Auszüge aus dem diesjährigen Weihnachtsbrief von Respektiere e.V.

….. den ich allerdings um einiges gekürzt habe, da ich die in ihm enthaltenen und mitunter sehr religiös angehauchten und gottgläubigen Auslassungen nicht mit dem Verfasser des Briefes zu teilen vermag. Andererseits jedoch findet alles, was der Autor dieses Briefes über unseren unmenschlichen und verbrecherischen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen sagt und schreibt, meine volle Zustimmung.

Jahr für Jahr ist Respektiere in der Heiligen Nacht im schon traditionellen Einsatz. Unsere Weihnachts-Kundgebungen, sollen erinnern an das Leid in dieser Welt, an das, was wir unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, tagtäglich antun – am allermeisten unvermuteter Weise gerade in der eigentlich ‚friedlichsten und stillsten Zeit‘ des Jahres, um Weihnachten herum; und wer mag es bestreiten, Weihnachten ist für die Tiere kein gnadenbringendes Fest – im Gegenteil, es geht mit unvorstellbaren Massenschlachtungen einher, damit der Tisch für uns nur ja reichlich gedeckt ist!

Doch im selben Atemzug vergessen wir, dass alle Wesen welche mit uns diesen so wunderbaren Planeten bevölkern, ebenfalls Teil der Schöpfung sind, alle Lebewesen, pflanzliche, tierliche, menschliche, sind als Gleiche unter Gleichen gedacht. Wir, ‚Mensch‘, haben dennoch Trennlinien geschaffen, obgleich diese künstlich sind und nur in unserer egozentrischen Gedankenwelt existieren; haben uns irgendwann in der so fatalen und von Größenwahn kündenden Idee verrannt, dass ‚Mensch‘ die Krone aller Existenzen ist, übergeordnet allen anderen Wesen.

Doch nein, wir sind nicht die „Krone der Schöpfung“, denn was wir wirklich sind, ist nur ein hässlicher, nimmersatter Parasit an der Nährnadel des Daseins; ein Schmarotzer am Leben, der laut biblischer Lehre eigentlich die Aufgabe innehaben sollte ein Hirte zu sein, es aber vorzog, als bösartig wucherndes Karzinom ein vormaliges Paradies mehr und mehr in eine Hölle für die Mitgeschöpfe – und, vergessen wir es nicht, für sich selbst – zu verwandeln.

Wir feiern das Fest der allumfassenden Liebe, und dennoch, paradoxer Weise, geben wir diese Liebe meist nur an die uns wirklich Nahestehenden weiter. Schon der nächste Nachbar wird davon ausgesperrt und ferner tunlichst ignoriert; erst recht Menschen aus anderen Staaten, anderen Kontinenten, mit anderen Hautfarben, und ganz gewiss der Bettler vor dem Supermarkt am Ende unserer Straße oder der zitternde Flüchtling, welcher im Wimpernschlag des Momentes seine ganze Existenz, viel zu oft sogar seine ganze Familie verloren hat.

Armut ist nicht unser Ding, wir verschweigen deren Präsenz, zumindest in unserer Mitte. Würden wir das nicht tun, müssten wir eingestehen, dass sich ein gewaltiger Irrtum in unsere Großherzigkeit, in die Erschaffung einer Schein-Glitzerwelt des absoluten Kapitalismus, wo jede/r alles erreichen kann, geschlichen hat. Ein zunehmend irreparabler Denkfehler, der letztendlich den ganzen Planeten auslöschen könnte, nur eine vage Erinnerung zurücklassend von jenem Wesen, das einst gemeint hat, es müsse sich über alle Grenzen hinwegsetzen…

Menschlichkeit, gestehen wir es uns ein, wir haben sie zu einem bloßen Schlagwort degradiert, eine sinnleere Worthülse, ein schwaches Kerzenlicht umgeben von einem schäumenden Ozean. Zu einer fragilen Nacktheit inmitten eines Eissturmes. Menschlichkeit ist eine Insel, deren Küsten aus Sand gebaut, vom wütenden Meer mit unbändiger Kraft unentwegt umspült, fortgerissen zu werden drohen; die wogenden Wellen knabbern ständig an den Rändern, hilflos sehen wir zu, wie diese unsere vielleicht wichtigste Grundeingenschaft immer mehr verkümmert; ausgesetzt ungeheuren Mächten, welche die menschliche Psyche vollends überfordern; Mächte, nennen wir sie beim Namen, wie Neid, Eifersucht, Narzissmus, Gier und Besitzstreben.

Menschlichkeit, die verstaubt in einem Kämmerchen vegetiert und meist nur dann hervorgeholt wird, wenn es uns gerade in den Kram passt. Wenn wir in ‚Stimmung‘ dafür sind, wie jetzt gerade, zur Weihnachtszeit. Dann erwecken wir die Vergessene zu neuem Leben, doch bevor sie noch erblühen kann, packen wir sie auch schon wieder ein und verstauen sie, genau wie den Christbaumschmuck und all die guten Vorsätze, bis zum nächsten Anlass in einer Schachtel irgendwo am Dachboden. Wie einen teuren Anzug, den man nur einmal im Jahr trägt, oder das besonders schöne Essgeschirr, welches bloß für die Feiertage reserviert ist…

Allein auf Grund dieser Voraussetzungen schon auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen, scheitert unsere zerbrechliche Psyche aber dann vollends an anderen, noch komplexeren Herausforderungen: denn nun erfolgt der Zusammenstoß des sich selbst (zumindest) zum Halbgott erkorenen Menschen mit exorbitant unterlegenen Kreaturen – den Tieren.

