Rumänische Straßenhunde: „Nur Sterilisation und Kastration helfen wirklich!“

Es sind Bilder die jedem Hundefreund das Herz zerreißen: Rumänische Straßenhunde die kurz vor der Tötung stehen. Im städtischen Tierheim von Giurgiu verbringen sie ihre vielleicht letzten Tage und Wochen. Es geht um Behördenwillkür, falsch verstandene Tierliebe und vor allem um viel Geld. Über 1.000 Straßenhunde sollen in Giurgiu – einem Ort etwa 60 km südlich von Bukarest – eingeschläfert werden, angeblich weil das städtische Tierheim übervoll ist. Eine Tötungs-Aktion, gegen die deutsche Tierschützer Sturm laufen.

Um einen artgerechten Umgang mit den Straßenhunden bemüht sich u.a. auch die ehrenamtliche Tierschutzorganisation „Deutschland-sagt-nein“ -kurz DSN- seit mehreren Jahren in Giurgiu. Mit deutschen Spendengeldern unterstützt man das städtische Tierheim und kommt für einen Großteil des Futters auf. Helfer bauen in ihrer Freizeit Gehege um die gefangenen Hunde tierfreundlich unterzubringen. Man bezahlt Sterilisation und Impfungen. Und jetzt soll alles umsonst gewesen sein?

Quelle: ard-wien.de

Stellungnahme des TSV Kempten

Nachtrag zum Beitrag vom 04. März 2017: „Haben Tiere gut gelebt, darf man sie verwerten“

Hallo Frau Kalscheuer,

unsere Vorsitzende, war durch das kurzfristig angesetzte Interview zum Thema Fuchspelz-Verwertung überrascht und ist unwissentlich der Jägerpropaganda aufgelaufen. Eigentlich wollte der Tierschutzverein die Chance nutzen und darauf aufmerksam machen, dass auch Wildtiere und insbesondere der Fuchs des Schutzes durch den Menschen bedürfen. Dass dieser so positive und begrüßenswerte Ansatz so ins Gegenteil verkehrt und wir in dem Bericht letztendlich als Fuchsjagd-Unterstützer verunglimpft wurden, macht uns sehr betroffen.

Uns, dem Kemptener Tierschutzverein sowie seinem Tierheim inkl. Tierheim-Leiterin Frau Bischof, liegt sehr viel daran, mit aller Deutlichkeit klarzustellen, dass wir keine Befürworter der Fuchsjagd sind. Ganz im Gegenteil: Die Bejagung von Füchsen ist ebenso wie bei anderen Beutegreifern wie dem Marder, dem Waschbär oder auch dem Dachs keinesfalls tierschutzgerecht möglich und zudem nicht ökologisch notwendig. Weder verursachen die Tiere ernsthafte Schäden, noch stellen sie eine Bedrohung für andere Tierarten oder eine Seuchengefahr, wie häufig behauptet wird, dar.

Allein in Deutschland werden jährlich fast eine halbe Million Füchse getötet – die meisten Tiere landen sprichwörtlich in der Mülltonne, da nur der Winterpelz zur weiteren Verarbeitung überhaupt tauglich ist. Die angeblich „waidgerechte“ Jagd hat zudem nichts mit Tierschutz zu tun, da Füchse rigoros verfolgt, in Fallen erschlagen, abgeschossen oder von Hunden tödlich verletzt werden.

Aus Tierschutzsicht ist dies klar abzulehnen, ganz davon abgesehen, dass selbstverständlich jegliches Tragen von Pelz letztendlich dazu beiträgt, diese Art von „Mode“ wieder salonfähig zu machen, was schließlich weitere Tierschutzprobleme und entsprechende Missstände nach sich zieht. Sinn und Zweck unseres Tierschutzgesetzes ist es zudem, „aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ (§ 1 Tierschutzgesetz).

Im Hinblick auf den Fuchs gibt es keinen vernünftigen Grund, ihn zu töten bzw. ihm gar bei einer Reihe von Tötungsmethoden (bspw. im Rahmen der Bau- und Fallenjagd) vor der Tötung zusätzlich durch Verletzungen und dem Hervorrufen von Ängsten Schmerz und Leid zuzufügen. In dem hier in Rede stehenden Interview wird das Thema Fuchsjagd bagatellisiert und als sinnvoll und sogar notwendig dargestellt, was zum Einen nicht der Wahrheit entspricht und zum Anderen ganz und gar nicht im Sinne unseres Vereins ist. Wir bitten deshalb aufrichtig um Entschuldigung, falls in der Öffentlichkeit ein anderes Bild entstanden sein sollte.

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Cornelia Glatz

Frau Martina Patterson an Frau Glatz:

Sehr geehrte Frau Glatz,

ich danke Ihnen sehr für die Stellungnahme. Dass eine Vorsitzende von einem TSV die Verwertung von Jagdopfer unterstützt und somit die Jägerschaft, hatte mich wirklich sehr befremdet. Nachfolgendes spricht m. E. für keinen guten journalisten Stil:

1. Der Plural in der Überschrift „Ansichten von Kemptener Jägern und Tierschutzvereinen“ stimmt de facto nicht.

2. Ihrer heutigen Stellungnahme ist zu entnehmen, dass die Antworten von Frau Peter-Sigg vom Autor Peter Januschke  „ins Gegenteil verkehrt wurden“ .

3. Der Artikel lässt in der Form die erforderliche journalistische kritische Distanz sowie die fundierten sachlich korrekten Informationen vermissen und liest sich wie ein Werbebericht für die Jägerschaft.

Dass ein solcher Bericht veröffentlicht wird, finde ich schon bedenklich. Haben Sie den für die redaktionellen Inhalte verantwortlichen, vertretungsberechtigten Geschäftsführer Markus Niessner aufgefordert eine Richtigstellung und ergänzend Ihre Stellungnahme zu veröffentlichen?

Mit freundlichen Grüßen
Martina Patterson

EU-Verordnung kann dem Waschbären und anderen TierArten zum Verhängnis werden

Von pro iure animalis

Liebe Freunde der Tiere,

das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union hat im Oktober 2014 eine Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten erlassen (EU-Verordnung 1143/2014).

Ziel der Verordnung ist es, dass die Mitgliedsländer der EU Durchführungsverordnungen auf den Weg bringen, welche regeln, wie invasiven Tier- und Pflanzenarten, sowie Pilzen und Mikroorganismen entgegengetreten werden kann. In der Tat können eingeschleppte und eingewanderte gebietsfremde Arten die Biodiversität und das Ökosystem negativ beeinflussen. Wenn sich gebietsfremde Arten ansiedeln, muss nicht immer ein bewusstes und aktives Einbringen (z.B. durch den Import von exotischen Tieren oder Pflanzen und deren späteres Entkommen in die Natur) zugrunde liegen. Über z.B. Schiffs- oder Flugzeugverkehr kann dies unabsichtlich als „blinde Passagiere“ passieren.

Hierzu hat die EU auch eine Liste mit relevanten Arten erstellt. Neben verschiedenen Pflanzen sind auf dieser Liste wirbellose Tiere wie die Chinesische Wollhandkrabbe, die Asisatische Hornisse und verschiedene Krebsarten zu finden. Bei den Wirbeltieren werden neben dem Roten Nasenbär, dem Chinesischen Muntjak, dem Pallas Schönhörnchen, dem Amurgrundel und weiteren weitestgehend hier unbekannten und unbedeutenden Arten auch der Waschbär und das Nutria gelistet.

Die Verordnung mag durchaus sinnvoll sein im Hinblick auf bisher in unserer Natur nicht vorkommender Arten aus dem Pflanzen- und Tierreich. Bei Nutria und Waschbär wird die Verordnung jedoch berechtigt zum Aufreger.

Wenn auch der Waschbär und das Nutria einstmals invasive Arten waren, sind diese jedoch seit Jahrzehnten und vor allem in großer Populationszahl in Deutschland allgegenwärtig. Als heimisch gilt nach dem Naturschutzgesetz §7 Abs. 2 (7) „eine wild lebende Tier- oder Pflanzenart auch, wenn sich verwilderte oder durch menschlichen Einfluss eingebürgerte Tiere oder Pflanzen der betreffenden Art im Inland in freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten“. Diese Definition trifft auf Waschbär und Nutria zu.

Somit dürfte die 2014 verabschiedete EU-Verordnung 1143/2014 für diese beiden Arten eigentlich keine Relevanz haben.

Was kann dem Waschbären und dem Nutria zum Verhängnis werden?

Schon seit vielen Jahren werden Waschbär und Nutria zerstörerisches Tun nachgesagt und diese beiden Arten verfolgt. Dass auch hier ein Fehlverhalten des Menschen oftmals Ursache für eine Verbreitung und das Eindringen der Tiere in den menschlichen Lebensraum ist, wird negiert. Vielmehr rücken die Tiere ins Interesse der Jäger, die auch hier irrsinnigerweise glauben, mit der Flinte und anderen Ausrottungsfeldzügen die Populationen im Griff halten zu können. Dass genau das Gegenteil der Fall ist und durch eine Bejagung die Populationen auseinander getrieben werden und eine Dezimierung die Reproduktion in der verbleibenden Population anregt, wird wie bei der Jagd auf andere Tierarten (z.B. Fuchs oder Wildschwein) verschwiegen. Der Spaß an der Jagd und die Aussicht, sich als Retter vor einer vermeintlichen Bedrohung darstellen zu können, ist vielen Jägern willkommen.

Nun schreibt die EU-Verordnung ein geeignetes Management in Bezug auf die invasiven Arten vor, was aber letztendlich nichts anderes als Bestandsdezimierung bzw. im Extremfall Ausrottung bedeutet. So ist bei der nationalen Umsetzung der EU-Verordnung eine große Diskussion um Waschbär und Nutria entbrannt, die – um einen populären Begriff zu verwenden – als postfaktisch eingestuft werden kann. Landesregierungen ringen nun bei der Erstellung von Durchführungsverordnungen darum, den Jägern einen Gefallen zu tun, geraten aber dabei zu Recht in die Kritik des Tier- und Naturschutzes.

An dieser Stelle darf nicht vergessen werden, dass der Tierschutz seit 2002 als Staatsziel im Artikel 20a unseres Grundgesetzes festgeschrieben ist und das Tierschutzgesetz die Tötung von Wirbeltieren ohne sinnvollen Grund verbietet. Somit sollte eigentlich klar sein, dass weder Waschbär noch Nutria hierzulande die Gefahr der Tötung droht, wäre da nicht die starke Lobby der Jagd, die schon an vielen anderen Stellen durch ihre Interessen hochrangige Rechtsnormen ausgehebelt hat!

Es darf kein Artenrassismus durch eine EU-Verordnung entstehen!

Tier- und Naturschutzorganisationen engagieren sich zur Zeit dahingehend, in den Entstehungsprozess der Durchführungsverordnungen auf Länderebene einzugreifen. Informieren Sie sich über das Internet, wie Sie solche Organisationen unterstützen können. Sprechen Sie als Tier- und Naturfreund in Ihrem Umfeld über diesen Sachverhalt, um durch lebendige Diskussion Einfluss zu nehmen!

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

(http://www.pro-iure-animalis.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1885&Itemid=109)