In hundert Jahren könnten Insekten ganz und gar ausgestorben sein!

Das Brummen in Büschen, Bäumen und über Bächen verstummt mehr und mehr. Die Insekten verschwinden. Das erkennen nicht nur Forscher*innen. Wir bemerken es vor unserer eigenen Haustür. Das Insektensterben ist ein wissenschaftlich bewiesener Fakt und es ist dramatisch:

Jedes Jahr verschwinden zwei Prozent der Insekten weltweit. In 100 Jahren könnten Insekten ausgestorben sein. Und auch in Deutschland sind in den vergangenen drei Jahrzehnten über 75 Prozent der Biomasse von Insekten verloren gegangen.

Doch wir brauchen die Insekten! Jedes Insekt hat seine Nische und seine Aufgabe in der Natur. Wir alle sind auf diese kleinen Helfer angewiesen. 90 Prozent aller Pflanzen und 60 Prozent aller Tiere können nur durch Insekten überleben. Sie bestäuben Pflanzen, lockern den Boden, dienen als Nahrung für andere Tiere und gelten als „Müllabfuhr“ der Natur.

Der besorgniserregende Rückgang der Insekten hat viele Ursachen. Doch alle Forscher*innen kommen in ihren Studien zu einem klaren Schluss: Die stärksten Auswirkungen haben Klimawandel und die intensive Landwirtschaft.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bezeichnete die Biene heuchlerisch als „systemrelevant“ – stellvertretend für alle bestäubenden Insekten. Es scheint allerdings, als hätte sie ihre eigene Aussage längst schon wieder vergessen, denn unter ihrer Verantwortung wurden kürzlich 18 Unkraut- und Insektengifte erneut zugelassen. Und das, obwohl das Umweltbundesamt sein Veto eingelegt hatte. Dieser Alleingang der Ministerin ist nicht nur ein grobes Foulspiel, es gefährdet auch die Zukunft unserer Insekten.

Klöckner könnte in der Landwirtschaftspolitik die wichtigsten Stellschrauben zum Schutz der Insekten drehen und auch den dringend nötigen Wandel für Artenvielfalt voranbringen. Und wohlgemerkt: Sie könnte, aber sie tut es nicht, da ihr die Interessen der Agrar-Industrie tausendmal mehr am Herzen liegen als der Schutz von Insekten sowie auch der Schutz unzählig vieler sog. „Nutztiere“ in den Fabriken tierquälerischer Massentierhaltung.

Der BUND fordert von Julia Klöckner und Svenja Schulze:

  • Auf zehn Prozent der Agrarflächen Lebensräume für Insekten zu schaffen.
  • Bis Ende 2019 im Bundesnaturschutzgesetz ein Pestizidverbot in Schutzgebieten zu verankern.
  • Umweltauswirkungen wie die Gefährlichkeit für Insekten sollen bei der Zulassung von Pestiziden künftig stärker berücksichtigt werden.
  • Einen schrittweisen Glyphosat-Ausstieg bis 2021 umzusetzen.

In Deutschland haben sich schon jetzt viele Menschen zur Rettung der Insekten zusammengeschlossen, zuletzt beim erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern. Werde auch Du ein Teil dieser Bewegung und unterzeichne hier den Protest an die beiden Ministerinnen Klöckner und Schulze: