Eine dunkle Stunde für den Tierschutz in Deutschland!

Rebloggt von Tierschützerin Bettina Schneider auf guteskarmatogoblog.wordpress.com

Unfassbar: Tierleid Befürworterin Glöckner hält die Laudatio für den deutschen Tierschutzpreis!

Wer wurde vom deutschen Tierschutzbund als Rednerin zur Verleihung des deutschen Tierschutzpreises eingeladen? Da kommt ihr nie drauf! Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, die mit ihrer Partei unter anderem dafür verantwortlich zeichnet, dass

  • Wildtiere nach wie vor im Zirkus leiden
  • grauenhafte Tierversuche, die nach EU Recht jederzeit verboten werden könnten, weiterhin erlaubt sind
  • Ferkel nach wie vor ohne Betäubung kastriert werden dürfen
  • Küken bei lebendigem Leib geschreddert werden
  • Auslands- Qualtransporte weiterhin erlaubt sind
  • Verzichtbare Pflicht-Tierversuche für Studenten weiterhin zwingend sind
  • Totschlagfallen bei der Jagd weiterhin erlaubt bleiben
  • Schmerzhafte Brandzeichen weiterhin erlaubt sind (die Tiere erleiden hochgradige Verbrennungen!)
  • Tierheime nach wie vor keine Unterstützung aus dem Bundeshaushalt erhalten
  • Mastbetriebe nur alle paar Jahre kontrolliert werden
  • Rinder weiterhin dauerhaft im Stall angekettet sein dürfen
  • es nach wie vor keine flächendeckende Videoüberwachung in Schlachthöfen gibt, die die schlimmsten Missstände und Misshandlungen aufdeckt
  • Aktivisten, die all diese Missstände dokumentieren, härter bestraft werden sollen.

Ja, all das Blut, all das Leid und all die ungehörten Schreie hat Frau Klöckner mit zu dieser Veranstaltung getragen. Sie stimmte mit ihrer Partei bisher konsequent gegen sämtliche Bemühungen, das unsagbare Leid der Tiere zu verringern und was noch schlimmer ist, sie duldet, dass selbst EU Regelungen umgangen werden, die Tierversuche einschränken würden. Sie schützt Tierquäler, indem sie die Aufdeckung der Missstände in den Ställen, durch härtere Strafen unterbinden möchte, sie fordert harte Strafen für jeden, der das stille Leid dort, durch Fotos und Video Aufzeichnungen dokumentiert.

Die Festrednerin auf einer Veranstaltung für den Tierschutz zeichnet mitverantwortlich, für millionenfaches, grauenhaftes und vermeidbares Tierleid!

Wäre es nicht so erbärmlich traurig, was sich die Verantwortlichen hier geleistet haben, wie sie Tierschutz in den Schmutz gezogen haben, mit dieser Wahl – dann wäre das die reine Comedy. Leider war es Realität und zeigt deutlich, wie diese Veranstaltung zu werten ist. Um Tiere ging es dabei offensichtlich nicht!

Das war eine dunkle Stunde für den Tierschutz in diesem Land und viele Unterstützer des deutschen Tierschutzbunds fragen sich zu Recht, welchen Sinn eine Veranstaltung, wie der „Deutsche Tierschutzpreis“ haben soll, wenn dort Politiker eine Bühne finden, die notwendigen und konsequenten Tierschutz radikal mit Füßen treten!

