Vogelmord auf Zypern

Alexander Heyd
vom „Komitee gegen den Vogelmord e.V.“ über den Vogelmord auf Zypern

Liebe Natur- und Tierfreunde,

das Ergebnis unseres jetzt abgeschlossenen Vogelschutzcamps auf Zypern ist schockierend: Innerhalb von einem Monat haben wir 178 aktive Fangstellen gefunden und zusammen mit der Polizei 517 Netze und 648 Leimruten abgebaut. 16 Wilderer wurden inflagranti erwischt, 631 Vögel konnten lebend aus Fallen und Netzen befreit werden. Die Zahl der Netze ist wirklich extrem hoch – innerhalb von 15 Jahren (nämlich seit unserer ersten Aktion auf Zypern im Jahr 2001 bis zum Dezember 2016) hatten wir insgesamt 952 Netze auf der Insel gefunden. Dass wir nun in nur einem Monat über 500 Netze abbauen konnten, zeigt, wie dramatisch die Lage in dem EU-Land ist.

Hier eine Übersicht über die Ergebnisse der Einsätze auf Zypern seit 2001

Und ein neuerlicher Tiefpunkt für den Zugvogelschutz auf Zypern steht uns unmittelbar bevor:  Dem Parlament liegt ein Gesetzentwurf vor, der in den nächsten Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit beschlossen werden wird. Demnach kommen Vogelfänger künftig nicht mehr vor Gericht, sondern erhalten einen Strafzettel. Für bis zu 72 Leimruten müssen die Wilderer dann 200 € zahlen, das entspricht 2,77 € pro Falle! Für jede weitere Leimrute 10 Euro zusätzlich. Ein Netz kostet sie 500 Euro. Bis zu 50 geschützte Vögel darf man straffrei besitzen. Wer mehr tote Grasmücken oder Nachtigallen in der Tiefkühltruhe liegen hat, zahlt 10 Euro pro Vogel. Mit anderen Worten: Der Vogelfang wird weiter bagatellisiert.

Wir hatten vor wenigen Tagen ein Gespräch mit Vertretern der EU-Kommission, die von uns über alle aktuellen Entwicklungen informiert wurden. Wir spekulieren darauf, dass Brüssel die Gesetzesänderung zum Anlass nimmt, Zypern vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen. Die Vorzeichen dafür stehen gut.

Bis dahin planen wir schon einmal unseren nächsten Einsatz auf Zypern: Bereits in einem Monat beginnt unser großes Frühlingscamp, das wir wieder zusammen mit der Stiftung Pro Artenvielfalt durchführen werden. Und für den Herbst planen wir den größten Komitee-Einsatz, den wir je auf Zypern durchgeführt haben. Klein beigeben werden wir nicht – versprochen!

Beste Grüße
Alexander Heyd
(Geschäftsführer/Managing Director)

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Erschütternde Fakten über millionenfachen Vogelmord

Von Lutz Reißland

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Bekannte !

Voriges Jahr wurde im Fernsehen ein Beitrag von den Naturfilmern Dr. Holger Schulz und Jens-Uwe Heinz, (http://tierfilm.wordpress.com/about/,  http://festival.natur-vision.de/de/filmprogramm/v.html) gezeigt, in dem der Zugvogelmord in Ägypten dokumentiert wurde. Dieser Beitrag löste einen weltweiten Protest aus, auf politischer Ebene wurde darüber verhandelt, zahlreiche Protestaktionen, sowie Unterschriftensammlungen gingen an die Regierenden in Ägypten. Vor wenigen Wochen besuchten die beiden Tierfilmer wieder dieses Land um zu schauen, ob es (positive ?) Veränderungen gab. Das Gegenteil war der Fall.

Im Rahmen eines Symposiums und Podiumsdiskussion zur Vogeljagd in Europa und in Nordafrika auf der Jahrestagung der DO-G an der Universität in Bielefeld stellten Sie ihre  Beobachtungen vor. Die ganze Situation hat sich noch dramatisch verschlimmert !

