ihnen vorgegeben.

Es ist sophistisches Schönreden übelster Tierschinderei – was hier die gewisslich tierliebe Muslima H. Sezgin in dieser Sache sehr zielgerichtet von sich gegeben hat.  Natürlich wünschen wir eine vegane Ernährungsweise für ALLE. Aber das ist blankes Wunschdenken – solange die Menschheit von Fleischesgier, gepaart mit archaischem, religiösem Fanatismus, besessen ist. Natürlich werden die Tiere im „normalen“ Schlachthof nicht zärtlich totgestreichelt – aber nicht bewusst und vorsätzlich betäubungslos zu Tode geschunden. Nicht umsonst ist diese Tötungsart lt. regulärem TSchG explizit verboten, bei der die Tiere in ihrem eigenen Blut und Erbrochenem verröcheln. Wenn denn das betäubungslose Schächten eine so geniale, schnelle und tierfreundliche Tötungsartart darstellen würde, wie von Schächtbefürwortern pharisäerhaft behauptet, warum praktiziert man diese so wunderbare, kostengünstige Schlachtmethode dann nicht überall in der westlichen Welt und verschrottet all die teuren, offenbar „unnützen“ Betäubungsgerätschaften? Analog von Menschenrechtlern, Frauenbeschneidungen etc. nicht geduldet werden, (auch nicht per „Ausnahmegenehmigung“!) darf auch niemals vorsätzliche archaische Tierquälerei akzeptiert werden. Betäubungsloses Schächt-Schlachten leistet öffentlicher Verrohung Vorschub, fördert die Etablierung einer abgeschotteten Parallelgesellschaft, desavouiert hier um Integration bemühte Gläubige und Bürger – ist zudem nicht mit der hier geltenden Verfassungsethik zu subsumieren.

MfG
Ulrich Dittmann / 11.01.2018

Sehr geehrter Herr Dittmann,

Ihr Kommentar ist nun online. Sie finden ihn hier: https://www.ndr.de/ndrkultur/sendungen/freitagsforum/Halal oder-haram,freitagsforum312.html
Mit freundlichem Gruß
Jan Ehlert

Fazit: So viel Wind seitens des NDR um eines einzigen Satzes wegen, der sich hinsichtlich der vom NDR erwünschten Korrektur doch eigentlich kaum oder gar nicht von seinem ursprünglichen Wortlaut unterscheidet. Oder vielleicht doch?

Ursprünglicher Wortlaut: „Es ist sophistischer Unfug, den hier die gewisslich tierliebe Muslima H. Sezgin sehr zielgerichtet abgesondert hat, um das betäubungslose Schächten von Tieren schönzureden.“

Und dieser Satz in der zweiten und korrigierten Version: „Es ist sophistisches Schönreden übelster Tierschinderei – was hier die gewisslich tierliebe Muslima H. Sezgin in dieser Sache sehr zielgerichtet von sich gegeben hat.“

Letztlich kann man da nur noch mit einem Kopfschütteln reagieren, wie sehr man sich doch heutzutage seinen Kopf zerbrechen und seine grauen Gehirnzellen strapazieren muss, sobald es gilt, möglichst politisch „korrekt“ und immer schön brav und folgsam wie ein Hund an der Leine in den Staatsmedien einen Kommentar posten zu wollen und hierbei mit der bekundeten Meinungsäußerung auf gar keinen Fall irgendeinem Andersdenkenden allzusehr unzart und lieblos auf die Füße zu treten ……….

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Tierschutz geht uns alle an !


Hobby-Jäger in Frankreich ertränken Hirsch

In Frankreich, wo zur Zeit die Jagdsaison zu Pferd und mit Hundemeuten stattfindet, filmen Jagdgegner von AVA die unglaublichen Barbareien der Hobby-Jäger. Im ganzen Land werden Hirsche zu Tode gehetzt und entweder von den Hunden lebend zerrissen, oder zum Beispiel mittels Schlauchbooten ertränkt. Der immer stärker werdende Widerstand der Bürger wird von der Regierung missachtet, da der Präsident Macron diese Form von „traditioneller“ Tierquälerei mehrmals ausdrücklich unterstützt hat.

