Tiere in der Massentierhaltung sind größte Ansteckungsquelle für Infektionskrankheiten

Die meisten gefährlichen Infektionskrankheiten werden von Tieren übertragen. Zu diesen so genannten Zoonosen gehören Durchfall-erkrankungen, Tuberkulose, Malaria, Dengue, Ebola, Milzbrand und Toxoplasmose. 75 Prozent aller neu auftretenden Infektionen und Epidemien sind einer Studie zufolge von Tieren (meist aus der so genannten Nutztierhaltung) auf den Menschen übergesprungen: von Vogelgrippe über SARS bis hin zum neuen Coronavirus.

»Das Problem ist der Fleischhunger in der sich ausweitenden Gesellschaft«, so Deutschlands führender Virologe Christian Drosten in einem STERN-Interview.

Eine globale Erhebung des International Livestock Research Institute kam bereits 2012 zu dem Ergebnis: 2,4 Milliarden Krankheitsfälle und 2,2 Millionen Tote weltweit gehen auf das Konto von nur 13 Erregern, die von Tieren auf den Menschen übertragen wurden. Die Ansteckung erfolgt entweder über den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, über dessen Fleisch, Milch oder Eier oder über Stechmücken, die den Erreger weitergeben.

So geht ein Drittel aller Durchfallerkrankungen weltweit auf eine Infektion über Tiere bzw. Fleisch zurück. 10 Prozent der Tuberkulosefälle werden von Rindern auf den Menschen übertragen. Der Virus für die Spanische Grippe, die 1918 50 Millionen (!) Tote forderte, stammte aus der Schweinemast in den USA und mutierte zu einem tödlichen Erreger.

75 Prozent aller neu auftretenden Infektionen und Epidemien sind der Studie zufolge tierischen Ursprungs. Die Erreger, Bakterien, Viren oder Parasiten springen von Tieren aus der Massentierhaltung, aus der Pelztierzucht oder von Lebend-Tiermärkten auf den Menschen über. Vor allem hohe Haltungsdichten von Geflügel und Schweinen erhöhen das Risiko für Zoonosen.

Auch das neue Corona-Virus, das seit Monaten weltweit Wirtschaft und öffentliches Leben lahm legt, wurde bekanntlich von Tieren übertragen: Allgemein wird angenommen, dass das Virus auf einem Wildtiermarkt, auf dem lebende Tiere für den Verzher verkauft wurden, oder aus der Pelztierzucht erstmals auf einen Menschen übergesprungen ist.

Deutschlands führender Virologe Christian Drosten vermutet die Gefahr der Übertragung gefährlicher Viren durch Massentierhaltung für die Pelzindustrie:

»Marderhunde werden massenhaft gezüchtet, daran hängt eine große Textilindustrie.« Doch das Problem bestehe ebenso in der Massentierhaltung in westlichen Ländern, so der Virologe im STERN. »Ob Gürteltier oder Schwein – Fleischkonsum steigert das Pandemie-Risiko«, ist auch im SPIEGEL zu lesen.

Schlägt die Natur zurück? Rächt sich jetzt, dass wir Menschen Milliarden von Tieren auf engstem Raum einsperren, sie quälen und brutal töten? Die Corona-Pandemie sollte ein Weckruf sein, unseren Umgang mit unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, schleunigst zu verändern!

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