Hier noch ein Beispiel, für den „heldenhaften“ Einsatz dieser Frau für den Tierschutz:
Frau Klöckner hätte jederzeit die Möglichkeit, DAS zu beenden, hat es aber nicht für notwendig befunden:

Die FDP und die Grünen haben zwei unterschiedliche Anträge zum Thema Tiertransporte im Agrarausschuss des Bundestages abstimmen lassen. Die Anträge zielten darauf ab, die Vorgaben für Lebendtiertransporte strenger zu fassen. Beide wurden mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen abgelehnt. (Quelle Top Agrar News 26.9.2018)

Noch ein Beispiel betreffs weiterhin erlaubter verbrecherischer Tierversuche:

„Ratten und Mäuse werden zur vorgeblichen Depressionsforschung so lange zum Schwimmen gezwungen, bis sie vor Erschöpfung und Verzweiflung aufgeben und aufhören zu schwimmen. Oder ihnen werden über den Käfigboden Elektroschocks verabreicht, denen sie nicht entkommen können, bis sie nicht mehr hochspringen und den Schmerz über sich ergehen lassen. Schon die Namen dieser Versuchsmethoden – „Verzweiflungstest“ und „Erlernte Hilflosigkeit“ – lassen erahnen, was die Tiere erleiden müssen. Nach den Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie könnten solche Praktiken verboten werden. Deutschland hat jedoch bei der Umsetzung dieser Richtlinie in nationales Recht verfassungswidrigerweise ein Schlupfloch genutzt, um auch die schwerstbelastenden Tierversuche weiter zu erlauben“, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, Vorstandsmitglied des Ärztevereins.“

Meine Botschaft an die Adresse des Deutschen Tierschutzbundes:

SCHÄMT EUCH!!! SCHÄMT EUCH IN GRUND UND BODEN ANGESICHTS EURES VERRATS AN DEN TIEREN!!!

Advertisements

Über scheinheilige Kirchen, die mich einfach nur noch anwidern – Teil 2

Fortsetzung des gestrigen Eintrages:

Hier noch einige sehr lesenswerte Reaktionen auf diesen von Dr. Gunter Bleibohm verfassten Offenen Brief vom 7. August 2008 an den Bischof zu Speyer namens Dr. Wiesemann:

  • Das ist ein schweres Geschütz, hervorragend formuliert! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

  • Habe Deinen Brief ausgedruckt und schon einigen per Mail zum lesen geschickt mit einer hervorragenden Resonanz. Ich glaube , die Menschheit muss nur einen Anstoß bekommen.

  • Dieser Brief ist super und ich würde gerne das Gesicht des Monsignore beim lesen sehen!

  • Der Brief ist Spitze …

  • Ein sehr guter Brief!

  • Ihrem offenen Brief können wir nur in allen Punkten voll zustimmen und hätten ihn selbst nicht treffender formulieren können – Chapeau! Wir hoffen für Sie, für uns und natürlich besonders für unsere Schutzbefohlenen, dass hiermit selbst bei einem solchen Fossil (das vermutlich der Inquisition näher steht als der Menschlichkeit) der Ansatz eines Denkens – vielleicht sogar eines Umdenkens! – ausgelöst wird.

  • Dem Herrn Bischof muß von mehreren Seiten eingeheizt werden. Wir sollten keine Chance verpassen, um das brennende Problem „Tierschutz und Kirche“ auch für die Massen-Medien interessant zu machen.

  • Na, das paßt doch wieder zu den Verkündern des Evangeliums, den Bewahrern der Schöpfung, den Nachfolgern Jesu.

  • Warum waren die Jäger in der alten Kirche nicht zum Abendmahl zugelassen? „Die Jäger gehören zu unseren treuesten Kirchenmitgliedern; wir wollen sie auf keinen Fall verärgern.“

  • Und seine Gesinnungsgenossen sollte man dahin schicken, wo sie hin gehören – in die Hölle!!! Die Pfaffen haben im Laufe der Jahrhunderte mehr als genug verbrochen, an den Menschen und erst recht an den Tieren!

  • Ich habe mir schon seit Jahrzehnten abgeschminkt, dass irgendwelche Kirchenvertreter sich für etwas anderes interessieren als für ihren eigenen Status. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass es nur verschwindend wenige Gottesdiener gibt, die die Liebe und Achtung zur und vor der Schöpfung tatsächlich innehaben und praktizieren. Auch aus diesem Grund habe ich mich seinerzeit von der Institution Kirche insgesamt losgesagt und unterstütze mit der eingesparten „Kollekte“ und Kirchensteuer lieber direkt da, wo es wirklich ankommt.

