Forschung am Menschen ein Verbrechen – Forschung am Tier Normalität?

Redebeitrag von Daniela Böhm zur Abschaffung von Tierversuchen

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Das Elend der Tiere beginnt dort, wo der Mensch einen Unterschied zwischen ihrer Leidensfähigkeit und der seinen macht. Der Speziesismus bestimmt sein Handeln und genauso bedingt sein den Tieren auferlegter Rassismus oft genug ihr Schicksal. Denn innerhalb der Tierwelt klassifiziert der Mensch und unterteilt in höher und niedriger, mehr wert oder weniger, nutzbringend oder nicht. Straßenhund oder Rassehund, Haustier oder Nutztier.

Den Rauhaardackel kann man neben dem bayerischen Löwen als das tierische Maskottchen der Landeshauptstadt bezeichnen. Schon oft habe ich mich gefragt, was wäre, wenn in der Tierversuchshochburg München statt unzähliger anonymer Mäuse, Ratten, Kaninchen oder Schweinen, auf einmal nur noch Rauhaardackel in sterilen Laboren und engen Käfigen sitzen würden? Wie würden die Menschen reagieren, wenn sie erfahren würden, dass mitten in München hinter so manch dicker Mauer Zigtausend Rauhaardackel in entsetzlichen Versuchen gequält oder zu Tode gefoltert werden? Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen auf die Straße gehen würden, nicht nur hundert oder zweihundert – nein – halb München wäre auf den Beinen, um gegen diese Grausamkeiten zu demonstrieren. Aber es geht ja nur um Mäuse, Ratten oder Kaninchen – keine Tiere, die mit dem bayerischen Rauhaardackelstatus mithalten könnten.

Gesunde Tiere werden krank gemacht, um Pharmazeutika zu erforschen, die den Menschen gesund machen sollen. Grundlagenforschung wird mit furchtbaren Experimenten an hilflosen Wesen betrieben, die der Mensch in seinen todbringenden Dienst zwingt. Es ist komplett absurd. Tierversuchsforschung ist absurd, grausam und ethisch nicht vertretbar.

Was kann uns wirklich gesund werden lassen, wirklich heil machen? Kein menschlicher Organismus gleicht dem anderen. Schon allein deshalb, weil Lebensumstände, Gewohnheiten, genetische Veranlagungen, Umwelteinflüsse, Erfahrungen, die Psyche etc. jeden Organismus prägen. Jede Entstehung von Krankheiten beim Menschen hat vielschichtige Ursachen, kein Mensch ist wie der andere, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Wie kann das Verhalten von Tieren also auf den Menschen übertragbar sein und ihre Reaktionen aussagekräftig genug, um einen wirklichen Heilungsprozess beim Menschen durch ein bestimmtes Mittel vorherzusagen?

Die Gräueltaten des Dr. Mengele und anderer Ärzte während des Nationalsozialismus sind hinlänglich bekannt und so furchtbar, dass man am liebsten nichts davon lesen oder wissen wollte. Ein Horrorfilm, der in der Wirklichkeit stattgefunden hat, ein Kapitel des düstersten Kapitel deutscher Geschichtsschreibung. Nein, ich möchte dieses Grauen, das Ausmaß dieses Grauens, dieser Tragödie, nicht vergleichen und habe die größte Anteilnahme und Trauer für die Opfer.

Aber ich stelle die Frage nach der Leidensfähigkeit. Was ist mit der Leidensfähigkeit anderer Wesen, denen man grauenvolle Experimente im Namen einer vermeintlichen Wissenschaft antut? Ist sie beim Tier anders als beim Menschen? Ist die Todesangst eine andere? Das Empfinden von Schmerz, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Hunger oder Durst?

Die tierexperimentelle Forschung liest sich wie ein Sammelsurium aus einem Gruselroman. Mäuse müssen beispielsweise für die Erforschung von Depressionen bis zur Erschöpfung schwimmen oder werden mit Elektroschocks so lange malträtiert, bis jeglicher Wille gebrochen ist. Ein Ulmer Wissenschaftler hat zwanzig Jahre lang Skorpione in den Weltraum geschickt, festgetuckert auf einer Platte, um den Einfluss der Schwerkraft auf die Tiere zu untersuchen. Jungen Ratten wurde Alkohol in die Bauchhöhle injiziert, um zu beweisen, dass Alkohol für Jugendliche schädlich ist. Sind derartige Foltermethoden in irgendeiner Weise zu rechtfertigen?

.Wenn man sich mit der unendlich langen Liste der Tierversuche beschäftig, bleibt nur das blanke Entsetzen über Ärzte und Wissenschaftler zurück, die Qual, Folter und Tod billigen und im Namen derer gutheißen, die krank sind. Oder eben um des eigenen Ruhmes willen. Es ist eine bittere und traurige Wahrheit, dass Tierversuche in wissenschaftlichen Kreisen immer noch anerkannt sind und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften unter Bezugnahme dieser, einen wichtigen Meilenstein auf der Karriereleiter eines Wissenschaftlers bedeuten.