Die 700 km lange Netzwand besteht immer noch, weitere Netzwände kamen dazu und auch im Nildelta entlang des Nils gibt es Fangschneisen. Eine organisierte Mafia fängt die Vögel in Massen, es gibt Logistik für den Aufkauf, Abtransport, Lagerung, Vermarktung etc. Hinzu kommen noch unzählige Kleinbauern, die mit Netzen über den Bäumen die Vögel fangen.

Die beiden Tierfilmer erzählten z.B. von über 80 toten Wendehälsen in einer Kiste, hunderten toten Pirolen, tausenden toten Wachteln, Steinschmätzern, und anderen Vögeln. Nach dem Fang werden den Vögeln lebend die Flügel gebrochen oder die Schwungfedern herausgezogen, damit sie länger frisch bleiben und  nicht mehr wegfliegen können. Bis zu Ihrem tragischen Ende müssen sie also noch dies und andere Folterqualen über sich ergehen lassen. Ein Mensch, der so mit Tieren umgeht, ist kein Mensch mehr, sondern ein Monster!

Man schätzt allein in Ägypten die Zahl auf 140 Millionen gefangener Vögel im Jahr ! Und das ist nicht nur in Ägypten so, auch die anderen Anrainerstaaten fangen und schießen in Mengen die paläarktischen Zugvögel ab. Ähnliche Verhältnisse findet man z.B. auch in Ländern der EU, wie Frankreich, Spanien, Italien, Albanien, Griechenland, Zypern oder Malta. In Frankreich werden z.B. jährlich geschätzte 25% der dort durchziehenden Kiebitze oder die seltenen Ortolane sowie viele andere Vögel gefangen oder geschossen.  Ähnliches passiert leider auch in vielen anderen Ländern auf der Erde, besonders die Länder in Südostasien sind dafür berüchtigt. Jedes Jahr weltweit milliardenfacher Tod von Vögeln und anderen Wirbeltieren, die Listen des Grauens sind endlos!

Nicht nur, dass die Tiere unter Nahrungsmangel und Habitatverlust leiden, in unseren von der Spezies Homo sapiens technisch völlig überprägten Landschaften z.B. an Straßen, Fensterscheiben, Energiemasten, Windrädern etc. zu Tote kommen, nein sie werden auch noch massiv bejagt, keine Population kann solche Ausblutungen kompensieren.

So kann und darf es nicht weitergehen !!!

Hinzu kommt ein weiterer Fakt, ein wichtiger ethischer Aspekt: Niemand hat das Recht, Tiere, wie diese Zugvögel einfach aus der Natur zu entnehmen und diese nach Gutdünken zu behandeln oder zu verwerten. Tiere sind nichts nachgeordnetes, mit denen der Mensch verfahren kann, wie er will !

Betrachten wir doch einmal die Rolle des Menschen in dem System Erde. Wir alle sind gleichberechtigte natürliche Arten, eine anmaßende Vormachtstellung der Spezies Homo sapiens die dieses Fangen und Töten rechtfertigen könnte, ist durch nichts zu begründen. Die moderne Wissenschaft lehrt uns, dass es zwischen den menschlichen und nicht-menschlichen Tieren – die Definition moderner Philosophen – keine prinzipiellen sondern nur graduelle Unterschiede gibt.  Neuste wissenschaftliche Forschungen belegen dies.

Alles, was der Mensch meint, ihn unter allen Lebewesen einzigartig zu machen, finden wir auch in der einen oder anderen Form im Tierreich wieder.  Z.B. sind Freude, Trauer Empathie oder kognitives Denken keine nur menschliche Eigenschaft sondern auch im Tierreich zu finden.  Nur weil wir vieles über die Tiere noch nicht wissen heißt das noch lange nicht, dass Tiere dümmer oder schlechter sind als wir. Im Gegenteil, die meisten Tiere verfügen über Fähigkeiten, zu den der Mensch niemals imstande wäre. Insofern ist unser Verhalten den Tieren gegenüber wie oben geschildert  kein Kavaliersdelikt sondern ein ein schweres Verbrechen !!! Tiere sind neben uns Menschen gleichberechtigte Lebensformen auf unserer Erde!