Wir haben sie unterworfen, ausgerottet, eingekerkert; erschlagen sie täglich zu Abermillionen, lassen die Orte des Todes, die Schlachthöfe, in Blut ertrinken. Ja, sie sind unserer Arroganz, unserem Gewinnstreben, unserer Grausamkeit, unserer Gier nach deren Fleisch, völlig wehr- und hilflos ausgeliefert; sie laufen zwar schneller als wir, manche können sogar fliegen, sie schwimmen in nie gekannter Perfektion durch die Ozeane, sie sind stärker, schöner, ja, sie sind tatsächlich wesentlich menschlicher als ‚Mensch‘ selbst – aber, erinnern wir uns, wir haben Hände; Hände die greifen können, gestalten, verändern; diese Hände, gepaart mit dem in uns ständig nagenden Zwang alles zu beherrschen, sind eine gar tödliche Waffe, vergleichbar mit keiner anderen Erfindung der Natur!

Nur durch sie können wir schaffen, bauen, vorantreiben – und an unserem eigenen Untergang arbeiten, ohne Rast, ohne Ruh; ein treibendes Herz, Schizophrenie pur, versunken in despotischen Gedankenwelten; Besitz als übergeordnetes Kriterium. Kapitalismus, der die Welt erobert, als alleiniger Anspruch des Ichs; konsumieren und verbrauchen, so, als ob wir die letzte Generation wären; schwerwiegendste Entscheidungen fällen wir alleine für den Moment, zum jetzigen Vorteil, kein Gedanke wird dabei an unsere Kinder verschwendet; wir haben den Planeten unterjocht, ausgebeutet, umgegraben und sogar Luft und Wasser verpestet – unsere Luft, die wir zum Atmen benötigen, unser Wasser, welches die absolute Grundvoraussetzung für Leben auf Mutter Erde ist – was für ein unbegreiflicher Irrsinn…

Doch der Irrsinn erfährt fast täglich eine weitere Steigerung; zum Beispiel, stellen Sie sich vor, letztes Jahr flossen fast 2.000 Milliarden Dollar in die Rüstungsindustrie. 2.000 Milliarden Dollar! Und 2019 werden es mit Bestimmtheit noch mehr gewesen sein. Ende der Fahnenstange? Mitnichten! Alleine die USA planen für ihren Verteidigungshaushalt 2020 738 Milliarden Dollar ein. Das sind mehr als 2 Milliarden – pro Tag!

Während alle zehn Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger auf diesem Planeten stirbt, während 822 Millionen Menschen hungern, während 2 Milliarden an Mangelernährung leiden.

Wir streiten an verschiedensten Konferenz-Orten der Welt um ohnehin viel zu niedrig angesetzte Ziele eines gemeinsamen Vorgehens gegen eine drohende Klima-Katastrophe, ein Desaster, welches unser aller Zukunft einschneidend verändern wird; in Wahrheit ist der Versuch, die Umwelt zu entlasten, längst zum Kampf ums Überleben geworden. 2019 brannte die Welt; beispiellose Feuermeere überzogen den Planeten von der Arktis über Russland bis nach Afrika, ganz Südamerika erstickte in den Flammen.

Wie reagiert ‚Mensch‘? RepräsentantInnen unserer Regierungen trafen sich im Dezember zur Klimakonferenz in der spanischen Metropole Madrid; das Resultat des Gipfels? Das Ergebnis wurde in den Medien als Minimalkompromiss bezeichnet und von Natur-, Umwelt- und Klimaschutzorganisationen scharf kritisiert. Infolge wurde die Konferenz von den Medien auch als Nullrunde bezeichnet. Eigentlich unfassbar, oder nicht?

Wer würde jetzt noch, angesichts all der Katastrophen der letzten Jahre, behaupten, von einem Kampf ums Überleben zu sprechen wäre Übertreibung? Aber nicht nur für uns wird es zunehmend eng, sondern auch für jedes Wesen auf Mutter Erde – und wie sieht unsere Reaktion aus? Die von uns gewählten VolksvertreterInnen, debattieren um Prozente, um Zahlen, um 1,5 oder 2 Grad Celsius, missachten Fakten – alles egal, nur der Wirtschaft dienend; lebensverachtende, kleinkarierte Reflexion.

Wir träumen von imperialer Zukunft, dabei haben wir uns dem Barbarentum kaum entfernt, sind noch immer verhangen im Stammes- und Sippendenken. Wir sehen zu, wie unsere Welt zu Grunde geht, ohnmächtig, kein Aufschrei, der durch Millionen Kehlen drängt; uns im Westen geht’s nach wie vor gut, zumindest heute noch. Und selbst der Gedanke, wir sitzen letztendlich alle im selben Boot, macht uns kaum Angst – noch immer sind unsere Kabinen dabei in der Luxusklasse, während die Entwicklungsländer rudern.

Doch sinkt das Boot, sinkt die Luxusklasse – der goldene Käfig – mit ihm, und als letzte Gerechtigkeit des Schicksals werden sich zumindest einige der Ruderer, welche das Unglück aufgrund der exponierten Position früher kommen sehen, retten können, jene in ihren vergitterten Palästen hinter verblendeten Ansichten versteckt jedoch nicht…

Wen wundert’s, dass es kaum Aufmerksamkeit erregt, wenn in der hektischen Vorweihnachtszeit unglaubliche Massaker über unsere ‚Nutz’tiere hereinbrechen, in der heiligsten Zeit des Jahres die Schlachthöfe in Blut versinken; wenn irgendwo im Weltenmeer – so geschehen vor wenigen Jahren – ein Schiff versinkt, voll beladen mit tierlichem Leben. Es erzeugt zwar ein kurzes Wehmutsgefühl, dass dabei 9 Menschen gestorben sind, ein kurzes Seufzen, mehr nicht; dass fast 20.000 Rinder von der See verschlungen, mit in den Tod gerissen wurden, ist nur eine Anekdote der Geschichte, und der Tod von mehreren zehntausend Schafen kümmert uns genau so wenig.