Die tierversuchsfreie Forschung ist – wenn auch langsam – auf dem Vormarsch. Sie wird jedoch von Pharmakonzernen und der Politik noch viel zu wenig unterstützt und vorangetrieben. Wenn Tiere mit uns kommunizieren könnten, wenn wir sie wirklich verstehen könnten, was würden wir ihnen antworten auf die Frage, warum sie so viel unsägliches Leid durch den Menschen erdulden müssen?

Hat der Mensch das Recht, sich über andere Wesen auf diesem Planeten zu stellen? Rechtfertigen die Unterschiede zwischen Mensch und Tier, das Anderssein, sowie die Tatsache, dass Tiere nicht reden können oder das gleiche Bewusstsein haben, die Leiden, die er ihnen zufügt? Rechtfertigt es Ausbeutung, Tod, Missbrauch, Qualen und Folter? Soll das die Rechtfertigung für Tierversuche sein?

Es ist eine kalte, vom anthropozentrischen Denken geprägte Rechtfertigung. Sie ist ohne Herz und Gefühl, sie stellt den Menschen als Alleinherrscher und als das Maß aller Dinge in den Mittelpunkt und vergisst jene, die schon lange vor ihm da waren und ohne die er nicht leben könnte, weil sie das Gleichgewicht der Erde halten. Aber der Mensch tut alles, um dieses Gleichgewicht zu zerstören, er vergiftet die Luft und die Böden, er rottet die Tiere aus, er produziert Nahrungsmittel, die seiner Gesundheit schaden, er verschmutzt die Flüsse und Meere und fischt sie leer, er produziert und tötet Tiere wie eine Massenware am Fließband und lebt nicht seiner Natur gemäß und im Einklang mit der Erde und den Tieren. Und dann wird er krank, bekommt alle möglichen sogenannten Zivilisationskrankheiten und ohne sich zu fragen warum, möchte er eine Wunderpille, für welche die Tiere in Versuchen leiden und sterben müssen.

Respekt ist ein Wort, das heutzutage an vielen Ecken und Enden fehlt. Respekt zwischen den Menschen, Respekt gegenüber der Erde und Respekt für die Tiere. Respekt hat mit Achtung zu tun. Die Achtung gegenüber diesem vielfältigen, wundersamen und wunderbaren Leben, das uns umgibt, haben viele Menschen verlernt. Und sie fehlt vor allem bei dem Wissenschaftler, der Ratten quält und ebenso bei dem Vorstandsmitglied eines Pharmakonzerns.

All die Qualen der Tiere werden erst ein Ende finden, wenn der Mensch seinen anthropozentrischen Herrschaftsanspruch aufgibt und Tiere als Mitlebewesen auf diesem Planeten respektiert. Wenn er sein Herz öffnet, für ihre Bedürfnisse, wenn er erkennt, dass jedes Wesen auf dieser Erde, das gleiche Recht auf ein Leben hat, welches seiner Natur entspricht.

Nähert sich die modern(d)e Nutzmenschhaltung bald ihrem Ende?

Von qpress.de

Sehr viele Menschen wollen lieber gar nicht erst darüber nachdenken. Ihnen reicht es, wenn sie ihren erweiterten Käfig haben, in dem sie friedlich herumlaufen, gackern, arbeiten und konsumieren dürfen. Man darf im engeren Sinn von einer neumodischen Selbstbeschränkung sprechen. Um ja nicht mit einem persönlichen oder erweiterten Sinn des Lebens konfrontiert zu werden, gibt es gegen Zwangs-Entgelt (Propagandasteuer des Beitragsservice) auch ein maßgeschneidertes Unterhaltungs- bzw. Verblödungsprogramm zur Ablenkung. Das schützt uns nachhaltig davor uns selbst zu erkennen und ggf. nachzuforschen „wessen Geistes Kind“ wir tatsächlich sind.

Damit dass alles nicht so auffällt, gibt es natürlich auch noch ein paar vermeintlich wissenschaftlich fundierte Thesen. Solche, die uns ergänzend davon abhalten, nach der Quelle zu suchen. Das wäre nämlich das natürlichste was einem Menschen passiert, sobald er sein eigenständiges Denken ernst nimmt. Die Evolutionstheorie erklärt uns aber erfolgreich, dass der Mensch von Haus aus ein Haufen Dreck ist, der mehr oder minder durch ein paar blöde Zufälle intelligent wurde. Jetzt ist er zwar intelligent, aber noch viel zu blöd, um die angeblich geistlose Natur und ihre Vielfalt zu erklären, geschweige denn in ihrer Komplexität zu erfassen.

Über den Spagat, das er selbst komplexe Dinge schaffen kann, die eine Menge Intelligenz erfordern, selbst aber nur rein zufällig intelligent gewordenes Stück Dreck sein soll, helfen uns sogleich wieder die bereits erwähnten Ablenkungen hinweg. Ablenkung und ausblenden sind die Mittel der Wahl, um diesen existentiellen Fragen erfolgreich auszuweichen.

