Auf, auf zum fröhlichen Jagen …..

Wenn Maaßen fällt, fällt Seehofer

Von Vera Lengsfeld am 14. September 2018 auf vera-lengsfeld.de

Auf, auf zum fröhlichen Jagen, scheint das Lieblingsmotto der SPD zur Zeit zu sein. Mit dem erlegten Wild möchte sie sich ein letztes Mal bescheinigen, dass sie noch mächtig genug ist, eine Zielperson zu Fall zu bringen. Damit will sie von ihrer eklatanten Schwäche, die sich in einem beispiellosen Sinkflug in der Wählergunst zeigt, ablenken. Die fröhliche Jagd wird sich gegen die Sozialdemokraten wenden, die wieder einmal nicht begriffen haben, dass sie sich vor den Kanzlerinnen-Karren spannen ließen, um durchzusetzen, wozu Merkel nicht in der Lage ist: Hans-Georg Maaßen abzusetzen.

Der Verfassungsschutzpräsident hat der Kanzlerin widersprochen. So etwas nimmt Merkel niemals hin. Falls sich Maaßen dabei auf Innenminister Seehofer verlassen hat, dass der ihn davor schütze, erfolgreich erlegt zu werden, war er schlecht beraten. Horst Drehhofer hat am Ende immer auf den Kurs der Kanzlerin eingeschwenkt. Das einzige, was Maaßen retten kann, wäre Seehofers Erkenntnis, dass er selbst fällt, wenn er Maaßen fallen läßt. Wahrscheinlicher ist, dass er einer Zusicherung der Kanzlerin, dass er bleiben kann, Glauben schenkt, obwohl ihn die Reihe der Abservierten durch die Kanzlerin bekannt sein müsste.

Die politische Klasse bietet ein so erbarmungswürdigen Bild, dass man glatt Mitleid bekommen könnte, wenn sie nicht so viel Schaden anrichten würde. Der Rechtsstaat wird von den Willkommens-Ideologen vor aller Augen zerlegt. Die Medien haben sich bis auf wenige tapfere Restbestände selbst zu Staatsberichterstattern degradiert, die Justiz urteilt immer häufiger nach Gesinnung, statt nach Gesetz, die Altparteien außerhalb der Koalition stützen die Regierung, statt sie zu kontrollieren, die Parlamentarier des Bundestages haben anscheinend völlig vergessen, was ihre Aufgabe ist. Statt der Regierung auf die Finger zu sehen, kämpfen sie gegen die einzige Opposition im Parlament.

Im bunten Deutschland hat die Antifa die Deutungshoheit übernommen. Sie hat es mit einem Video geschafft, Politik und Medien für ihre Desinformationskampagne zu instrumentalisieren. Der Skandal ist so ungeheuerlich, dass unbedingt alle weg müssen, die ihn aufgedeckt haben. Verfassungsschutzpräsident Maaßen ist nur das Bauernopfer in einer beispiellosen Kampagne gegen alle Anderdenkenden in unserem Land.

Der Hass der Politiker auf ihre Wähler ist inzwischen so zügellos, dass sie nicht mehr an sich halten können. Inzwischen werden Andersdenkende z.B. von Johannes Kahrs (SPD) oder Katrin Göring-Eckard als „Arschlöcher“ bezeichnet. Zu so einer Gossensprache hat sich selbst die DDR nicht herabgelassen.

 

Nachrichten alternativer Medien:

Regierung und Altparteien greifen Maaßen an, weil er offen seine Meinung sagt

Wenn Ideologie wichtiger als Vernunft wird, dann verlieren die Politiker ihren Sinn für das Augenmaß. Nach dem Mord von Chemnitz haben die Altparteien eine politische Kampagne losgetreten, die zum Selbstläufer geworden ist. Alles, was nicht ihrer Ideologie folgt, wird als rechtsextremistisch diskreditiert.