Allesamt waren sie ja sowieso zum Sterben verurteilt, in lybischen Schlachthöfen dazu bestimmt ihr Leben mit durchschnittenen Kehlen ohne jegliche Betäubung auszuhauchen… Uns hat deren kurzes Dasein nicht gekümmert, deren Tod noch viel weniger; sie, die unbeweinte Kreatur, dazu verdammt, ihr qualvolles Leben noch qualvoller im Wüstensand auszuhauchen, von der Geburt bis zum Tod im Stich gelassen vom ach so kultivierten Europa.

Warum aber, so stellt sich die Frage, liefern wir unsere Mitgeschöpfe, im vollsten Bewusstsein, was sie im fernen Osten erwartet, dieser Tortur überhaupt erst aus? Was für eine Frage! Weil Geld unser treibender Motor geworden ist, der allmächtige Euro, der allmächtige Dollar, die Devise längst von unserem Innersten Besitz genommen hat, an uns nagt wie ein wucherndes, alles verschlingendes Krebsgeschwulst.

Warum kaschieren wir den Wahnsinn in unserer Mitte mit lächerlichen Gütesigeln, lamentieren über ‚artgerechte Tierhaltung‘, über ‚Weiderind‘ und ‚Gockelhahn‘, quetschen den Begriff ‚Bio‘ aus bis zum bitteren Ende, anstatt endlich, endlich, endlich neue Wege zu finden? Nämlich die totale Ausbeutung zu beenden, und damit unsere eigenen Seelen zu entlasten, soweit reicht unser Horizont leider noch immer nicht.

Wir, die wir so stolz auf die Errungenschaften der Zeit sind, den Fortschritt der Zivilisation, mythenschwangeren Vorträgen über Ethik lauschen, unsere Gesetze befolgen – und selbst dann, wenn diese Gesetze gegen das Leben gehen – wir sind stolz darauf, dass sich die westliche Kultur ein scheinbar hochdemokratisches Verständnis geschaffen hat, den Systemen anderer ErdenbewohnerInnen weit voraus; wir empfinden es als gerecht, wenn wir z. B. Mörder und Vergewaltiger und Kinderschänder nicht in ihre Heimatländer ausliefern, weil dort die Todesstrafe auf sie warten würde; aber im selben Atemzug verschiffen wir Myriaden von Tieren in dieselben Länder, völlig unschuldige Seelen, die nie etwas anderes ‚verbrochen‘ hatten als geboren worden zu sein, ohne mit der Wimper zu zucken direkt in die Arme von Totschlägern und Tierquälern im Namen Gottes, kein Nachdenken über deren Schicksal – es bekümmert uns nicht!

Dabei brauchen wir dann aber auch gar nicht die Sitten und Gebräuche fremder Länder in Frage zu stellen, auch vor der eigenen Haustüre haben wir noch längst nicht gekehrt. Wie viele Tiere wachen in ‚unseren‘ Schlachthöfen aus der Betäubung auf? Wir wissen es, alle wissen wir es, doch was wird dagegen unternommen? Worte, nichts als Worte, die doch niemanden helfen. Ist das Gerechtigkeit? Sind das die Früchte der Zivilisation, der Demokratie, der Religion? ‚Solange es noch Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben‘, denken wir über jenen unfassbar klugen Satz eines russischen Schriftstellers namens Tolstoi nach!

Und, hochgelobtes Europa, um noch einmal darauf zurückzukommen, unser Sinn für Gerechtigkeit und Anstand ist um nichts ausgeprägter als jener der Dritt-Staaten, keinen Deut; oder kann man es tatsächlich ‚gerecht‘ nennen, wenn wir in unseren Ländern Tiere in fürchterliche Konzentrationslager sperren, sie dort unter schrecklichsten Verhältnissen vegetieren lassen, sie elendslange Transporte zu den Todeslagern genannt Schlachthöfe aussetzen, nur um möglichst kostengünstig an deren Fleisch zu kommen?

Wenn wir Vollblut-VegetarierInnen wie Kühe plötzlich mit zermahlenen Leichenteilen anderer Tiere – oft gar mit solchen von eigenen ArtgenossInnen – füttern, bloß, weil diese Art der Nahrung uns am wenigsten Geld kostet, unseren Profit maximiert?

Erinnert Euch, was deshalb passierte; eine Rinderseuche brach aus – zuerst in Britannien, sie sprang aber schnell auf das Festland über – und einige Menschen sind daran erkrankt, meist jene, welche sich geradezu fast ausschließlich vom Fleisch der Gequälten nährten, das Gehirn zum Schwamm geworden. In Folge ertrank die Welt in einem nie dagewesenen Meer von Rinderblut, die Schergen der Regierungen wurden ausgeschickt und ein beispielloses Töten setze ein.

Noch heute liegt der Hauch des Todes über den Stätten dieser Massenmorde, noch heute bleibt fühlenden und denkenden Menschen die Luft weg allein beim Gedanken an diesen Wahnsinn. War es gerecht, derartige Massaker anzurichten, deswegen, weil Mensch die Gesetze der Natur außer Acht gelassen, Gott gespielt hat und in diesem Versuch desaströs gescheitert ist?

Aber nicht Mensch selbst zahlte die Zinsen, nein, Berge von toten Rindern, mit Bulldozern emotionslos zusammengeschoben und schließlich in Brand gesetzt, zeugten von der Fehlbarkeit menschlicher Machtansprüche.

2001 tat sich die Apokalypse erneut auf und wieder nahm sie im Vereinten Königreich ihren Anfang. Dieses Mal entdeckte man in einem englischen Schlachthaus ein krankes Schwein, welches Symptome der gefürchteten Maul- und Klauenseuche offenbarte. Die Krankheit, eine Form der Grippe, ist bei veterinärmedizinscher Obsorge sehr gut behandelbar; sogar eine Impfung gibt es dagegen. Sie ist weder für Mensch noch für Tier tödlich, verlangt aber selbstredend nach ärztlicher Intervention – was wiederum bedeutet, es wären Kosten auf die Börse zugekommen. Kosten, welche der ohnehin schwächelnde Fleischmarkt nicht zu tragen bereit war; viel lieber sollten die Auslagen der so traurigen Angelegenheit deshalb auf den/die SteuerzahlerIn abgeschoben werden.