In Deutschland, Belgien, Schweiz usw. ist diese Form der Jagd seit Jahrzehnten verboten, die darin besteht, ein Rudel hungriger Hunde auf Wildtiere loszulassen, um sie zu töten. In Frankreich ist sie Gegenstand einer heftigen Kontroverse. So dass immer mehr Aktivisten in die französischen Wälder gehen, um die Hobby-Jäger zu behindern. Dies gilt insbesondere für den AVA-Verein (Abolissons la Vénerie Aujourd’hui), dessen Mitglieder regelmässig vor Ort sind, um mit Videos die Barbareien der Hobby-Jäger zu dokumentieren. Die Aktivisten von AVA wenden dabei auch die Taktik der Hundefütterung an, um die Jagdhunde abzulenken.

Quelle : wildbeimwild.com


Statement von PETA Deutschland angesichts der Forderung des DBV, dass infolge der afrikanischen Schweinepest 70% der in Deutschland lebenden Wildschweine von Jägern getötet werden sollen:

Von Dr. Edmund Haferbeck

Wir weisen die Forderung des Bauernverbands wegen Schweinepest zurück: Massenvernichtung von Wildschweinen wäre irrsinnig und gefährlich! Der Deutsche Bauernverband fordert aktuell den Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine in Deutschland, um einem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler und Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA, übt scharfe Kritik an der Forderung des Landwirtschaftsverbands:

„Mit der gezielten Panikmache um die Afrikanische Schweinepest will der Deutsche Bauernverband die Öffentlichkeit und Politiker dazu verleiten, einem Vernichtungsfeldzug gegen unsere Wildtiere zuzustimmen. Die großflächige Tötung von Wildschweinen wäre jedoch vollkommen irrsinnig, denn die Schweinepest wird hauptsächlich durch kontaminierte Speise- und Schlachtabfälle, also durch den Menschen selbst verbreitet.

Die Übertragung in Tierhaltungsanlagen würde, wenn überhaupt, durch Landwirte oder Arbeiter erfolgen. Nur hier machen Präventivmaßnahmen Sinn. Hinzu kommt, dass die Tiere mit einer erhöhten Fortpflanzungsrate auf intensive Bejagung reagieren; die Population steigt bereits seit Jahren an. Der wahre Grund für die Forderung des Bauernverbands: Wildschweine sind den Landwirten schon lange ein Dorn im Auge, weil sie die Tiere als Bedrohung für ihre großflächigen Maismonokulturen wahrnehmen. Sie schüren die Hysterie um die Afrikanische Schweinepest, um mit der erhofften Auslöschung der Wildschweine ihre Gewinne aus der tierquälerischen Intensivtierhaltung und den umweltschädlichen Monokulturen zu schützen. Das ist nicht nur ethisch verwerflich, sondern auch gefährlich, denn Wildschweine übernehmen eine wichtige Rolle im Ökosystem, vor allem für die Bodenqualität.“

PETA setzt sich für ein Ende der Jagd auf Wildschweine ein. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich die Population der Wildschweine in dem betreffenden Gebiet erhöht. Die Drückjagd auf Wildschweine ist außerordentlich grausam. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben bei Drückjagden rund zwei Drittel der Wildschweine nicht sofort. Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die verängstigen Tiere, quälen sich oft tagelang und sterben einen qualvollen Tod. Die Ausbreitung von Krankheiten wird durch Drückjagden begünstigt.

