Feuer in Mega-Zuchtanlage Klein Wanzleben in Sachsen-Anhalt

Am Ostersonntag sind in Klein Wanzleben im Landkreis Börde zwei Ställe mit Schweinen in Brand geraten. Tausende Tiere starben qualvoll in den Flammen. In den insgesamt neun Ställen sind laut Polizei etwa 45 000 Schweine untergebracht. In der Anlage ist Platz für bis zu 75 000 Tiere. Behördlicher Angaben entsprechend sind in etwa 2000 Ferkel in den Flammen grausam verbrannt.

Wenn ich mir die Panik und die Schmerzensschreie dieser verbrannten Ferkel vorstelle, dann läuft es mir eiskalt den Rücken runter. In den Nachrichten-Sendungen des Deutschen Fernsehens wurde meines Wissens nach nichts bzw. nicht viel über diesen Brand und den damit verbundenen grausamen Tod jener 2000 Ferkel berichtet. Andererseits jedoch wurde unaufhaltsam über das Blutbad in Sri Lanka berichtet, bei dem am Ostersonntag mindestens 290 Menschen ums Leben gekommen und hunderte weitere Menschen verletzt worden sind.

So schlimm und verurteilenswert solche Terroranschläge und Blutbäder auch immer sind: Sterben Menschen eines schrecklichen Todes, so ist dies immer eine Tragödie, denn die Würde des Menschen ist ja bekanntlich „unantastbar“! Sterben jedoch Tiere eines entsetzlichen Todes, ob nun bei einem Brand in einer Schweine-Zuchtanlage oder in den grausamen Schlachtfabriken dieser Welt, so wird deren Würde und trauriges Schicksal meist achtlos unter den Teppich des Schweigens und der Gleichgültigkeit gekehrt. Und das zeigt doch sehr klar und deutlich, das die sogenannte „Würde“ des Menschen alles andere als „unantastbar“ ist. Oder?


Auch sehr lesenswert und auf den Punkt gebracht: „Wenn die Welt entspannt atmet“

Rebloggt von hubwen.wordpress.com:

Von Thomas V. Weiss auf Facebook:

Als vor einigen Tagen die Kirche Notre Dame de Paris brannte, brachten die meisten Zeitungen seitenweise Sonderberichterstattung. Plakative und peinliche Titel wie „Die Welt hält den Atem an“ waren in fett gedruckter Großschrift zu lesen.

Passiert war am Ende zum Glück nicht allzu viel. Es gab keine Todesopfer und nach kurzer Zeit wurde so viel Geld gespendet, dass einer schnellen Restaurierung wohl nichts im Wege steht. Für den Hochzuchtkonsumenten steht – sofern er sich der Konditionierung brav hingegeben hat – eines fest: Der Brand der Kathedrale war ein unglaublich schlimmes Ereignis. Warum sonst hätte die Welt „den Atem angehalten“?

Am Ostersonntag brannte es dann erneut. Nicht in Notre Dame, sondern in einer riesigen Schweinemastanlage in Sachsen-Anhalt. Die Anlage fasst bis zu 70.000 Tiere. Bei dem Brand, dessen Ursache nicht bekannt ist, kamen ca. 2.000 Ferkel ums Leben. Sie verbrannten einfach – hilflos und qualvoll.

Die Zeitungen berichteten darüber – wenn überhaupt – nur in kleinen Artikeln. Keine Sonderberichterstattung, keine Worte der Trauer und keine Welt, die den Atem anhält. Kein Wunder, handelt es sich doch dabei nur um Sachschaden, den ein Unternehmen erlitten hat. Man wird alles mit der Versicherung klären und der verdammte Betrieb wird weiter laufen.

Für die unvorstellbaren Qualen der intelligenten und munteren Tiere haben die Medien keine betrauernden Worte bei der Hand. Es wird sachlich, kalt und deskriptiv Bericht erstattet.

Solange jedoch ein Bauwerk – und sei es noch so bedeutungsvoll – betrauert wird und die Federn der Medienhäuser zum Glühen bringt, während der unvorstellbar grausame Tod von 2.000 Tieren – die aus Profitgier heraus auf engstem Raum gehalten werden – nur als nüchtern geschilderte Randnotiz erscheint, nenne ich die Gesellschaft krank und die Medienwelt verlogen, suggestiv und inkompetent.

Dies sind meine Gedanken zu diesem Thema, die Gedanken eines großen Kunstfreundes, der aber offenbar noch fähig ist, Mitgefühl zu leben und den Verstand einzusetzen anstatt sich einer perversen Irrationalität hinzugeben.

Immer weniger insektenfressende Vögel

Rebloggt von hubwen.wordpress.com

Eine der Ursachen des Schwunds an insektenfressenden Vögeln ist auch die moderne Landwirtschaft. Die Agrarlandschaften haben sich massiv verändert. Durch die Pestizide gibt es auch weniger Insekten. Es gibt aber auch noch weitere Gründe, wie aus nachfolgendem Beitrag zu ersehen ist.

Von wildbeimwild.com

Das Sterben der Insekten – was bedeutet das für Vögel, die sich von ihnen ernähren? Eine Studie zeigt europaweit Rückgänge auf. Verantwortlich dafür ist aber nicht das Insektensterben allein.

Ob Bachstelze, Wiesenpieper oder Rauchschwalbe – die Zahl der von Insekten lebenden Vögel ist in den vergangenen 25 Jahren europaweit deutlich zurückgegangen. Durchschnittlich um 13 Prozent sank die Zahl dieser Vögel laut einer im Fachjournal «Conservation Biology» veröffentlichten Studie.

Die Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung führen diese Entwicklung nicht allein auf das Insektensterben, sondern insbesondere auch auf Veränderungen der Agrarlandschaften zurück. Denn auf Äckern, Wiesen und Weiden hätten sich die Bestände der dort lebenden Vögel besonders verringert.

Noch erschreckendere Zahlen hatte vor zwei Monaten der deutsche Naturschutzbund Nabu unter Verweis auf eine Zählung des European Bird Census Council genannt. Danach waren die Feldvögel in den Jahren 1980 bis 2017 europaweit um 56 Prozent zurückgegangen. Allerdings unterschieden sich die Zeiträume der beiden Zählungen. Zudem wurden in der älteren Studie nicht nur Insektenfresser, sondern auch Körnerfresser erfasst.

Verlust an Nahrung und Brutplätzen

Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus vielem: Verlust von Insekten und damit Nahrungsmangel, Verlust von Hecken und damit Brutplätzen, Flächenversiegelung, sagt Katrin Böhning-Gaese zu den möglichen Ursachen des Schwunds und der Rolle der modernen Landwirtschaft. Bei den insektenfressenden Ackerland-Vögeln sei der Rückgang sehr viel stärker als bei den insektenfressenden Waldvögeln.

Video: Das grosse Vogelsterben – Hat es sich bald ausgezwitschert?

Neben dem starken Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gingen mit dem Trend zu grossflächig angebauten Monokulturen immer mehr Hecken, Ackerränder und Brachen verloren; viele Wiesen und Weiden würden in Ackerland umgewandelt. Dadurch würde es für die Insektenfresser schwerer, Nahrung sowie Brutplätze zu finden. Kälteliebende Arten gerieten zusätzlich durch den Klimawandel unter Druck.

Vögel seien hier Indikatoren für eine «industrielle» Landwirtschaft mit ihren negativen Effekten auf die Biodiversität, sagte Böhning-Gaese, die auch Direktorin des Biodiversitäts- und Klima-Forschungszentrums ist. Gegensteuern liesse sich auf vielen Ebenen: Das fängt mit der Agrarpolitik in Brüssel an, geht über Planungsentscheidungen der Kommunen bis zur Förderung des Ökolandbaus, der lokalen Vermarktung biodiversitätfreundlich erzeugter Lebensmittel und der Bereitschaft der Konsumenten, mehr für solche Lebensmittel zu bezahlen.