Mama,wo gehöre ich hin?

Gedanken von Bettina Schneider zum Spendenmarathon des Tierschutz-Shops

Von guteskarmatogoblog.wordpress.com

Es ist kuschlig warm in der Küche. Ich habe Kerzen angezündet und Musik angemacht und während ich gedankenverloren auf einem Keks kaue, lese ich immer und immer wieder ein paar Zeilen durch… ich sollte sie vielleicht übersetzen… meine Freundin Martha von SCARS, Athen, hat sie mir geschrieben. Ich fühle mich plötzlich schlecht, weil ich trotz der Wärme die Kälte bis auf die Knochen spüre, die jetzt an so vielen Orten den Tieren auf der Straße in die Glieder schleicht. Wenn es Abend wird, wenn sie den ganzen Tag noch nichts Essbares gefunden haben und die Feuchte und Kälte ihnen die letzten Kräfte raubt…die Hoffnung und den Lebenswillen. Ich weiss, dass sie auch heute keinen Unterschlupf finden werden und zitternd in einer dunklen Ecke, unter einem Busch oder in einem Hauseingang kauern…bis vielleicht eine Fee vorbei kommt, die etwas Futter verteilt.

Mavropigi…nur zwei haben überlebt…sie waren bereits halb verhungert, ehe wir sie fanden.

Alle unsere Helfer tun das jeden Abend, wenn sie sich auf den schweren Weg machen, den Ärmsten der Armen das Leben auf der Straße etwas zu erleichtern und sie tun das mit dem Futter, das wir ihnen senden. Sonst wäre auch das nicht möglich. Der Spenden Marathon des Tierschutz-Shops, der gerade läuft ist, unsere einzige Chance, als teilnehmender Verein so viel Futter zu erhalten, wie benötigt wird, um alle unsere Tiere an den Futterstellen in Griechenland über den Winter zu bringen. 30 Vereine dürfen an diesem Marathon teilnehmen und für jeden Verein bedeutet diese Teilnahme …Futter…mit etwas Glück so viel, dass keines der Tiere in Obhut, diesen Winter hungern muss…nicht in den Sheltern und auch nicht auf der Straße an den Futterstellen.

Trotzdem bleibt die bange Frage: Wird es reichen? Werden die Menschen auch diesmal vertrauen, dass ihre Spenden ankommen? Wissen sie, wie dringend wir auf diese Spenden angewiesen sind und dass tatsächlich jedes Gramm jeder Euro ankommt und bald viele Leben retten wird? Ich hoffe es so sehr, denn obwohl wir in unserem Verein unglaublich viel auf die Beine stellen…ohne die Aktionen des Tierschutz-Shops, die Werbung für unsere Anliegen, Logistik und vor allem Transportkosten ermöglichen, müssten wir an allen wichtigen Stellen einsparen.

Haben wir genügend Futter, können wir die restlichen Spendengelder für Kastration, medizinische Behandlung, für Unterkünfte, Hütten, Futterspender, Adoptionsvorbereitungen, Impfungen und andere wichtige Dinge verwenden. Haben wir genügend Futter, können wir immer wieder noch armen Einzelkämpfern, verzweifelten Rentnern, engagierten Helfern, zusätzlich zu unseren laufenden Projekten unter die Arme greifen, können wir ihren Tieren Leben und ihnen, Hoffnung schenken.

Faith… in einem Beutel mit Flüssigkeit im Müll entsorgt…er hat überlebt

Ich öffne den Link zu unserer Spenden-Wunschliste und stelle erleichtert fest, dass sich langsam aber sicher, der Zähler der benötigten Menge annähert und bin so unendlich dankbar, dass wir dabei sein dürfen. Wir werden es schaffen…bald werden wieder voll beladene Trucks Richtung Griechenland rollen und dort von den ehrenamtlichen Helfern mit Tränen in den Augen in Empfang genommen werden. Tränen der Dankbarkeit, die die Spender selten zu sehen bekommen. Oh, ich wünschte, sie wüssten, wie kostbar ihre Geschenke sind… Sack für Sack, Dose für Dose…nicht nur für die Tiere sondern auch für die Menschen, die ihr Leben den Straßentieren widmen. So wie ich

Dann übersetze ich doch Marthas Zeilen, schreibe ihr, dass alles gut wird und hoffe, auch für den armen Spiro wird alles gut…irgendwann…irgendwie…und es war noch nicht zu spät, ihn von der Straße zu holen…

Spiro: Er kämpft noch ….