  • Es ist unglaublich, dass ein Kirchenvertreter, der im Licht der Öffentlichkeit steht, sich dermaßen pöbelhaft und unkultiviert verhält. Eine Absage hätten diese barmherzigen Samariter auch anders hingekriegt…

  • Ein sehr guter Brief an den Bischof von Speyer.

  • Und nun Herr Bischof? Wie viel Mitglieder werden der Kirche nun wieder davon laufen??? Wird Ihr Herr Sie nicht eines Tages vor seinen Richterstuhl zitieren und Sie fragen, wie Sie seine Herde gehütet haben? Oder glauben Sie nicht an das, was Sie predigen, da Sie dem doch mit dem größten Gleichmut entgegen zu sehen scheinen?

  • Was hat denn die Kirche jemals für die Menschen und Tiere getan? Wie kann man von dieser Kirche erwarten, dass sie sich für die Tiere einsetzen, wenn sie dies nicht einmal für die Menschen tun. Es ist eine verlogene Gesellschaft. Gerade die Kirche ist für die Verfolgungen verantwortlich, gerade die Kirche segnet Jäger und Gejagte!  Gerade diese Kirche hat ca. vor 3 Jahren in Deutschland die Schulung für erneute Teufelsaustreibung eingerichtet, still und heimlich. War es nicht genau diese Kirche, die schwarze Katzen, Frauen, Männer und Kinder verfolgt und gequält hat. Sie sind die Diener des Satans. Es sind die Kardinäle, die Pfarrer, die den Stierkampf segnen, es sind  die gleichen Kirchen-Oberhäupter, die in Spanien bei allen Kirchlichen Festen  schreckliche Tierverstümmelungen zulassen (den Gänsen die Köpfe abschlagen, Ziegen aus dem Kirchenfenster werfen, Mäuse, Hamster, junge Kätzchen in Dosen an die Wand werfen usw.) Was erwartet ihr von solchen Fehlgeleiteten?

  • Man, man, man. Bin ich froh, dass ich seit gut 30 Jahren einem solch scheinheiligen Verein nicht mehr angehöre. Aber heute Abend werde ich doch noch einmal ein Gebet sprechen: „Mein Gott, wenn es dich irgendwo gibt, gib denen, die noch in der Kirche sind, endlich die nötige Einsicht auszutreten.“ Die gesparte Kirchensteuer ist im Tierschutz wahrhaftig besser angelegt. Und die Zeit, in der ihr sonst in der Kirche hockt, geht lieber mit den Hunden aus einem Tierheim im Wald spazieren. Oder unterstützt die Tierschützer auf andere Art und Weise. Was die Religion bisher an Unheil über die Erde gebracht hat, lässt sich wohl kaum jemals wieder gutmachen.

  • Was für ein erbärmliches Armutszeugnis dieser Antwortbrief eines Bischofs doch ist. Dieser Verein, der sich Kirche nennt, hat noch nie nach Jesu Gebot gelebt. Jesus drehte sich im Grab herum, wenn er sehen könnte, wie die Kirche Reichtümer angehäuft hat und was sie in seinem Namen durch die Geschichte hindurch bis heute alles verbrochen hat. Es wäre schon längst höchste Zeit, daß Gott, falls es ihn gibt, die Menschheit ausgelöscht haben sollte, jedenfalls deren einen Teil. Für mich gibt es keinen Gott, und wahrscheinlich wissen Sie und die Kirchenoberen das genauso gut, denn sonst hätte die Kirche ihre Missetaten durch die Jahrhunderte sicher nicht verübt . Die sog. Staatskirchen haben Tiere, Naturschutz und Tierschutz noch nie interessiert. Die wissen gar nicht, was das ist. Im Gegenteil, gegen Gottes und Jesu Gebot gehen deren Mitglieder auf die Jagd (oder zum Angeln) und ermorden die Tiere oder verletzen sie schwer, was noch schlimmer ist. Danach feiern diese erbärmlichen Lusttiermörder sich und ihre Jagdkumpane in ihres Gottes heiligen Hallen mit Hubertusmessen. Dabei verhöhnen sie auch noch den heiligen Hubertus. Unglaublich, was die Kirchen und ein Teil ihrer verheuchelten Mitglieder sich heute immer noch leisten! Dafür lassen die Kirchenführer sich von ihren „Schafen“ auch noch gut bezahlen.  Möge ihr Gott es ihnen endlich heimzahlen!!! Aber da es keinen gibt, müssen die
    Menschen das selbst in die Hand nehmen.

