Das neue staatliche „Tierwohl-Label“

Um es sogleich vorwegzunehmen: Alle Jahre wieder kommt nicht nur das liebe Christkindlein zu uns Menschen auf diese Erde, sondern alle Jahre wieder beglücken uns ganz besonders „tierliebende“ Politiker mit einem sogenannten „Tierwohl-Label“, welches uns lediglich einige minimale Verbesserungen hinsichtlich der Haltungsbedingungen der betroffenen „Nutztiere“ in den Fabriken der tierquälerischen Massentierhaltung verspricht. Man möge mich nun dafür schelten und kritisieren, jedoch von diesen staatlich gepredigten „Tierwohl-Labels“ habe ich noch nie etwas gehalten bzw. ihnen jemals etwas Positives abgewinnen können.

Nein, ein Grund zum Aufatmen und Beifall klatschen ist ein solches verlogene „Tierwohl-Label“ für uns Tierfreunde und Tierschützer ganz gewiss nicht und man muss schon sehr dumm und dämlich sein, darauf hereinzufallen und zu glauben, dass unsere Politiker in ihrer Eigenschaft als Lobbyisten der tierausbeutenden und tierquälerischen Agrarindustrie auch nur ansatzweise um das Wohl der Tiere besorgt sein würden. Nein, wenn sich alle Jahre wieder unsere „ehrenwerten“ Politiker mit einem neu aus dem Boden gestampften „Tierwohl-Label“ zu Wort melden und sich diesbezüglich selbst beweihräuchernd mit Lorbeeren bekränzen und eine Landwirtschaftministerin Klöckner, die einerseits sehr engagierte Tierschützer als Kriminelle stigmatisiert und andererseits vorgibt, sich für das Wohl der Tiere zu interessieren und sich für ein besseres Leben der maßlos ausgebeuteten Tiere einsetzen zu wollen, dann schrillen bei mir laut und heftig angesichts dieser Heuchelei und Verlogenheit sämtliche Alarmglocken.

Auf den Punkt gebracht verfolgt ein solches „Tierwohl-Label“ doch nur einen einzigen Zweck, nämlich die Konsumenten und Tierleichen-Fresser hinters Licht zu führen und deren unsauberes Gewissen beruhigen und einschläfern zu wollen.

Und in der Tat: Dank solcher menschenverdummender Labels wird die Zahl der Tierleichenfresser ganz gewiss nicht kleiner werden, sondern es wird wohl eher noch mehr Menschen geben, deren graue Gehirnmasse unter der Hirnschale arg geschädigt und ernsthaft erkrankt ist, weil diese fleischkonsumierenden Tiermörder sich mit einem angeblich „guten“ Gewissen und dank gelabelter Tierqualprodukte demnach auch weiterhin Tierleichenteile in ihren Mund und Magen stopfen werden – und dies alles mit der sehr hirnrissigen Überzeugung, letztlich doch nur jenes Fleisch zu kaufen und zu konsumieren, welches von Tieren stammt, die ein angeblich „glückliches Leben“ geführt hätten.

Und jene „Fortschritte“, die jenes neue „Tierwohl-Label“ mit sich bringt, können sich wahrhaft sehen lassen: Nur ein paar Zentimeter mehr Platz, nur ein paar Tage länger bei dem Muttertier, nur ein klein wenig mehr Tierschutz bei Transport und Schlachtung. Doch reicht das für ein staatliches Tierwohllabel, welches eine CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner nunmehr vorstellte und ankündigte???

Klar ist schon eines: Es ist freiwillig und es soll auf den Produkten kleben, bei denen Hersteller besonders auf Tierschutz achten würden. Bereits schon Klöckners Vorvorgängerin Ilse Aigner war um ein derartiges Tierwohl-Label bemüht, dann kündigte Agrarminister Christian Schmidt vor zwei Jahren vollmundig ein nationales Tierwohllabel an, scheiterte jedoch an Kriterien und der Umsetzung. Und mittlerweile zieren diverse bunte Logos Eier, Fleisch oder Milch: vom Deutschen Tierschutzbund, von Herstellern oder vom Handel. Was allerdings dahintersteckt, ist für den Käufer oft nicht ersichtlich.

Und nun posaunt uns eine Julia Klöckner die Ohren voll und verkündet vollmundig:

Sie kriegen ja auch keine Belobigung, wenn Sie an der roten Ampel halten. Deshalb werden wir wie beim Biosiegel auch alles, was über dem staatlichen Niveau ist – was auch mehr kostet, aber wo mehr Tierwohl drinsteckt – das werden wir kennzeichnen. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, damit kann man werben – als Handel, aber auch als Tierhalter.“

Und desweiteren sagt sie über dieses „Tierwohl-Label“: „Es sagt was über Beschäftigung aus, über den Platz, über Außenluft – man darf nur dann labeln, wenn man wirklich über dem gesetzlichen Standard ist, dann kostet’s auch mehr, aber der Verbraucher hat eine klare Orientierung wie beim Biosiegel auch.“

Wie bitte? Der Verbraucher hat eine klare Orientierung wie auch beim Biosiegel??? Soll man nun über so viel Menschenverdummung und Verbrauchertäuschung lachen oder weinen? Das klingt ja alles schon fast so, als ob ein solches Tierwohl-Label sogenanntes Kükenschreddern, Ringelschwänze kupieren, Ferkelkastration ohne Betäubung und andere Tierquälereien zukünftig verhindern würde.

Welch ein Schrott, dieses neue staatliche Tierwohl-Label auf freiwilliger Basis und mit vier Klassifizierungen, vom gesetzlichen Mindeststandard bis hin zur Premiumklasse! Ist eine nur freiwillige Initiative der Händler und Tierquäler nicht abermals sehr inkonsequent und sollte die Politik nicht besser einheitliche Kriterien für mehr Tierschutz entwickeln und dafür Rechnung tragen, dass die Einhaltung dieser Kritierien dann auch unbedingt unangemeldet und von unabhängigen Tierärzten kontrolliert wird?

Und machen wir uns nichts vor und lassen uns von einer Julia Klöckner und ihrem Tierwohl-Label nicht täuschen und verdummen, denn Fakt ist doch eines: Was soll solch ein Tierwohl-Label den maßlos ausgebeuteten, leidenden und gequälten Tieren letztlich schon an wirklichen Verbesserungen bescheren, denn über 98 Prozent des Fleisches in Deutschland stammt aus tierquälerischer Massentierhaltung und somit aus Betrieben, die trotz aller aus der Taufe gehobenen „Tierwohl-Labels“ nicht einmal dem gesetzlichen Mindesstandard hinsichtlich konsequenten Tierschutzes entsprechen.

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