Die große Klöckner-Show

Ob Tierschutz, Lebensmittelverschwendung oder Pestizide: Die Bundesagrarministerin hat in ihrem ersten Amtsjahr fast nichts erreicht. Allzusehr ineffizient sind die meisten Großbaustellen ihres Ministeriums. Die Mehrheit der Tiere in Deutschland wird immer noch unter ethisch sehr fragwürdigen Bedingungen gehalten. Puten wird ein Teil des Schnabels, Schweinen des Schwanzes amputiert, um das Vieh an die engen, reizlosen Ställe anzupassen. Den meisten männlichen Ferkeln werden ohne Betäubung die Hoden herausgeschnitten und Muttersauen werden wochenlang in Einzelkäfige gesperrt. Klöckner könnte beispielsweise Verordnungen vorlegen, um solche Missstände zu unterbinden. Macht sie aber nicht. Im Gegenteil: Sie hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Parlament das schon beschlossene Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration noch einmal verschoben hat.

Statt bessere Haltungssysteme vorzuschreiben, will sie ein staatliches „Tierwohlkennzeichen“ einführen für Fleisch, bei dessen Erzeugung höhere als die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten wurden. Das Siegel soll – wie immer bei Klöckner – freiwillig sein. Fleisch aus schlechter Haltung werden die Verbraucher so nicht erkennen können.

Aber selbst diesen Plan, der niemandem wehtut, setzt ihr Ministerium zu langsam um. Klöckners Amtsvorgänger, der CSU-Politiker Christian Schmidt, hat das Siegel schon im Januar 2017 angekündigt. Doch auch zwei Jahre danach gibt es noch nicht einmal eine Verordnung, die Kriterien für eine einzige Tierart festlegt. Die wenigen Eckpunkte, die Klöckner bereits verkündet hat, sind lasch. In der ersten Stufe des Siegels soll ein 110 Kilogramm schweres Schwein nur 0,9 Quadratmeter Platz und immer noch keinen Auslauf bekommen.

Auch der von der Großen Koalition versprochene Ausstieg aus der Nutzung des Pestizids Glyphosat ist unter Klöckner bislang ein Rohrkrepierer. Sie präsentierte zwar Grundzüge einer „Minderungsstrategie“ für das unter Krebsverdacht stehende Ackergift. Aber bis heute ist daraus keine Verordnung geworden. Glyphosat wird gespritzt wie eh und je.

Ebenso vage bleibt ihre Position bei der Reform der EU-Agrarpolitik. Die Europäische Union diskutiert gerade darüber, wie die derzeit rund 59 Milliarden Euro pro Jahr an Subventionen für die Landwirtschaft künftig verteilt werden sollen. Vor kurzem hat sie gesagt, dass die EU-Agrarpolitik mehr für Tiere und Umwelt erreichen müsse. Aber wie – das lässt sie offen.

Konkret ist sie jedoch darin geworden, dass sie es ablehnt, die Direktzahlungen abzuschaffen oder für Großbetriebe zu begrenzen. Dabei geht es um die wichtigste Subventionsart. Bauern erhalten sie dafür, dass sie Land bewirtschaften und dabei etwas Selbstverständliches tun: Sie müssen beispielsweise die Umweltgesetze einhalten. Das ist so, als ob Autofahrer Geld dafür erhalten würden, dass sie an einer roten Ampel anhalten.

Klöckner selbst teilt auf die Frage der taz nach ihrer Bilanz unbeirrt mit: „In diesem Jahr ist viel passiert“. Ihr Ministerium habe 6,32 Milliarden Euro – so viel wie noch nie – zur Verfügung. Sie habe 9 Gesetzesentwürfe ins Kabinett eingebracht, der wichtigste sei der zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest, mit dem die Behörden leichter reagieren können sollen, falls die Tierseuche in Deutschland ausbricht.

