Überproduktion von Haflinger – und Norikerfohlen macht sie zu „Schlachtvieh“

Der immer gleiche Grund für die alljährliche Überproduktion von Haflinger- und Norikerfohlen ist zum einen die Empfehlung, daß Stuten aus „Rentabilitätsgründen“ jedes Jahr gedeckt werden – also nicht „leer stehen“ – sollen und die Fohlen den Sommer über gerne als Touristen-Attraktion auf den Almen herhalten „dürfen“; zum anderen entsprechen nur ganz wenige der geborenen Fohlen den „Schönheitsidealen“ der Zuchtverbände und dürfen nur am Leben bleiben, wenn sie überdurchschnittlich viel Geld einbringen. So werden immer noch 70 bis 90 Prozent der wenige Monate alten – v.a. männlichen – Fohlen dieser beiden Rassen verschachert, nach Italien oder in den Osten gekarrt und zu „Rösslbraten“, Leberkäse oder Wurst verarbeitet. Dazu kommen noch diverse saftige Subventionen aus Steuergeldern der EU oder AMA bzw. Prämien der Zuchtverbände, wie etwa für „alte“ – angeblich aussterbende – „Nutztierrassen“, sowie Deckprämien oder für sog. „Elitefohlen“, welche dieses „Mords-Geschäft“ erst rentabel machen.

Bereits seit 13 Jahren arbeitet die österreichische Tierschutzorganisation ANIMAL SPIRIT daran, die Gepflogenheiten der Zuchtverbände bekannt zu machen und die überbordende „Fohlenzucht für den Schlachthof“ zumindest einzudämmen.

Hierzu Dr. Plank von Animal Spirit:

„Seit damals sind wir – oft als einziger Tierschutzverein – regelmäßig auf diversen Versteigerungen, klären Züchter und potentielle Käufer über die Folgen der Fohlenzucht auf und versuchen, so viele Pferdekinder wie möglich freizukaufen und auf kontrollierte private Plätze im In- und Ausland zu vermitteln. Seit 2003 waren es immerhin schon weit über 600! Die EU gibt fast die Hälfte ihres gesamten Budgets für Agrar-Subventionen aus, unglaubliche 60 Milliarden Euro pro Jahr! All diese Unsummen könnten genauso gut statt in noch mehr Agrarindustrie, in noch mehr Massentierhaltung, Tiertransporte und Fleischproduktion – in sinnvolle Projekte, in effiziente Förderung von wirklich artgerechter Tierhaltung, Aufklärung über gesunde, tierleidfreie Ernährung oder auch in die Erhaltung der wunderbaren Noriker-Rasse investiert werden, ohne daß diese Pferde im Kindesalter massenweise umgebracht werden müßten.“

Seit 30. August sind sie wieder in vollem Gange, die alljährlichen „Schlacht“-Fohlenauktionen in Österreich und Bayern. Am heutigen Montag wird die Tierschutz-Organisation ANIMAL SPIRIT – wie bereits seit 13 Jahren – die ersten 14 Haflinger-Fohlen, welche ansonsten garantiert zum Schlachthof nach Italien gekarrt würden, freikaufen und an ausgesuchte Privatplätze nach Österreich bzw. Deutschland bringen. Am darauf folgenden Donnerstag, den 10. September, findet die traditionelle Norikerfohlen-Versteigerung im oberösterreichischen Paura statt, wo ebenfalls ANIMAL SPIRT vertreten sein wird, um weitere 10 Fohlen für vorbestellte Plätze zu ersteigern. Die größten Noriker-Auktionen sind danach in Maishofen (Bundesland Salzburg) am 23.9. bzw. 20.10. und die größte Haflingerfohlen-Versteigerung findet am 26.9. im Tiroler Ebbs statt.

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"Kälber für die Tonne"

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat in seiner neuesten Ausgabe nun auch die Milcherzeuger ins Visier genommen. Nach Aussage des Magazins werden in Deutschland Bullenkälber illegal getötet oder dem Tod überlassen. Gründe seien das Ende der Milchquote und der Verlust des Bezugs zum Tier.

In den deutschen Milchviehställen werden immer mehr Bullenkälber heimlich und illegal getötet oder dem Tod überlassen, berichtet Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. Siehe Link: Bullenkälber werden illegal getötet

Ähnlich wie bei männlichen Eintagsküken, die geschreddert oder vergast würden, seien auch Bullenkälber von Milchkühen kaum mehr rentabel aufzuziehen und würden oft getötet – obwohl das nach dem Tierschutzgesetz strafbar wäre, so das Nachrichtenmagazin.

Bislang hätten die Milchbauern die Bullenkälber 14 Tage lang aufgezogen und dann an spezialisierte Mastbetriebe verkauft. Dort seien sie ein paar qualvolle Monate lang eng an eng in dunklen Hallen gemästet worden. Weidegang hätte es für sie nicht gegeben, auch Tageslicht hätten viele nur auf dem Weg zum Schlachter gesehen. „Es ist ein kurzes, hässliches Leben“, schreiben die Spiegel-Autoren im besagten Artikel.

Die EU und die daraus resultierenden Folgen für den Tierschutz

Von Tierschützer und Animal Spirit-Obmann Dr. Franz-Joseph Plank:

„Seit fast 30 Jahren werden auf EU-Ebene Bestimmungen erlassen, die unter dem Begriff „Tierschutz“ eingeordnet werden. So z.B. im Lissabonner Vertrag, wo sich die EU – auf dem Papier – zu dem Prinzip verpflichtet, daß „dem Wohlergehen der Tiere als fühlende Wesen“ Rechnung getragen wird. Aber die EU ist in ihrer Struktur eine reine Wirtschaftsorganisation, deshalb beziehen sich die meisten „Tierschutz“-Regelungen auch auf die landwirtschaftliche Tierhaltung und deren Tiertransporte: Lebende Tiere werden so wie Kartoffeln als „Agrarprodukte“ definiert – und leider meistens auch so behandelt“, bringt Tierschützer Dr. Franz-Joseph Plank das Hauptproblem bezüglich Tierschutz in der EU auf den Punkt.