Kommentar:

Sind denn jetzt alle verrückt geworden? Lasst doch bitte die Kirche im Dorf bzw. die Wildschweine im Wald. Zuerst sollte man doch erst mal klären, wie die afrikanische Schweinepest zu uns kommt bzw. wer sie eingeschleppt hat. Die Schweine selbst waren das sicher nicht… Wo hat der Mensch bloß seinen Verstand gelassen -oder hatte er nie einen? Tollwut, Rinderwahnsinn, Schweinepest, Mykoplasmenausbruch usw. Sollte uns das nicht nachdenklich machen? Überall da, wo der Mensch meint, er müsse der Natur ins Handwerk pfuschen, geht es schief.
Gudrun Enders


Wissenswertes über sinnlose Fuchsjagden:

Die Jäger, die im Januar und Februar den Fuchs bejagen als gelte es ihn auszurotten, und die Jäger, die im Laufe des Jahres 240.000 Kaninchen, 390.000 Enten, 113.000 Fasane und 2300 Rebhühner töten, weil „natürliche Feinde fehlen“, sind das nicht alles die gleichen Widerlinge, oder? Die Zahlen entsprechen der offiziellen Jagdstrecke 2015/2016 (Quelle: Deutscher Jagdverband)

Betreffs der sinnlosen Massaker an Füchsen hinsichtlich gegenwärtiger „Winterfuchsjagden“ schreibt Fritz Ullmann, Stadtverordneter im Rat der Stadt Radevormwald :

„Seit den 90’ern beschäftige ich mich mit dem Fuchs als Studienobjekt. Er ist das größte noch verbliebene Raubtier Mitteleuropas und hat hier mehrere gezielte Ausrottungsversuche durch den Menschen überstanden. Die Jagd auf Füchse gehört zu den verlogensten Ritualen der deutschen „Jagdkultur“ und entbehrt jeder ökologischen oder anderweitigen wissenschaftlichen Grundlage. Argumente „dafür“ sind in sich widersprüchliches Halbwissen, das, da jeder Beleg dafür fehlt, unter ernsthafter Prüfung zusammenbricht.

Die Glaubwürdigkeit der Behauptungen der Jäger stützt sich ausschließlich auf die unter Laien verbreitete Annahme, die Jäger müssten in Umweltfragen fachkundig sein – dem guten Glauben nach, dass, weil sie es ja schon so lange tun, sie auch wissen müssten, was sie tun. Wie falsch das gerade in Bezug auf den Fuchs ist, zeigt sich, seitdem der alleinige Anspruch der Jäger auf das (ihrerseits vermeintliche) Wissen über diese Art endete, weil sich die Verhaltensforscher ab den späten 70’ern des vergangenen Jahrhunderts endlich ernsthaft mit dieser Spezies beschäftigten – allen voran David MacDonald im Vereinigten Königreich. Forscher wie er wurden belächelt, weil sie sich mit einer Art beschäftigten, über die man meinte, schon alles zu wissen. Das „Wissen“ der Jäger besteht jedoch zu einem erheblichen Teil aus in guter Tradition über Generationen weitergereichten Lügen und, wie gesagt, Halbwissen.

Was ein Jäger „weiß“, das „weiß“ er, weil es ihm ein anderer Jäger so sagte, und nicht etwa, weil er sich dieses Wissen mit wissenschaftlichen Mitteln in einer ergebnisoffenen Untersuchung der Sache selbst erarbeitet hat. Das althergebrachte „Wissen“ über den Fuchs basiert auf oberflächlichster Beobachtung, gerade eben nur so viel, wie nützlich war, um Füchsen aufzulauern. Wusste der Jäger (und meint es teils noch heute zu wissen), dass der Fuchs ein Einzelgänger sei, so ist heute belegt, dass Füchse in komplexen und hoch dynamischen Familien-, Freund- und Partnerschaftsbeziehungen leben, die Fürsorge und Pflegemutterschaft kennen.

Fachleute, das sind Biologen, Zoologen, Ethologen. Alle Studien, die es von echten Wissenschaftlern über Füchse gibt, belegen, wieder um wieder, dass Fuchsbestände selbstregulierend sind. Das heißt, dass sich die Menge des Nachwuchses wesentlich nach der Verfügbarkeit von Futterquellen und dem Druck durch Feinde (heute vor allen Dingen der Mensch) richtet. Füchse in einer stabilen, sicheren Umgebung, haben deutlich weniger Nachwuchs, da dieser zum Einen nicht benötigt wird, um Verluste auszugleichen, und eine Überbevölkerung zum Anderen die Nahrungsquellen erschöpfen könnte.