Dieser von Menschen gedanken- und rücksichtslos betriebene  Genozid an natürlichen Arten findet seine Gleichnisse nur in den Gräueltaten der Nazis gegenüber den Juden im Dritten Reich und ähnlichen finsteren Ereignissen in der Geschichte und Gegenwart ! In den o.g. Beispielen haben sich anthropozentrische, speziesistische und z.T. sadistische Vertreter der Spezies Homo sapiens in Mordkollektiven versammelt, in denen sie schon fast orgiastisch das töten, was Ihnen gar nicht gehört, nicht aus einer Not heraus sondern an der Lust zu töten und um damit Geld zu verdienen!

Diese Menschen sind keine Jäger im herkömmlichen Sinne, sie fangen und töten mit unfairen Methoden diese Tiere.  Der Spruch: „Vor Gott sind alle Menschen gleich“ muss, wenn schon ein fiktiver Gott ins Spiel gebracht wird, richtig heißen: „Vor Gott sind alle Arten gleich“! Der Mensch hat sich in den letzten Jahrhunderten, um vor sich und seinen Schandtaten zu bestehen, ein komplexes Netz an Halbwahrheiten und Lügen aufgebaut, um sich selbst einzureden, das alles, was er tut richtig ist und einen „vernünftigen“ Grund hat. Nichts davon ist wahr! Was macht der Mensch, welche Rolle erfüllt er im Ökosystem Erde?

Neben den „normalen“ Vorgängen Essen, Trinken, emittieren von Treibhausgasen, feste und flüssige Ausscheidungen etc., verbrauchen wir mehr, als uns zusteht und wir eigentlich brauchen, wir verbauen den Planeten mit unseren Häusern und unserer Infrastruktur, plündern den Planeten, graben ihn aus der Suche nach Rohstoffen wie Gold, Diamanten etc. um, nur um unser Geltungsbedürfnis zu befriedigen, leben z.T. im Luxus, wir zerstören Lebensräume, rotten Arten aus, vergiften die Biosphäre, belasten die Luft und die Meere mit CO2 und anderen Klimagasen, wir morden und zerstören, die Liste der menschlichen Schandtaten ist lang! Kein Tier macht so etwas, Tiere nehmen nur soviel, wie sie zu tatsächlichen Leben brauchen und erfüllen mit ihren Dasein eine wichtige Rolle im gesamten Ökosystem. Im Gesamtsystem Erde schlägt aber der Mensch durch seine Anzahl und sein Tun von allen Arten am negativsten zu Buche! Vor diesem Hintergrund ist jeder einzelne Vogel,  der da gefangen wird, für das Ökosystem Erde wertvoller als einer und erst recht als 1000 von denen, die sie umbringen, wertvoller als wir, die diesem Treiben tatenlos zusehen!

Wir wollen das nur nicht anerkennen, halten uns für die Wichtigsten. Aber diese Auffassung wird uns in einen Abgrund stürzen.

Besser für alle wäre wenn der Mensch, der ja von sich behauptet das klügste Lebewesen auf unseren Planeten zu sein, erkennen würde was seine wirkliche Stellung im System Erde ist und sich selbst begrenzen, nur das verbrauchen was er wirklich zum Leben braucht. Aber die 7 Todsünden (http://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnde) die schon seit Jahrtausenden bekannt sind,  hindern uns daran. Während die Menschheit die technische Weiterentwicklung unaufhaltsam vorantreibt, macht sie ethisch und moralisch eine Rückwärtsrolle nach der anderen. In dieser Beziehung haben wir einen Entwicklungsstand wie in der Altsteinzeit ! Der Unterschied zu heute ist aber der, dass es zu dieser Zeit weniger als ein Tausendstel im Vergleich zur heutigen Bevölkerung an Menschen gab, dafür aber ca. 1000 mal mehr Vögel als heute.

Wer aus solch niederen Beweggründen heraus ohne Not hochentwickelte Arten wie die Vögel, die es schon seit 170 Millionen Jahre länger auf der Erde gibt als den Menschen, ist als ethisch-moralisch und geistig verkümmert zu betrachten und eine Allgemeingefahr für alles Leben auf der Erde.  In meinen Augen sind das deshalb keine Menschen wie die meisten von uns, das sind feige Mörder, als solche müssen sie benannt und behandelt werden !