  • Deinem Brief ist nichts mehr hinzuzufügen. Wer dieses Anliegen ignoriert oder nicht versteht, ist im schlimmst denkbaren Grade ignorant bzw. verständnislos/dumm. Ich fürchte, Herr Wiesemann ist beides und wird unverständliche Worte finden, Eure Botschaft wegzudrehen, so, wie er und seine Kirchenkumpane seit 2000 Jahren Wahrheit verdrehen, unsinnige Worte und Inhalte schöpfen und über die Hirne der ihnen glaubenden, ebenso bornierten ZeitgenossInnen schütten. Was für ein grandioser, selbst-heiliger Betrug.

  • An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass sowohl meine Frau als auch ich, uns den Ausführungen der Herren Dr. Bleibohm und Hoss voll umfänglich anschließen. Mehr noch: Wir sind der Auffasung: Unschuldiges, gesundes Leben gnadenlos auszubeuten, einzusperren bzw. bewusst und mutwillig auszulöschen, welches der Mensch nicht im Stande ist wieder hervorbringen zu können, ist und bleibt ein Verbrechen und eine christliche Schande dem Schöpfer und dem Leben gegenüber. Es steht umissverständlich als fünftes Gebot in der Bibel: „Du sollst nicht töten!“ Diese Aufforderung schließt auch die Tiere absolut mit ein und muss vor allem von der Kirche bzw. von deren Repräsentanten, mit aller gebotenen Entschiedenheit engagiert eingehalten und verteidigt werden.

  • Ich möchte demnächst das Thema „Kirche und Tiere“ eröffnen, da uns gerade die Parteien mit dem großen „C“ enorme Steine bei unserem Engagement für die Schließung der Delfinarien in den Weg legen (sprechen sich für die Haltung der Delfine in Gefangenschaft aus, lehnen unser gefordertes Importverbot für Walartige ab, stimmen dem Ausbau der Anlage in Nürnberg zu, usw.) und sich die Kirchen zu diesem Thema ausschweigen.


Und hier auch noch die „Laudatio“ für Herrn Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
anlässlich der Verleihung des IGNORO 2008

Sehr geehrter Herr Dr. Wiesemann,

es ist vollbracht!  Sie sind der Sieger des IGNORO 2008, durch den eine Person ausgezeichnet wird, die sich in besonderer Weise gegen den Tierschutzgedanken „verdient“ gemacht und sich beispiellos für die Beibehaltung von Tierleid und Tierelend eingesetzt hat. Freuen Sie sich über das Bild des überfahrenen Igels IGNORO, der mit einer Reifenspur über seinem Rücken symbolisieren soll, wie dank Ihrer Unterstützung der Tierschutzgedanke unter die Räder kommt bzw. gekommen ist.
Herr Dr. Wiesemann, Sie haben sich gegen stärkste Konkurrenz durchgesetzt und konnten folgende Mitbewerber hinter sich lassen:

1.  Landrätin Theresia Riedmaier, Landau
Frau Riedmaier steht als Symbol für Lobbyismus der Jäger in der Südpfalz. Sie hält schützend ihre Hand über die ihr unterstellten Behörden wie Untere Jagdbehörde, Natur- und Umweltamt usw. des Landkreises Südliche Weinstraße. Mutmaßliche Dienst- und Rechtsverstöße der Behörden haben kaum Chancen zur Ahndung, wichtige Instrumente eines demokratischen Systems werden unprofessionell gehandhabt. Somit kann in diesen Behörden der Lobbyismus siegen, Belange des Tier- und Umweltschutzes werden unter den Teppich gekehrt.