Klöckner rechnet sich auch an, dass sie eine Beauftragte für die Digitalisierung der Landwirtschaft eingesetzt hat. Denn mehr Computer auf dem Acker könnten ihrer Meinung nach helfen, umweltfreundlicher zu produzieren. Ob sich dieses Heilsversprechen erfüllt, ist umstritten. Und es dürfte noch Jahrzehnte dauern, bis sich die Technik flächendeckend durchsetzt. Insekten sterben allerdings jetzt unter anderem wegen der Landwirtschaft, Grundwasser wird jetzt so stark mit Düngern belastet, dass es teils nicht mehr als Trinkwasser zugelassen ist.

Fazit:

Eine politische Reform hat die 46-Jährige in ihrem neuen Amt noch nicht zustande gebracht, aber ihre inhaltliche Leere verkauft sie sehr professionell – in neuen Medien wie Instagram und alten wie Zeitungen: Sie gibt gefühlt jeden zweiten Tag ein großes Interview. Ständig erscheinen auf dem Twitter-Account ihres Ministeriums Werbevideos, in denen sie unverdrossen und gewinnend lächelt. Aber Klöckners Eloquenz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie bisher ähnlich wenig erreicht hat wie seinerzeit Schmidt. Die Klöckner-Show ist eben nur eine Show – keine innovative Politik.

Quelle: taz.de

Tierschutz geht uns alle an!!!


Jagd ist ein absoluter Widerspruch zur Natur

Martina Gerlach über nachfolgendes Video:

Ein ganz wichtiges und wertvolles Video – für Nicht-Jäger / Jagdgegner, aber auch für Wildtier-Mörder und deren Befürworter und Begünstiger, die dann vielleicht mal begreifen und, falls sie überhaupt noch dazu fähig sind, sich schämen und endlich ihr mörderisches Handwerk niederlegen. Jäger sind die überflüssigste Spezies überhaupt auf diesem Planeten. Sie haben keinerlei Daseinsberechtigung – im Gegensatz zu jedem Wildtier!

Für die Tiere! – Martina Gerlach


Keanu – ein 9jähriger Junge erzählt, warum er vegan lebt.

Keanu Rosenfeld spielt Fußball, lebt vegan und ist ein sehr beeindruckender Junge. Mit seinen 9 Jahren spricht er Wahrheiten unverblümt aus und lebt seine Tierliebe mit ganzem Herzen.


Abschuss von Wölfen – Schreiben von Harald von Fehr an BMU-Ministerin Schulze am 05.03.2019

Wölfe sind in Deutschland streng geschützt – doch auch bisher durften einzelne Tiere getötet werden, wenn von ihnen eine Gefahr für den Menschen ausgeht oder großer wirtschaftlicher Schaden entstanden war. 2016 wurde in Niedersachsen etwa Problemwolf Kurti geschossen. Immer wieder kommt es aber auch zu illegalen Tötungen der Tiere.

Nun hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in die Debatte eingegriffen. Sie möchte den Abschuß von Wölfen, die großen Schaden anrichten, erleichtern. Deshalb strebt sie die Veränderung des Naturschutzgesetzes an – was nicht geschehen darf! „Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muß man sie auch abschießen dürfen“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Und genau das wäre ein Verbrechen, was in Deutschland keine Zustimmung finden darf!

Werte Frau Umweltministerin Schulze werden Sie wach und erinnern Sie sich, daß unter der Nr.: 218/18/Artenschutz am 08.11.2018 das Bundesumweltministerium folgende Pressemeldung veröffentlicht hat:

100 Prozent staatliche Unterstützung für Vorsorge und Entschädigung bei Wolfsrissen möglich. Landwirte können ihre Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Wolfsrisse künftig zu 100 Prozent erstattet bekommen. Das entschied die Europäische Kommission heute und verbesserte die Entschädigungsquote damit um 20 Prozentpunkte.

