Petition gegen eine geplante Werbeveranstaltung der Pelzlobby im EU-Parlament

Schon allein das Einverständnis der verantwortlichen Politiker-Clique, in den Räumlichkeiten des EU-Parlaments einer Werbeveranstaltung der Pelz-Lobby Tor und Tür öffnen zu wollen und einer solchen Veranstaltung vorbehaltlos zuzustimmen, zeigt überaus klar und deutlich, wessen Geistes Kind unsere Politiker doch letztlich sind, die aufgrund ihrer tierschutzwidrigen Positionen nur noch Verachtung und arge Übelkeit in mir verursachen.

Sollte trotz der Protest-Aktion von Tierschützern und Anti-Pelzgegnern diese Veranstaltung dennoch stattfinden, dann Schande und nochmals Schande über diese scham – und gewissenlosen EU-Parlamentarier, die den Schutz und die Würde der Tiere allzusehr oft tierverachtend mit Füßen traktieren und den Lobbyisten tierquälerischer Mörderbanden kontinuierlich und untertänigst zu Kreuze kriechen.

Wortlaut der Petition :

Sehr geehrter Parlamentspräsident Schulz,
wir fordern umgehend, die vom 28. September bis zum 2. Oktober 2015 geplante Werbeveranstaltung des „Fur Information Centers“ (Pro-Pelz-Lobbyverband mit Sitz in Brüssel) in den Räumlichkeiten des EU-Parlaments zu untersagen! Solch eine Veranstaltung passt nicht in ein tierfreundliches und fortschrittliches Europa!

Viele Abgeordnete, diverse Tierschutzorganisationen und die große Mehrheit der EU-Bürger betrachten die Pelztierzucht als höchst inakzeptabel. Die Haltungsbedingungen, Bedürfnisse sowie das Wohlsein von Tieren in Pelztierfarmen werden massiv verletzt. Tiere zu foltern, zu quälen und zu töten kann keinesfalls den Richtlinien des europäischen Animal Welfare entsprechen.

Hunderttausende Menschen weltweit klagen diese Praktiken seit Jahrzehnten an. Das EU-Parlament erhält ständig Petitionen zum Thema Tierschutz, Pelztierfarmen und Tierrecht, so sollte die Erwartungshaltung des europäischen Volkes deutlich sein. Diese zu ignorieren kommt einem Skandal gleich! Für ein fortschrittliches Europa bedeutet eine derartige Veranstaltung einen enormen Rückschritt.

Unsere Unterstützer, die Unterzeichnenden dieser Petition, sowie wir selbst sind davon überzeugt, dass Europa in der Lage ist, neue Gesetze gegen Pelztierfarmen zu erlassen und diese letztendlich gänzlich abzuschaffen! Wir fordern Sie hiermit auf, diese Veranstaltung umgehend zu untersagen!!!

Mit freundlichen Grüßen
Tanja Borkowski

Zur Petition:

Petition C

Kein Einzelfall: katastrophale Zustaende in der Schweinemast

Kein Einzelfall: katastrophale Zustaende in der Schweinemast

Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlicht neues Recherchematerial, das besonders tierquälerische Zustände in einer Schweinemastanlage in Niedersachsen aufdeckt.Die Bilder zeigen verwesende und verwahrloste Tiere, die sich gegenseitig auffressen. Es hat sich anscheinend schon länger kein Mensch mehr um die Tiere gekümmert. Die erschütternden Bilder verdeutlichen, dass die Behörden nicht einmal Tierhaltungen effektiv kontrollieren können, die schon mehrmals durch schlimme Tierschutzverstöße auffällig geworden sind.

Der Betreiber der Anlage kümmert sich anscheinend kaum um die Tiere und um das Funktionieren der Einrichtung. Da alles vollautomatisch läuft, sieht oft tagelang niemand nach den Tieren. Die Folge: Tote Tiere bleiben mehrere Tage in den Mastbuchten liegen und verwesen. Verletzte Tiere werden weder behandelt noch in Krankenbuchten separiert, so dass sie von ihren Artgenossen bei lebendigem Leibe aufgefressen werden können. Verstopfte und verschmutzte Wassertränken werden nicht repariert und gereinigt, die Tiere erleiden dauerhaft Durst.

Hier handelt es sich zwar um einen besonderen Extremfall, aber nur, was das schiere Ausmaß des Leidens betrifft. Solange Tiere in unserer Gesellschaft als Ware und Produktionsmittel gelten, werden grausame Zustände unvermeidlich und Tierquälerei an der Tagesordnung sein.

Die Zustände in der Schweinemast sind schon im Normalfall schlimm. In fast jedem Betrieb sieht man zerkratzte und zerbissene Tiere, angefressene Schwänze und Ohren, Nabelbrüche und schwache, sterbende Mastschweine. Dazu der allgegenwärtige immense Gestank auf Grund der Haltung auf Spaltenböden, die Enge der Buchten, zugekotete Böden und Fliegenschwärme, monatelange Monotonie der eingepferchten sensiblen und intelligenten Tiere – das alles ist normal und steckt in jedem Schweineschnitzel. Die einzige wünschenswerte und realistische Alternative, wie wir dafür sorgen können, dass Tiere nicht entgegen unserer heutigen ethischen Standards gehalten werden, ist die Abkehr von der Tierhaltung. Das mag utopisch klingen, aber als Gesellschaft haben wir gemeinsam schon ganz andere Strukturwandel vollzogen. Ansonsten werden wir zwangsläufig immer wieder dieselben schrecklichen Bilder sehen, wie ARIWA sie nunmehr veröffentlicht hat.

Weltweite Allianz gegen Pelz

Da der Pelzhandel international boomt und die Pelzlobby unter anderem durch vermeintliche Nachhaltigkeitslabel versucht, diese Mode wieder salonfähig zu machen, wurde in Rom eine zweitägigen Konferenz der „Fur Free Alliance“ (einem Zusammenschluss von weltweiten Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren wegen ihres Fells) abgehalten.

Den Verbraucher ruft diese Organisation auf, generell keinen Pelz zu kaufen. Das gilt auch für solche Produkte, in denen Fell als Verbrämung an Jacken, Mützen oder Schuhen verarbeitet ist.

„Pelz tötet: Nur der Boykott dieser Produkte führt dazu, dass keine Tiere unter grausamen Bedingungen auf den Farmen gehalten oder Tiere in freier Wildbahn nur wegen ihres Felles gefangen und erlegt werden“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Gefährlich ist der aktuelle Modetrend, Fellteile an Mützen, Handschuhen oder Krägen zu tragen. Nicht selten verbirgt sich hinter vermeintlichen Kunstfellbommeln Echtfell, beispielsweise vom Marderhund. Mehrfach konnte dies im vergangenen Winter nachgewiesen werden.

Weltweit werden Millionen Tiere jedes Jahr für den Handel mit Pelzen getötet, allein über 50 Millionen Tiere in Pelztierfarmen, um ihre Felle zu Mänteln, Jacken oder Mützen zu verarbeiten.

Auch der Deutsche Tierschutzbund fordert deswegen ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland. Länder wie England, Schweiz, Schweden und Österreich haben es vorgemacht, auch die Niederlande oder Kroatien gehen diesen Weg. Recherchen des Deutschen Tierschutzbundes haben ergeben, dass es zurzeit noch acht Pelztierfarmen in Deutschland gibt.

Seit 2007 haben zwar 19 Pelztierfarmen geschlossen, die verbliebenen klagen allerdings fast alle aktuell gegen die geltenden höheren Tierschutzauflagen und weigern sich diese umzusetzen. Die in den Farmen gehaltenen Jungtiere werden jetzt im Spätherbst/ Frühwinter im Alter von ca. sechs bis sieben Monaten mittels Kohlendioxid oder -monoxid getötet. Die Zuchttiere bleiben zurück und es ist zu befürchten, dass auch nächstes Jahr wieder Nachwuchs in die alten Käfige hereingeboren wird. Die Nerze müssen somit weiter in apfelsinenkistengroßen Käfigen dahinvegetieren, anstatt sich wenigstens in den ihnen rechtlich zustehenden drei qm Mindestfläche bewegen zu können.

Am 8. November sind tausende Menschen in Oslo und 14 weiteren Städten in Norwegen auf die Strasse gegangen, um gegen die Pelzindustrie zu protestieren. Diese Demonstration gegen Pelz war bisher die grösste in Europa.