2.  Rechtsanwalt und Jäger-Kreisgruppenvorsitzender Dieter Mahr, Bad Bergzabern
Rechtsanwalt Mahr ist aufrichtig bemüht, Tierschützer zu diskreditieren und Jagdvergehen seiner Jägerklientel zu bagatellisieren und zu rechtfertigen. Auch zeigte er schon Bestrebungen, Tierschützer den Zugang zum Wald gerichtlich einschränken zu lassen. Herr Mahr – ein Mann des Rechts!

3.  Landtagsabgeordneter Dr. Gebhart, CDU
Als Mitglied des Umweltausschusses von Rheinland-Pfalz setzt sich Dr. Gebhart u.a. für eine Kormoran-Abschussverordnung und für die Abschaffung der Fütterungsverordnung ein. Der geneigte Wähler, der bei Herrn Dr. Gebhart Sachkompetenz vermutet, wird jäh enttäuscht: Gebhart plädiert in der Presse für eine Kormoran-Abschussverordnung wegen der hohen Schäden durch die Vögel, kann die Schäden jedoch weder benennen noch quantifizieren. Auch die Entwicklung der Populationszahlen der Vögel sind ihm unbekannt. Sein scheinbar fundiertes Urteil stützt er auf eigene Beobachtungen: er sehe ja beim Spazierengehen, wie Kormorane die Fische fressen und somit entstünde der Fischerei Schaden.
Dr. Gebhart – ein Politiker unserer Zeit, aktuell auf dem Weg nach Berlin!

4.  Frau Dr. Heckel, Tierheimleiterin Landau Frau Dr. Heckel führt einen Hundeknast! Seit rund 5 Jahren ist sie bemüht, die Situation der Tiere zu verschlechtern statt zu verbessern: Tiervermittlungen  pro iure animalis werden behindert, ehrenamtliche Helfer schikaniert, Tiere in lieblosen Betonboxen in „Isolationshaft“ gehalten. Tiere werden zu Langzeitinsassen und es kann passieren, dass sie ohne triftigen Grund zur Giftspritze greifen will. Und dieses „Engagement“ von Frau Dr. Heckel wird aus Geldern des Tierschutzes finanziert.

Doch nun zu Ihren Verdiensten.
Bischof Wiesemann, als Vertreter der katholischen Kirche in der Pfalz, vertreten Sie somit auch die Position der katholischen Kirche, des Vatikan, in Sachen Tierschutz. Aber wie konnten wir überhaupt auf die Idee kommen, Tierschutz von ihnen einzufordern, wo doch der Vatikan noch nicht einmal die Menschenrechtserklärung von den Vereinten Nationen, welche in diesen Tagen ihr 30-jähriges Bestehen feiert, unterschrieben hat?
Heißt es hier doch in Artikel 2 so schön: „Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“
So sind Sie – quasi von Beruf aus – ein typischer Vertreter des Speziesismus. Haben doch in den vergangenen Jahrhunderten Vertreter der Kirche Rassismus, Sklaverei und Unterdrückung der Frauen gebilligt, gepredigt und verteidigt. Zur Erinnerung und Gedächnisstütze einige Anmerkungen der Kirchenväter zur Unterdrückung der Frau; die wesentlich umfangreicheren Ausführungen zum Rassismus, speziell gegenüber Juden, und zur Sklaverei sparen wir an dieser Stelle aus.