„Die EU-Richtlinien schreiben lediglich Mindestanforderungen vor, dabei geht es nicht in erster Linie um die Tiere, sondern v.a. darum, wie man den Züchtern und Händlern das Geschäft mit Tieren vereinfachen kann. Um Tierschutz geht es lediglich insofern, als man – zur Verhinderung von Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU – erreichen will, daß durch noch mehr Tierausbeutung in einem Mitgliedsland noch billiger produziert werden könnte. Von wirklich tiergerechten Bedingungen sind diese Richtlinien meilenweit entfernt.

Die EU ist vielmehr – gemeinsam mit den USA – durch die von ihr massiv geförderte Agrar- und Tierausbeutungsindustrie Hauptverursacher schrecklichen Tierleids; außerdem für massiven Einsatz von Pharmazeutika und damit verbundenen Antibiotika-Resistenzen, großflächige Umweltschäden, Seuchen und regelmäßige Fleischskandale – die Fakten rund um die industrielle Massentierhaltung liegen auf dem Tisch. Allein im Jahr 2013 flossen in der EU 60 Milliarden Euro an Subventionen in die Landwirtschaft bzw. Agrarindustrie, das waren über 40 Prozent des gesamten EU-Haushaltes!“

Das alljährliche Leid vieler Haflinger – und Norikerfohlen

Ein wenige Monate altes Fohlen tollt fröhlich über eine Almwiese. Einen Tag später hat es sich in ein zitterndes Wesen mit weit aufgerissenen Augen auf einem Pferdemarkt verwandelt. Für die Bauern und Händler nur Fleisch zum Kilopreis. Für uns Tierfreunde allerdings immer noch ein Tierbaby, gerade der Mutter entrissen.

Deshalb ist Animal Spirit auch in diesem Jahr wieder im Einsatz, um so viele Pferdekinder wie möglich vor dem Schlachthof zu retten. Geschenkt wird ihnen hierbei jedoch nichts, denn die Aktivisten müssen jedes Fohlen freikaufen und diesbezüglich bitten sie um Spenden und rasche, größtmögliche Unterstützung.

Hinter dem Leid und Elend dieser Jahr für Jahr versteigerten Fohlen steht eine gewissenlose Überproduktion von Haflinger­ und Norikerfohlen. Der Grund dafür ist die „tolle“ Empfehlung, daß Stuten jedes Jahr gedeckt werden und nicht „leer stehen“ sollen. Aber nur ganz wenige der geborenen Fohlen entsprechen den Schönheitsidealen der Zuchtverbände und dürfen am Leben bleiben, weil sie Geld bringen. An die 90 Prozent der übrigen und erst wenige Monate alten Fohlen werden an Viehhändler verschachert, umgebracht und zu „Rösslbraten“, Leberkäse oder Wurst verarbeitet. Kaum geboren, müssen sie schon wieder eines grausamen Todes sterben.

Es sind Äußerlichkeiten, die über Leben und Tod entscheiden. Die für Außenstehende absurd anmutenden Ideale der Zuchtverbände sind für die meisten Fohlen Todesurteile. Ein kleines Fellabzeichen auf der Stirn oder am Bein genügt, eine zu dunkle Mähne, ein „zu unsportliches Erscheinungsbild“, und ein Fohlen muß sterben. Wie hartherzig und grausam sind Menschen, die sich von solch einem Denken leiten lassen???

Die Pferdemärkte sind traditionelle Ereignisse, hinter denen viele Besucher nichts Böses vermuten. Im Gegenteil. Hier können sie Pferden oder Eseln ganz nah sein, können sie vielleicht sogar streicheln. Und eben berührte die sanfte Hand eines tierlieben Menschen noch die Stirn eines Fohlens, kann es nur wenige Tage später schon der Bolzenschußapparat im Schlachthof sein. Die Menschen ahnen nicht, was es für die Tiere bedeutet, hier am Pferdemarkt zu stehen und was ihnen danach geschieht und wie viele dieser Pferdekinder direkt vom Markt weg in LKWs verladen werden, die alsbald nach Italien fahren – ins Land der
Pferdeschlachthöfe.

Pferdemärkte sind für nichtsahnende Besucher ein Volksfest, für die meisten Pferde jedoch die Pforte zur Hölle! Normalerweise sollte ein Fohlen bis zu einem Jahr bei der Mutter leben. Dann ist es entwickelt genug und die Stute entläßt es ins Leben. Die Fohlen auf den Pferdemärkten sind erst drei bis sechs Monate „alt“, also noch Säuglinge, die ihre Mutter noch brauchen. Stattdessen werden sie jedoch von den Stuten weggerissen und traumatisiert zu den Pferdemärkten verfrachtet. Von dort werden viele brutal auf LKWs verladen und müssen oft tagelange Transporte zu den Großschlachthöfen in Süditalien mitmachen. In den stickigen Hängern ist es eng, nichts als Angstschweiß liegt in der Luft, nur selten gibt es ausreichend Wasser, die Fohlen sind teilweise verletzt und in Panik. Und am Ende warten der Maststall und letztlich immer der Tod im Akkordschlachthof.

Quo Vadis Homo Sapiens ??????

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