Interview mit Friedrich Mülln von SOKOTierschutz

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Im Einsatz gegen das Leid der Tiere: Friedrich Mülln vom Verein Soko Tierschutz und Mitstreiter*innen, hier bei einer Aktion in Ulm Foto: Ralf Zwiebler/dpa

Das Interview:

taz: Herr Mülln, waren Sie persönlich in dem Horrorschlachthof in Bad Iburg?

Friedrich Mülln: Ich habe mir die Zustände vor Ort angeschaut. Die Seilwinde, mit der die Tiere in den Schlachthof hineingezerrt wurden, ist direkt an der Außenwand. Das kann man von außen sehen, wenn man ein bisschen hochklettert.

Haben Sie die Kamera installiert, die die Tierquälereien gefilmt hat?

Nein, aber ich habe die Recherche betreut und stand in engem Kontakt mit den Informanten und Ermittlern. Das sind mutige Menschen, die viel riskieren, wenn sie mit uns kooperieren. Die Fleischbranche hat in der Vergangenheit schon bewiesen, dass sie in solchen Fällen auch vor Gewalt nicht zurückschreckt.

Sind Ihre Informanten Mitarbeiter?

Unsere Quellen sind fast ausschließlich Leute aus der Fleischindustrie. Sie können mit den Zuständen nicht mehr leben und wenden sich an die Todfeinde, uns Tierrechtler, weil sie wollen, dass sich etwas ändert. Das hat sich bei den letzten sechs Schlachthöfen, die wir mithilfe solcher Informanten aufgedeckt haben, bewährt. Fünf davon wurden geschlossen, zuletzt der in Bad Iburg.

Fällt so eine Kamera im Schlachtbetrieb nicht auf?

Ich habe auch schon selbst versteckte Kameras installiert. Die Technik ist da zum Glück schon so weit fortgeschritten, dass man die nicht mehr sieht. Trotzdem ist es sehr gefährlich. Die Wachdienste der Betriebe passen gut auf.

Wie sind Sie auf den Schlachthof in Bad Iburg aufmerksam geworden?

Es kamen zwei Sachen zusammen. Wir haben im April Missstände in einem Milchviehbetrieb in Demker in Sachsen-Anhalt aufgedeckt. Die Farm lag voller Kadaver von verwesenden Tieren und die lebenden waren in einem schlechten Zustand. Als der Skandal aufflog, waren viele der Tiere verschwunden. Wir haben uns gefragt, wo die Milchkühe hin sind, haben Transporter verfolgt und sind so auf diese Bad-Iburg-Connection gestoßen. Gleichzeitig haben wir von Leuten aus der Fleischbranche Hinweise bekommen, dass es einen Schlachthof in Niedersachsen gibt, der all die Tiere annimmt, die andere ablehnen.

Weil es verboten ist, so kranke Tiere zum Schlachthof zu karren.

Genau. Bad Iburg wurde als Geheimtipp gehandelt.

In welchem Zustand kamen die Milchkühe dort an?

Das waren zum größten Teil wandelnde Skelette. Die Tiere waren so abgemagert, dass man wirklich jeden Knochen und jeden Wirbel sehen konnte. In ungefähr 200 Fällen haben wir dokumentiert, dass der Allgemeinzustand der Tiere so schlecht war, dass sie nicht einmal mehr gehen konnten. Da geht die Klappe von einem Tiertransporter auf und der ganze Boden liegt voll mit völlig zerstörten Tieren. Die wurden dann systematisch, hundertfach, bei vollem Bewusstsein mit der Seilwinde da rausgeschleift oder mit Elektroschocks auf Knien da runtergezwungen.

Es sind also keine Einzelfälle, in denen Milchkühe so krank beim Schlachthof angeliefert werden?

In einem normalen Schlachthof gibt es auch sogenannte Downer-Tiere. So heißen diese Rinder, die am Boden liegen und sich nicht mehr bewegen können. Sie werden aber viel seltener angeliefert als in Bad Iburg. Dort war das absoluter Alltag. Den ganzen Tag lief diese Seilwinde. Der Schlachthof hat natürlich davon profitiert, dass die großen Betriebe diese Tiere nicht haben wollen.

Was sagen die Bilder in Bad Iburg darüber aus, in welchem Zustand Milchkühe in den Ställen leben?

