Über Glaubenswahn, Tierelend und Kirche – Teil 7

Aus dem Buch „Die Seelenverkäufer“ von Dr. Gunter Bleibohm

Fortsetzung vom vergangenem Sonntag:

Konfrontiert man die Anhänger – gleich welchen Kultes – mit den abgeleiteten religionshistorischen Fakten, den Erkenntnissen moderner Tiermedizin und einer verbindlichen Tierethik, kann der Argumentation auf logisch – rationaler Ebene grundlegend nicht widersprochen werden.

Da dem modernen „Trio Infernal“ – Kirche, Politik und Wirtschaft – aber per se der Machterhalt als oberstes Ziel gemeinsam ist, reagiert man grundsätzlich reflexartig emotional. Sofort fallen Worte wie “ausländerfeindlich, fremdenfeindlich, Rassismus, Nationalsozialismus, Extremismus u.ä.“, die letztendlich in jeder Diskussion und Argumentation dann zum Einsatz gelangen, wenn einer Seite Argumente fehlen und die Diskussion mit einer Niederlage enden würde. Es ist der Rettungsschirm der sachlichen Verlierer, ein „Totschlagargument“ in einer gesellschaftlichen Atmosphäre des Duckmäusertums, der kriecherischen Anpassung an bestehende Meinungs- und Herrschaftsstrukturen.

Gekünstelte und staatlich gewünschte Empörungskultur schafft aber eine Heuchelkultur; „politische Korrektheit“ lebt von der Verlogenheit und schafft auf das Widerwärtigste den Raum für subversive Flüstergespräche.

Überhaupt müssen die Lenker und Bewerter des großen Geschwätzes immer auch ein wenig aufpassen, sich nicht zu schnell zu empören und auch nicht über alles. Sie erzeugen sonst Langeweile auf der einen sowie Glattsprecher und Leerformelproduzenten auf der anderen Seite, die dann auch niemand mag“ stellt Evelyn Roll in der Süddeutschen Zeitung vom11.10.2009 zu Recht fest.

Anwender dieser Biertischargumente übersehen dabei ferner, dass ein grosser Teil der Moslems, besonders aber der Juden, seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten deutsche Staatsangehörige sind, also weder Fremde noch Ausländer. Wer aber Verunglimpfungen und Beleidigungen der Juden und des Judentums einmal im Originalton erleben möchte, der möge sich die einschlägigen Passagen – insbesondere die Ausfälle des Paulus – im Neuen Testament, dem heiligen Buch der Christenheit, durchlesen; dieses Buch gilt weltweit als moralisch integer. Das Literaturstudium kann in beliebiger Schärfe in den Schriften Martin Luthers vertieft werden, für den die Juden ein Abbild der Verachtung waren; es sei auf seine Schrift „Von den Juden und ihren Lügen (1543)“ verwiesen.

Es ist genau die politische Atmosphäre und der allgemeine Meinungsterror, die political correctness, die aus Menschen manipulierbare, feige und ängstliche Wesen macht, es ist die Atmosphäre, die der Demokratie ins Gesicht schlägt und totalitäre Strukturen – gleich welcher Art – nach sich zieht: „Die mißgestimmten Massen gleichen Nullen, die freilich furchtbar zählen werden, sowie ein neuer Einser ihnen Bedeutung gibt.“ (Ernst Jünger, dt. Schriftsteller, 1895-1998)

Es ist moralisch essentiell und Pflicht der freien Geister, der Klarsichtigen, gegen Quälereien der Wehrlosesten, nämlich der Tierwelt, ohne Rücksicht auf die betroffenen Kulte, deren Motive und religiösen Rechtfertigungen zu protestieren! Nicht jeder, der nicht bevorzugt behandelt wird, ist benachteiligt, nicht jeder, gegen dessen Vorstellungen und Vorgehensweisen partiell argumentiert wird, ist ein Verfolgter und nicht jeder, der religiöse – kultische Vorstellungen aus der Sicht der Vernunft und Logik sieht, ist ein Rassist, ein Feind der Religion, ein Menschenverächter!

Im Gegenteil: Derjenige, der sich auf diese Ebene und Methode der Behauptung, der Durchsetzung seiner Thesen begibt, ist derjenige, der seine Mitmenschen mit Meinungsmanipulation schlimmster Couleur gängelt und sich demokratisch ins Abseits stellt. Der heute praktizierte Speziesismus gegenüber der Tierwelt ist aber weltweit überhaupt die schändlichste und verachtenswerteste Sonderform des Rassismus! RespekTiere, eine wichtige österreichische Tierrechtsorganisation, präzisiert: Warum wagen wir es gegen den Robbenmord in Kanada aufzutreten, gegen den Stierkampf in Spanien oder gegen das Gänsestopfen in Frankreich oder Ungarn, aber leider so oft nicht gegen das betäubungslose Schlachten, welches nur all zu oft direkt vor unserer Haustür statt findet? Warum haben wir in ersteren Fällen keine Angst davor (und auch keinen Grund dazu), als Kanada-Verächter, Franzosen- oder Spanierhasser ignoriert zu werden, müssen beim Kampf für ein landesweites Schächtverbot aber fürchten in die Rassismusfalle zu geraten?

Fortsetzung folgt ………

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..