Das Wort zum Sonntag

A n k l a g e :

Ich klage das größte, das schwärzeste und ungeheuerlichste Verbrechen der gesamten Menschheitsgeschichte an.

Ich klage den exzessiven, täglichen, globalen Massenmord an der gesamten Tierwelt an, die Versklavung und Entrechtung der gesamten nichtmenschlichen Kreaturen, die Folterung und Ausbeutung unserer Mitwesen, die Vernichtung und den Genozid ganzer Gattungen und Arten, ich klage den Mord an jährlich mehr als 50 Milliarden Lebewesen für den menschlichen Konsum an.

Ich klage an, dass die Menschheit, die als einzige Spezies die moralische Wahl gehabt hätte, den Naturkreislauf von „Fressen und Gefressenwerden“ zu durchbrechen, diesen Kreislauf in einem weltweiten Todeskarussell beschleunigt und ausgebaut hat.

Ich klage an, dass Ehrfurcht vor jedwedem Leben nicht in das Bewusstsein der Menschen gedrungen ist, dass man dem Tier grundsätzliche Rechte verweigert und das Wohlergehen der Menschengattung den Blick für das Leiden aller übrigen Kreatur verstellt hat. Die Endzeit für Tiere hat begonnen, die Tierwelt steht vor der völligen Versklavung oder Ausrottung. Diese Menschheit, die ihr eigenes Wachstum bis heute nicht ächtet, die Erde mit einer ins grenzenlos wachsenden Menschenschicht überzieht, unter der das Leben aller Geschöpfe des Planeten Erde erstickt, hat jeden ethischen Anspruch verwirkt. Ein absurder Größenwahn verweigert der Tierheit ein Recht auf Entfaltung und Lebensraum und es ist „keine plumpe Anklage, wenn man behauptet, dass die meisten Menschen außerstande sind, sich einer Gewissensprüfung zu unterziehen“ (H. H. Jahnn)

Ich klage die Kirchen an, die monotheistischen Kulte, die mit ihrem Gotteswahn und der daraus seit Jahrtausenden resultierenden Glaubenspest den Menschen zu einem Ebenbild ihres imaginären Gottes stilisiert haben, die in der religiösen Werteskala die Tierwelt weit unter die Menschenwelt gestellt hat, die sich ein ewiges Leben erhoffen und gleichzeitig den Tieren eine Seele absprechen, diese Mysterienreligionen klage ich der ethischen Niederträchtigkeit an.

Ich klage sie ferner der infamste Lüge und Unredlichkeit an, Feldzüge für ungeborenes menschliches Leben zu führen, aber bereits geborenes tierisches und sogar auch menschliches Leben der Vernichtung preiszugeben. Sie haben die Tierwelt zum Produktionsfaktor degradiert und sanktionieren in Blutandachten, den Hubertusmessen, den millionenfachen Mord an Wildtieren.

Kirchen, die Vernunft durch „Glaubenswahrheiten“ ersetzen und die dann aufgrund ihrer Glaubenshalluzinationen die Schächtung von Tieren fordern, um ihren blutrünstigen Gott zufrieden zu stellen, sind moralisch und intellektuell diskreditiert.

Kirchen, die in ihrem Kathechismus die Tierwelt ausklammern und von „nicht-personalen Kreaturen“ reden, haben sich ethisch in die Steinzeit zurückversetzt. Christliche Kirchen, die letztmalig am 4.10.1993 ein gemeinsames Papier „Die Verantwortung des Menschen für das Tier“ vorgelegt haben und seitdem zum Tiermord schweigen, haben selbst die Schöpfung, von deren Bewahrung sie täglich lügen, erbärmlich verraten und im Stich gelassen! Es ist dies keine Schande der Kirchen, nein, es ist das größte Verbrechen in ihrer blutigen Geschichte!

Ich klage Gesetzgeber, Politiker, Parteien samt zugehöriger Verwaltungen und Behörden an, die absurden moralischen Wertvorstellungen des Monotheismus aus Gewohnheit und zur eigenen Machterhaltung in Gesetze und Verordnungen umzusetzen. Sie ergehen sich in sophistische Diskussionen über Ethik und verteidigen doppelzüngig die Entrechtung der Tierwelt. Die gesamte Natur wird der Menschenwelt untergeordnet und die Tierwelt in ihrer Daseinsberechtigung ausschließlich nach dem wirtschaftlichen Nutzen eingeordnet.