Diese Downer-Kühe sind ein normales Symptom der Milchwirtschaft. Es gibt zahlreiche Schlachthöfe, die sich auf alte Milchkühe spezialisiert haben. Ihr Zustand ist durchgehend ziemlich schlecht. Milchkühe haben als Folge dieser enormen Überzüchtung zu Turbokühen und der Umgebung im Stall häufig Infektionen und Verletzungen. Jungtiere – und das sind sie alle – haben Krankheiten und Probleme, als würden sie kurz vor ihrem natürlichen Lebensende stehen.

Wie leben die Tiere in den Ställen?

In Deutschland gibt es nach wie vor rund drei Millionen Kühe in Anbindehaltung.

Vor allem in Süddeutschland. Wir sind Weltmarktführer für die schlechteste Haltung. Angebunden können sich die Kühe nicht einmal umdrehen. Ansonsten setzen sich immer mehr Laufställe durch. Das klingt erst mal gut, aber auch hier stehen die Tiere eng und auf Spaltenböden, der immer feucht vom Urin ist. Sie stürzen deshalb immer mal wieder. Ich habe Schwellungen an Kühen gesehen, die sind so groß wie ein Volleyball. Ein weit verbreitetes Problem ist zudem die Mastitis, eine schmerzhafte Entzündung am Euter. Wenn die Kühe das haben, haben sie permanent Höllenschmerzen und die Eiterzellen sind auch in der Milch nachweisbar.

Geht es Biokühen besser als denen auf konventionellen Höfen?

Bei Milchkühen ist der Unterschied gar nicht so groß. Auch in der Biohaltung leben die Tiere in Ställen und haben teilweise keinen Zugang zur Weide, manche leben sogar in Anbindehaltung. Auch das Verstümmeln der Hörner ist Standard. Das heißt nicht, dass es nicht Betriebe gibt, die das besser machen, aber wir schauen immer auf die schlechtesten Standards, die erlaubt sind.

Aber ist es nicht allein schon gut für die Tiere, dass sie in der Bioproduktion nicht so eine hohe Milchleistung haben müssen?

Das stimmt meiner Meinung nach nicht. Die Biobetriebe nutzen die gleichen Rassen wie die konventionellen Betriebe und haben dadurch auch die gleichen Probleme im Gepäck. Tragisch wird es für die Biokühe, wenn es um die Schlachtung geht. Dann stehen sie mit allen anderen in einer Reihe.

Waren Sie selbst mal in einem Biostall?

Ja. Ich habe für das Video „Das Brüllen der Rinder“ Biotiere und konventionelle Tiere vom Betrieb bis zum Schlachthof im Transporter begleitet. Unterschiede konnte ich da nicht erkennen.

Wie sind Sie dazu gekommen, in Ställen zu filmen?

Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Mein Vater kam aus der Fleischbranche und hat mit Fleisch- und Fischprodukten gehandelt. Er hat immer mal wieder am Frühstückstisch eklige Geschichten erzählt, als der Begriff Gammelfleisch noch gar nicht öffentlich diskutiert wurde. Ich war neugierig, wie Tierhaltung aussieht, und bin mit dem Fahrrad zu einer Putenfarm gefahren. Dort habe ich mich auf die Zehenspitzen gestellt und die ganzen verletzten Tiere gesehen. Daraufhin habe ich mir einen Camcorder organisiert und kurze Zeit später lief mein erster Film bei Chiemgau TV. Danach habe ich nicht mehr aufgehört.

Landwirte müssen sehr darauf achten, keine Keime in die Ställe einzubringen. Und dann latschen Sie mit Straßenschuhen rein?

Nein. Tierschützer achten sehr stark auf Hygiene, tragen Schutzkleidung, Atemschutz und desinfizieren die Schuhe. Das wird auch dokumentiert. Es ist eher ein Problem, dass sich manche Landwirte selbst für antiseptisch halten. Auf den versteckten Kameraaufnahmen laufen die ständig mit ihrer Straßenkleidung in den Stall.

Haben Sie keine Sorge vor Strafverfolgung?

Die Soko Tierschutz hat erst vier Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs bekommen. Die wurden alle eingestellt. Wir nehmen die Verantwortung dieser investigativen Recherchen sehr ernst und gehen nur in die Betriebe, wenn wir ausreichend Hinweise haben.