Auf die Spitze treiben es die Regierung und die Altparteien im Falle des Verfassungsschutz-Präsidenten Maaßen. Weil er (wie auch die Staatsanwaltschaft Sachsen und der sächsische Ministerpräsident) keine ausreichenden Hinweise erkennt, die auf »Hetzjagden« hindeuten, ist er zum Politikum geworden. SPD, Grüne und Postkommunisten hetzen im verbalen Gleichklang gegen ihn: „Politische Hetzjagd gegen Verfassungsschutzchef Maaßen nimmt zu“

Bei den Grünen und der SPD verlieren nun viele Politiker wegen seines Beharrens auf seine Sichtweise jegliches Maß in der Beurteilung der Situation und fordern gar einen Bruch der großen Koalition, wenn die Union an der Personalie Maaßen festhalte: SPD droht mit Bruch der »Großen Koalition«.

Und Merkel hat mittlerweile genug vom Thema Chemnitz. Sie möchte die Angelegenheit am liebsten schnell unter den Tisch kehren: „Merkel will ein Ende der Diskussionen um die angeblichen Hetzszenen in Chemnitz“

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Die Hetzjagd auf die Wahrheit

Autorin: Vera Lengsfeld am 13. September 2018

Wie sehr Politik und Medien neben der Spur sind, wurde in der Haushaltsdebatte nach der Sommerpause im Deutschen Bundestag deutlich. Der Abgeordnete Martin Schulz wiederholte eine Nummer, die ihm seinerzeit im Europaparlament einen steilen Aufstieg bescherte. Damals stellte er dem italienischen Regierungschef Berlusconi eine Reihe scharfer Fragen zu dessen Regierungspolitik, bis der erwiderte, er würde Schulz für die Rolle eines Kapos in einem KZ-Film vorschlagen, der gerade in Italien gedreht wurde.

Diesmal hielt Schulz nach der Rede des AfD-Fraktionschefs Gauland eine Kurzintervention, indem er Gauland „Faschismus“ vorwarf und meinte, er gehöre auf den „Misthaufen der Geschichte“. Für diesen Rückgriff auf stalinistisches Vokabular erhielt Schulz, der seit seiner kläglich gescheiterten Kanzlerkandidatur nur noch ein Schattendasein führt, endlich wieder einmal stehende Ovationen.

Das war der vorläufige Tiefpunkt der gegenwärtigen politischen Kampagne gegen die Realität. Seit den von Politik und Medien erfundenen „Hetzjagden“ in Chemnitz wird mit allen Mitteln gegen den Einsturz dieses Lügengebäudes gekämpft. Weil Politiker und Journalisten zu tief in den größten Skandal dieses Jahrhunderts verwickelt sind, weigern sie sich einfach, die Tatsachen anzuerkennen. Nach dem unseligen Motto, dass man eine Lüge nur lange genug wiederholen muss, damit sie für die Wahrheit gehalten wird, redet man einfach weiter von „Hetzjagden“, obwohl es die nie gegeben hat. Jeder, der widerspricht, wird in seiner Existenz bedroht.

Sowohl der Sächsische Ministerpräsident Kretschmer wird angegriffen, weil er in seiner Regierungserklärung sagte, dass es weder Hetzjagden noch gar Pogrome in Chemnitz gegeben hat. Im Visier ist vor allem Verfassungsschutzchef Maaßen, weil er aussprach, was jeder seriöse Journalist und jeder Politiker, der diesen Namen verdient, von Anfang an hätte sehen können: Das dubiose Video von Antifa Zeckenbiss ist kein Beweis für die haarsträubenden Anschuldigungen gegen die Chemnitzer. Es ist, wie Maaßen zutreffend formulierte, eine Falschinformation.

Mit dieser Falschinformation, die von einem von der Antifa generierten Twitter-Gewitter über angebliche Verfolgungen braver Migranten durch rechtsextremistische Chemnitzer begleitet wurde, landete die Antifa ihren bisher größten Coup, als Zeit, Spiegel und danach die gesamte Qualitätspresse ihre Desinformationskampagne aufgriff und auch die Kanzlerin sie sich zu eigen machte.

Nachdem sich Merkels Regierungssprecher Seibert und auch die Kanzlerin über angebliche Hetzjagden in Chemnitz verbreitet hatten, war der Antifa-Fake regierungsamtlich bestätigt. Die Nachricht von den unverbesserlichen Dunkeldeutschen ging wie ein Lauffeuer um die Welt.

Niemand konnte sich vorstellen, dass eine Regierungschefin auf Grund ungeprüfter Informationen von Linksextremisten ihr eigenes Volk verunglimpfen würde. Aber genau das war der Fall. Merkel sprach von „Videos“, die das bewiesen. Inzwischen musste das Kanzleramt eingestehen, dass es nur das Zeckenbiss-Video gab.