Ich klage diese Verantwortlichen an, die Ehrfurcht vor tierischem Leben in den wirtschaftlichen Dreck getreten haben und Lebenswürde nur der Menschheit zubilligen. Alle Rechte auf Dasein und Entfaltung, auf Frieden und Leben in eigenen sozialen Strukturen werden hingegen der tierischen Kreatur versagt oder beschnitten. Ohne Unrechtsbewusstsein wird in Form geistiger Umweltverschmutzung die Lüge vom tierfreundlichen Staat aufrechterhalten und von der Justiz gerechtfertigt. Aber was hat die Justiz nicht alles gerechtfertigt im Lauf der Geschichte?

Gleichzeitig aber steigen die Tierversuchszahlen, Massentierstallungen werden aus dem Boden gestampft und betäubungsloses Schächten aus Gründen der „Religionsfreiheit” toleriert. Mögen doch alle diese kaltblütigen, unbarmherzigen, am Gesamtwohl aller Lebewesen desinteressierten Menschen ein vergleichbares Los erleiden, das sie der Tierwelt erbarmungslos auferlegen!

Staat nenne ich‘s, wo alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord aller – ‚das Leben‘ heißt. Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern übereinander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe. Hin zum Throne wollen sie alle: ihr Wahnsinn ist es – als ob das Glück auf dem Throne säße! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron – und oft auch der Thron auf dem Schlamme.“

(Friedrich Nietzsche: Die Reden Zarathustras)

Ich klage alle Menschen und Wirtschaftsunternehmen an, die ihren Lebensunterhalt mit Tierausbeutung, Tierqual und Tiermord verdienen. Ich klage insbesondere die Landwirte der Massentierhaltung, die Pelztierzüchter, die Hühnerbarone, die Tiertransportfahrer, die Schlächter in den Fleischfabriken und die Wissenschaftler in den Versuchslaboren an.

Ich klage die Bauern an, die rücksichtslos Kleinlebewesen und Mikroorganismen durch den massiven Einsatz von Pestiziden vernichten und alle Konsumenten, die diese Verbrechen mit ihrer täglichen Kaufentscheidung kritiklos fördern.

Ich klage sie auch an, aus persönlichem Profit über Leben und Wohlergehen von beseelten Wesen größtes Leid zu bringen, sie des einmaligen Lebens sowie der Freiheit als auch aller sozialer Strukturen zu berauben, sie zur Ware zu degradieren und jegliche Achtung und Ehrfurcht vor nichtmenschlichem Leben verloren zu haben.

Ich klage die Konsumenten an, in Unbarmherzigkeit und Erbarmungslosigkeit zu verharren, sich hinter der Maske des Nichtwissens zu verstecken und auf den Gaumenkitzel von Fleischprodukten nicht zu verzichten. Ihre anthropozentrische Denkweise begründet die Blutspur der unschuldigen, unbeweinten Kreatur, ihr Verhalten ist jenseits jeglicher Moral und Ethik, ihr Verhalten hinterlässt künftigen Generationen ein ökologisches Chaos!

Ich klage alle Vernichter von Leben an, die ohne die moralische Rechtfertigung einer Überlebensnotwendigkeit wildlebende Tiere aus Freizeitvergnügen, Spaß, gesellschaftlicher Reputation, kurz gesagt, aus niederen Tötungsinstinkten heraus ermorden, die unter vorgeschobenen ökologischen Interessen mit hochtechnisierter Jagd Regeln des Tierschutzes, der Fairness, des ethischen Anstandes unbeachtet lassen.

Es sind Menschen, die offenbar aus einer Fülle von egoistischen, materiellen und anthropozentrischen Bedürfnisfacetten heraus handeln, Menschen, die sich nicht einmal scheuen, zur Befriedigung ihrer Tötungsgelüste im Ausland artengeschützte Wildtiere zu ermorden.

Ich klage alle Tiervernichter an, jegliche Achtung, Demut und Ehrfurcht vor dem nichtmenschlichen Leben auf dem Altar ihrer Tötungsinstinkte, Wirtschaftsinteressen und niederen Machtgelüste zu opfern.

Ich klage sie der ethischen und moralischen Aufgabe und Vernichtung aller Werte an, welche die Menschheitsgeschichte als große Ideale hervorgebracht hat. Der Fluch der unschuldigen Mordopfer liegt auf diesen geistigen Eckenstehern der Ethik, auf der incorrigiblen Erbarmungslosigkeit und Grausamkeit der menschlichen Spezies!

Fünf Wahrheiten über Menschen – und Tierrechte

Aus dem aktuellen Newsletter von pro-iure-animalis :

Fünf nachdenkenswerte Wahrheiten über Menschen – und Tierrechte !