Mama…wo gehöre ich hin? Sie sagen, Zuhause ist da, wo man willkommen ist. Aber ich war niemals irgendwo willkommen. Mama, wo ist mein Zuhause? Ist es dort, wo ich ich hingehe, wenn ich meine Augen schließe, der ferne Ort, wo ich keinen Hunger und keine Schmerzen mehr spüre und auch nicht mehr einsam bin? Oder ist mein Zuhause da, wo meine Augen von Eiter verklebt sind, wo ich Druck auf den Lungen habe und kaum noch atmen kann, auch nicht mehr essen, weil mein Mund so weh tut und wo alle Menschen mich verachten?

Gestern brachte man mich von der Straße weg an einen Ort, der sich „Pflegestelle“ nennt. Überall gab es Futter und ich wusste gar nicht, was ich davon essen sollte…also aß ich gar nichts. Es gab ein Bettchen für mich, so groß und weich, dass ich gar nicht wusste, wohin ich mich legen sollte…also schlief ich am Boden und selbst da gab es überall Kissen für mich. Aber ich bin immer noch verwirrt.

Mama…wenn du mich hören kannst, wo auch immer du jetzt bist…Wo ist mein Zuhause? Ist es da, wo ich bin, wenn ich die Augen öffne oder sollte ich an den friedlichen Ort gehen, den ich nur erreiche, wenn ich meine Augen für immer schließe? Wohin soll ich gehen, Mama…wohin?“

(Martha Politis Athanassiou von SCARS, für Spiro)

Falls ihr ein Päckchen für Spiro und alle anderen Fellchen unserer Partner in Griechenland packen möchtet…hier geht es zum Link. Dankeschön!!!!

https://www.tierschutz-shop.de/wunschliste/frieden-fuer-pfoten-peace-for-paws-e-v/

Spiro:

3 Kommentare zu “Mama,wo gehöre ich hin?

  1. Wenn sich etwas ändern soll, dann müssen die Menschen klüger werden – oder, nein, sie müssen SEHEND werden.
    Genau das ist es: Die Menschen müssen die Augen aufmachen und hinsehen!
    Es sehen zu wenige hin.
    Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass die Menschen ihre Augen öffnen.

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  2. Dieses unnötige, ausschließlich menschengemachte Tierelend – und trotzdem geht die Zucht von Tieren immer weiter, auch von Katzen und Hunden. Und gar zu gerne werden die bitter nötigen Kastrationsaktionen, um noch mehr Tierleid zu verhindern, erschwert und verhindert. Nicht zu begreifen. Wir sind nun seit über 28 Jahren im Tierschutz engagiert, haben u.a. 3 monatliche Futterpatenschaften, spenden bei verschiedenen Tierschützern für Tierrettungen und haben auch ein Futterpäckchen für diese Tiere beim Spendenmarathon gepackt und haben ganz, ganz viele andere finanzielle Belastungen, um Tieren helfen zu können. Aber trotzdem scheint das Tierleid immer mehr zu werden. Das ist vor allem und überall Politikerschuld! Hauptsache denen geht’s gut und die haben ganz schnell ausgesorgt, egal ob bzw. was sie leisten – meist Negatives. Für die Tiere haben etablierte/amtierende Politiker – egal wo – eh nichts übrig. Tiere kennen weder Politik noch Geld. Aber sie sind die direkten Opfer. Tiere haben Anstand. Die meisten Politiker und zu viele Menschen leider nicht! Es sind Tierschützer/Tierrechtler, die versuchen, diese Welt ein bisschen besser zu machen. Dafür leisten sie unentwegt Schwerstarbeit, meist unbezahlt.

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