Sie schaffen unsägliches Tierleid, sie töten nicht nur diese Tiere, sie nehmen uns weg, was alle noch brauchen, die Artenvielfalt. Aus diesen Gründen heraus ist sofortiges und umfassendes HANDELN aller Politiker und sonstigen Entscheidungsträger in allen Ländern der EU unbedingt erforderlich. Niemand kann und darf sich dieser Verantwortung entziehen, selbst  wer schweigt, macht sich mitschuldig !  Ich fordere hiermit alle Politiker in allen EU-Ländern parteiübergreifend auf, sich diesem Morden entgegenzustellen, nur aus politischem Kalkül heraus Zugeständnisse an solche „Jäger“ oder  diese Länder zu machen, ist nicht nur gefährlich, kontraproduktiv und falsch, jeder Politiker stellt sich damit wie oben schon festgestellt, selbst ins Abseits. In dieser Frage gibt es keine Stimmenthaltung, wer dagegen ist, unternimmt etwas, wer schweigt, schützt die Täter !

Deshalb bitte ich alle, die diese Zeilen jetzt lesen, schließen Sie sich diesen Protest an, gehen Sie an die Entscheidungsträger, an die Politiker, an die Öffentlichkeit, an die Medien ! Dieses unsägliche Töten von Tieren wie in diesem Fall den Zugvögeln muss endlich ein Ende haben, wir können uns es nicht leisten, weiterhin unsere Vogelarten zu verlieren!

Folgende Vorschläge kann ich hierzu unterbreiten:

Politische und wirtschaftliche  Aktivitäten:

  • Protestnoten aller Staaten an die ägyptische und libysche Regierung sowie auch an die anderen Regierungen der Länder, in denen eine ungezügelte Nachstellung und Jagd stattfindet.
  • Einbestellung der Botschafter in die einzelnen Länder, ernsthafte Aussprachen und Übergaben der Protestnoten.
  • Ungehindertes Zugangsrecht von unabhängigen Beobachtern, Journalisten und Umweltschutzverbänden in alle Gebiete zur Überprüfung und Kontrolle, Schutz der Beobachter durch Polizei/Militär.
  • Umsetzen des Verbotes des Fangen, Schießen und Töten von Zugvögeln, Einrichtung einer eigenen Umweltpolizei, die permanent dagegen vorgeht.
  • Verbot von Netzen, Gewehren und anderen Vogelfanggeräten, Beschlagnahme und Zerstörung aller Fanggeräte, Konfiszierung aller Fahrzeuge, Materialien und Gewehre, die zum Vogelmord und deren weiteren Verarbeitungsstufen benutzt wurden.
  • Strenge Bestrafung der Drahtzieher, Gefängnisstrafen und hohe Geldstrafen.
  • Veröffentlichung der Namen von korrupten Politikern, die das zulassen sowie von den Vogelmördern Händlern etc. Damit meine ich auch Bremser innerhalb der EU!!!
  • Permanente Kontrollen auch von Hehlern, Lagern, Märkten Gaststätten etc.
  • Weltweites Verbot des Verkaufes von Vogelfangnetzen an Privatpersonen, nur zugelassene Institutionen und Forscher für wissenschaftliche Zwecke dürfen diese verwenden.

Werden diese Maßnahmen nicht unverzüglich umgesetzt, dann

  • Aufruf zum Tourismusboykott von Ägypten und anderen Ländern, für die der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist und die ebenfalls sich am Vogelmord beteiligen.
  • Harte Wirtschaftssanktionen, sofortiges Exportverbot für Waffen und
    Hochtechnologie,
  • Einfrieren ägyptischer Konten und sonstigen Kapitals im Ausland,
  • Einreiseverbote für verantwortliche Politiker und Vogelmörder in die EU.

Bildungs- und Aufklärungsarbeit:

  • Überall Bekanntmachung dieses Skandals!
  • Schalten von großen ganzseitigen Anzeigen in den arabischen Tageszeitungen , die über die Wichtigkeit und Bedeutung der Vögel aufklären und deren Fang öder Töten verurteilen.
  • Informationsblätter in allen öffentlichen Einrichtungen, Schulen etc.
  • Unterstützung aller progressiven Kräfte im Lande, die auch gegen den Vogelmord sind.
  • Einrichtung einer speziellen Homepage zum Vogelmord im Mittelmeerraum in allen Sprachen (auch arabisch), in der aufgeklärt wird, alle Aktivitäten genannt und koordiniert werden, die Schuldigen mit Name und Hausnummer veröffentlicht werden etc.

