Der Verrat der Kirchen an den Tieren (2)

Die Bibel: Rechtfertigung zum millionenfachen Tiermord ?

Eines steht fest: Dieser Gott des Christentums sagte in der Schöpfungsgeschichte nicht: »Tötet die Tiere und esst ihre Leichenteile!« Sondern in der biblischen Schöpfungsgeschichte sagte Gott:

»Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« (Bibel, Schöpfungsgeschichte, Genesis 1,29)

Seit dem Schöpfungsbericht widerspricht sich die Bibel allerdings ständig. Nach der Sintflut nämlich sagt dieser Gott plötzlich: »Furcht und Schrecken über alle Tiere – alles was sich regt und lebt, das sei eure Speise.« (1 Mose 9, 2-3). Und damit noch nicht genug: Im 3. Buch Mose liest man haarsträubende Einzelheiten darüber, wie die Priester Tiere schlachteten und deren Blut am Altar verspritzten, »zum beruhigenden Duft für den Herrn«. – Die Bibel als Rechtfertigung für das Töten von Tieren?

Klar ist: Das Alte Testament wurde nicht von Gott geschrieben, sondern von Menschen. Wer heute die biblischen Todesurteile gegen die Tiere – welche die Priester der damaligen Zeit einem imaginären Gott in den Mund geschoben haben – wörtlich nehmen will, müsste konsequenter Weise auch die anderen Aussagen im Alten Testament wörtlich nehmen: z.B. das Steinigen von Ehebrechern, Homosexuellen und ungezogenen Söhnen. Wenn wir auch dies alles wortgetreu täten, wäre unsere Bevölkerungszahl um ein Vielfaches geringer und wir hätten wohl auch große Lücken in der Regierung und in den Reihen der Christenheit. Es ist doch schizophren: Wenn es um das Töten von Tieren geht, berufen sich Christen und auch weniger gläubige Menschen auf einige steinzeitliche Aussagen in der Bibel. In anderen Bereichen des Lebens jedoch gelten ähnlich blutrünstige Bibel-Aussagen für uns heutige Menschen schon längst nicht mehr.

Einige der sogenannten „Propheten“ des Alten Testaments wandten sich mit deutlichen Worten gegen das Töten von Tieren. Der Prophet Jeremia prangerte die blutigen Schlachtopfer der Israeliten an: »Ich habe euren Vätern nichts von Schlachtopfern gesagt…«. Jesaja, der die große Vision verkündete, in der das Lamm beim Löwen liegen wird, verglich das Töten von Tieren mit dem Töten von Menschen: »Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt.«

Zur Erkenntnisgewinnung für alle unverbesserlichen Fleischkonsumenten:

„Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.“ (Bibel, Genesis 1,29)

„Das Land wird euch seine Früchte geben, dass ihr euch satt essen könnt. Wer einen Stier schlachtet, gleicht dem, der einen Mann erschlägt.“ (Jesaja 66, 3-4)

„…ich habe keinen Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke… Und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht, denn eure Hände sind voll Blut…“ (Jesaja 1, 11-13, 15-17)

„Ich habe euren Vätern nichts von Schlachtopfern gesagt.“ (Jeremia 7,22)

„Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.“ (Hosea 6,6)

„Ihr Opfer schlachten und Fleisch fressen ist mir ein Gräuel und der Herr hat kein Gefallen daran, sondern wird ihrer Missetaten gedenken und sie für ihre Missetaten heimsuchen.“ (Hosea 8,13)

Und von Jesus sind u.a. folgende Worte überliefert:

„Wahrlich, Ich sage euch, darum bin ich in die Welt gekommen, dass ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.“ (Das Evangelium Jesu, Kap. 75, 9 · Rottweil 1986)

„Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter! Was willst du noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe dem Schlauen, der die Geschöpfe Gottes verwundet! Wehe den Jägern! Denn sie sollen selbst gejagt werden.“ (Das Evangelium Jesu, Kap. Kap. 14, 7 ·Rottweil 1986)

Es geschah, dass der Herr aus der Stadt zog und mit Seinen Jüngern über das Gebirge ging. Und da kamen sie an einen Berg mit sehr steilen Wegen. Dort begegneten sie einem Mann mit einem Lasttier. Das Pferd aber war zusammengebrochen, denn es war überlastet. Der Mann schlug es, bis das Blut floss. Und Jesus trat zu ihm hin und sprach: „Du Sohn der Grausamkeit, warum schlägst du dein Tier? Siehst du denn nicht, dass es für seine Last viel zu schwach ist, und weißt du nicht, dass es leidet?«(…) Und der Herr wurde traurig und sprach: »Wehe euch, der Stumpfheit eures Herzens wegen hört ihr nicht, wie es klagt und schreit zu seinem himmlischen Schöpfer um Erbarmen, und dreimal Wehe über den, gegen den es schreit und stöhnt in seiner Qual!“ (Uralte koptische Bibelhandschrift in der Nationalbibliothek zu Paris)

