Ein Nachtrag zum Welttierschutztag am 04. Oktober 2022


Kein Tag zum Feiern sondern eine Erinnerung an erbärmliche Politik, an gesellschaftliches Versagen und an die erbarmungslose Grausamkeit der menschlichen Spezies.

Von Bettina Schneider am 04. Oktober 2022

Was hat sich geändert, verbessert in Sachen Tierschutz? Man muss nicht in weit entfernte Länder schauen, um festzustellen, wie rückständig und grausam unser Verhalten den tierischen Mitgeschöpfen nach wie vor ist.

Flächendeckende Kastrationspflicht, um zumindest die weitere Vermehrung der unzähligen vernachlässigten, kranken, hungrigen und heimatlosen Katzen zu verhindern? Fehlanzeige!

Abschaffung der grausamsten Auswüchse in Sachen Massentierhaltung, Anbindehaltung im Stall, Kastenstand bei Muttersauen, Langstrecken-Tiertransporte? Fehlanzeige!

Nachhaltige finanzielle Unterstützung und Absicherung der Tierheime, Wildtierstationen und Gnadenhöfe? Fehlanzeige!

Wurde die dramatische Situation der Stadttauben verbessert? Taubenhäuser in jeder Stadt und ein Verbot des Brieftaubensports, bzw der sogenannten „Wettflüge“, auf denen jedes Jahr Hunderttausende dieser sozialen und friedlichen Vögel bewusst in den Tod geschickt werden? Fehlanzeige!

Humanere Bedingungen und nachhaltige Verminderung von Tierversuchen? Fehlanzeige!

Feiern wir doch heute, am Welttierschutztag die Universitätsklinik Düsseldorf, die in einer öffentlichen Abstimmung der „Ärzte gegen Tierversuche“ für die grausamsten und absurdesten Tierversuche der Jahre 2021 und 2020 zum Sieger gekürt wurde.

Habt ihr Angst vor dem Zahnarzt? Für einige arme Beagle wurde der Albtraum Realität. Der Negativpreis „Herz aus Stein“ des Vereins Ärzte gegen Tierversuche geht in diesem Jahr an die Universität Düsseldorf.

Zitat:

Die „Forscher“ der Poliklinik für zahnärztliche Chirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf zogen den Beagle-Hunden jeweils 10 Zähne und frästen Löcher in ihre Kiefer. Dann wurden ihnen zwei weitere Zähne gezogen und Teilstücke dieser Zähne in die zuvor gefrästen Löcher eingelegt. In einer dritten Operation wurden dann Titanimplantate in die im Kiefer eingewachsenen Zahnstücke geschraubt. Drei Wochen danach wurden die Hunde getötet.“

Herzlichen Glückwunsch, liebe Universitätsklinik Düsseldorf. Am heutigen Welttierschutztag gehen meine guten Wünsche an euch, möge Karma vergelten, was unsere Gesetze leider nach wie vor hofieren und honorieren.

Wurden den armen Hunden die Stimmbänder durchtrennt, weil ihre Schmerzlaute und das verzweifelte Jammern störten, wie das nach wie vor bei grausamen und schmerzhaften Tierversuchen üblich ist oder wurden sie einfach irgendwo in ihren Eisenkäfigen fixiert und abgestellt, bis die wissenschaftliche Neugierde befriedigt war?

Herzliche Glückwunsch zum Welttierschutztag, liebe Bundesregierung, die alte und die neue. Möge Karma euch für eure Lobbyarbeit, für euer Versagen und für euer Wegsehen angemessen belohnen.

Bitte weitergehen, es gibt nichts zu sehen, am Welttierschutztag 2022. Jedenfalls nichts, was den Namen „Tierschutz“ in unserem Land auch nur ansatzweise verdient.