Die Zeit laeuft ab – Tier und Erde brauchen uns

Letzter Teil: Tierschutz in Israel

Der vorlaeufig letzte Teil unseres Berichtes ueber den Tierschutz in Israel bringt uns wie versprochen einige neue Ueberraschungen, wovon ich die erste gute Nachricht nicht mehr zurueckhalten moechte! Als ich diese vierteilige Reihe ueber die israelischenTierschuetzer vor ca. vier Wochen begann, war der prozentuale Anteil der Vegetarier in Israel bei 10%, erhoehte sich aber inzwischen und waehrend dieser Reihe auf 12% und vor ein paarTagen erfuhr ich, dass er bei den jungen Israelis bereits schon 18% betraegt, und d.h. vegetarisch und vegan, Tendenz steigend, wie uns der Titel auf dem naechsten Bild sagt:

Und das naechste Bild zeigt uns, dass imUnterschied etwa zur Schweiz, wo Veganer als dienstuntauglich gelten, diese in der israelischen Armee ganz spezielle Vorzuege geniessen! Uebersetzung:

Vegane Soldaten erhalten Kunstlederstiefel
Vegane Soldaten erhalten eineZulage, um sich spezielles Essen kaufen zu koennen
Vegane Soldaten koennen die Impfung verweigern, wenn diese auf Tierversuchen basiert

Nun moechte ich euch einen Mann vorstellen, den wahrscheinlich viele Tierschuetzer unter den Lesern bereits kennen – den Holocaust-Ueberlebenden und grossen Tierrechtler Dr. Alex Hershaft, Obmann und Gruender von Farm http://blog.Farmusa.Org/tag/alex-hershaft/. In seiner Eigenschaft als Tierrechtler spannt er die Bruecke zwischen Israel und Amerika und verbindet so die wichtigsten Elemente betreffend Tierrechte und allem, was dazugehoert! Ausserdem hat er neulich eine Spezialwebseite ins Leben gerufen, auf welcher Ueberlebende des Holocaust und deren Familien ueber das Thema Tierquaelerei in bezug auf den eigenen Leidensweg eine Parallele ziehen und ausgiebig zu Worte kommen! Dort befinden sich auch Statements von Dr. Helmut Kaplan und Nobelpreistraeger Jm Coetzee. Da die Webseite in englischer Sprache gehalten ist, stelle ich mich fuer eventuelle Üebersetzungen zur Verfuegung, wenn der eine oder andere Leser dies wuenscht. Hier ist der link: http://neveragain.Org.Il/en/

Aber nicht ’nur‘ der israelische Praesident ist Vegetarier, sondern zwei grosse Maenner Israels, die wir eben erst verloren haben, waren ebenfalls beide aus Tierschutzgruenden Vegetarier:

Uebersetzung des Bildtextes: Wir betrauern den Verlust eines der ersten Minister, welcher sich fuer die Tiere einsetzte. Als Erziehungsminister verbot er die Sektion von Tieren an den Schulen, als Umweltminister erreichte er ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Ausserdem ist Israel das erste Land der Welt, welches Tierversuche fuer Kosmetik verbot, foerdert das groesste Veggie-Festival der Welt und installiert in allen Schlachthoefen des Landes Ueberwachungs-Kameras!

Nun kommen wir aber wieder zu jenen, die noch hier sind und in erfreulicher weise von sich reden machen, denn auf dem naechsten Bild sehen wir in der Mitte (ich weiss leider nicht, wer der Herr zur linken Seite ist, da der Text in hebraeischer Sprache geschrieben steht), also in der Mitte sehen wir den grossen Tierrechtler Adi Gil (nach ihm benannt hatte Captain Paul Watson eines seiner Schiffe) und zur rechten Tzipi Livni, welche seit ihrem 12. Lebensjahr aus tierrechtlichen Gruenden Vegetarierin ist.

Auf dem naechsten Bild sehen wir den grossen Tierrechtler und Vegetarier David Rosen im Tierschutzgespraech mit Prof. Richard Schwartz, Obmann der Jewish Vegetarians of North America (http://jewishveg.Com/) Das Gespraech der beiden kann auf Youtube angesehen werden fuer diejenigen, welche english verstehen.