Wenn wir noch in einer funktionierenden Demokratie lebten, hätten sich weder die Opposition noch die Medien diesen Skandal entgehen lassen. Wir haben aber Nicht-Regierungsparteien, die für die Kanzlerin in die Bresche springen, statt ihre Tätigkeit zu kontrollieren.

Besonders die Grünen, die sich offensichtlich als Regierungspartei im Wartestand sehen, verteidigen Merkel vehement. Nach der SPD kamen die meisten Rücktrittsforderungen für Maaßen von den Grünen. Interessant dabei ist die Frage, ob sie selbst am richtigen Platz sei, die sich Katrin Göring Eckhard von etlichen Ihrer Followern gefallen lassen musste, als sie den Rückzug von Innenminister Seehofer forderte. Werten ihre Mitarbeiter solche Reaktionen aus, oder bleiben sie unbeachtet?

Nachdem durchgesickert war, dass es keine Hetzjagden gab, machten sich die Medien nicht etwa daran herauszufinden, wie es geschehen konnte, dass das Kanzleramt auf Grund ungeprüfter Informationen eine Schmutzkampagne gegen die eigenen Bürger lostrat, sondern sie versuchten „Beweise“zu finden, dass es doch Ausschreitungen gegeben hat.

Der Focus griff auf zwei Syrer zurück, die entsprechende Behauptungen aufstellten. Einer der beiden, Thear Ayoub, ist ein Schauspieler, der in Projekte der Stadt Chemnitz eingebunden ist. Er stellte eine Reihe unbewiesener Behauptungen auf und beschwerte sich, dass es keine Begleitung der Polizei auf seinem Nachhauseweg gegeben habe. Immerhin räumte er großmütig ein, dass ja nicht alle Chemnitzer böse seien. Vor dem verhängnisvollen Sonntag im August, an dem er massenhaft Nazis auf den Straßen gesehen haben will, hat er in einem Video verkündet, dass er sich in Chemnitz sehr wohl fühle.

Der zweite Interviewpartner, der in supermodischer pelzverbrämter Kutte auftrat, wiederholte zweimal die Behauptung, die Nazis seien mit „Schwertern“ auf ihn losgegangen. Er wäre „nur noch gerannt“. Dann kommt ein Satz, der den Video-Machern offensichtlich so gut ins Konzept passte, dass er auch zwei mal wiederholt wurde: Er sei nicht nach Deutschland gekommen, um zu sterben. Natürlich kann man nur rechtsextrem sein, wenn man sich beim Hören die Frage stellt, warum in aller Welt er in einem so tödlichen Land bleibt. Solche „Zeugen“ der Öffentlichkeit zu präsentieren, hat schon etwas Verzweifeltes an sich.

Auf ähnlichem Niveau bewegt sich die das andere Video, in dem die beiden Afghanen, die auf dem Zeckenbiss-Video zu sehen sind, interviewt werden. Es wird aufgemacht mit der reißerischen Behauptung, man hätte sie tot geschlagen, wenn sie nicht weggerannt wären. Aus einem Verfolger, der auf dem Zeckenbiß-Material zu sehen ist, werden hier erst 300, dann 30 „sehr aggressive“ Nazis.

Trotz dieser gefährlichen Übermacht hat der eine Afghane Handyvideos gemacht, die er auch in die Kamera hält. Angeblich sollen das Szenen aus dem Trauermarsch sein, an dessen Rand er und sein Kumpel gestanden haben, als die Zeckenbiss-Aufnahmen gemacht wurden.

Wenn man sich die Aufnahmen genau ansieht, entdeckt man, dass die Körperhaltung der beiden anfangs keine Fluchthaltung, sondern eher als aggressiv zu werten ist. Es sieht so aus, was Augenzeugen auch bestätigen, dass die beiden die Trauermarschteilnehmer provoziert haben. Übrigens tragen die Afghanen Handschuhe, was an einem heißen Tag ungewöhnlich ist. Beim Interview fehlen diese Accessoires. Warum die Handschuhe?