Kirchenlehrer Augustinus, mit dem schönen Beinamen  lumen ecclesiae , das Glanzlicht der Kirche, erklärt das Weib für ein minderwertiges Wesen, das Gott nicht nach seinem Ebenbild geschaffen hat. 
Johannes Chrysostomos: „Wenn sich die Frau ihrem Mann, der ihr Haupt ist, nicht unterwirft, ist sie desselben Verbrechens schuldig wie …“ etc. 
Thomas von Aquin, zu dem Sie ja eine besondere Affinität haben, meint hierzu: „Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte zum Vollkommenen“ und „femina est mas occasionatus“ : die Frau ist ein misslungener Mann!

Jedoch eine Laudatio ist keine Vorlesung zu den Verbrechen der Kirche, aber die Basis Ihres Speziesismus hat tiefe Wurzeln. Vor diesem historischen Hintergrund werden nach wie vor Hubertusmessen in Ihrem Bistum abgehalten. Bei diesen Hubertusmessen wird der Tod von 5,5 Millionen Wildtieren jährlich zum Lobe des Herrn sanktioniert und den Jägern der kirchliche Segen für Ihr Tun und Handeln erteilt – die Lust am Töten gesegnet!
So gesteht die Kirche den Tieren bis heute keine Seele zu, wie sie in der Vergangenheit – denken Sie nur an das Massaker an den indianischen Ureinwohnern – auch Menschen anderer Rassen abgesprochen wurde! Aber der Irrsinn hat System, um das schwärzeste Verbrechen aller Zeiten, den Holocaust an den Tieren, zu rechtfertigen. So schreibt Ihr Kollege von der evangelischen Fakultät, Karl Barth: „Tiertötung ist im Gehorsam nur möglich als ein im tiefsten ehrerbietiger Akt der Buße, der Danksagung, des Lobpreises des begnadigten Sünders gegenüber dem, der der  Schöpfer und Herr des Menschen und des Tieres ist. Tiertötung ist, wenn mit der Erlaubnis und unter dem Gebot Gottes vollzogen, ein priesterlicher Akt …“.

Lässt sich – so fragen wir – eine größere Verhöhnung der gequälten und gemordeten Kreatur vorstellen, eine größere geistige Onanie, eine bessere moralische Demaskierung der christlichen Religion? Ist jemand moralisch skrupelloser als ein Theologe?
Sie, Herr Bischof Wiesemann, zeigten sich im weiteren auch nicht zugänglich für Sachargumente, so dass Sie bisher jegliche Gespräche mit Tierschützern abgelehnt haben. In der Öffentlichkeit sprachen Sie mit gespaltener Zunge und ließen in der Presse verlautbaren, dass Sie keine Hubertusmesse halten und auch keine forderten; trotzdem ließen Sie diese durch einen Vertreter im Speyerer Dom abhalten. Sie hielten sich streng an die Vorgaben des Paulus, des eigentlichen Erfinders des Christentums, der in seinem Römerbrief (vgl. Röm 3, 6) riet: „Denn so die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich denn noch als Sünder gerichtet werden“.

Nach allen Erfahrungen, die wir mit Ihnen machen mussten, mit Ihren intellektuellen Berührungsängsten, die gepaart sind mit einer unvergleichlichen anthropozentrischen Arroganz und genährt von antiken bis hin zu frühmittelalterlichen Wertvorstellungen und Glaubensphantasien, sind Sie ein würdiger Träger des IGNORO 2008. Wir würden uns für die Zukunft wünschen, dass auch Sie selbst „Mut zur persönlichen Verantwortung“ – nämlich der Tierwelt gegenüber – zeigen, diesen Mut, den Sie so schön in Ihrer Silvesterpredigt von den Menschen eingefordert haben. „Verantwortung übernehmen, auch Fehler machen und zu diesen Fehlern auch stehen“ waren Ihre Worte! Handeln Sie auch danach!
Von einem Universalgenie deshalb unsere Wegzehrung auf dem Weg in eine kritische Reflexion, ein Wort von Leonardo da Vinci: Es wird die Zeit kommen, „an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres
genau so urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen“

Quelle: http://www.pro-iure-animalis.de