Dr.Bleibohm über die Konsequenzen der Masse

K o n s e q u e n z :

Die Negation des Individuellen bewahrt den Massenmensch vor der Qual, Persönlichkeit wahren zu müssen, verschont vor der Anstrengung, selbst aufrecht zu stehen, denn die Herde hält ihn aufrecht. Um ein vorbildliches Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein (Einstein). Sic est!

Die gefühlte und gefürchtete Nichtigkeit des Seins bekämpft der Gattungsmensch durch Täuschung.

Die Täuschung zeigt sich in verschiedensten Facetten. Im täglichen Leben lässt sich die Erkenntnis der Nichtigkeit durch eine künstliche Sinngebung kaschieren. Das Spektrum reicht von der Arbeitssucht bis zu Spaß und Spiel bei zahlreichen sozialen Kontakten, vom Alkohol – bis zum TV- bzw. PC-Süchtigen.

Allen Ausprägungen ist gemeinsam, dass der Betroffene, ist er seinem eigenen Wesen ohne Fremdeinfluss ausgesetzt, auf das Wissen um seine Erbärmlichkeit zurückgeworfen wird, dem er intellektuell nicht gewachsen ist; er zerbricht an seiner geistigen Leere. Der Ausweg der Täuschung ist der Ausweg der Angst, ist der Ausweg derjenigen, die ohne die Schutzwand der Täuschung zermalmt und vernichtet würden.

Die Demütigung der Vernunft kann aber noch weiter getrieben werden, indem das „Sein“ auf ein imaginäres Jenseits gelogen wird. Das Leben wird von der Hoffnung getrieben, im Jenseits die Erfüllung all dessen zu finden, das die Realität nicht bereithält. Der Esel, dem man das Heubündel vors Maul hält, damit er zügig den Wagen zieht, ist das tierische Pendant solcher Glaubensautisten.

War ich doch zum Glauben gekommen, weil ich außerhalb des Glaubens nichts, gar nichts gefunden hatte außer Vernichtung“ charakterisiert Leo Tolstoi die bösartigste, die hinterhältigste, aber auch die dümmste Selbsttäuschung der Menschen.

Es entfallen die Pflichten für das Massenwesen, eigene Maxime, eigene Regeln und Postulate für das Leben zu finden, sie zu verfolgen und umzusetzen. Die ganze Palette sittlicher und geistiger Qual der denkenden, der abwägenden und der frei entscheidenden Persönlichkeit ist für den Gattungsmensch, den kritiklosen und widerspruchsmeidenden Vorurteils-Mensch – besser den hörig nachplappernden Fremdurteils-Mensch – drastisch zusammengeschmolzen. Er hat die herrschende Meinung, die Meinung der Herrschenden, als neue Freiheit entdeckt im Tausch gegen eine dauerhafte intellektuelle Unfreiheit. Er bedarf nun nicht mehr der Gedankenfreiheit, denn seine innere Leere füllt das Smart-Phone, das Staatsfernsehen, die Gruppenmeinung, die Religion.

Denken ist nur systemkonform erlaubt, Unterwerfung gefordert. Wer anders denkt, darf nicht laut denken, will er nicht in die Fänge der allgegenwärtigen Gedankenpolizei geraten. Das diktatorische Regime mit seiner Wirklichkeitskontrolle ist am Ziel. Der Massenmensch ist durch die jahrelange Gehirnwäsche denkamputiert und will freiwillig das tun, was er – aus Sicht der herrschenden Kaste – tun soll. Die einstige Helligkeit des Verstandes ist durch völlige Stumpfheit ersetzt worden. Schöne neue Zukunft!

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