Der mit dem Handy behauptet, es wäre ihm mit einer Bierflasche aus der Hand geschlagen worden. Dem Handy ist aber keinerlei Beschädigung anzusehen, nicht einmal ein Riß. Hätten die Video-Macher nicht einmal an einem alten Handy ausprobieren sollen, was passiert, wenn es mit einer Bierflasche geschlagen wird und anschließend auf die Straße fällt, ehe sie dem Publikum solche Geschichten zumuten? Obwohl sich die Erzählungen der beiden Afghanen anhören, wie die Geschichten aus Tausend und einer Nacht, nur nicht so schön, wollen die Qualitätsjournalisten ihnen aufs Wort glauben, ohne den Wahrheitsgehalt nachzuprüfen. In der DDR nannte man solchen Journalismus klassenbewusst, heute ist das pc.

Man fragt sich auch, warum ein Überfall auf ein jüdisches Restaurant, der am Montag, dem 27. August stattgefunden hat und der erst von der Polizei als Sachbeschädigung eingestuft wurde, Tage später als „Beweis“ für Hetzjagden, die ja am Sonntag, dem 26. stattgefunden haben sollen, medial verwertet wurde. Der Wirt sprach von schwarz Vermummten, die Medien machen, noch ehe die Täter gefasst sind, Rechtsradikale daraus. Die Antwort ist, der Vorfall soll die Aussagen von Verfassungsschutzchef Maaßen entkräften. Was nicht passt, wird passend gemacht. Der Glaubwürdigkeit der Medien tut dieses Vorgehen nicht gut.

Genauso steht es mit dem „Geheimbericht“ der Polizei über hundert Vermummte, die Ausländer zum Jagen gesucht haben sollen. In dem Polizeibericht, der dem Politmagazin „Frontal 21“ vorliegt, soll nun von „Vermummten“ die Rede sein, die „mit Steinen“ bewaffnet „Ausländer suchen“ und schließlich ein jüdisches Restaurant überfallen: „100 vermummte Personen suchen Ausländer“, soll die wortwörtliche Formulierung sein .

Allerdings handelt es sich bei diesem Satz anscheinend nur um eine Information, die der Polizei zuging. Die daraufhin einsetzende Suche nach den vermummten Gewalttätern verlief erfolglos. Das musste Frontal21 eingestehen. Wozu also diese Meldung? Um der Öffentlichkeit zu suggerieren, die Kanzlerin hätte doch irgendwie recht gehabt? Das ist Staatsjournalismus pur. Besonders pikant: Das gesamte bisher bekannte Bildmaterial aus Chemnitz, auf dem Vermummte zu sehen sind, zeigt immer nur linksextreme vermummte Gewalttäter.

Zurück zu der Bundestagsdebatte, in der auch Kanzlerin Merkel ihren Auftritt hatte. Sie könne jeden verstehen, „der darüber empört sei, wenn sich nach Tötungsdelikten einmal mehr herausstellt, dass die Straftäter sind, die schon mehrere Vorstrafen haben, oder Menschen sind, die vollziehbar ausreisepflichtig sind.“ Hier sehe sie „Aufgaben, die zu lösen sind“. Aber bei allem Verständnis, holt die Kanzlerin dann doch wieder das verbale Totschlagargument heraus, dass all dies kein Grund sei für „menschenverachtende Demonstrationen“.

Trauermärsche um getötete Mitbürger sind also menschenverachtend. Mehr Verachtung gegenüber dem Souverän kann kaum gezeigt werden. Mit demokratischem Politikverständnis hat das nichts mehr zu tun. Am selben Tag wurde Verfassungsschutzpräsident Maaßen vom Bundestagsinnenausschuss gehört.

Maaßen begründete seine Aussagen über Chemnitz mit seiner Sorge vor einer Desinformationskampagne. In seinem vierseitigen Bericht an Innenminister Horst Seehofer (CSU) erhebt Maaßen schwere Vorwürfe gegen den Twitter-Nutzer „Antifa Zeckenbiss“. Es sei davon auszugehen, dass dieser das Video, das eine „Hetzjagd“ belegen sollte, vorsätzlich mit der falschen Überschrift „Menschenjagd in Chemnitz“ versehen habe, „um eine bestimmte Wirkung zu erzielen“.

Maaßen sieht keinen Anlass, sich grundsätzlich von seinen Äußerungen zu distanzieren. Nicht er, sondern der Urheber des Videos habe zu belegen, dass damit „„Hetzjagden“ in Chemnitz am 26. August 2018 dokumentiert werden.