Benjamin Nethanyahu und seine Frau Sara sehen wir auf dem folgenden Bilde im Gespraech mit der Tierrechtlerin und TV-Persoenlichkeit Miki Heimovich! Benjamin Nethanyahu blaettert im Buche ‚Tiere essen‘ von Jonathan Safran Foer. Er und seine Frau sind daran, Vegetarier zu werden, essen bereits kaum Fleisch, ihr Sohn ist seit zwei Jahren Vegetarier und der Vater seiner Frau Sara war einer der ersten Veganer Israels! Sie erinnert sich!

Auf dem nachfolgenden Bild sehen wir Benjamin Nethanyahu mit seinem Hund Kaiya

Übersetzung der Worte von Benjamin Netanyahu:
„Ich realisierte, dass Tiere bewusster sind, als wir dachten!
Es beschaeftigt mich und gibt mir sehr zu denken.“

So, liebe Leser, jetzt naehern wir uns langsam dem Ende unserer Tierschutz-Reise nach Israel, aber ich habe da noch ein Kleinod zurueckgehalten, welches ich zur Kroenung und zum Abschluss allen Lesern noch vorstellen und den seit langem hier verweilenden Lesern nochmals in Erinnerung rufen moechte! Meine langjährige Freundin Marion Bienes, welche bereits in unserer Reihe ‚Menschen mit Herz und Verstand‘ seinerzeit bei uns zu Gast war und erst kürzlich im hohen Alter verstorben ist, bleibt für immer in meinem Herzen! Hier der Link zu meinem damaligen Aufsatz, welcher ihre ganz spezielle Lebensgeschichte erzaehlt und was sie mit mir und uns allen verbindet! Ich moechte nochmals wiederholen, dass Marion Holocaust-Üeberlebende von Bergen-Belsen war und ihr ganzes Leben bis ins hohe Alter dafuer einsetzte, den Tieren zu helfen und uns Menschen immer wieder auf die Parallele des Holocaust am Menschen und dem Holocaust am Tier hinzuweisen! Hier der Link zu meinem damaligen Beitrag „Menschen mit Herz und Verstand: Marion Bienes“

Und hier noch einige Bilder von ihr:

Nun ist es an der Zeit, von Israel, welches bereits von den zarten Sonnenstrahlen des werdenden Tages beruehrt ist, bis auf weiteres Abschied zu nehmen. Ich wuensche diesem Land, dass es in der Zukunft vielleicht das erste sein wird, welches die Schlachthoefe schliesst und wo es keine Kaefige mehr geben wird! Ich wuensche Israel endlich Frieden und jenes aufatmen, wo man zu den Kindern sagen kann: Rennt raus in die freie Landschaft zum Spiele, nehmt die Tiere mit, um mit ihnen zu ruhen im Schatten der alten Olivenbaeume und zu trinken vom frischen Wasser der Quelle – und den Rosenduft einatmen, der vom Hermon herueberweht und das Land eintaucht in goldene Sonnenauf- und Untergaenge – und durchschreitet das Tor der Erloesung aller Lebewesen.

Liebe Grüsse von Siraganda

Advertisements

Menschen mit Herz und Verstand: Marion Bienes

Es gibt einen Spruch, der da lautet: Engel kann man nicht kaufen, aber man kann ihnen begegnen.
So ein Engel ist Marion Bienes, der ich 1985 in Zuerich in der Schweiz begegnet bin.
Meine Tierschutzfreunde fuehrten mich zum Limmatquai, wo ich schon von weitem den Kaefig erblickte, in dem sich Marion einschloss, umgeben von einer Menschenmenge. Marion reiste mit diesem Kaefig rund um die ganze Welt, auch per Flugzeug, bis nach Amerika, um gegen alle Tierquaelerei und fuer die Menschenrechte zu protestieren.

tmfilxby

Marion protestiert gegen den grausamen Umgang mit Tieren.
Auf dem Schild ist ein Spruch in hollaendischer Sprache von Albert Schweitzer zu lesen.
Frei übersetzt :
„Die Menschheit wird solange leiden, bis sie die Tiere besser behandelt“.

irxyoj7g

Eines ihrer vielen Engagements:
Die Menschen aufzuklären und sie für die Sache der Tiere zu gewinnen.