Die Europäische Kommission hat heute entschieden, daß Investitionen in Vorsorgemaßnah-men gegen Risse von Weidetieren durch Wölfe zu 100 Prozent durch die Länder finanziert werden können, ohne daß dies als unzulässige Beihilfe gilt. Bislang konnten Schafhaltern und Landwirten nur 80 Prozent der Vorsorgekosten, etwa für die Anschaffung von wolfssicheren Zäunen oder von Herdenschutzhunden erstattet werden.

Auch solche Schäden, die infolge eines Wolfsrisses auftreten, dürfen fortan vollständig erstattet werden. Neu ist, daß dies auch für indirekte Schäden gilt, wie zum Beispiel für die Behandlungskosten gerissener Tiere beim Veterinär oder für die Arbeitskosten bei der Suche versprengter Tiere nach einem Angriff. Auch hier waren vorher nur 80 Prozent staatliche Erstattung zulässig.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze begrüßt die Entscheidung der Kommission: „Mir ist es sehr wichtig, daß Weidetierhalter in Deutschland auf ganzer Linie entlastet werden – von der Vorsorge bis zur Schadensregulierung. Deshalb habe ich mich in Brüssel dafür eingesetzt, daß die dabei entstehenden Kosten den Schäfern und Weidetierhaltern vollständig erstattet werden. Das hilft Schäfern, Landwirten, dem Grünland in Deutschland – und letztlich auch den Wölfen.“

Die Entscheidung der EU-Kommission ist nach intensiven Bemühungen Deutschlands gefallen. Unter Leitung von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth fanden in den letzten Monaten mehrere Besprechungen von Delegationen von Bundesregierung und Ländern mit der EU-Kommission in Brüssel statt, um eindringlich dafür zu werben, daß Weidetierhalter zusätzliche Kosten infolge der Rückkehr des Wolfes in Deutschland vollständig erstattet bekommen dürfen.

Von der jetzigen Entscheidung der Kommission noch nicht erfaßt sind weitere indirekte Vorsorgekosten der Landwirte – etwa für den zusätzlichen Arbeitsaufwand, der mit dem Aufstellen von Zäunen verbunden ist. Hier wird der Bund weiter darauf drängen, auch für diese Aufwendungen die vollständigen Kosten erstatten zu können.

Soweit die Pressemeldung vom 08.11.2018 .

Ist das nicht Entschädigung für die Weidetierhalter genug, daß sie jetzt die endlich auch nach Deutschland eingewanderten Wolfe – wie bereits vor 150 Jahren – ein erneutes Mal ausrotten wollen? Denn das geschieht, wenn Sie, Frau Ministerin, das durchsetzen, was die weiter untenstehende TLZ-Zeitungsmeldung vom 04.03.2019 suggeriert , was jedoch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung keineswegs mitmacht! Dazu sollten Sie wissen, daß es nicht die Wölfe sind, die weg müßten, sondern die abscheulichen Jäger, die in ganz Deutschland sämtliches Wild beunruhigen und töten!

Genau daran sollten Sie denken, wenn es gilt etwas abzuschaffen! „Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muß man sie auch abschießen dürfen“, sagten Sie der „Bild am Sonntag“. Das wollen Sie mit einer „Lex Wolf“ klarstellen – doch das können keinesfalls Tötungsargumente gegen den Wolf sein!

Nach der geplanten Gesetzesänderung solle ein Wolf künftig bereits geschossen werden dürfen, wenn er „ernste landwirtschaftliche Schäden“ verursache. Wir haben uns den Wolf einst in unser Haus geholt, um ihn zu domestizieren – wollen wir ihn jetzt partout zum Satan machen? Bislang war von „erheblichem Schaden“ die Rede – der werde laut dem Bericht von den Gerichten erst bei einer Bedrohung der Existenz von Nutztierhaltern gesehen. Die gibt es aufgrund nach der Presseveröffentlichung vom 08.11.2018 jedoch nicht mehr!

Harald von Fehr – Tierschutzunion Deutschland