Milchmaschinen: gequält, misshandelt und extrem ausgebeutet

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Aus suedtirolnews.it

Milchmaschinen: Gequält, geschlagen, ausgepumpt und umgebracht

Foto: Essere animali

Eingeschleusten Aktivisten der italienischen Tierschutzorganisation Essere Animali gelang es, das traurige Leben der italienischen Milchkühe zu dokumentieren. Die beiden engagierten Tierschützer filmten dabei mit der Besamung über die Behandlung der Kälber bis zum Melken der Kühe den gesamten Lebenszyklus der Milchkühe. Was sie sahen, war erschreckend.

Werden im italienischen Fernsehen Milch und Milchprodukte beworben, werden fast immer glückliche, auf einer grünen Wiese in einer schönen Landschaft weidende Kühe gezeigt. Die Realität ist eine vollkommen andere.

Von den mehr als 2.200.000 Milchkühen in Italien sehen die allerwenigsten jemals grünes Gras. Die allermeisten von ihnen müssen auf engsten Raum zusammengepfercht in dunklen Ställen ihr elendiges Dasein als Milchkuh fristen, bis sie – wenn die Milchleistung abnimmt – nach wenigen Jahren „verräumt“ werden. (Sogenannte „downer-Kühe“).

Das Video beginnt mit der Besamung. Um eine konstante Milchproduktion garantieren und jährlich ein Kalb „produzieren“ zu können, werden die Kühe regelmäßig besamt. In der Folge können die trächtigen Kühe zweimal am Tag und an 300 Tagen im Jahr gemolken werden.

Die versteckten Kameras zeigen auch die Trennung der frisch geborenen Kälber von ihren Müttern. Eine Kuh ruft verzweifelt nach ihrem Kalb. Das Kalb wird aber brutal von ihrer Mutter getrennt und mit einem Bagger weggebracht. Anschließend bindet man ihm ein Seil an ein Bein und steckt es für mehrere Wochen in eine enge Box.

Falls es sich um ein männliches Kalb handelt, wird es, um ein helles Fleisch zu erhalten, mit einer eisenarmen Kost ernährt und nach sechs Monaten zum Metzger gebracht. Insgesamt gelten männliche Kälber als „Nebenprodukt“ der intensiven Milchwirtschaft und sind daher weniger wert als die Milchkühe. Im Video sind mehrere qualvoll sterbende und tote Kälber zu sehen. Ist es aber ein weibliches Kalb, wird daraus eine Milchkuh.

Um Verletzungen zu vermeiden, werden den Kälbern die Wurzeln der Hörner verbrannt. Obwohl dieses überaus schmerzhafte Verfahren laut Gesetz nur von einem Tierarzt und unter Narkose durchgeführt werden darf, wurde im von den Tierschützern gefilmten Stall diese Praxis von einfachen Angestellten und ohne Narkose angewandt. Zudem gelang es den Aktivisten, viele Fälle von Gewalt gegen die Tiere zu dokumentieren. Die Kühe wurden getreten, gestoßen und sogar mit Eisenstangen verprügelt.

Die auf maximale Milchproduktion ausgelegte Zucht der Milchkühe – eine Milchkuh der Rasse Holstein-Rind gibt heute bis zu 28 Liter Milch, im Jahr 1985 waren es nur 17 Liter – beeinträchtigt immer mehr das Wohl der Tiere. Die Tiere erleiden immer öfter Verletzungen an den Klauen oder rutschen auf dem nassen Betonboden der Ställe aus und brechen sich so Sehnen und Beine. Laut Gesetz dürften verletzte und leidende Kühe nicht aufgehoben, sondern müssten sofort getötet werden, aber die Angestellten lassen die Tiere vor dem Gnadenschuss aus Zeitmangel oft tagelang leiden.

Obwohl die Milchkühe bis zu 20 Jahre alt werden könnten, werden sie infolge der langsam nachlassenden Milchleistung nach vier bis fünf Lebensjahren „ausgetauscht“ und Metzgereien und fleischverarbeitenden Betrieben übergeben.

Angesichts des traurigen Schicksals der Milchkühe sowie des brutalen und teilweise gesetzlich illegalen Verhaltens der Angestellten bleibt von dem von der Werbung sorgfältig gepflegten Bild glücklicher Kühe, die gerne und brav Milch geben, nicht mehr viel übrig. Tierschutzorganisation hoffen, dass die Verbraucher ihren Konsum von unter solch üblen Bedingungen produzierten Milch und Milchprodukten überdenken.

Ob das Video die Konsumenten aufzurütteln vermag?


 

2 Kommentare zu “Milchmaschinen: gequält, misshandelt und extrem ausgebeutet

  1. Es schmerzt mich so sehr, das nur zu lesen.
    Wie kann man nur so mit den Tieren umgehen. Einfach nur schrecklich.
    Ich bin immer wieder so froh, dass ich keine Milchprodukte konsumiere.
    Es bricht einem das Herz. Das Video kann ich mir nicht ansehen.

