Hochsicherheitsfestung Reichstag nimmt Gestalt an

Der Reichstag ist unser Heiligtum. Dort verwahren wir unsere vergoldeten Flachzangen, an die wir keinen Schaden kommen lassen wollen. Auch die Behinderung ihrer wertvollen Lobbyarbeit wäre kaum zu verantworten. Deshalb ist es nur folgerichtig, der anvisierten Vergrößerung des Grabens zwischen Volk und Vertretern zuzustimmen. Nie wieder dürfen dort die Nazis aufmarschieren. Da ist der marginale Kollateralschaden, der Gesamtausschlusses des Volkes, sicher vertretbar.

Von qpress.de

Nun, die Überschrift mag vielleicht etwas martialisch daherkommen. Es ändert nichts an den bestehenden Plänen dazu. Vermutlich ist es die nackte Angst vor dem Souverän, die den Staatsdienern das Blut in den Adern gefrieren lässt. Anlässlich des laufenden Gesamtumbaus der Nation zu einem Hochsicherheits-Seuchentrakt, mit hinterfragbarer Notlage, ist diese Angst sicher nicht ganz unberechtigt. Wer schöne Zeichnungen und weitere Details zu diesem Projekt benötigt, bitte hier entlang: Graben um Reichstag wird noch größer, als ursprünglich geplant …

Die neuerliche Verstärkung der bereits in Planung befindlichen “Bürgerschutzeinrichtung” erfährt im Mainstream keine besondere Beachtung. Es ist ja auch nur mehr ein Detail. Der Graben zwischen Volksvertretern und Volk wird tiefer, länger und verwinkelter. Lediglich die Morgenpost lässt etwas mehr durchblicken, sofern man man bei dem Schmierblatt die Bezahlschranke überwunden hat. Es kursieren hartnäckige Gerüchte, wonach es lediglich darum gehen soll, diesen historisch wichtigen Platz, über dem prangt, “dem Deutschen Volke”, vor den Nazis zu schützen. Offenbar sehen selbige in dem Spruch irgendeine Symbolik oder Legitimation. Den Initiatoren dieser zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wiederum geht es scheinbar darum, den Platz für das “wahre Volk” zu okkupieren, welches bekanntermaßen ausschließlich aus Vertretern besteht. Richtig durchgeknallte Verschönerungstheoretiker hingegen fabulieren von einer Modifikation der Fassade. Demnach könnte der dann hermetisch abgeriegelte Platz mit einer neuen Inschrift an der Stirnseite des Gebäudes, endlich den Realitäten angepasst werden. Siehe hierzu das nachfolgende Bild:

Der überaus gut dressierte Souverän hat da selbstverständlich keinen eigenen Bedarf zu haben und vertraut hier vollends auf seine getreuen Staatsdiener. Die bekommen diesen Platz nunmehr als allumfassend beschütztes Freiluftgehege, zum Flanieren und Koksen. Derweil kann der reißende Pöbel, über die beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen, effektiv von unserer edelsten Lobby ferngehalten werden. Der tiefe Graben erinnert ein wenig an moderne Zoos. Einrichtungen, indenen man das gefährliche Getier ebenfalls mittels unsichtbarer Barrieren von den Gaffern trennt. So erzeugt man, nicht nur für die Kinder, den Eindruck einer heilen Welt. Vielleicht müssen wir zunächst einmal klären wer im Gehege sitzt und wer die Gaffer sind.

Es erscheint überaus sinnvoll, unsere goldenen Eier, also die lust- und wehrlosen Helden des Volkes, vor dem reißenden Pöbel zu schützen. Täglich hören wir, wie sich unbescholtene Bürger politisch radikalisieren. Rechts und Links verschwimmen total. Da formiert sich ein böser Einheitsbrei, den unsere Vertreter zurecht als eine ernsthafte Bedrohung für sich und alle konstruktive Lobbyarbeit erkennen. Sie kommen kaum mehr mit der Diffamierung der normalen Bürger nach, so rasant geht das jetzt. Hierzu beachte man den Berliner Innensenator, ab Sekunde 52 (im nachfolgend eingebetteten Video) bringt er es grausam auf den Punkt. Vermutlich wollte er damit sagen, dass sich der brave Bürger schon lange nicht mehr auf die Straße trauen sollte, um unverdächtig und damit unschuldig zu bleiben. Das beeinträchtige den Bürger schließlich nicht in seinen Rechten, sofern er selbige nicht wahrnähme.

Eine geordnete Regierungsarbeit, gegen die Mehrheit der Unwilligen, erscheint völlig aussichtslos, wenn sich die Staatsdiener alle Nase lang vom Pöbel bedroht fühlen müssen. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Dazu regte Brecht auch schon mal an, dass es unter Umständen günstiger sei, die Regierung wählte sich ein neues Volk. Auch das ist bald nicht mehr ganz abwegig. Deshalb erscheint es logisch wie selbstverständlich, im Rahmen einer humanitär anmutenden “Abgeordnetenhaltung”, ihnen einen geschützten Raum nebst Auslauf zu garantieren. Einen Bereich, in dem sie sich vor ungerechtfertigten Übergriffen der von ihnen legitim gepeinigten Menschen sicher wähnen dürfen.

Dafür nimmt der Steuerzahler immer wieder gerne die enormen Kosten für die Isolation und Sicherung seiner Schätzchen in Kauf. Darüber hinaus sprechen die Zeichen der Zeit dafür, dass die Maßnahme nun zeitnah vorangetrieben wird. Der Graben und der Zaun könnten schneller gute Dienste tun, als wir uns das heute noch zu träumen wagen. Zugegeben, ein klein wenig ist es natürlich auch der sadomasochistischen Ader des deutschen Volkes geschuldet. Die wollen wir hier und heute aber nicht zu sehr ausbreiten.

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