Anlaesslich der gesamtschweizerischen Franz Weber Abstimmung zur Abschaffung der Tierversuche kam Marion Bienes nach Zuerich, um uns in unserem ungleichen Kampf gegen die Chemielobby zu unterstuetzen. Ich wusste, dass sie nicht lange bleiben konnte, aber es stand fuer mich ausser Frage, dass diese wunderbare Frau nicht in enem Hotel schlafen musste und ich bot mich spontan an, sie waehrend ihres Zuerich-Aufenthaltes zu beherbergen.
Sie nahm freudig an und so lernten wir einander naeher kennen! Wie erstaunte ich aber, als ich ihre Lebensgeschichte erfuhr!
Als wir abends zusammensassen und ueber das Leid in der Welt klagten, krempelte Marion ihren Aermel hoch und da sah ich sie: die eingebrannte Nummer aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ich war wie versteinert: der Kaefig, die Nummer, auf dem Tisch die Horrorbroschuere von Hans Ruesch ueber gefangene Labortiere – eine mich sehr bestürzende  Situation…
Aber gehen wir zeitlich noch etwas zurueck :


Marion Bienes, die am 29. August 1925 geboren wurde, verbrachte eine intakte Jungend und wurde ein wunderschoenes junges Maedchen (Ballett-Taenzerin) bis das unfassbare geschah.
Sie lebte damals zusammen mit ihrer Familie und ihrem jungen Freund in Holland, aber da sie und die ihren juedischen Glaubens waren, mussten sie wegen der aufkommenden Nazi-Herrschaft ein Versteck suchen und fanden dieses bei einem Milchmann. Dieser wurde aber verraten und alle wurden verhaftet. Marion kam zuerst ins politische Staatsgefaengnis, anschliessend ins Konzentrationslager Westerborg, danach mit ihren Angehoerigen ins Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Hier erlitt sie schreckliches, wobei ich mit meinen Fragen nicht in sie dringen wollte, um nicht den ganzen Schmerz wieder heraufzuholen. Nach der Befreiung war Marion die einzige, die von ihrer Familie uebrigblieb. Und so reist sie nun um die Welt, um gegen die Ungerechtigkeit allem Leben gegenueber zu protestieren.
Sie schrieb inzwischen auch ein Buch (leider bis jetzt nur in englischer Sprache erhaeltlich, ich werde aber versuchen fuer sie dieses Buch zu uebersetzen) mit dem Titel: ‚Why the horses?‘ (Warum die Pferde?) in Erinnerung der Rettung des Volkes Israel bei der Durchwanderung des Roten Meeres. Anschliessend fluteten die Wasser zurueck und ertraenkten die aegyptischen Soldaten und deren Streitwagen – und die Pferde.
Warum die Pferde? Diese Frage stellt sich Marion Tag und Nacht! Und wenn sie am Abend mit Traenen in den Augen in ihrem Rollstuhl in Jerusalem sitzt, so dringt diese Frage auch zu mir und ich hoere in der Dunkelheit ihre Stimme, die bis an mein Lebensende in meinem Bewusstsein klingen wird – und ich bin Marion unendlich dankbar fuer alles, was sie in ihrem wunderbaren, reich erfuelllten Leben Gutes getan hat und auch heute noch von ihrem Platz ausstrahlt. Moegen auch diese Zeilen hinausstrahlen in die Welt als Mahnmal fuer alle Lebendigen!
Marion ist heute 86 Jahre alt und hat einen wunderbaren Sohn, der ein hoher Richter ist in Israel und der Hauptanklaeger war im Prozess gegen den Kriegsverbrecher Demianuk. Zu Marions 81. Geburtstag schenkten ihre Lieben der Mutter einen Grabstein mit den Inschriften der umgekommenen Angehoerigen am Erinnerungsort des Massengrabes Bergen-Belsen, wo sie auf dem mich sehr erschuetternden Foto inmitten des bluehenden Heidekrautes zu sehen ist. Besonders da ich Marion ja persoenlich kenne, hat mich dieses Foto tief aufgewuehlt.

Ich danke Marion nochmals fuer ihren mutigen Einsatz gegen die Ungerechtigkeit in jeglicher Form, und auch dafuer, dass sie mir die Erlaubnis erteilt hat, ihre tief beruehrenden und eindruecklichen Bilder fuer den Blog http://www.wolodja.blog.de zu verwenden.

Hier noch die Websites der Tierschutzorganisationen in Holland,
in die Marion persoenlich impliziert ist:
www.eceae.org
www.edev.nl
www.3dayz.com
Und hier noch ein link zu Marionspersoenlicher Website:
www.marionbienes.com
Hier kann auch ihr Buch ‚Why the horses?‘ in englischer Sprache bestellt werden.

Ganz liebe Gruesse von Siraganda und in tiefer Dankbarkeit an Marion