Ich bin keine Verfassungsschutz-Freundin, denn ich habe größte Vorbehalte gegen V-Männer des Verfassungsschutzes, die sich laut Bundestagsbeschluss auch „szenetypisch“ verhalten dürfen. Man weiß am Ende nie genau, ob ein Hitlergruß, der von den Medien als Beweis rechtsradikaler Ausfälligkeiten präsentiert wird, tatsächlich echt, oder nur „szenetypisch“ ist.

Aber wo der Verfassungsschutzpräsident Recht hat, hat er Recht und die von Politikern und Medien erhobene Forderung, Antifa Zeckenbiss mehr zu glauben, als dem Verfassungsschutz, ist ein Zeichen dafür, wie weit der Zeitgeist sich vom gesunden Menschenverstand entfernt hat.

Quelle:  vera-lengsfeld.de

 

Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld über die Pleite der Chemnitzer Rock-Veranstaltung „Wir sind mehr!“


Persönliche Anmerkung:

Als ich am Abend des 03. Septembers meinen Fernseher einschaltete, verkündeten mehrere diverse Nachrichtensprecher und Nachrichtensprecherinnen mit stolzgeschwellter Brust, dass sich zum besagten Rock-Konzert über 50.000 Besucher eingefunden hätten und dieses überdeutliche und hoffnungsvolle Signal das Motto der Veranstaltung doch sehr stark bekräftigt hätte, nämlich „Wir sind mehr!“ Schwachsinniger geht es wohl kaum noch, denn was besagen schon 50.000 Punks und Chaoten im Gegensatz zur weit grösseren Mehrheit all derjenigen, denen angesichts der Merkelschen Politik schon längst die Haare zu Berge stehen?

Hier der Bericht von Vera Lengsfeld:

Chemnitz am Tag danach. Der Pulverdampf hat sich verzogen. Der Lärm ist verstummt. Die Partygäste haben sich in alle Winde zerstreut. Der Müll, den sie hinterlassen haben, muss kostenaufwendig beseitigt werden.

Eine kraftvolle Demonstration gegen die angebliche rechte Gewalt, die in Chemnitz ihren Ausdruck in „Hetzjagden“ auf alles, was ausländisch aussieht, gefunden haben soll, war angekündigt. Stattgefunden hat eine Massenparty unter falschem Vorzeichen.

Das ging schon mit der Geschichtsklitterung bei der Eröffnung los. Es sollte eine Gedenkminute für den ermordeten Daniel Hillig sein. Das hörte sich so an:

Lasst uns für einen Moment gemeinsam an Daniel Hillig erinnern, dem sein Leben genommen wurde. Wir alle wollen Leben ohne Angst und ohne Hass. Und deshalb lasst uns auch an die Menschen erinnern, die Opfer von rechter Gewalt und Hass in diesem Land geworden sind. Ich bitte Euch nun, eine Minute zu schweigen für Daniel Hillig.“

Politisch korrekt wurde zu den Tätern kein Wort gesagt, die Daniel Hilligs Leben „genommen“ hatten. Dafür brandete gleich nach dem Beenden der Schweigeminute Beifall auf und „Nazis raus!“ Rufe ertönten. Nur, die „Nazis“ waren nicht die Mörder und wem galt eigentlich der Beifall? Das Partyvolk hat offensichtlich keine Ahnung und wollte sich das Feiern nicht verderben lassen.

Es war ein Gratis-Konzert. Wofür man sonst 50€ Eintritt berappen muss (für Marterias) oder gar 139-149 für zwei Tage K.I.Z., demnächst in Berlin, wurde hier umsonst geboten. Außerdem gab es sogar Gratis-Transporte von der SPD zum Veranstaltungsort, von anderen Sponsoren wohl auch, denn die Busse waren sehr zahlreich.

Nach der Pflicht-Minute ging die Sause richtig los. Eine Riesenmenge wiegte sich im gleichen Takt, brach immer wieder in frenetischen Beifall aus und brüllte sich die Kehlen wund. Pietätvoll war das nicht und was bitte soll dabei die Stärkung der Demokratie sein?