Religion und Esoterik sind komplementäre Ablenkungen

Andere Menschen flüchten sich zu diesem Zweck in Esoterik oder Religionen. Das sind „komplementäre Irrwege“ zu den übrigen Ablenkungsprogrammen und werden deshalb toleriert oder gar per Gesetz geschützt. Stellenweise werden sie sogar für die Massen-Nutzmenschhaltung weiter kultiviert. In diesem Fall, um den Menschen zumindest von der Suche nach seinem wahren Selbst fernzuhalten. Das klappt bisweilen sehr gut. Und wenn man sich ansieht, das der IQ des Menschen bereits wieder rückläufig ist, muss man den Nutzmenschhaltern wahrlich gratulieren. Sie haben mit der erfolgreichen Verdummung der Massen ganze Arbeit geleistet.

Es ist so schön einfach den bequemen, uns immer wieder dargebotenen Lebenslügen zu folgen. Wer sich jedoch gegen den Strom stellt, bringt sich mehrfach in Gefahr. Und sowas machen dann nur leichtfertige Leute, die sich ums Verrecken vorgenommen haben zur Quelle zu gelangen. Aber wir können das alles natürlich sehr viel eleganter haben. Einfach „mit dem Strom schwimmen“, sich allzeit konform verhalten und seine Lebensleistung und ganze Energie den „amtlich anerkannten“ Zielen widmen. Nur kein eigenes Süppchen kochen. Schließlich ist doch das Leben viel zu kurz und kostbar, um etwas anderes zu suchen als ein wenig materielle Erfüllung. Mein Haus, mein Auto … mein Luxus … was man eben so braucht … was ist Geist und Seele? Kennen wir nicht, alles nur ein Mythos.

Zum angekündigten und baldigen Ende der Nutzmenschhaltung nachfolgender Video-Beitrag:

Das Bio-Siegel ist glatte „Verarsche“

Statt 25 Hühnern dürfen in Bio-Betrieben „nur“ 10 Hühner pro Quadratmeter leben. Doch auch das ist noch viel zu eng. © dpa / Jens Büttner

Glückliche Tiere und „Bio“-Siegel haben fast nichts miteinander zu tun. Doch viele Verbraucher glauben tatsächlich, dass jene Tiere, bei denen „bio“ auf der Fleischpackung steht, „glücklich“ gelebt und genug Auslauf gehabt hätten, gesund waren, gutes Futter bekamen und schonend getötet wurden. Zumindest viele denken das, wenn sie nach einem Produkt greifen, das mit einem Biosiegel gekennzeichnet ist. Doch: Meistens ist fast nichts davon der Fall. Im Gegenteil. Die Bio-Branche droht zu kollabieren. Und zwar ganz im Sinne der konventionellen Landwirtschaft.

Wer sich also auch immer auf die Flut der vielen Bio-Siegel verlässt, ist falsch beraten. In der Fernsehreportage „Ethik oder Etikettenschwindel“ hat die ARD untersucht, was es Bio-Betrieben vorschreibt. Der TV-Beitrag beleuchtet auch den aktuellen Zustand der Biolandwirtschaft. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.

Ein Blick auf die gesetzlichen Vorgaben: Jedem Bio-Schwein stehen nur 0,3 Quadratmeter mehr Platz im Stall zur Verfügung, mit Auslauf müssen ihm mindestens zwei Quadratmeter zustehen. Somit dürfen sich auch in Bio-Betrieben 10 Schweine 23 Quadratmeter teilen. Für ausgewachsene Schweine ist das nicht viel.

Bei Hühnern dürfen in der Biohaltung pro Quadratmeter „nur“ zehn Tiere leben (statt 25). Doch die Tierschutz-Organisation Ariwa hat aufgedeckt, wie es in Bio-Hühnerställen wirklich aussieht: Die Aufnahmen gleichen denen aus Massentierhaltungen. Zertrampelte und krankes Geflügel. Da die Flächen addiert werden dürfen, entstehen auch in der Bio-Branche zum Teil riesige Hallen, so groß und im Endeffekt so vollgestopft mit Tieren, dass der Weg ins – vorgeschriebene! – Freigehege für die meisten Hühner viel zu weit ist.

Statt die Bedingungen in der Landwirtschaft und für den Verbraucher zu verbessern, schaffen die staatlichen Bio-Siegel also Trittbrettfahrern die Möglichkeit, den Bio-Trend auszunutzen, oder wie Tierschützerin Maria Martens von Soko Tierschutz es gegenüber der ARD ausdrückt: „Das ist Verarsche.“

Die Liste lässt sich lang fortsetzen. Praktisch garantieren die staatlichen Bio-Siegel keine Verbesserungen in jedem Punkt, der an der Massentierhaltung kritisiert wird, von vergasten Küken, über überzüchtete Rassen, bis hin zu acht Stunden langen Schlachttransporten.

Und spätestens seit die großen Lebensmittelketten ins Geschäft eingestiegen sind, dreht sich die Spirale unaufhörlich weiter: Denn die Discounter wollen Bio zu geringem Preisen und Großkonzerne wittern im Bio-Trend das große Geschäft. So jedenfalls setzen sich die Regeln der Gewinnmaximierung und der konventionellen Landwirtschaft in der Bio-Branche wieder durch.

Quelle: merkur.de