Die Bibel: Gottes Wort und angeblich „Heilige Schrift“? (1)

glaubst du noch 2

Die Frage ist immer die: Hat uns dieses göttliche Wesen durch irgendetwas, oder durch irgendjemand irgendwelche Regeln gegeben, die wir befolgen sollen? Ja oder Nein? Die Religion muss diese Frage unbedingt mit Ja beantworten, denn anderenfalls hätte sie keinerlei Daseinsberechtigung mehr. Dieses Absolute (was viele Gott nennen) hat nach meiner festen Überzeugung weder Dir noch mir irgendwelche „Regeln“ verordnet – und das erst recht nicht in schriftlicher Form. Und somit gibt es auch kein gottgefälliges Verhalten! Aber genau das ist die grosse Illusion, auf der alle Religionen aufbauen.

Stellen wir uns einmal folgendes vor: Einige Leute sitzen in einem Kreis auf Stühlen und einer erzählt eine Botschaft ins Ohr seines Nachbarn und dieser erzählt das soeben Gehörte abermals weiter in das Ohr seines rechten Nachbarn, bis sie schliesslich von all diesen in einem Kreis versammelten Leuten gehört und vernommen worden ist. Und am Ende des Kreises muss der letzte erzählen, was er verstanden hat, wobei dessen Erzählung höchstwahrscheinlich nicht mehr sonderlich viel mit der ursprünglichen und zu allererst gehörten Botschaft zu tun haben wird.

Das Neue Testament wurde ungefähr 70 bis 133 Jahre nach Jesu Tod aufgeschrieben. Das bedeutet, dass man versucht hat, die Geschichte des angeblich verheißenen Messias aufzuschreiben, von dem es keinerlei schriftliche Aufzeichnungen – sondern nur mündliche Überlieferungen gab. Mit anderen Worten: Da hat jemand etwas gehört, das wurde weiter erzählt, der Empfänger hat es wieder weiter erzählt, dieser Empfänger hat es wieder weiter erzählt usw. Ich wage mal zu behaupten, dass alle diese Geschichten durch etliche von Ohren und Mündern transportiert worden sind. Doch was bleibt eigentlich von solchen Mund zu Mund Übertragungen an Kerngehalt noch übrig? Oder anders gefragt: Ist sowohl das Alte Testament sowie auch das Neue Testament „göttliches“ und „heiliges“ Wort eines imaginären Gottes? Ganz sicherlich nicht, denn wer auch immer das glaubt und behauptet, begegnet im Neuen Testament nur den Erzählungen der vier Evangelisten, also den angeblichen „Wahrheiten“ derer, die letztlich nur das aufgeschrieben haben, was ganz am Schluss in deren Ohren vernommen wurde und angekommen ist.

(Fortsetzung am nächsten Sonntag ….. )