Jäger und Gejagte / Treiber und Getriebene

Von Gastautor Josef Hueber auf vera-lengsfeld.de

Es war einmal eine Zeit, in der es unvorstellbar war, dass Unkenntnis die treibende Kraft der Politik war. Entscheidungen aufgrund von Ignoranz galten als Schildbürgerstreiche, wenn man, wie im Märchen, mit Säcken Licht ins Rathaus tragen wollte. In Deutschland scheint sich das Märchen zu wiederholen. Allerdings ist es jetzt nicht mehr zum Lachen. Ignoranz treibt nämlich die Politik in Umwelt- und Energiefragen vor sich her. Da nützt die Physik-Promotion unserer Kanzlerin auch nichts mehr.

DIE DROHUNG WIRD WAHR – ANDERS ALS GEDACHT

„Wir werden Frau Merkel jagen” war der Kraftspruch von Gauland nach dem Wahlerfolg der AfD bei der Bundestagswahl 2017. Wer die Kanzlerin länger beobachtet hat, weiß, dass sie – ihrer blindgläubigen, machtversessenen Gefolgschaft bewusst und ihr vertrauend – Kritik ablaufen lässt wie eine britische Barbour-Jacke den Regen. Dass sie jetzt von jemandem gejagt wird, den sie damals ob seiner Bedeutungslosigkeit nicht mal angesehen hätte – davon hätte sie sich wohl nicht träumen lassen. Die Rede ist von Greta Thunberg und ihrer deutschen Kopie: Luisa Neubauer.

KINDER SIND NICHT DUMM – SIE NUTZEN DIE DUMMHEIT DER ERWACHSENEN

Wie sehr diese jungen Dinger Unruhe, bis hin zur Unterwerfung, in die politisch bisher machtgesättigte Nomenglatura hineingetragen haben, zeigt folgender kurzer Twitter- Dialog zwischen Neubauer und Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, auf dem Zwitscherkanal Twitter.

Der Allesverteidiger der Hü-hott-Politik seiner Majestät, Peter Altmaier, Allzweckwaffe mit Gummikern, entblödet sich nicht, Jungpubertären auf Twitter Rede und Antwort zu stehen, als hätte er genügend Zeit, sich mit hochgradig inkompetenten Wissenschaftsignoranten zu beschäftigen.

HÖREN WIR REIN !

Luisa Neubauer meckert: “Hi @peteraltmaier, vielleicht machen Sie Ferien. Wir nicht. Denn die Zeit rennt und so streiken wir die 32. Woche vor Ihrem Ministerium. Denn Ihnen scheint es an Tatendrang zu mangeln. Oder Verständnis dafür, dass Sie am Zug sind. Oder woran hakt es? Der Hitze? #FridaysForFuture”

Altmaier, der, gemäß Profilbeschreibung, 965 Twitterern folgt und bekennt: “Alle Tweets von mir und meine Meinung” , nimmt sich die Zeit, der Aktivistin mit Eierschalen hinter den Ohren zu antworten:

Altmaier, jovial und anbiedernd auf Jugendsprache abfahrend: “Hi, die Bundesregierung macht keine Ferien, wir arbeiten am Thema CO2-Bepreisung. ( = Steuer Anm.d. V.) Außerdem am Kohleausstiegs- und am Strukturstärkungs-Gesetz. Ab September dann die Entscheidungen in Regierung und Parlament. All denen, die heute mal nicht demonstriert haben: schöne Ferien!”

Was dem Massiven, Merkels Festung in der Brandung, offensichtlich egal ist: Der Verstoß gegen das Gesetz zur Schulpflicht wird väterlich dickhäutig abgefedert: “Mal nicht demonstriert” – Aber : “schöne Ferien” haben sie trotzdem verdient!

Luisa N. fällt freilich nicht auf ihn herein: “Was für eine Ansage. Man könnte fast meinen Sie meinen es ernst – der nächste Großstreik findet am 20.9. statt. Wäre absolut okay wenn wir dann erstmalig von politischen Entwicklungen berichten könnten, die tatsächlich Paris entsprechen.”

NOCH BEI SINNEN? PLATON WUSSTE ES SCHON, DASS…

Es ist eine Blamage, dass Politiker sich nicht entblöden, jeder Hinzin und Kunzin ohne Ahnung von irgendwas Rede und Antwort zu stehen, um nichts an Popularität und dann “nachhaltig“ alles an Entscheidungsauthorität zu verlieren.

Platon, der griechische Philosoph hat vor über zweieinhalbtausend Jahren prophetisch analysiert, was ein aus der Ordnung geratenes Ungleichgewicht zwischen Jung und Alt bewirkt.