Waren Sie schon in Ställen, in denen Sie nichts gefunden haben?

Nein. Die Landwirte behaupten immer, Tierrechtler würden so lange Ställe abklappern, bis sie fündig werden. Das stimmt nicht. Das Recherche-Team der Soko Tierschutz besteht aus fünf Personen, vier davon ehrenamtlich. Wir wären gar nicht in der Lage, irgendwelche Ställe abzuklappern. Unabhängig davon hat aber jeder Nutztierbestand Probleme. Man findet immer kranke und verletzte Tiere oder Antibiotikaeinsatz. Die Ursache ist das System. Unser Ziel ist es, grobe Straftaten und Missstände aufzudecken.

Es ist doch normal, dass einzelne Tiere krank sind. Die Hauptsache ist doch, dass der Bauer das kranke Tier separiert und behandelt.

Natürlich kann immer mal eins krank werden, aber wir sprechen hier von Babys und Kleinkindern. Wenn die Arthritis und Glasknochen haben, stimmt etwas nicht. Es gibt ja keine alten Tiere in der Tierausbeutungsindustrie. Das sind systematische Probleme.

Haben Sie keine Angst, dass Sie nachts auf einen wütenden Landwirt treffen könnten, wenn Sie in einen Stall eindringen?

Natürlich habe ich Angst bei solchen Einsätzen. Ich bin schon angegriffen worden. Jemand mit einer Strumpfmaske hat mich mit einer Axt attackiert, ein anderer hat versucht, mich zu überfahren. Früher habe ich viele solche Nachtrecherchen gemacht. Heute halte ich sie allerdings ohnehin für überholt. Wir bei der Soko Tierschutz setzen ganz auf Undercoverrecherchen. Dann sehe ich, wie die Tiere von den Menschen misshandelt werden und nicht nur nachts die verletzten Tiere. Das hat eine höhere Durchschlagskraft in der Öffentlichkeit.

Haben Sie schon einmal als Mitarbeiter in einem Schlachthof gearbeitet, um Missstände aufzuzeigen?

In einem Schlachthof noch nicht, aber ich habe knapp fünf Monate in einem Tierversuchslabor als Affenpfleger gearbeitet, in einer Legehennenbatterie, in einer Schweinemastanlage und auf einem Fischtrawler. Ich war monatelang als Pelzhändler in China unterwegs, um getarnt Pelzfarmen filmen zu können.

Belastet Sie das?

Vor allem diese Ohnmacht. Man steht da mit einer versteckten Kamera. Man muss gute Miene zum bösen Spiel machen. Ich stehe in einer Pelzfarm in China, er knüppelt vor mir die Marderhunde zusammen. Die Tiere krümmen sich noch minutenlang am Boden und ich muss dann grinsen, wenn er mir das blutige Fell in die Hand drückt, um mir zu zeigen, was das für eine gute Qualität ist. Da muss man dann schon sehr die Zähne zusammenbeißen.

Wie sehen Sie nach den Eindrücken aus Ställen und Schlachthöfen Landwirte? Können Sie sehen, dass die großem wirtschaftlichen Druck unterworfen sind?

Ich möchte da zwischen Landwirten und Tierhaltern unterscheiden. Landwirte sind wahnsinnig wichtig. Ich als Veganer bin einer von deren besten Kunden, weil ich bereit bin, sehr viel Geld für hochwertige pflanzliche Lebensmittel zu zahlen. Die Tierhaltung sehe ich in der absoluten Sackgasse angekommen. Die Tierhalter lügen sich selbst in die Tasche. Natürlich sagen die alle „Ja, ich hab meine Viecher lieb“, aber wenn man mit den Tierhaltern spricht, kommt eben doch raus, dass es für die einfach nur Produktionsmittel sind.


Friedrich Mülln, 38, hat den Verein „Soko Tierschutz“ im Jahr 2012 gegründet und ist heute hauptamtlicher Tierschützer. Er hat Politikwissenschaft studiert, als Journalist gearbeitet und ist seit 25 Jahren Veganer.

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Tierschutz geht uns alle an !!!

Über das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln

Alle Politiker und Parteien, die für eine nochmalige Verlängerung hinsichtlich der tierschutzwidrigen und betäubungslosen Ferkelkastration mit Ja gestimmt haben, sind und bleiben mitverantwortlich für millionenfaches Tierleid und sollten sich deswegen in Grund und Boden schämen!