Die Fuchsjagd überhaupt ist ein unsinniges, selbstherrliches und wissenschaftsfremdes Verbrechen an lebenden Wesen, das beendet werden muss. Dass sie gerade im Winter, der Paarungszeit der Füchse (Kernzeit Januar / Februar), besonders intensiv betrieben wird, widerspricht dabei selbst jagdlichen Gepflogenheiten. In der Regel ist die Paarungszeit Schonzeit und die Bejagung sogar streng verboten. Nicht so bei Füchsen in Nordrhein-Westfalen.

Jäger dieser Sorte sind keine Umweltschützer, sondern halten sich die Umwelt zu ihrem eigenen Vergnügen. Sie schützen Arten nur insoweit, als dass sie sie selbst für ihre zukünftige Bejagung erhalten wollen. Der Mensch hat die Megafauna bereits kurz nach seinem Erscheinen vernichtet; der Fuchs hat nur in ihm fremden Ökosystemen Beutearten ausgerottet. Ökosysteme, in welche er durch den Menschen eingeführt wurde – wiederum, damit er seinerseits Füchse jagen konnte.

Die Jäger als Gruppe sind keine Instanz, auf deren Erfahrung man sich verlassen dürfte, denn ihr Umgang mit der Natur war stets nur am eigenen Interesse ausgerichtet. Sie wollen nicht die Tierwelt erhalten, die auf ihre inkompetente „Pflege“ ohnehin nie angewiesen war. Sie wollen „jagen“. Im Idealfall sitzend. Dagegen sollten wir alle aufstehen.“

Fritz Ullmann
Quelle: Facebook


700 Tierversuchslabore in 95 Orten

Tierversuchshochburgen in Deutschland

Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche hat eine Liste mit Adressen von rund 700 Tierversuchseinrichtungen in 95 Städten veröffentlicht. Die komplett aktualisierte Liste ist einzigartig in Deutschland. Der Verein moniert, dass von offizieller Seite Informationen hierzu weitgehend geheim gehalten werden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium gibt jedes Jahr eine Statistik zu den bundesweiten Tierversuchszahlen heraus. 2,8 Millionen Tiere sind demzufolge im Jahr 2016 in Tierversuchen verwendet worden, über 50.000 mehr als im Vorjahr. „Obwohl der größte Teil der Tierversuche mit unseren Steuergeldern finanziert wird, gibt es kaum öffentlich zugänglichen Informationen darüber, welche Tierversuche wo durchgeführt werden“, kritisiert Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche. Der Verein sieht es als eine seiner Aufgaben an, Licht ins Dunkel zu bringen und die Öffentlichkeit zu informieren. Dazu wurde eine Internet-Datenbank eingerichtet, in der Beschreibungen von Tierversuchen dokumentiert werden, die in Fachzeitschriften publiziert wurden.

Die in den Artikeln genannten hauptverantwortlichen Einrichtungen machen den größten Teil der Adressliste aus. „Auf eine Anfrage an die zuständigen Behörden in den Bundesländern bzw. Regierungsbezirken haben nur wenige eine Übersicht der Tierversuchslabore zur Verfügung gestellt und diese waren zudem meist eher allgemein gehalten, z.B. „Universität XY“ ohne nähere Angaben“, erklärt Gericke die Recherche. Konkret waren dies: Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Stuttgart, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein. Ferner sind Stellenangebote für Tierexperimentatoren in die Liste eingeflossen. Wenn die Adressliste auch nicht vollständig ist, so vermittelt sie doch einen wichtigen und vor allem exklusiven Überblick über die Tierversuchsstätten Deutschlands.