Das was für Ägypten gilt, gilt natürliche auch für alle anderen Länder. Sicher kann man innerhalb der EU nicht die eigenen Leute ausweisen, aber die Mitgliedsstaaten die dagegen nichts unternehmen zu äußerst empfindlichen Geldstrafen verurteilen, das geht.
Weiterer Vortrag bleibt vorbehalten.

Beste Grüße
Lutz Reißland
http://www.natur-projekte.de

Links zu diesen  Ereignissen:

Europas Vogelmordschande

Lieber Tierfreund,
nachfolgend verlinkte Petition von Rita Ebock gegen die qualvolle Haltung von Legehennen in einem sächsischen Betrieb hat noch sehr wenig Unterstützer. Bitte hilf den Tieren und unterzeichne diese Petition. Danke!

Petition E

Europas Vogelmordschande

Der Frühling naht und mit ihm die Zugvögel – wenn sie die gefährliche Reise aus dem Süden überleben. Die europäische Politik schenkt allerdings der illegalen Vogeljagd viel zu wenig Aufmerksamkeit.
 
Rund fünf Milliarden Zugvögel machen sich jedes Jahr auf den Weg nach Süden, um rund ums Mittelmeer oder südlich der Sahara zu überwintern. Mindestens 500 Millionen, vielleicht sogar eine Milliarde davon überleben die Reise nicht, weil sie abgeschossen oder mit Netzen, Leimruten oder Steinschlagfallen gefangen und getötet werden. Die Jäger warten auf sie in Frankreich, auf Malta und Zypern, in den Balkanstaaten, Rumänien, Bulgarien und auch immer noch in Italien. Und wenn sie es über das Mittelmeer geschafft haben, fliegen sie direkt in ägyptische Netze, die sich über hunderte Kilometer direkt an der Küste hinwegziehen. Unter den Opfern befinden sich häufige Arten wie Rotkehlchen oder Mönchsgrasmücken genauso wie seltene Ortolane, Kiebitze oder Greifvögel. Die Tiere enden als Trophäen, im Kochtopf als vermeintliche Delikatesse oder verrotten einfach in der Landschaft, weil sich die Jäger nicht die Mühe machen, sie aufzusammeln.

Allein auf Zypern fielen laut Birdlife Cyprus im letzten Herbst mindestens zwei Millionen Zugvögel der illegalen Jagd zum Opfer. Siehe: „Millionenfaches Vogelmassaker aufgedeckt“
Die Tiere landen als Spezialität namens Ambelopoulia auf dem Teller; ein Gericht aus einem Dutzend Singvögeln kostet etwa 80 Euro. Jäger holten Schätzungen zufolge etwa die Hälfte aller Turteltauben vom Himmel, die letzten Herbst Malta überqueren wollten. In Frankreich sterben jährlich 400.000 Kiebitze durch die Jagd. Und diese Aufzählung ließe sich mit zahlreichen Arten und Staaten fortsetzen.

Und während vielleicht noch in manchen Teilen Albaniens mit den Abschüssen der eigene Kochtopf gefällt wird, handelt es sich im großen Rest Europas um ein Massaker auf industriellem Niveau. Laut einer investigativen Recherche von „Newsweek“ weist die Zugvogeljagd vielerorts mafiaartige Strukturen auf: „Massacre Europes Songbirds“

Gut organisierte Touren bringen beispielsweise italienische Jäger – die im eigenen Land zunehmend eingeschränkt sind – nach Rumänien, Bulgarien oder Serbien. Dort locken sie mit verbotenen Klangattrappen etwa Feldlerchen an, die sie dann mit ebenfalls verbotenen automatischen Waffen massenhaft vom Himmel holen. Die großzügigen rumänischen Jagdquoten für die immer stärker bedrohten Feldlerchen – offiziell 700 000 Tiere, ein Drittel des rumänischen Gesamtbestands – werden dem Bericht zufolge nicht kontrolliert und weit übertroffen. Und unter dem Deckmantel der Feldlerchenjagd erlegen die Jäger alles, was ihnen vor die Flinte kommt.