Damit, verzeihen Sie den un-veganen Ausdruck, wären dann sogar zwei Fliegen mit einer Klatsche geschlagen, erdachte der Teufel in Menschengestalt, gekleidet im Union-Jack: zum einen wird das ‚Angebot‘ (lebende Tiere) entlastet, zum anderen springt Vater Staat, oder – als damals noch Mitglied – besser die Union (wir alle also, völlig nebensächlich ob Fleischesser, Vegetarier oder gar Veganer), in die Bresche und übernimmt den der Landwirtschaft drohenden finanziellen Verlust.

Alleine auf Grund solcher Überlegungen wurden in Bälde hunderttausende Farmtiere ins Freie getrieben, erschossen, aufeinandergehäuft und angezündet. Was den Erreger aber nicht davon abhielt, sich weiter nach Rest-Europa auszubreiten, wo man dann ganz genau gleich auf die Herausforderung reagierte. Mehr als 10 Millionen Tiere, Schweine, Kühe, Schafe, wurden brutalst gekeult und von riesigen Traktorschaufeln in zuvor eilig ausgehobene Erdlöcher geschoben und dort in Massengräbern verscharrt.

Wissen Sie, was das allerschlimmste an dieser ohnehin unfassbaren Geschichte ist? Die allermeisten der Opfer waren ganz sicher nicht einmal infiziert, aber, wie es der großartige US-amerikanische Autor Matthew Scully in seinem fulminanten Buch ‚Dominion – The Power of Man, the Suffering of Animals, and the Call to Mercy‘ so schmerzhaft auf den Punkt brachte, ‚sie wurden dennoch alle getötet, nur deshalb, weil ihr Marktwert gesunken war und weil die Handelspolitik es so verlangte – weil es, in Kürze, unter den gegebenen Umständen die schnellste und bequemste Sache zu tun war‘…

Scully beschrieb in weiterer Folge auch die absolute Schizophrenie einer degenerierten Gesellschaft, auch wenn er die Diagnose in etwas versöhnlichere Worte fasste; so blieb aus der todtraurigen Angelegenheit lediglich ein kleines, wahrhaftes ‚Happy End‘ in Erinnerung, ein Ereignis wie aus dem Kitsch eines Hollywood-Blockbusters geschmiedet.

Als nämlich die Schreie eines Kalbes, unter dem Körper der Mutter inmitten eines Haufens von Leichnamen, welcher eben in Brand gesteckt hätten werden sollen, hervordrangen, hielt man kurz inne. Das Kalb wurde von seinen Häschern verschont, mit ‚Phönix‘ betitelt (dem aus der ägyptischen Mythologie entsprungenen Vogel, welcher in der Morgensonne verbrennt, nur um danach aus seiner eigenen Asche wiederaufzuerstehen) und wie ein Held umjubelt. Das Tierkind, die Fotos gingen um die Welt, sollte alsbald zum Symbol werden – aber vielleicht anders als gedacht, nämlich zu einem, welches dem menschlichen Irrsinn ein Gesicht verlieh…

Was mit dem Kalb schließlich passierte, wir wissen es nicht; vielleicht durfte es sein Leben auf einem Gnadenhof verbringen, aber wahrscheinlicher noch, sobald die Empathie abgeklungen war, landete es trotzdem auf dem Teller – erbarmungslos genug wären wir Menschen ja…

Ist Derartiges etwas ein gerechtfertigtes Vorgehen eines intelligenten, mitleidbehafteten Wesens? Oder doch eher das eines Dämons aus der Finsternis?

Wir haben es bereits kurz angesprochen: es bleibt die Frage, warum solche und ähnliche Seuchen dann aber merkwürdigerweise auch immer nur dann ausbrechen, wenn der Bestand an den jeweiligen ‚Nutz’tieren auf Grund von Förderungen und Geldverschiebungen ein nicht mehr zu haltendes Niveau erreicht hat, Ställe und Verschläge überquellen; plötzlich passiert’s, Hühnergrippe und Milliarden von Hühnern werden staatlich subventioniert erschlagen und verbrannt; Schweineseuchen und Keuler, gewissenlose Häscher, blutbefleckte Schlächter, werden ausgesandt, um die Erde im Blut ertrinken zu lassen; Blauzungenkrankheit und abertausende Ziegen sterben, noch bevor sie gelebt haben. Nur der Schelm könnte dahinter Methode vermuten…

Millionen von Tieren werden in den Labors gequält, grausamst, sodass jede noch so detaillierte Beschreibung der hierfür verwendeten Spielarten der Dr. Mengeles nicht dazu ausreichen könnte um den perfekten Horror einem ’normalen‘ Gehirn auch nur ansatzweise begreifbar machen zu können. Wofür? Um unsere Gesundheit zu steigern, für Medikamente, wie jenes unentbehrliche Mittel etwa, welches gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit schwer beworben wird: eine Tablette genügt, und sie werden das Unwohlsein im Magen los, welches durch den ‚Genuss‘ von allzu viel Schweinebraten, Gänsefleisch, Wildschwein und anderen tierlichen Kadavern entstanden ist, um letztlich noch mehr Fleisch in sich reinstopfen zu können.

Wahrlich, der Turm von Babel der Perversität reicht inzwischen bis zum Horizont, kratzt an Gottes Wohnzimmer, und ständig wird an dessen epochalen Größe weiter gebaut, in immer schnelleren Schritten. Aber keine Sorge, Gott schläft, und wir wissen nicht, ob er je wieder aufwachen wird.