Der Anspruch des Menschen ist absurd. Nicht nur die Menschheit, auch die Tierheit hat ein Recht auf Lebensmöglichkeit. Es ist einfach nicht wahr, dass die Menschheit sich ungezügelt noch weiter vermehren dürfte. Ihre Zahl ist bereits zu groß. … Die Zahl vermehrt die Not, die seelische Qual, die physischen Schmerzen.

(Hans Henny Jahnn, Weihnachtsappell 1956)


Dagegen sehe man die himmelschreiende Ruchlosigkeit, mit welcher unser Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet oder verstümmelt oder martert und selbst die von ihnen, welche unmittelbar seine Ernährer sind, seine Pferde, im Alter auf das Äußerste anstrengt, um das letzte Mark aus ihren armen Knochen zu arbeiten, bis sie unter seinen Streichen erliegen. Das sind die Folgen jener Installations-Scene im Garten des Paradieses. Denn dem Pöbel ist nur durch Gewalt oder durch Religion beizukommen: hier aber lässt das Christentum uns schmählich im Stich.

(Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena II, Über Religion)


Wer sich heute Philanthrop, Menschenfreund, nennt, zeigt damit, dass seine Wahrnehmung erhebliche Defizite aufweist, deren er sich entweder nicht bewusst ist oder die er selbstschützend ignoriert. Es ist schlechterdings unmöglich, die Überschwemmung des Erdballs mit der ätzenden Säure der Menschenflut zu negieren, eine Flut, die täglich um 200.000 Wesen anschwillt.

Es ist schlechterdings unmöglich, den ästhetischen Alptraum, den diese Flut in den Großstädten als menschliches Strandgut auf die Straßen spült, zu übersehen. Es ist schlechterdings unmöglich, das Ansteigen der allgemeinen Imbezillität und das Absinken des kulturellen Niveaus in der Masse zu ignorieren. Wer darüberhinaus noch alle Religionskriege samt religiöser Wahnideen, Tiermassakern, Umweltvermüllung, Artensterben, Grausamkeiten, Manipulationen und staatliche Defizite bis hin zu Verbrechen sowie die Zementierung der Welt und die menschliche Vermassung ausblenden kann, darf sich gerne weiterhin Menschenfreund nennen und in seiner ignoranten Welt verharren. Der Rest aber muss sich mit dem Status des Beobachters eines endgültigen Untergangs zufrieden geben und auf das baldige Fallen des Vorhangs hoffen, denn comedia finita est!

(aus: Dr. Gunter Bleibohm: WIDERREDE II)


Für Menschen ist der grundlegende Schutz der individuellen Existenz nahezu weltweit in den Menschenrechten und Gesetzen verankert, für Tiere hingegen nirgends, ausser in mehr oder weniger schwachen Tierschutzgesetzen, die sich grundsätzlich immer der ökonomischen Notwendigkeit, nicht aber der Ethik unterordnen. Der Tierwelt, den Mitlebewesen, gesteht die Spezies „Mensch“ genau das nicht zu, was die kulturelle Entwicklung für die Menschheit als höchstes Gut hervorgebracht hat.

Nur auf Grund einer willkürlich herausgegriffenen Wesenskomponente, nämlich der partiellen Denk- und Vernunftfähigkeit menschlicher Wesen, der daraus erlangten absoluten Macht über die Tierwelt und ihrer Wehrlosigkeit, gelangen alle nicht-menschlichen Mitlebewesen in den Strudel ökonomischer Nutzenbetrachtung und beliebiger Verfügbarkeit durch die Menschheit. Das absolut höchste Gut der Einzigartigkeit und der Unwiederbringlichkeit der individuellen Existenz wird, wenn überhaupt, mit philosophisch-politisch-religiösen Argumenten auf Grund einer je nach Lebensform anders strukturierten Denkfähigkeit der Tierwelt verwehrt.

Es kommt aber am Wenigsten bei der Betrachtung der Fähigkeiten eines Lebewesens darauf an, ob Tiere die gleiche Intelligenz des Menschen haben, sondern einzig, ob sie die gleiche Leidensfähigkeit haben. Dieser Kernsatz der Tierrechtstheorie, der das Tierindividuum aus menschlicher Denkweise, aus einem humanen Wertegefüge und darauf aufbauenden ethischen Vorstellungen beschreibt, ist somit nur eine Teilmenge der übergeordneten Einmaligkeits- und Unwiederbringlichkeitspostulate.