Auf der Bühne, so schrieb ein Beobachter sarkastisch, sonderte der Sänger von den sahnigen Fischen mehr staatstragende Sprechblasen ab, als einem, der Punk sein will, erlaubt sein dürfte. Campino, behauptete, Frieden in die Stadt bringen zu wollen. Er hätte eher Friedhofsruhe sagen sollen, denn das Ganze war vor allem als gewaltige Einschüchterung der andersdenkenden Bürger geplant, die sich erdreisten, die verfehlte Regierungspolitik zu kritisieren.

Immerhin: Erich Honecker hat es nur zum „Oktoberclub“ gebracht und zum „Jahrgang 49“, die brav das Hohelied auf die SED-Politik sangen. Für Merkels Flüchtlings-Desaster ziehen die angeblichen Rebellen Campino und Monchi sogar ihre Oberteile aus, was man in beiden Fällen als Angriff auf die Sehnerven des Publikums ansehen müsste, wenn es das nicht so blind-folgsam mit Begeisterungsstürmen aufgenommen hätte.

Während die Kämpfer für Demokratie, Vielfalt und Gedöns sich auf der Bühne abarbeiteten, versuchten dutzende ihrer Fans immer wieder, zum Gedenkort für Daniel Hillig vorzudringen. Die von den Bands auf den Bühnen viel geschmähte Polizei hatte alle Hände voll zu tun, dessen Zerstörung zu verhindern. Zurück blieben Antifa-Insignien und ein Transparent am Ort der Mordtat: „Refugees welcome“. Eine geschmacklosere Verhöhnung der Opfer ist kaum denkbar.

Noch dazu fand diese Grusel-Show statt, nachdem bekannt wurde, dass die ermittelnde Sächsische Generalstaatsanwaltschaft festgestellt hat, dass es keine Hetzjagden in Chemnitz gab. Nach und nach geben das auch immer mehr Medien zu, wenn auch versteckt, wie die Welt oder per Nachrichtenband, wie bei n-tv.

Es gibt aber noch genügend Qualitätsjournalisten, die nicht von der Legende, der sie aufgesessen sind, ablassen wollen. Dazu gehört Kai Butterweck von n-tv, der es am 3. September, nachdem sein Sender zugegeben hat, dass es keine Hetzjagden gab, noch fertig bringt zu schreiben:

Chemnitz im Spätsommer 2018: Ein schreckliches Verbrechen sorgt für ein neuerliches Beben unter den Füßen von hunderten Hohlbirnen. Schnell werden Springerstiefel geschnürt, schwarz-weiß-rote Flaggen gehisst und die Fäuste geballt. Wieder einmal ziehen trinkfeste Wutbürger und bürgerkriegsgeile Neonazis durch die Straßen der sächsischen Provinz und hinterlassen dabei ein Trümmerfeld aus Blut und Angst.” In diesem Jargon geht es weiter.

Fragt man sich schon nach diesen blutrünstigen Zeilen, ob der Mann noch alle Tassen im Schrank hat, krönt er seine Hetze noch mit der Forderung, Andrea Berg, Helene Fischer und Mark Forster sollten gefälligst in Chemnitz Flagge gegen Rechts zeigen.

In der DDR wurden wir alle aufgefordert: „Sag mir, wo du stehst“ und wer nicht für die demokratischste aller Republiken war, galt als Feind der Arbeiterklasse. Warum haben wir nur gedacht, diese finsteren Zeiten wären mit dem Zusammenbruch des Arbeiter- und Bauernstaates endgültig vorbei? In Merkels Buntland feiert der Bekenntnis-Zwang fröhliche Urstände!

Eines ist aber sicher: Helene Fischer wäre wenigstens ein Augen-und Ohrenschmaus gewesen

Die Fans hätten am 3. September Geschichte geschrieben, jubelte Campino in seinem Dankestweet. Mag sein. Das geballte Staats- und Medienkartell hat eine Riesenparty zustande gebracht. Alternde und junge Punker durften sich im Glanz der Macht sonnen.

Mit der Realität hat das Ganze jedoch so viel zu tun, wie der FDJ-Aufzug zur Feier des 40. Jahrestages der DDR. Kurz nach diesem Spektakel war der Spuk zu Ende. Auch wenn es diesmal länger dauern wird. Wer solche Bekenntniss-Veranstaltungen organisieren muss, ist moralisch bankrott.