Mit erstaunten Augen folgen wir den in den Weltmeeren schwimmenden Delphinen; deren Anblick tut unserer Seele gut, diese Perfektion, das absolute eins werden von Körper und Wasser; wir lieben die Meeressäuger, bezeugen es wieder und wieder in endlosen Debatten; sie können, berühren wir bloß ihre Haut, Erkrankungen der Psyche heilen, schwimmen mit Behinderten unserer Gattung und helfen diesen oft genug über deren Krankheiten hinweg – als Dank dafür sperren wir sie in engste Becken… jene, die ein Symbol der Freiheit sind, die in den endlosen Weiten den Sonnenuntergang entgegen ziehen, wir sperren sie in Pools, lassen sie einem staunenden Publikum dümmliche Tricks vortragen, ‚belohnen‘ die Armen mit tobenden Applaus und ab und dann mit einer Portion Fisch.

Mit Fisch aus jenen Meeren, die einst ihre Heimat waren; aus jenen Meeren, welche, noch vor nicht allzu langer Zeit barsten vor Leben, nun zu Müllhalden gigantischen Ausmaßes verkommen sind; mehr und mehr lebensfeindlich. Tatsächlich haben sich in den Weiten der Ozeane ganze Inseln aus Abfall gebildet, manche davon mit schier unfassbaren Ausmaßen; so nimmt der ‚Große pazifische Müllstrudel‘ inzwischen die sagenhafte Fläche von 1, 6 Millionen Quadratkilometern ein, ist damit fast zwanzig Mal so groß wie Österreich. Die Fläche Deutschlands würde mehr als viermal in diesen Giganten reinpassen. Trotzdem hören wir nicht auf unseren Mist in den Weltmeeren zu versenken, wir die Allmacht Mensch.

Wir fangen Thunfisch, obwohl wir wissen, dass die dafür verwendeten Netze auch Millionen von Delphinen, unsere Freunde, töten. Doch die Freundschaft endet dort, wo der Kommerz anfängt. Das Geschäft mit dem Tod ist ein grausames, setzt sich über Ethik hinweg, hat es immer getan. Wir wissen, dass der Fang von Thunfisch Delphine an den Rand der Ausrottung bringt, übrigens den schnellen ‚Räuber‘ selbstredend auch, und trotzdem servieren wir sogar unseren ‚Haus’tieren Sheba-Häppchen…mit, raten Sie mal….

So eng sind die Grenzen unserer Liebe gesetzt, zudem verändern sie sich fortwährend, sind gleitend, deren Konturen niemals feste; sobald die Kreatur Mensch einen Vorteil ziehen kann, verkauft sie ihre ‚Freunde‘, liefert diese achselzuckend dem Henker aus.

Noch ein Beispiel? Der Hund, der beste Freund des Menschen! Wissen Sie, wie viele dieser so wunderbaren Wesen jeden Tag in einem der abertausenden Tötungslagern überall in der Welt, Europa bildet da keine Ausnahme, auf oft schrecklichste Art und Weise sterben? Erschlagen, vergiftet, vergast, erschossen – bei lebendigem Leib verbrannt; staatlich finanzierte Tötungskampagnen stehen an der Tagesordnung, schon ‚im normalen‘, in der Alltäglichkeit; wenn dann aber auch noch ein Mega-Event ansteht, kennt der Wahnsinn bald keine Grenzen mehr – oft geschehen im Vorfeld sportlicher Großereignisse wie den Fußball-EM’s und WM’s oder den Olympischen Spielen; in der Ukraine zur Fußball-Europameisterschaft 2012 beispielsweise, nicht anders war es dann auch in Sotschi für die Winterspiele 2014, bei den Olympischen Sommerspielen in Rio, Brasilien, 2016 oder unlängst bei der Fußball-WM in Russland – warum?

Weil man die Straßen ‚säubern‘ möchte, weil man nur ‚schöne Bilder‘ für die Millionen von erhofften ZuseherInnen, allesamt potentielle KundInnen für den nächsten Urlaub oder auch nur Städtetrip, bereitstellen möchte. Für die meist weltweit übertragenen Wettkämpfe ist daher jedes Mittel recht, um eine solche Vorgabe, ein Idealbild, zu erreichen; jedenfalls, kein Straßenhund soll dort Fans belästigen, kein verhungerndes oder verletztes Wesen soll am Bildschirm zu sehen sein, wenn hunderte TV-Stationen über Land und Leute berichteten…

Von den jeweiligen Verantwortlichen gibt es selbstredend immer wortreiche anderslautende Dementis, aber es ist so sicher wie das Amen im Gebet: sobald die Welt auf eine Region im Rahmen eines Großereignisses blickt, werden dort alle Anzeichen einer ‚unheilen Welt‘ – wozu Streunertiere nun mal auch gehören, weil allein deren Existenz eine der größten Schändlichkeiten der Menschheit ist, denken Sie mal drüber nach – bestenfalls kaschiert und schlechtestenfalls ausradiert.

Man möge zwar meinen, ‚Mensch‘ lernt aus solchen Dingen, aber wer würde nach all den diesbezüglichen Möglichkeiten, wo ‚die Krone der Schöpfung‘ jeweils kläglichst gescheitert ist, noch darauf vertrauen? Wer sagt uns, das nicht selbiges in den nächsten Jahren, bei den nächsten Großveranstaltungen oder einfach nur im täglichen Leben, wieder und wieder passiert? Niemand, einfach, weil der Terror gegen die Tierwelt, genau wie der unsägliche Rechtsruck in den Regierungen, die zunehmende Enteignung der Meinungsfreiheit oder auch nur der Stau zum Urlaubszeitbeginn, als gegeben hingenommen wird!