Erst wenn ethisch-moralische Grundsätze diese Postulate in verbindliche Handlungsmaxime für jegliche Lebensform wandeln, gelangen wir zu einer absoluten Unverletzlichkeit, zu einer wirklichen Heiligkeit bestehenden Lebens. Frühestens dann hätte die Menschheit den ersten Schritt zur ethisch-moralschen Höherentwicklung gemacht, einen Schritt, auf den die gesamte Tierwelt und eine verschwindende Minderheit von Menschen bis zum endgültigen Weltenende vergeblich warten werden.

(aus: Gunter Bleibohm: WIDERREDE II, S. 34)


Menschenrecht und Menschenwürde sind nebulöse, spukhafte Gebilde, die ihren Ursprung nicht verleugnen können. Sie sind ein Höllenextrakt aus der Alchimistenküche des Humanismus, ein magisches Elixier, das in Maßen genossen heilsam wirken kann, übermäßig dosiert hingegen tödlich wirkt. Es ist eine Ideologie, welche die Überheblichkeit religiöser Weltbilder, nämlich die der menschlichen Sonderstellung in der Welt, in das profane Tagesgeschehen transformiert. Zu den tragenden Säulen heutiger Weltsicht wurde Speziesismus und Anthropozentrismus auserkoren, beides Denkmuster, welche die höchste Lebensverachtung der nicht-menschlichen Welt gegenüber durchgesetzt und manifestiert haben.

Allein durch die Wortwahl Menschenrecht, Menschenwürde wird die Kluft zu anderen Lebensformen unüberbrückbar aufgerissen, Recht und Würde stillschweigend exklusiv für den Menschen reserviert und nicht-menschlichen Lebensformen kaum zugestanden oder gar völlig abgesprochen. Alle Träger menschlicher Gene – unabhängig von ihren Denk- und Verhaltensweisen – genießen demgegenüber den Schutzstatus von Menschenrecht und Menschenwürde, durch welchen sie in der Wertescala aller Lebewesen nachweislich immer im Rang höher stehen als alle Leiden, welche die Menschheit andersartigen Wesen und der Biosphäre insgesamt zufügt.

Tierversuche sind nur eins der üblen Resultate aus dieser künstlich erzeugten Kluft der Rechte, sind das Ergebnis aus dem gezielten Missbrauch des Begriffes Würde. Menschenrecht und Menschenwürde sind zu Markenzeichen eines international streng geschützten Gutes mutiert, welches für das reibungslose Funktionieren der humanoiden Naturvernichtungsmaschinerie unverzichtbar ist. Die Maschinerie bezieht ihre Energie aus den Großkraftwerken von Wirtschaft, Presse, Religion und Politik, die Energie selbst wird jedoch gefördert in den tiefen, dunklen Stollen der Gedankenbergwerke menschlicher Dummheit.

(aus: Gunter Bleibohm: WIDERREDE I, S. 135)

Wort zum Sonntag


Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war misslungen. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag und in der Nacht zum siebten Tag floh er heimlich wieder ins Nichts, von wo er vor einer Woche aus Langeweile aufgebrochen war. Seinen Murks überliess er aber sich selbst.


Nicht zu glauben, was man weiß, ist die höchste Form der Truthahnillusion – Beruhigung durch Verdrängung.


Im Missgeschick unserer Feinde ist immer etwas, das wir seit eh und je gewusst und vorausgesehen haben. Unsere Klugheit erfüllt uns mit Stolz und Zufriedenheit.


Es existiert tatsächlich, das ewige Leben. Es gibt es nämlich genau solange, wie der Kopf, der daran glaubt, lebt und denkt. Im Moment seines Todes aber wandelt sich das gewünschte und erwartete ewige Leben in die Tatsächlichkeit des ewigen Todes.

Die kurze Lüge vom ewigen Leben wird dann schlagartig ersetzt durch die reale Wahrheit vom ewigen Tod mit der Folge, dass sowohl die Lügner als auch die Betrogenen nicht mehr erfahren, dass sie zu Lebzeiten mit Vorsatz betrogen haben bzw. wegen Geistlosigkeit belogen worden sind. Das ganze Phänomen nennt man Theologie.


Sie sind wie kleine Hunde, die sich auf der Straße um einen Knochen balgen und dabei übersehen, dass sie in Kürze von einem großen LKW überrollt werden.


In einem Gespräch zieht der Hohlkopf den Weisen immer auf sein Niveau herab, denn der Verständige muss sich dem Stumpfkopf verähnlichen, um mit ihm überhaupt kommunizieren zu können. Der umgekehrte Fall, dass sich der Dumme dem Denker verähnlicht, ist grundsätzlich ausgeschlossen.