Wenn es überhaupt schon so weit ist, daß sich die Jüngeren den Älteren gleichstellen, ja gegen sie aufgetreten sind mit Wort und Tat, die Älteren sich aber unter die Jungen stellen und sich ihnen gefällig zu machen versuchen, indem sie ihre Albernheiten und Ungehörigkeiten übersehen oder gar daran teilnehmen, damit sie ja nicht den Anschein erwecken als seien sie Spielverderber, oder auf Autorität versessen; wenn auf diese Weise die Seelen und die Widerstandskraft der Jungen allmählich mürbe werden; wenn sie aufsässig werden und es schließlich nicht mehr ertragen können, wenn man nur ein klein wenig Unterordnung von ihnen verlangt; wenn sie am Ende dann auch die Gesetze verachten, weil sie niemand und nichts mehr als Herrn über sich anerkennen wollen, so ist das der schöne und jugendfrohe Anfang der Tyrannis.”

Und dann …in der letzten Nacht kletterte ich auf den Balkon …

Von Bettina Marie Schneider am 31.Juli 2019

Kaninchen sind äußerst gefragt als Haustiere. Keine Ahnung, woran das liegen könnte, denn eigentlich sind diese armen Wesen als Haustiere denkbar ungeeignet. Aber sie werden gern als pflegeleichte und anspruchslose Tiere dargestellt, die als „Spielgefährten“ für Kinder geeignet sind. So ein Schwachsinn!

Kaninchen sind Fluchttiere, ausgesprochen sensibel und eine wirklich artgerechte Haltung ist ein Riesenaufwand.

Die meisten vegetieren in ihren kleinen Käfigen in Einzelhaft. Dabei sind es Gruppentiere, die in der Natur immer, immer, den Kontakt zu Artgenossen pflegen. In der freien Natur haben sie auch einen unglaublich lebendigen Bewegungsdrang.

Man muss erst einmal auf die Idee kommen, ein soziales und bewegungsfreudiges Tier, ein Leben lang allein in einen kleinen Käfig zu sperren und das dann auch noch „Tierliebe“ zu nennen!

Würden Katzen oder Hunde so gehalten werden, gäbe es (zu Recht!) einen riesen Aufschrei. Aber es gibt tatsächlich keinen Unterschied. Käfighaltung für Kaninchen und andere Nager ist und bleibt, grausame Tierquälerei!

Pech für die armen Kaninchen, dass sie auch noch so niedlich aussehen! Aber Kaninchen sind absolut keine Kuscheltiere sondern Fluchttiere und die Zwangs-Streicheleinheiten, die sie oft erfahren, bereiten ihnen große Angst. Sie werden instinktiv nervös, wenn sie vom Boden hochgehoben werden. Ihre Wirbelsäule hat eine sehr fragile Struktur und ein zu fester Griff bei einem strampelnden Kaninchen endet leicht mit einem Bruch des Rückrats.

Dann leben Kaninchen auch einen völlig anderen Tagesablauf als es in unseren Kinderzimmern üblich ist. Sie sind dämmerungsaktiv. Das bedeutet, sie möchten tagsüber gerne ruhen und sich am Abend dann richtig austoben. Meist ist das umgekehrt und wenn das Kaninchen wach und bereit wäre …sitzt es allein im Käfig und wird zur Nachtruhe verdammt, die sich manchmal über 24 h und länger ausdehnt, wenn niemand Lust hat, sich mit dem Tier zu beschäftigen.

All diese Gedanken gingen mir jedesmal durch den Kopf, wenn ich an dem winzigen Kaninchenkäfig vorbei ging, der auf einem Balkon, nahe des Ferienhauses stand, wo ich Urlaub machte. Niemand schien sich je um das Tier zu kümmern, es sass apathisch und einsam in seinem kleinen, kargen Käfig und hatte noch nicht einmal einen Schattenplatz.

Als ich damals abreiste, war der Käfig leer und meine Freundin hatte am nächsten Tag einen Neuzugang, in ihrem kleinen Freiland Rudel.

Man kann sie nicht alle retten, aber dieses Kaninchen durfte noch kennen lernen, wie es sich anfühlt, zu laufen, zu springen…zu graben…mit Artgenossen zu kommunizieren… es durfte erfahren, wie ein Leben außerhalb der kargen, engen Gefängniszelle aussieht, in die es lebenslänglich und in Einzelhaft verdammt worden war. Das Kaninchen hatte nichts verbrochen, um auf diese Weise bestraft zu werden. Das verdient niemand!

Kaninchenhaltung hat in den allermeisten Fällen nichts mit Tierliebe zu tun sondern ist Tierquälerei und Geschäftemacherei. Bitte sagt das weiter!