Hinsichtlich dieser schändlichen und im Bundestag befürworteten Fristverlängerung im nachfolgenden Video eine kurze Rede von Renate Künast:

Fazit:

Die Tatsache, dass unsere tierschutzfeindlichen Politiker einerseits mit ihrer Ja-Stimme Tierquälerei unterstützen, tolerieren und ignorieren, andererseits jedoch das Filmen und Dokumentieren all dieser Tierquälereien verbieten und hart bestrafen wollen, zeigt die abgrundtiefe moralische Verwahrlosung unserer Politiker-Clique und bringt deren politisches sowie auch menschliches Versagen klar und deutlich auf den Punkt.


Von der Alm in die Türkei: Österreichische Rinder auf grausamen Tiertransporten

Deine Stimme gegen diese tierquälerischen Transporte


PETITION: Deutsche Schlachthäuser müssen videoüberwacht werden

Daniela Boehm hat nachfolgende Petition auf http://www.change.org/u/4991805 an Kanzlerin Merkel, an die Landwirtschaftsministerin sowie auch an Abgeordnete des Bundestags gestartet.

Text der Petition:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Frau Landwirtschaftsministerin, sehr geehrte Abgeordnete des Bundestags,

es gibt zahlreiche besorgniserregende Berichte über die Zustände in deutschen Schlachthäusern – Missbrauch und Fehlbetäubungen gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Eine Fehlbetäubung bedeutet für das Tier im schlimmsten Fall, seine Zerlegung/Verbrühung bei vollem Bewusstsein mitzuerleben.

Die Fehlbetäubungsrate bei Rindern liegt in Deutschland zwischen vier und neun Prozent. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2016 12,5 Millionen Rinder geschlachtet – bei einem Mittelwert wären dies 875.000 mangelhaft- oder fehlbetäubte Rinder. Bei den Schweinen liegt die Rate zwischen 3,3 und 12,5 Prozent, bei Geflügel und anderen Tieren gibt es keinerlei Einschätzung oder Statistik. Diese Zahlen und Fakten sind erschütternd.

Eine gesetzliche Videoüberwachung sowie die zusätzliche kontinuierliche Präsenz von Amtstierärzten in den sensiblen Bereichen Betäubung und Tötung kann diesen Missständen entgegenwirken. Denn die Gründe für eklatante Verstöße gegen das Tierschutzgesetz haben vor allem mit menschlichem Versagen zu tun: Mangelnde Anwesenheit von amtlichem Aufsichtspersonal, Akkordarbeit, z.T. nicht ausreichend geschultes Personal (viele sind sogenannte Wandermitarbeiter mit Werksverträgen aus Osteuropa) sowie Gleichgültigkeit gegenüber dem Lebewesen Tier und in Folge Misshandlungen vor oder während des Tötungsaktes. All dies widerspricht dem deutschen Tierschutzgesetz aufs Schärfste. Die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen tragen hierbei einen Anteil. Siehe: http://www.zeit.de/2014/51/schlachthof-niedersachsen-fleischwirtschaft-ausbeutung-arbeiter

Es ist daher die zwingende Aufgabe des Gesetzgebers, entsprechende Verordnungen zu schaffen, die sicherstellen, dass die sogenannten Nutztiere zumindest ohne zusätzliche Qualen willkürlicher oder unwillkürlicher Natur, getötet werden.

Mit einer gesetzlich eingeführten Videoüberwachung sollte der Gesetzgeber gleichzeitig einer unabhängigen Tierschutzkommission, die auch aus Vertretern verschiedener Tierrechtsorganisationen besteht, das Recht einräumen, auf Videomaterial in Schlachthöfen zuzugreifen und dieses auszuwerten, denn allzu häufig werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Schlachthöfen von zuständigen Aufsichtspersonen nicht gemeldet.

Auch in Frankreich soll ab dem 1. Januar 2018 nach einer Testphase die Videoüberwachung in Schlachthöfen eingeführt werden. Grund für dieses Gesetzgebungsverfahren waren die von Tierschützern enthüllten skandalösen Zustände in vielen Betrieben.

