75 Prozent der Krankheiten, die neu entstehen, sind Zoonosen

Rebloggt von hubwen.wordpress.com

Von Animal Equality

Die Arbeit von Animal Equality gegen den Katzen- und Hundefleischhandel in China hat zur Schließung eines Schlachthofes und 33 Märkten geführt.

Leider ist der Hunde- und Katzenfleischhandel nur die Spitze des Eisberges, wenn wir über “wet markets” sprechen, die ihren Namen unter anderem von dem Blut der vor Ort geschlachtete Tiere erhalten.

Die von Animal Equality veröffentlichten Aufnahmen zeigen grausame Bedingungen für und Gewalt gegen Tiere. Doch das ist nicht das einzige Problem auf diesen Märkten: Sie sind ein optimaler Nährboden für potenziell gefährliche Krankheiten.

Durch das Blut und die Exkremente der Tiere können Krankheiten zwischen verschiedenen Arten übertragen werden. In manchen Fällen springen Erreger auch auf Menschen über und Zoonosen entstehen: Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden.

Krankheiten wie SARS (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) zählen u. A. zu den Zoonosen. Wissenschaftler*innen gegen davon aus, dass die Atemwegserkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV verursacht wird, von Fledermäusen auf Säugetiere übertragen wurde – womöglich sogar auf einem “wet market” in der Provinz Guangdong in China.

Auch MERS (Middle Eastern Respiratory Syndrome), Ebola, die Vogelgrippe und sogar HIV können laut aktueller wissenschaftlicher Forschung auf einen tierischen Ursprung zurückgeführt werden.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit geht aktuell davon aus, dass 75 % der Krankheiten, die neu entstehen, und etwa die Hälfte der Infektionskrankheiten Zoonosen sind. Dies Fakten können wir unmöglich ignorieren. Es ist an der Zeit unsere Beziehung zu anderen Lebewesen, mit denen wir uns diesen Planeten teilen, grundlegend zu überdenken.

Die weltweit wachsende Massentierhaltung ist grundlegend für die Ausbreitung von Zoonosen aus denen Epidemien und im schlimmsten Fall sogar Pandemien entstehen können:

Die große Anzahl von Tieren, die in der Massentierhaltung auf engstem Raum gehalten werden, der enorme “Produktionsrhythmus”, der chronische Stress und das geschwächte Immunsystem der Tiere machen die Massentierhaltung zum perfekten Ort für die schnelle Verbreitung von Viren und anderen Krankheitserregern.

Um der Verbreitung von Infektionen verschiedener Arten innerhalb der Betriebe entgegenzuwirken, reichern Landwirte das Tierfutter oft bereits vorbeugend mit Antibiotika an. Die Folge des übermäßigen Einsatzes der Medikamente ist die Entstehung von Antibiotikaresistenzen, die auch für Menschen schwerwiegende Folgen haben können.

Vogelgrippe und Schweinepest sind zwei Krankheiten, die sich in der Massentierhaltung entwickelten: Allein im Jahr 2019 mussten Behörden in mehreren asiatischen Ländern rund 430 Millionen Schweine aufgrund ihrer Erkrankung töten. Eine fast unvorstellbare Zahl, die uns noch einmal die Tragik dieses Problems vor Augen führt.

Die Massentierhaltung verursacht nicht nur unfassbares Leid für Tiere und Gefahren für unsere Gesundheit, sie ist auch noch eine der Hauptursachen für die Abholzung des Amazonas. Immer mehr Regenwald muss weichen, damit Platz für den Futtermittelanbau und Weideflächen für die Tierindustrie entstehen können.

Die Abholzung des Regenwaldes bedeutet die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen für viele Arten und somit ein Ende der Artenvielfalt: Das biologische Gleichgewicht wird gestört und die Verbreitung von Krankheitserregern begünstigt.

Spätestens jetzt sollte uns bewusst werden, dass unserer Existenz auf diesem Planeten auch von anderen Lebewesen abhängt.