Lesens – und wissenswerte politische Beiträge von alternativen Medien


Sieh an, sieh an: Die Tagesschau berichtet über Corona-Demos in China

Eine Sensation am Abend des 29. Novembers in der ARD-Tagesschau um 20.00 Uhr: Die „Tagesschau“ berichtete erstmals korrekt über Corona-Demonstrationen, allerdings – und da ist der Haken – nicht über solche in Deutschland, sondern in China! Sprecherin Judith Rakers: „In den vergangenen Tagen waren immer wieder Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die extrem strengen Corona-Maßnahmen zu protestieren.” Wenig später: „Wer sich auffällig verhält, wird festgenommen.” Schaulustige werden von der chinesischen Polizei „drangsaliert“ (Wortwahl der „Tagesschau”), „die Polizei nimmt Personalien auf, einige Menschen werden abgeführt”. Und dann: „In den chinesischen Nachrichten – kein Wort über die Proteste. Aus den sozialen Netzwerken verschwindet jeder Hinweis innerhalb von Minuten, Videos können nicht mehr angezeigt werden.” Einige Momente später kommt Korrespondentin Tamara Anthony ins Bild und berichtet: „Jede Form der Aufmerksamkeit für die Proteste soll verhindert werden.“

Erinnert uns das nicht an massive Probleme mit der Berichterstattung sogenannter „Qualitätsmedien“, darunter auch die „Tagesschau”, während der gesamten vergangenen drei Jahre lang? Wurden da nicht auch Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der deutschen Regierung oftmals unter den Teppich des Verschweigens gekehrt? Doch nicht immer ließ sich die Berichterstattung verhindern, schon angesichts der schieren Größe der Demos. Deswegen wurde, und da wären wir bei zweitens, die Teilnehmerzahl gerne mal nach unten drastisch abgerundet – um es höflich zu formulieren. So füllte sich Berlin zum „Tag der Freiheit“ am 1. August 2020 mit vielen hunderttausend, geschätzt sogar einer halben Million Menschen. Die „Tagesschau” jedoch sprach damals von einer Teilnehmerzahl von gerade einmal 20.000 Menschen.

Und schließlich, drittens, sortierte die „Tagesschau” die Demonstranten in deutschen Städten fürsorglich für den Fernsehzuschauer ein: Es waren natürlich ganz viele Rechte und Verschwörungstheoretiker, ganz viele sogenannte Querdenker und Schwurbler, also Leute, die sowieso gefährlich oder spinnert sind und an denen man sich kein Beispiel nehmen sollte. „Passt auf, bei wem ihr da mitmarschiert!”, war die explizit auch so formulierte Botschaft. Hier demonstrierten also angeblich nicht etwa Menschen, die um ihre Jobs bangten oder sie bereits verloren hatten, die sich um die Grundrechte sorgten, ihre Freiheit zurückhaben wollten oder die auf die Sinnlosigkeit der Corona-Politik hinwiesen, sondern zwielichtige Figuren und „Staatsfeinde”.

Und diese halbentmenschlichten Randgruppen durften dann auch mal „drangsaliert” und „abgeführt” werden. Welch eine Heuchelei: In China sind das auf den Straßen auf einmal ganz normale Menschen – ein Eingeständnis, das den deutschen Demonstranten nie gegönnt wurde.

Quelle: ansage.org

Und ausgerechnet Steinmeier ruft China zur Achtung der Demonstrationsfreiheit auf?

Solch einen Bundespräsidenten vermag ich als solchen unmöglich zu respektieren. Dass dieser „Mensch“ es überhaupt noch wagt vor eine Kamera zu treten und von Demokratie zu sprechen bereitet mir Übelkeit. Scheinheiliger, verlogener und selbstherrlicher dürfte es kaum noch möglich sein.