Siehe: https://www.topagrar.com/news/Schwein-News-Schwein-Frankreich-Kameras-sollen-in-allen-Schlachthoefen-Pflicht-werden-7021286.html

In München stellte PETA e.V. Ende 2015 Strafanzeige gegen den Betreiber der Rinderschlachtung wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Es handelte sich dabei um ein mangelhaftes Bolzenschussgerät, der daraus resultierenden hohen Fehlbetäubungsrate und andere Missstände, zu denen auch die Nichteinhaltung der Wartefristen zwischen Betäubung, Stich und Zerlegung zählte.

Für die dritte Bürgermeisterin der Stadt München, Frau Christine Strobl, war die damit einhergehende Petition mit über 87.000 Unterzeichner*innen, im Sommer 2016 Anlass, der Sache auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit anderen Politiker*innen besuchte sie den Münchner Schlachthof und beantragte daraufhin Verbesserungen, um zusätzliches Leiden der Tiere zu verhindern. Hierzu zählen vor allem die Videoüberwachung in den Bereichen von Betäubung und Schlachtung, zu der sich die Betreiber bereit erklärt haben, als auch die Schaffung einer zusätzlichen Veterinärstelle vor Ort und im Kreisverwaltungsreferat. Den zusammenfassenden Bericht des fraktionsübergreifenden Stadtratsantrages, der ohne Gegenstimme angenommen wurde, können Sie hier einsehen:

https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/4510181.pdf

Die Umsetzung Tierschutz verstärkender Maßnahmen am Münchner Schlachthof sollte auch für die über viertausend anderen Schlachtbetriebe in Deutschland gesetzlich eingeführt werden. Im Paragraf 4 des deutschen Tierschutzgesetzes zur Tötung von Wirbeltieren heißt es u. a.: „Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.“

Doch die Realität in deutschen Schlachthäusern wird der Gesetzgebung in diesem und anderen Punkten oft nicht gerecht. Das beweist z. B. der Schlachthofskandal in Fürstenfeldbruck, den SOKO Tierschutz im Frühjahr diesen Jahres aufdeckte.

Jedes Tier, das unter vermeidbaren zusätzlichen Qualen sterben muss, ist ein Tier zuviel.

Als Unterstützer*in dieser Petition bitte ich Sie unbedingt um eine entsprechende neue Gesetzgebung an Schlachthöfen in Form von Videoüberwachung und kontinuierlicher Anwesenheit eines(r) Amtstierarztes/ärztin in dem sensiblen Bereich Betäubung und Tötung sowie beim Entladen/Eintreiben der Tiere, um Misshandlungen willkürlicher oder unwillkürlicher Art zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Böhm


Denunziation, Hass und Spaltung jetzt auch als „Kunst“

Ja, irgendwie fehlte da noch etwas in unserer ultimativen Bereicherungsgesellschaft. Inzwischen müssen wir es nicht mehr missen. Andersdenkende, oder besser gesagt, „nicht korrekt denkende Menschen“, sollen jetzt öffentlich an den Pranger genagelt werden. Das wird in krassen Fällen bereits praktiziert und in weiten Teilen mit einer gewissen Genugtuung von den Medien goutiert. Man muss dabei stets die übergeordneten Ziele im Auge behalten. Nämlich die Spaltung der Gesellschaft, denn dann lässt sich die Masse viel besser regieren.

Dazu kann es hilfreich sein, wenn sich die Menschengruppen irgendwann auch untereinander die Schädel einschlagen, und sei es wegen lapidarer Gesinnungsfragen, Hauptsache Spaltung. Ob das alles dann immer noch Kunst ist, oder doch besser weg sollte, die Frage stellen wir heute besser nicht. Allein die Nachfrage könnte bereits einen „Verdacht erregen“ und wer will sich heute schon verdächtig machen? Die Spaltung der Gesellschaft ist lange nicht perfekt, nicht so weit fortgeschritten, dass man bereits mit aller Staatsgewalt draufhauen könnte. Da fehlt noch der ein oder andere geistige Brand-Meter. Aber die Inszenierung desselben, als Kunst, ist ein genialer Geniestreich auf dem Weg dorthin.