Wussten Sie, dass Rumänien das Tötungsverbot für Straßentiere, erst 2008 gesetzlich verankert, in den letzten Jahren erneut ausgesetzt hat? Das in diesem Land zuvor in wenigen Jahren hunderttausende, ja manche Quellen sprechen von mehr als 10 Millionen ‚beste Freude des Menschen‘ einfach ausgelöscht worden sind? Völlig gesunde Tiere, wunderschöne, selbst junge Hunde, die oft genug sogar im Angesicht des Todes noch immer festhalten am Bund mit dem Menschen, diesen noch immer mit liebenden Augen betrachten, wenn der Inhalt der Spritze bereits ihre Gedanken lähmt, ihre Adern platzen lässt…

Angesichts all dessen – warum, so stellt sich die vielleicht etwas provokante Frage, ist das Züchten von Hunden weiterhin erlaubt? Sollte es nicht ausgesetzt werden, zumindest solange, bis für sämtliche Hunde des Ostens oder von wo auch immer herkommend ein zu Hause in unserer Mitte gefunden worden wird? Lächerlich, meinen Sie. Aber andererseits, ist es nicht grundlegend pervers, ‚Zuchthunde‘ zu ver- und zu kaufen (nicht nur der/die ZüchterIn, sondern auch AbnehmerInnen stehen im Fokus der Schuldfrage), solange eine unfassbare Anzahl der so wunderbaren Geschöpfe anderswo oft auf schrecklichste Art und Weise vernichtet wird? Ja, das mag eine herausfordernde Ansage sein – aber ist sie deshalb wirklich völlig unberechtigt?

Nun, im Zeitalter der Flüchtlingsströme, breitet sich eine neue Problematik mit unfassbarer Heftigkeit vor uns aus – bei allen zwischenmenschlich so zu bejahenden Aspekten ist zu befürchten, dass im Zuge der Menschlichkeit, wo jedermann/frau alleine auf diesen Gesichtspunkt konzentriert scheint, in den letzten Jahren mühsam erkämpfte Rechte für die Tiere erneut völlig ins Hintertreffen geraten! Ja, die Gefahr ist gegenwärtig, ohne jeden Zweifel, denn erst einmal steht wie selbstverständlich das Wohl der Menschen im Vordergrund; doch vergessen dürfen wir dabei keineswegs auch die Tiere, welchen in den arabischen Kulturen zumeist keinerlei Schutz, ja nicht einmal eine Identität gewährt wird.

Wie werden die Angekommenen auf diese Herausforderung reagieren? Ganz sicher war es nicht das richtige Zeichen im Vorfeld, wenn auf Bahnhöfen ‚Halal‘-Fleisch als Willkommensgabe angeboten wurde. Ganz sicher beweist es auch nicht besonderes Fingerspitzengefühl, wenn bei einer unserer Kundgebungen gegen das betäubungslose Schlachten plötzlich ein SOS-Kinderdorf-Van vorfährt, Jugendliche in Begleitung einer Betreuerin aussteigen und später mit Säcken voller Fleisch aus dem abgeschirmten Tötungsort zurückkehren.

Hier wie da, ein solches Vorgehen schadet nicht allein den Tieren, sondern über Umwegen auch den Flüchtlingen selbst; weil es Unmut kreiert, weil es der zum Himmel stinkenden Ausländerfeindlichkeit einen Anlass, einen Nährboden bereitet.

Vergessen wir nicht, unsere Mitgeschöpfe sind es, denen gegenüber wir ebenfalls und im selben Maße Verantwortung tragen. Wir müssen und sollten alle neuen BürgerInnen willkommen heißen, all jene, die aus gutem Grunde zu uns gekommen sind, aber nicht jene, und so ehrlich wird es im eigenen Interesse wichtig sein zu lernen, die ‚gute Gründe‘ nur vorgeben, in Wahrheit aber andere Interessen verfolgen. Allerdings, unter einer Bedingung: im Gegenzug müssen Zuwanderer und Flüchtlinge auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau anerkennen – und Tiere, die hier unter Verfassungsschutz stehen, als Mitgeschöpfe achten und betrachten!

Als unverrückbare Errungenschaften unserer Kultur, ohne jede Ausnahme, sind das in Stein gemeißelte Gesetze. Warum ich das erwähne? Denken Sie bitte nochmals an das betäubungslose Schlachten, welches in Deutschland und Österreich nur unter ganz bestimmten Auflagen durchgeführt werden darf, ansonsten aber als verboten gilt. Alleine diese ‚bestimmten Auflagen‘ sind ein gewaltiger Dorn im Auge des Tierschutzes – und müssten längst aus den Gesetzbüchern ausnahmslos gestrichen werden. Denn kein Gott, wie immer wir ihn auch nennen, kann – sofern er nicht einer des Krieges ist – wirklich wollen, dass in seinem Namen Tiere derartigem Leid ausgesetzt werden.

Jetzt möge man annehmen, diesem Bestreben werde nach der Zufügung des Tierschutzes in die Verfassung baldmöglich Erfolg beschieden sein. Doch weit gefehlt; selbst die Einhaltung des Status Quo ist schwer umkämpft, ein ausnahmsloses Verbot erscheint von Tag zu Tag zunehmend in weite Ferne zu rücken. Viel wahrscheinlicher sogar, man kann es nicht glauben, ist in der Realität eine Lockerung des bestehenden Status.

Wir feiern jedes Jahr das Fest der Besinnlichkeit. Besinnlichkeit geht, wie kann es anders sein, mit Ruhe einher. Doch ist Ihnen schon aufgefallen, ‚Ruhe‘ als eigener Wert, sie ist ein aussterbendes Relikt, im Zuge einer zunehmenden Digitalisierung mehr und mehr verloren in Raum und Zeit! Wir haben sie ausgemerzt, weil wir Angst vor ihr haben. Die Schwester der Stille ist nämlich die Einsamkeit, und wir fürchten allem Anschein nach nichts so sehr als allein zu sein.

