Eure Dummheit kotzt mich an!

Rebloggt von Bettina Schneider auf guteskarmatogoblog.wordpress.com

Gerade habe ich einen Artikel gelesen, in dem auf die Tatsache eingegangen wird, dass Milchkonsum das Tumorwachstum fördert. Ein nahe liegender Gedanke, denn die Milch der Kühe wurde von der Natur einzig für Kälber konzipiert in Zusammensetzung und Wirkung…sie soll Wachstum anregen, Gewichtszunahme und war zu keiner Zeit für Menschen gedacht. War der Konsum bis vor wenigen Jahren noch durch das Angebot begrenzt, gibt es mittlerweile kaum noch ein Lebensmittel, indem nicht in irgendeiner Form Milch verarbeitet wird und sei es nur das Milcheiweiss. Wir werden förmlich bombardiert mit Milcherzeugnissen und die Folgen, zunehmende Unverträglichkeiten, Allergien, Entzündungen und auch erhöhtes Tumorwachstum sind längst kein Geheimnis mehr. Das wissen erfahrene Mediziner seit vielen Jahren.

Die Reaktionen zu diesem Artikel sind so dümmlich wie armselig. Es scheint den meisten Lesern nicht möglich, Fakten oder Information aufzunehmen oder zu verarbeiten, die auch nur einen Millimeter von ihrem limitierten Weltbild abweichen, an der Komfortzone kratzen oder neu sind. „Trinkt weiter eure Milch, esst tonnenweise eure Müllerpampe und lebt mit den Folgen, nicht mein Problem“, möchte ich am liebsten schreiben, wenn…ja wenn da nicht das unsägliche Leid der Milchkühe und der Kälber wäre. Hinter den Stallmauern findet grauenhafte Tierquälerei en gros statt und jeder findet das „normal“ oder weiss es nicht besser. Eure Dummheit kotzt mich an!

Ähnlich bei den Stadttauben. Was für ein Schwachsinn wird zu jedem Beitrag kommentiert, der dazu aufruft, diese Tiere endlich nicht mehr vor unseren Augen verhungern zu lassen. Man möchte glauben, sie bringen Pest und Cholera ins Land, zerstören Bauten und stellen eine Bedrohung für jeden Passanten dar…so groß ist der Hass und die Vorurteile…und die Dummheit. Es gibt überall Info, für jeden, der bereit ist, sich zu informieren. Aber was bedeuten Fakten schon gegen zementierte Vorurteile und gegen eine Taube kann man sich selbst so herrlich groß und wichtig fühlen. „Weg mit dem Ungeziefer“, das schreiben Menschen, deren soziale Intelligenz und deren Leseverständnis deutlich schlechter ausgeprägt ist als bei der dümmsten Taube auf der Straße. Eure Dummheit kotzt mich an!

Das Gleiche gilt für Zirkus, Ponyreiten oder Zoo. „Ohh, die Kinder haben so viel Spass daran…und den Tieren geht es doch gut“. Kinder, die Freude an Tierquälerei haben, sind zum Glück eher selten, es sei denn man erzählt ihnen Märchen und verschleiert die Hintergründe, die notwendig sind, damit ein Tier zu diesem „Spass“ gezwungen oder dessen Wille dafür gebrochen wird. Was für ein Spass! Ich denke, um das spaßig zu finden, das Leid dahinter zu ignorieren, ist ein gewisses Mass an Blödheit notwendig oder ein riesen Defizit an Empathie. Beides ist leider unendlich vorhanden…bei zu vielen Menschen.

Aber auch in Tierschutzkreisen regiert die Dummheit. Jeder meint, er müsste seine Erfahrungen, Einschätzungen und Befindlichkeiten in die Welt schreiben. Das ist eine kolossal gute Idee, leider nur, wenn die Tiere wirklich davon profitieren. Schreibt man Negatives, lesen das in erster Linie die Menschen, die dem Tierschutz von Haus aus misstrauisch und abwehrend gegenüber stehen und nur darauf warten, in ihrer Meinung bestätigt zu werden. Jeder Streit jede Unregelmäßigkeit, jedes Problem wird vor Publikum auf Facebook ausgetragen. Wie limitiert muss man sein, um Internas und Fehler in der eigenen Organisation vor Publikum auszubreiten? Man behebt sie, man sorgt dafür, dass sich Fehler nicht wiederholen, man klärt intern oder geht leise aber man befeuert nicht die unselige Diskussion über den Auslandstierschutz, wo sich tausende Helfer seriös und unermüdlich jeden Tag den Arsch aufreißen, um Leben zu retten und Leid zu lindern und gegen Vorurteile ankämpfen müssen.

Hauptsache ich habe meinen großen Auftritt gehabt“, scheinen viele zu denken…ganz gleich, wie sehr dadurch Spender verunsichert werden, ganz gleich wie viele Vereine darunter leiden, die alle zwangsläufig mit solchen Aktionen in Verbindung gebracht werden. Der durchschnittliche Leser hat keine Ahnung von den komplizierten Fallstricken und Vorgaben mit denen gearbeitet werden muss, er wird nur die schwarzen Schafe, die Schlammschlachten und Unregelmäßigkeiten in Erinnerung behalten und den Eindruck, dass die meisten Tierschützer wohl eher wie frustrierte Marktweiber ihre Angelegenheiten regeln. Der Großteil der Tierschützer hat damit nichts am Hut. Sie leisten seriös und konstant im Stillen und verdrehen wie ich die Augen, wenn der oder die nächste meint, ein wenig Nestbeschmutzung würde der Sache ganz gut tun. Eure Dummheit kotzt mich ganz besonders an, denn auch ich leide darunter. Ich kann vorn nicht genug aufbauen, wie von solchen Lichtern hinten wieder eingerissen wird.

Es ist nicht die Bösartigkeit sondern die Dummheit der Menschen, die den Tieren das Leben zur Hölle macht. Und habe ich es schon erwähnt? Sie kotzt mich an. Jeden Tag ein wenig mehr!