Augenmaß und gefühlten Meter neu definieren

Flankierend ist es gut zu wissen, dass alles, was nicht links genug ist, logischerweise rechts ist und infolgedessen pauschal schon mal böse. Auf einem gedachten Links-Rechts-Meter könnte die Mitte dann wohl bei ca. 5 cm dingfest gemacht werden, der Bereich davor wäre klassisch Links und alles was rechts von der 5 cm Marke läge, wäre demzufolge irgendwie populistisch, rechtsradikal, naja, ganz dolle „ibähh“ eben. Dieses Medium lässt auch gar keinen Zweifel an seiner unabhängigen Meinung: Künstler outen Rechtsextreme. Bereits im ersten Satz des Artikels kommt die volle Zustimmung des Autors zu dieser neuen Kunstform.

Das „Zentrum für politische Sauereien“ , abgekürzt „ZPS“, hat sich dieser neuen Kunstrichtung vollends verschrieben. Selbst möchten sie sich lieber unter dem Begriff „politische Schönheit“ erwähnt wissen, was angesichts ihrer Aktionen allerdings ein harter Widerspruch wäre. Darüber hinaus ist man versucht anzumerken, dass sowas doch auch Extremismus sei. Wehe dem das tut einer. Gar nicht auszumalen was dem dann für künstlerische Nazi-Blüten blühen. Aber diese Kategorie Mensch, die sich hier so vehement künstlerisch hervortun möchte, ist schon ein Kaliber für sich. Wenn die sich erstmal für etwas radikalisiert begeistert haben, würden die das wahrscheinlich auch mit einem eisernen Stechschritt durchziehen, wenn der dazu gerade angesagt wäre.

Wenn der Verstand aussetzt … wird Kunst daraus

Das ist ja das schöne, wenn Verstand und autonome Handlungsfähigkeit individuell versagen, dann läuft das im Kollektiv gleich dreimal besser. Ganz im Sinne der Erfinder scheint es zu sein, das der Staatsapparat auf allen linken Augen, nebst Hühneraugen, erblindet ist. Und wenn man das (Denunziation, Hass und Spaltung) auch noch als Kunst verkaufen kann, das erst ist die perfekte Welle. Das ist der Gutmensch-Tsunami, an dem das stinkende Nazi-Deutschland ersaufen soll. Denken wir wieder an den Links-Rechts-Meter, danach haben wir in etwa 95 Prozent Nazis in Deutschland. Das also ist eine echte, künstlerische Herausforderung. Da braucht man auch nichts mehr zu hinterfragen. Wer in Chemnitz gegen einen Mord auf die Straße gehen will, ist per se eine rechte Sau.

Interessanterweise muss selbst die CDU inzwischen auf den ersten 5 Zentimetern der erwähnten Maßeinheit rangieren. Sonst ist es kaum verständlich, wenn in ähnlich künstlerischer Weise die prügelnde „Merkel-Jugend“ auf der Bildfläche erscheint, sobald irgendwo eine Demo unter dem Label „Merkel muss weg“, ihrer angelinen Galionsfigur nach der politischen Existenz trachtet. Die Nähe zu der hier verhandelten künstlerisch-ideologischen Gattung ist jedenfalls kaum zu übersehen. Da müssen auch faschistische Methoden schon mal erlaubt sein, solange man sie mit einem Anti davor etikettiert.

Denkt man diese Denunziations-Kunst einmal zu Ende, drängt sich sogleich noch ein richtiger Lacher auf. Erinnern wir uns an die letzte Abstimmung zum Migrationspakt im Bundestag. War da nicht auch die Linke auf der Seite der Versager? Quasi im Schulterschluss mit der AfD? Demnach wäre ja dann auch die Sahra Wagenknecht eine angebliche „Nazi-Schlampe“. Jetzt wird es echt blöd. Aber wozu noch nach Argumenten und Ansichten Fragen? Wer nicht ins Raster passt, muss ausgemerzt werden. Das war schon immer so. Nur jetzt eben künstlerisch korrekt. Für wen wollen die vom „ZPS“ denn jetzt noch politische Sauereien als Kunst aufführen? Oder ist es ab jetzt nur noch ein reiner Selbstzweck der als Künstler getarnten Polit-Aktivisten, die lediglich alle ethischen Orientierungen auf dem Weg zu ihrer Kunst verpeilt haben? Wäre es nicht besser sie firmierten künftig unter dem Label „ZPB“ … Zentrum für politische Blödheit?

Quelle: qpress.de

Siehe hierzu auch Artikel von Vera Lengsfeld: „Die Nazimethoden des Zentrums für politische Säuberungen“