Ein Großteil der toten Vögel gelangt dann nach Italien, wo sie unter der Hand an Restaurants verkauft werden – obwohl Ausfuhr und Handel zum großen Teil illegal sind. Handelsspannen von bis zu 3000 Prozent begünstigen kriminelle Strukturen und Korruption, ohne die der „Export“ aus Osteuropa nach Italien niemals im industriellen Maßstab möglich wäre. Inzwischen hat sich das Jagdproblem aber vielerorts wohl noch verschärft, wie die ansteigenden Zahlen aus Zypern zeigen.

Laut „Newsweek“ eröffneten italienische Geschäftsleute hunderte auf die Jagd spezialisierte Reisebüros auf Malta und in Zypern – beides Länder, die nicht nur günstige Steuergesetze besitzen, sondern auch ausgesprochen jagdfreundlich sind. Selbst Naturschutzgebiete sind nicht mehr vor der Ballerei sicher, weil Regierungen unter dem Druck der Lobby Gebiete wie das Donaudelta in Rumänien freigeben: Wer nach „Hunting“ und „Danube Delta“ im Internet sucht, erhält Dutzende Treffer mit Angeboten für entsprechende Trips.


Der massenhafte Abschuss ist dabei schon lange nicht mehr nachhaltig: Obwohl Feldlerchen, Turteltauben, Kiebitze, Wachteln, Ortolane oder Moorenten europaweit und teils drastisch im Bestand zurückgehen, werden sie weiterhin erlegt. Fernzieher, die den Winter in Afrika verbringen, gehören mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Vögeln Europas – unter anderem, weil sie rund um das Mittelmeer intensiv abgeschossen werden. Besonders kritisch ist die Frühlingsjagd, wenn die Tiere in die europäischen Brutgebiete zurückfliegen: Im Gegensatz zum Herbst, wenn auch der Nachwuchs unterwegs ist, kehren nun die Überlebenden und damit quasi die qualitative Auslese der Vögel zurück. Abschüsse auf dem Heimweg treffen Bestände bis ins Mark, weil die Zugvögel sterben, ohne Nachkommen produziert zu haben. Europaweit ist diese Jagd verboten – außer in der Heimat des maltesischen EU-Umweltkommissars Karmenu.


Diesem Treiben muss endlich Einhalt geboten werden. Und die Mittel dazu besitzt die Europäische Union schon lange. Die Europäische Vogelschutzrichtlinie verbietet die Jagd mit automatischen Waffen, Lockvögeln, Netzen, Fallen und Klangattrappen
und sie gilt für alle Mitgliedsstaaten. An ihrer Umsetzung hapert es jedoch vielfach: Staaten wie Frankreich oder Malta begründen Ausnahmen für grausame Steinquetschfallen oder die Frühlingsjagd mit traditionellen Werten, Länder wie Rumänien erlassen Jagdquoten, die weit jenseits wissenschaftlich haltbarer Daten sind. Die meisten europäischen Arten dürfen eigentlich nicht erlegt werden, außer Staaten beantragen eine Ausnahmegenehmigung, die von der EU-Kommission zumeist unbeanstandet durchgewinkt wird. Und selbst mehrmalige, offensichtliche Missachtungen durch einzelne Mitgliedsstaaten werden erst nach langen Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof geahndet und das Recht durchgesetzt.
Dabei zeigen Staaten wie Slowenien, dass es anders geht: Das Land hat die Vogelschutzrichtlinie konsequent befolgt und gilt nun als sicherer Hafen für Zugvögel. Selbst Italien kann im eigenen Land Erfolge vorweisen und hat die illegale Vogeljagd stark reduziert – weshalb die Jäger nun mit den aufgedeckten kriminellen Nebenwirkungen auf Osteuropa ausweichen. Es ist an der Zeit, diese Schande europaweit zu beenden.

Unfassbar – Millionenfacher Vogelmord auf Zypern, und die Politik sieht zu!
   