Über diese Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel selbstverständlich so gut wie nichts zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich: Jesus war Vegetarier und setzte sich in seinem Leben für die Tiere ein:

»Weh euch, die ihr nicht hört, wie es [das geschlagene Tier] zum Schöpfer im Himmel klagt und um Erbarmen schreit! Dreimal wehe aber über den, über welchen es in seinem Schmerz schreit und klagt.« (Petrusakten 38, zit. nach Skriver, Die Lebensweise Jesu und der ersten Christen, S. 128)

Vieles von dem, was Jesus von Nazareth lehrte, blieb in apokryphen, außerbiblischen Schriften verborgen – so auch seine Tierliebe. Als Kirchenvater Hieronymus vor 1600 Jahren vom Papst in Rom die Aufgabe erhielt, aus den vielen überlieferten und einander widersprechenden Evangelien die Bibel zu schreiben, stand er unter dem großem Druck der entstehenden römischen Machtkirche und der politischen Kräfte. Die Römer waren bekanntlich starke Fleischesser, und auch der absolute Pazifismus der Urchristen war ihnen ein Dorn im Auge. Dass Hieronymus aber um die Tierliebe Jesu wohl wusste, belegt anschaulich folgendes Zitat:

»Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft… Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.«

Übrigens enthalten auch jüdische Schriften Beschreibungen des Lebens Jesu. In der Schrift Toledoth Jeshu ist zu lesen: »Jesus befahl mir, daß ich kein Fleisch esse und keinen Wein trinke, sondern nur Brot, Wasser und Früchte [zu mir nehme], damit ich rein befunden werde, wenn er mit mir reden will.«

Aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung geht auch hervor, dass die ersten Generationen von Urchristen meist nur fleischlose Nahrung zu sich nahmen. Die Schriften früher Kirchenväter sind eindeutige Zeugnisse für ein vegetarisches Urchristentum. Von Kirchenvater Basilius der Große (329-379), Bischof von Caesarea, ist folgende Aussage überliefert:

»Der Leib, der mit Fleischspeisen beschwert wird, wird von Krankheiten heimgesucht; eine mäßige Lebensweise macht ihn gesünder und stärker und schneidet dem Übel die Wurzel ab. Die Dünste der Fleischspeisen verdunkeln das Licht des Geistes. Man kann schwerlich die Tugend lieben, wenn man sich an Fleischgerichten und Festmahlen erfreut. Unser Tisch muss zum Denkmal der Tafel wahrer Christen dienen.«

Johannes Chrysostomus (354-407 n.Chr.) schrieb über eine Gruppe vorbildlicher Christen:

»Keine Ströme von Blut fließen bei Ihnen; kein Fleisch wird geschlachtet und zerhackt … – Bei ihnen riecht man nicht den schrecklichen Dunst des Fleischmahles …, hört man kein Getöse und wüsten Lärm. Sie genießen nur Brot, das sie durch ihre Arbeit gewinnen, und Wasser, das ihnen eine reine Quelle darbietet. Wünschen sie ein üppiges Mahl, so besteht ihre Schwelgerei aus Früchten, und dabei empfinden sie höheren Genuss als an königlichen Tafeln.« (Homil. 69)

Fortsetzung folgt ……

2 Kommentare zu “Der Verrat der Kirchen an den Tieren (2)

  1. Jawohl und auch ich bin Mitstreiter dieser These, dass sie auch endlich bei den Menschen ankommt!!!!!! Aber was macht das Menschsein aus?????? Eine Frage die sich von selbst beantwortet, zumal diese furchtbaren Zustände, in der Haltung von Haus und Nutztieren, in der Gesellschaft so verankert ist, dass man sich keine Gedanken macht, wenn man z.B. beim Discounter, 1kg Schweinebauch um € 2.20.- kauft.?????? Von den Kammern und der Politik ganz zu „Schweigen“!!!!!!! Wenn die Menschheit es einmal begreifen wird und dann vielleicht rückwirkend, Kopfschüttelnd erkennt, welche Verbrechen an Natur und Tierwelt begangen wurde, ja dann ist es vielleicht zu spät!!!!!!!!

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