Der Ärzteverein generiert aus seiner Datenbank zudem regelmäßig eine Übersicht der Tierversuchshochburgen. München, Berlin, Göttingen, Hannover und Tübingen führen demnach die TOP 5 der Städte mit den meisten Einträgen in der Tierversuchs-Datenbank an.

Die steigenden Tierversuchszahlen und das Ausmaß der tierexperimentellen Einrichtungen sind laut Ärzte gegen Tierversuche alarmierend. Der Verein fordert von der Politik, endlich die Notbremse zu ziehen. „Versuche an Tieren sind nicht nur aus ethischen Gründen abzulehnen, sondern vor allem auch, weil sie irrelevante, nicht übertragbare Ergebnisse liefern. 95 % der am Tier als sicher und wirksam getesteten neuen Medikamente fallen bei der Prüfung am Menschen durch, weil sie nicht wirken oder fatale Nebenwirkungen haben“, so die Tierärztin abschließend.

Weitere Informationen:

Adressliste Tierversuchslabore

Tierversuchs-Hochburgen Deutschlands

Die größten und teuersten Tierlabore

Tierversuchsstatistik 2016

DVB fordert Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine

Der Deutsche Bauernverband fordert zur Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine. Auch die Tötung von Muttertieren und Frischlingen müsse erlaubt werden, sagte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Schwarz, der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Das Leid der Tiere bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die Pest. Zudem würde kein Jäger das Muttertier erlegen und die Frischlinge laufen lassen.

Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Für Menschen wäre sie nicht ansteckend. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es das Virus bis nach Deutschland schaffen, denn einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gäbe es nicht.

Auch würde die afrikanische Schweinepest (ASP) zu dramatischem Preisverfall am Schweinemarkt führen. „Bereits das Auftreten im Wildschweinbestand würde bedeuten, dass kein Schweinefleisch mehr in Drittländer, also in Länder außerhalb der EU, exportiert werden könnte. Diese Restriktionen würden somit zu einem dramatischen Preisverfall im deutschen Schweinemarkt führen. Für die Schweinehalter könnten die Verluste geschätzt zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr bedeuten. Mit Folgekosten für die vor- und nachgelagerten Bereiche und für die eigentliche Seuchenbekämpfung würden Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen. Dies würden viele Betriebe nicht verkraften“, erklärte Schwarz.

„Die Branche mit ca. 120.000 Erwerbstätigen in knapp 24.000 Betrieben mit Schweinehaltung ist in großer Sorge vor einem Einschleppen der Tierseuche. Übertragen wird die Afrikanische Schweinepest durch direkten Tierkontakt, aber auch durch Speiseabfälle oder über kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge, Geräte, Kleidung. Deshalb bergen der Tourismus und grenzüberschreitendes Transportwesen ein hohes Gefährdungspotential. Weggeworfene Essensreste können von Wildschweinen aufgenommen werden, so dass sich die Seuche schnell über große Strecken verbreitet und auch nach Deutschland kommen könnte“, stellte der Vizepräsident des Bauernverbandes fest.

Ich fasse es wieder einmal nicht: 70 Prozent der Wildschweine in deutschen Wäldern sollen getötet werden? Darunter auch Muttertiere und Frischlinge? Wenn der deutsche Bauernverband seine Forderung durchsetzt, wird sich die Zahl der Wildschweine in Deutschland schon sehr bald drastisch verringern und für Deutschlands grünberockte Lustmörder würden die tiermörderischen Arbeitstage in Wald und Flur demnächst um einiges länger werden. Und wie sollte es auch anders sein: Um den befürchteten Milliardenverlusten für Schweinehalter vorzubeugen, findet dieser Vorstoß des Deutschen Bauernverbandes auch wieder einmal die volle Unterstützung des „sehr ehrenwerten“ Bundeslandwirtschaftsministers Schmidt, der ja auch keinerlei Probleme damit hatte, einer erneuten Zulassung des Unkrautgiftes Glyphosat für weitere fünf Jahre unbedenklich sowie auch eigenmächtig zuzustimmen.