Deshalb füllen wir die Ruhe aus, füllen die Leere mit Lärm und Hast und Gedränge. Ja, die Stille ist uns zur Plage geworden, zum Feind, sie beunruhigt uns. Verträgt sich nicht mit Fortschritt und Wachstum, mit der modernen Spaßgesellschaft. Deshalb ist Weihnachten, das Fest der Liebe, der Ruhe, der Besinnlichkeit, zu einem bloßen Event verkommen, wie ein GTI-Treffen, ein Beachvolleyball-Turnier oder irgendein Rockkonzert; Tradition und Brauchtum verwelkt wie eine Blume unter der gleisenden Wüstensonne.

Wir feiern das (zweit-)größte Fest der Christenheit, die Geburt des Jesus Christus im Stall von Bethlehem. Doch wir Menschen kreuzigen ihn tagtäglich auf ein Neues, in unseren Schlachthöfen, auf den Kriegsschauplätzen, auf den Müllhalden dieser Erde.

Nicht nur für das Heute, denkt an Eure Kinder, an die nächsten und übernächsten Generationen – garantieren wir diesen ein lebensfreundliches Umfeld, kein Preis hierfür darf uns zu hoch sein! Tierschutz ist dabei ein Wert, an welchem unsere Menschlichkeit, unsere Moral, letztendlich unsere Größe gemessen werden kann. An ihm können wir uns aufschwingen zu neuen Ufern, er ist ein Grundstein für eine höher stehende Gesellschaft, für eine bessere Welt. Andererseits aber, wenn der Mensch an der Tierliebe versagt, was bleibt dann zurück? Ein einsamer seelenloser Wanderer, der an sich selbst zerbricht.

Und hier noch der Link für alle, die gerne den gesamten und meinerseits ungekürzten Weihnachtsbrief lesen möchten:

https://mailchi.mp/respektiere/weihnachtskundgebung-2019-weihnachtsbrief?e=bd3333fba7

Die grandiose Welt des Sir David Attenborough – 1. Teil


Wer kennt ihn nicht – den grossen Natur- und Tierforscher David Attenborough, welcher ein wahrlich titanisches Werk vollbringt, indem er aus allen Leibes- und Seelenkraeften seit Jahrzehnten versucht, dem Menschen die Welt der Pflanzen und Tiere so nahe wie moeglich zu bringen! Und darin ist er wahrlich ein Meister, denn ihm entgeht buchstaeblich nichts in den grandiosen Hallen der Natur. Er ist ein Mann, welcher sowohl die grossen Dinge ins rechte Licht rueckt, als auch die allerkleinsten Ecken der Unscheinbarkeit ausleuchtet, wo der Durchschnittsmensch meint und denkt, es gaebe nichts.

Die Botschaft dieses Titanen in der Zoologie und Botanik ist sonnenklar: zerstoeren wir nicht das Wunder der Natur, bevor wir es ueberhaupt kennengelernt haben. Aber leider ist der unbelehrbare Zweibeiner bereits drauf und dran jenen Schatz zu zerstoeren, welcher ihm u.a. Heilmittel fuer alle bisher unheilbaren Krankheiten verborgen haelt und welche es erst in den kommenden Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten zu entdecken gaelte.

Das Reich der Natur wartet mit uns unvorstellbaren Kleinoden auf, welche uns David Attenborough in seinen wissenschaftlich hoch interessanten Filmen nahe bringt und uns die Augen weit oeffnet fuer eine Welt, welche uns sonst verborgen waere. Die Natur besitzt ihren eigenen wundervollen Wert, welchen der Mensch nicht unwissend, achtlos und in verbrecherischer Gier zertrampeln darf. Das Reich der Tiere und Pflanzen besitzt jene Wuerde und grandiose Dimension des Wissens, welche dem Menschen nur allzu oft total abgeht.

Jeder, der sich mit dem Werke David Attenboroughs‘ befasst, wird staunend verstummen vor der Weisheit der Natur – und wenn er nicht ein krimineller Tor und gewohnheitsmaessiger Ausbeuter und Parasit dieses gruen-blauen Planeten ist, nie wieder achtlos auch nicht an der kleinsten Pflanze und am kleinsten Tiere voruebergehen oder es gar zertreten oder ihm sonst in irgendeiner Weise zu schaden versuchen, sondern alles in seiner Moeglichkeit befindliche tun, um dieses kostbare Leben zu schuetzen, zu pflegen und wenn noetig zu retten.

Wundervolle Tropenpflanze Gustavia – zerstoeren wir solche Kleinode nicht, bevor wir sie ueberhaupt kennengelernt haben, denn diese hochsensiblen und weisen Wesen haben genauso ein Recht zu leben, wie jeder dumme Zweibeiner, auch wenn er kein solches Genie ist, wie diese Pflanze!

Eure Claudia im Tier- und Naturschutz bis alle Kaefige leer sind

Ergänzungen von Dr. Bleibohm zur Thematik „Menschenrechte und Tierrechte“

Von Dr. Gunter Bleibohm

Zur weiteren Abrundung der Thematik „Menschenrechte und Tierrechte“, welche Silke Ruthenberg aufgegriffen hat, anbei zwei exemplarische Aphorismen von Gunter Bleibohm, die ergänzende Aspekte und Klarstellungen hinzufügen.

(Siehe Blogartikel vom 27.03.2018: Menschenrechte und Tierrechte)

E r g ä n z u n g :

Existierendes Leben – egal ob es sich in Mensch oder Tier manifestiert hat – verkörpert die Einmaligkeit dieser und nur dieser Individualität.

Das Recht auf Leben, so hat es der Mensch für seine Spezies definiert, beruht allein auf der Tatsache, dass das individuelle Leben für die Kreatur die alles umfassende existenzielle Bedeutung hat und Voraussetzung für die Fortdauer der Existenz ist.