    Gefällt 1 Person

  2. Es ist in Italien nicht besser als in Deutschland und in anderen Ländern, wo Tiere, eben auch Kühe ausgebeutet werden. Das wird sich auch nicht bessern, solange Menschen Milch/Milchprodukte fordern. Es gibt ja auch zu dieser Ausbeutung auch viel mehr zu sagen, z.B., dass die Milch die Milchkuh krank macht, wie Prof. Dr. Karnowsky mal sehr anschaulich ausführte. Ich möchte mal auf den Skandal des Büffel-Mozzarella kurz eingehen, der ja auch in deutschen Supermärkten in Massen vertrieben wird. Campanien in Süditalien ist dafür die Hochburg. Die männlichen Kälber/Stierkälbchen sind nichts wert und damit zum Tode verurteilt. Die Tierausbeuter sind zwar verpflichtet, die „nicht benötigten“ Büffelkälber zu Schlachthöfen zu bringen, wo diese Tierbabies betäubt geschlachtet werden sollten, das aber ist umständlich und kostet Geld. Das Fleisch dieser Büffelkälbchen will man nicht verzehren, weshalb es als Sondermüll entsorgt werden soll. Das kostet Gebühren. Eine Tierschützerin/Tierärztin deckte zufällig auf der Suche nach Straßenhunden bereits 2002 eine furchtbare Praxis auf: Sie fand ein nur wenige Tage altes Stierkalb, das bis in die Ohren mit Kot bedeckt war. So kam sie auf die Spur der Kälberbeseitigung. Büffelkälber werden ausgesetzt, erstickt, in Jauchegruben geworfen oder anders brutal ermordet. Die Behörden dulden diese Massenmorde. Nach Schätzung eines Uni-Prof. in Neapel sollen es – damals – ca. 50.000 Büffelkälber jedes Jahr nur in Campania betreffen. Dies dürften heute weitaus mehr sein.
    Auch wir machten diese ungeheuerliche Tierquälerei und den Kälbchen-Massenmord in Brüssel dem damaligen EU-Kommissar bekannt und bekamen als Antwort: „Nach dem Gemeinschaftsrecht ist die Tötung von Tieren nicht verboten. Nach der Richtlinie 93/119/EG über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung ist aber sicherzustellen, dass landwirtschaftlichen Nutztieren bei der Schlachtung oder Tötung vermeidbare Aufregungen, Schmerzen und Leiden erspart werden. … Wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der betreffende Mitgliedstaat seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann die Kommission Maßnahmen ergreifen, deren Einhaltung einzufordern.“ – Das war’s dann aber auch schon. Es wurde offensichtlich nichts unternommen. Und die Botschaft Italiens äußerte sich zu diesem ungeheuerlichen Verbrechen wie folgt: „… ich danke Ihnen für Ihr Schreiben, mit dem Sie auf gravierende Mißstände beim Umgang mit Tieren hingewiesen haben, die im Zusammenhang mit der Produktion von Büffelmozzarella in Kampanien illegal beseitig werden.
    Wir nehmen diese Mitteilung sehr ernst und haben die zuständigen Lokalbehörden um Überprüfung der Angelegenheit gebeten. Falls sich bestätigen sollte, daß die ‚Entsorgung‘ der Büffelkälber unter Mißachtung der gesetzlichen Vorschriften erfolgt, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um diese Praxis zu unterbinden.“ unterzeichnet vom Botschafter.
    Das war’s auch von dort, weitere Anfragen wurden nicht beantwortet.

    Ich denke, mit dem Kälbchenmord und der Muttertier-Ausbeutung geht es auch in Kampanien und ganz Italien ebenso grausame weiter wie überall, wo Tiere für Milch/Milcherzeugnisse bzw. überhaupt für den vermeintlichen menschlichen Vorteil ausgebeutet werden.

    Solange Menschen Tierprodukte konsumieren wollen, solange wird sich für die betroffenen Tiere nie etwas bessern. Tierprodukte sind immer Tierqualprodukte. Wir Menschen haben die Wahl und könnten den Tieren indirekt helfen durch Ändern unseres Konsumverhaltens. Es ist recht einfach, wenn man es will. Wir wurden Veganer aus solchen Gründen, eine Entscheidung, die wir bis heute nicht einen Tag bereut haben. Und wir sind Gorumets, verzichten auf nichts, nicht auf Risella = Mozzarella aus Reis, nicht auf Kaviar = aus Algen, nicht aufs Steak = aus Soja oder Weizen oder Lupinen, nicht auf Vish – meist aus Soja. Für uns ist jedes Essen an jeden Tag vegan und Hochgenuss – und kein einziges Tier muss für unseren Genuss leiden oder sterben. Das ist für uns Lebensachtung und Schutzpflicht.
    Für die Tiere!
    Martina Gerlach

    Gefällt 2 Personen

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