Tierversuche mit Pestiziden

Rebloggt von Tierschützer Hubert Wenzel

Von Peta.de

In veralteten Tierversuchen werden täglich Hunderten Mäusen und Ratten Pestizide unter Zwang verabreicht. So soll getestet werden, ob die Substanzen beim Menschen krebserregend sein könnten – ohne übertragbare Ergebnisse.

Bevor Pestizide oder andere Produkte neu auf den Markt gebracht werden, werden sie bestimmten Tests unterzogen. So soll zum Beispiel ermittelt werden, ob der Kontakt mit den entsprechenden Substanzen beim Menschen krebserregend sein könnte. Der aktuell hierzu verlangte Tierversuch ist fast 100 Jahre alt und führt häufig zu völlig irrelevanten Ergebnissen für den Menschen.

Bei diesem Versuch werden täglich Pestizide an rund 1.000 Mäuse und Ratten zwangsverabreicht, und zwar über zwei Jahre lang – das ist die durchschnittliche Lebensdauer der Tiere. Mäuse und Ratten, die nicht schon während des Tests sterben, werden getötet und auf Anzeichen von Krebs untersucht. Insgesamt werden in den archaischen Pestizidversuchen allein in den USA jedes Jahr rund 6.000 Tiere getötet. Auch in Deutschland wurden für diesen Versuch in den letzten fünf Jahren bis zu 1.100 Tiere pro Jahr missbraucht.

Tausende Tiere sterben an den Giften, bevor diese für den Markt zugelassen werden.

Versuche an Mäusen und Ratten nicht auf Menschen übertragbar

Die Ergebnisse aus über 50 Jahren Anwendung dieses Tests an Ratten und Mäusen deuten klar darauf hin, dass die gesammelten Daten für den Menschen irrelevant und nicht übertragbar sind. Hinzu kommt: Abgesehen von seiner ethischen und wissenschaftlichen Unsinnigkeit ist dieser Versuch so zeitaufwendig, dass gar nicht alle Substanzen getestet werden können. Deshalb arbeiten Forschende aus der ganzen Welt gemeinsam an der Entwicklung weiterer humanrelevanter Ansätze.

Neuer Ansatz, für den keine Tiere sterben müssen

Die Forschung rückt zunehmend von Krebstests an Tieren ab. In einer Fachzeitschrift wurde nun ein bahnbrechender Beitrag veröffentlicht, bei dem Wissenschaftler des in Deutschland ansässigen internationalen PETA-Wissenschaftskonsortiums federführend waren. Der Artikel beschreibt einen neuartigen Ansatz zur Beurteilung des krebsverursachenden Potenzials von Chemikalien, bei dem keine einzige Maus oder Ratte lebenslang gequält und getötet wird.

Das in Zusammenarbeit mit internationalen Fachleuten aus Aufsichtsbehörden, akademischen Einrichtungen und Unternehmen entwickelte neue Konzept wird bereits angewandt und rettet Tierleben. Noch vor der Veröffentlichung des Beitrags signalisierte die Wissenschaft bereits Interesse an der neuen Vorgehensweise – ein unmissverständlicher Hinweis auf die starke Nachfrage nach einem modernen Ansatz zur Überprüfung von Chemikalien auf Krebsgefahr.

Weitere Tests in der Entwicklung

Aktuell stellt das Wissenschaftskonsortium den neuen Ansatz und dessen Vorzüge im Rahmen von Präsentationen und Einzeltreffen mit anderen Forschenden vor. Gleichzeitig arbeitet das Team an der Entwicklung weiterer Tests, welche die Nutzung dieses Konzepts ergänzen und so noch mehr Leben retten können.