Es ist für das Individuum das instinktive Wissen um die Einzigartigkeit und die Unwiederbringlichkeit des persönlichen Seins, das seinen Lebenswillen, seinen kompromisslosen Über-Lebenskampf, antreibt. Es ist der Wert für jegliche Kreatur und für Mensch und Tier damit existenziell gleichrangig. Es ist das höchste Gut jeder Kreatur.

Diese permanent durch den Lebenswillen umkämpfte irreversible Einmaligkeit der individuellen Existenz von Mensch und Tier definiert somit erst das Feld, auf dem weitere Aspekte wie Menschen- und Tierrechte betrachtet werden können. Mensch und Tier streben danach, frei und unbeschadet innerhalb des artgemäßen sozialen Gefüges in Frieden zu leben. Erst Schmerz und die Gefahr der körperlichen Vernichtung gefährden für die Kreatur das Unwiederbringliche der persönlichen Existenz.

Für Menschen ist der grundlegende Schutz der individuellen Existenz nahezu weltweit in den Menschenrechten und Gesetzen verankert, für Tiere hingegen nirgends, ausser in mehr oder weniger schwachen Tierschutzgesetzen, die sich grundsätzlich immer der ökonomischen Notwendigkeit, nicht aber der Ethik unterordnen. Der Tierwelt, den Mitlebewesen, gesteht die Spezies „Mensch“ genau das nicht zu, was die kulturelle Entwicklung für die Menschheit als höchstes Gut hervorgebracht hat.

Nur auf Grund einer willkürlich herausgegriffenen Wesenskomponente, nämlich der partiellen Denk- und Vernunftfähigkeit menschlicher Wesen, der daraus erlangten absoluten Macht über die Tierwelt und ihrer Wehrlosigkeit, gelangen alle nicht-menschlichen Mitlebewesen in den Strudel ökonomischer Nutzenbetrachtung und beliebiger Verfügbarkeit durch die Menschheit. Das absolut höchste Gut der Einzigartigkeit und der Unwiederbringlichkeit der individuellen Existenz wird, wenn überhaupt, mit philosophisch-politisch-religiösen Argumenten auf Grund einer je nach Lebensform anders strukturierten Denkfähigkeit der Tierwelt verwehrt.

Es kommt aber am Wenigsten bei der Betrachtung der Fähigkeiten eines Lebewesens darauf an, ob Tiere die gleiche Intelligenz des Menschen haben, sondern einzig, ob sie die gleiche Leidensfähigkeit haben. Dieser Kernsatz der Tierrechtstheorie, der das Tierindividuum aus menschlicher Denkweise, aus einem humanen Wertegefüge und darauf aufbauenden ethischen Vorstellungen beschreibt, ist somit nur eine Teilmenge der übergeordneten Einmaligkeits- und Unwiederbringlichkeitspostulate.

Erst wenn ethisch-moralische Grundsätze diese Postulate in verbindliche Handlungsmaxime für jegliche Lebensform wandeln, gelangen wir zu einer absoluten Unverletzlichkeit, zu einer wirklichen Heiligkeit bestehenden Lebens. Frühestens dann hätte die Menschheit den ersten Schritt zur ethisch-moralschen Höherentwicklung gemacht, einen Schritt, auf den die gesamte Tierwelt und eine verschwindende Minderheit von Menschen bis zum endgültigen Weltenende vergeblich warten werden.

(aus: Gunter Bleibohm: WIDERREDE II, S. 34
http://www.gegensicht.de/themes/kategorie/detail.php?artikelid=32&kategorieid=20&source=2&refertype=1&referid=20)

K l u f t :

Menschenrecht und Menschenwürde sind nebulöse, spukhafte Gebilde, die ihren Ursprung nicht verleugnen können. Sie sind ein Höllenextrakt aus der Alchimistenküche des Humanismus, ein magisches Elixier, das in Maßen genossen heilsam wirken kann, übermäßig dosiert hingegen tödlich wirkt. Es ist eine Ideologie, welche die Überheblichkeit religiöser Weltbilder, nämlich die der menschlichen Sonderstellung in der Welt, in das profane Tagesgeschehen transformiert. Zu den tragenden Säulen heutiger Weltsicht wurde Speziesismus und Anthropozentrismus auserkoren, beides Denkmuster, welche die höchste Lebensverachtung der nicht-menschlichen Welt gegenüber durchgesetzt und manifestiert haben.

Allein durch die Wortwahl Menschenrecht, Menschenwürde wird die Kluft zu anderen Lebensformen unüberbrückbar aufgerissen, Recht und Würde stillschweigend exklusiv für den Menschen reserviert und nicht-menschlichen Lebensformen kaum zugestanden oder gar völlig abgesprochen. Alle Träger menschlicher Gene – unabhängig von ihren Denk- und Verhaltensweisen – genießen demgegenüber den Schutzstatus von Menschenrecht und Menschenwürde, durch welchen sie in der Wertescala aller Lebewesen nachweislich immer im Rang höher stehen als alle Leiden, welche die Menschheit andersartigen Wesen und der Biosphäre insgesamt zufügt.

Tierversuche sind nur eins der üblen Resultate aus dieser künstlich erzeugten Kluft der Rechte, sind das Ergebnis aus dem gezielten Missbrauch des Begriffes Würde. Menschenrecht und Menschenwürde sind zu Markenzeichen eines international streng geschützten Gutes mutiert, welches für das reibungslose Funktionieren der humanoiden Naturvernichtungsmaschinerie unverzichtbar ist. Die Maschinerie bezieht ihre Energie aus den Großkraftwerken von Wirtschaft, Presse, Religion und Politik, die Energie selbst wird jedoch gefördert in den tiefen, dunklen Stollen der Gedankenbergwerke menschlicher Dummheit.

(aus: Gunter Bleibohm: WIDERREDE I, S. 135
http://www.gegensicht.de/themes/kategorie/detail.php?artikelid=31&kategorieid=20&source=2&refertype=1&referid=20)