Zypern ist seit 2004 Mitglied in der Europäischen Union. Im Zuge der Beitrittsverhandlungen wurde auch der Kampf gegen die illegale Wilderei vorangetrieben, welche auf dem Inselstaat leider eine langjährige blutige Tradition hat. Seit dem Beitritt zur EU ist es von Seiten Zyperns allerdings wieder still geworden um jegliche Versuche diesen schwarzen Schandfleck der zypriotischen Geschichte auszumerzen.

Tatsächlich vollführt das 900.000-Einwohner-Land in Punkto Wildererbekämpfung stetig einen Schritt zurück – so ist die Situation heute eine wahrlich untragbare: Laut den Behörden wurde alleine im letzten Jahr wieder rund 16 Kilometer Fangnetze auf den Stränden errichtet, dazu mehrere tausend Klebefallen, in Summe um die 50 000, installiert (hierfür werden gerade Ruten mit einem geruch- und farblosen Leim beschmiert und an für die Vögel besonders attraktiven Landeplätzen platziert; die Vögel bleiben darauf kleben und sind ihren Peinigern schutzlos ausgeliefert – die Fangmethode wurde schon in der Steinzeit verwendet, damals mit einem aus den Beeren der Mistel hergestellten Brei, eingedickt mit Birnen- oder Zwetschkensaft, bzw. Honig; heute verwendet man zuallermeist synthetisch hergestellten Kleber).

Die Stiftung Pro Artenvielfalt (www.stiftung-pro-artenvielfalt.org) schreibt dazu: „Jedes Jahr bleiben über 1,2 Millionen Vögel von insgesamt mehr als 40 zum Teil hochgefährdete Arten auf ihnen kleben, hängen dort oft stundenlang kopfüber, bis sie langsam an Erschöpfung elend sterben oder bei ihren Befreiungsversuchen an dem zähen Leim qualvoll ersticken, um dann als sündhaft teure und verbotene Delikatesse in Restaurants oder bei „geschlossenen Gesellschaften“ auf dem Teller zu landen!“

Auf diese Art und Weise sollen rund 4 000 Wilderer am grausamen Morden – im vergangenen Jahr wurden gut 2 Millionen Vögel getötet (Tendenz stark steigend; noch ein Jahr zuvor sprach man von etwa 1,2 Mill.) – ihren Anteil beitragen (zudem sind geschätzte 30 000 Vogeljäger im türkisch dominierten Nordzypern auf der Pirsch, und das bei einer Einwohnerzahl von nur 200.000 Menschen…), und am großen Geschäft noch dazu – werden doch bis zu 80 Euro für ein Dutzend Vögel von der Gastronomie bezahlt! So ist es wenig verwunderlich, dass Schätzungen zufolge rund 15 Millionen Euro durch den illegalen Handel mit Vögeln umgesetzt werden… Die Behörden schauen dem Treiben gelassen zu; Vogelfang ist bestenfalls ein Kavaliersdelikt, und ganz oft agieren die Tiermörder dann auch noch unter dem Wohlwollen der Zuständigkeit, immer vom so unmenschlichen Schutzmantel des „Hochhaltens der Tradition“ gedeckt!

Der Vogelfang ist heute in vielen Ländern Europas verboten. „Zur Wahrung der Tradition“, gestattet aber immer noch Frankreich (dort sind beinahe alle Fangmethoden gesetzlich erlaubt, so auch die besonders barbarischen Schlingen und Steinschlagfallen. Man stelle sich vor, allein in Frankreich und Italien sind auch 2015 wieder über 20 Millionen Vögel offiziell zum Abschuss freigegeben – Quelle: Komitee gegen Vogelmord), Italien, Malta (hat wieder den Einsatz von großen Klappnetzen angekündigt, obwohl sich der Staat bei seinem EU-Beitritt 2004 verpflichtet hatte den Singvogelfang zu verbieten…), Schweden, Spanien und beschämender Weise auch Österreich dieses so grausame Spektakel.

Bitte unterzeichne die nachfolgende Petition, die in wenigen Monaten der Botschaft überreicht und der zypriotischen Regierung übermittelt wird! 

Petition unterzeichnen5