Zum bevorstehenden Jahreswechsel

Aus dem aktuellen Newsletter von pro-iure-animalis.de

Liebe Freunde der Tiere,

Weihnachten, die „besinnliche Zeit“, ist vorbei, der Jahreswechsel, an dem Viele gute Vorsätze fassen, steht vor der Tür. Vor der gleichen Tür standen und stehen die beiden großen Ansprachen an die Nation, der Bundespräsident an Weihnachten, die Kanzlerin zu Silvester. Steinmeier haben wir schon überstanden und es darf angenommen werden, dass Merkel in ein paar Tagen keine Worte in den Äther schickt, die sich von der professionellen Logorrhoe des Präsidenten unterscheidet – inhaltslose Worthülsen, Schönrederei und leere Versprechungen, die sich wenig an Fakten und Logik orientieren. Fünf Minuten wasted time …

Unseres Erachtens hätte Einer diese fünf Minuten Sendeplatz verdient: Alexander Gerst, „Astro-Alex“, wie er liebevoll und anerkennend genannt wird, der dieser Tage aus dem Orbit zurückgekehrt ist und dort einen wahren Platz mit Weitsicht verlassen hat. Urteilen Sie selbst:

Alexander Gerst: Nachricht an meine Enkelkinder

Daran anknüpfend geben wir Ihnen noch einen Leserbrief von Lutz Reißland mit auf den Weg ins Neue Jahr, den er zum Thema Silvesterböllerei an zahlreiche Zeitungsredaktionen geschickt hat.

Und alle Jahre wieder

Und alle Jahre wieder … kommt die Silvesternacht, in der es blitzt und kracht… und das im wahrsten Sinne des Wortes!

Ja bald ist es wieder soweit, in wenigen Tagen macht ein Industriezweig seinen Jahresreibach mit Böllern und Raketen, und das mit Pauken und Trompeten.

Der Brauch geht auf den Todestag des Papstes Silvester 1.(† 31. Dezember 335) zurück. „Zum Jahreswechsel um Mitternacht wird meist mit Feuerwerk, Böllern und Glockengeläut gefeiert. Das Feuerwerk sollte im vorchristlich-animistischen Glauben früher „böse Geister“ vertreiben und drückt heute auch Vorfreude auf das neue Jahr aus.“ (Wikipedia).

Da fragt sich der aufgeklärte Mensch des 21. Jahrhunderts, hallo, leben wir noch im frühen Mittelalter, wo man an Hexen, Geister und Dämonen glaubte und meint, diese zum Jahreswechsel mit Lärm und Gestank vertreiben zu müssen? Wie weit sind wir in diesem Land der Dichter und Denker gekommen, einerseits träumen wir vom digitalen Zeitalter, andererseits befindet sich ein Teil unserer Bevölkerung noch auf Steinzeitniveau, was man auch an vielen anderen Stellen merkt – leider.

Nein, was hier passiert, ist nicht nur die Freude auf das neue Jahr, wobei man angesichts der dramatischen Veränderungen auf unserem Planeten wie Überbevölkerung, Klimawandel, Artensterben etc. sich ehrlich die Frage stellen muss, auf welche Verbesserungen sich man hier noch freuen kann? Vor hundert Jahren nach dem 1. Weltkrieg wäre ein solche Vorfreude noch begründet gewesen aber in der heutigen Zeit werden sich begründet nur Einige auf noch bessere Umsätze und Anhäufungen von Reichtum freuen können, die meisten werden aber diesbezüglich enttäuscht werden.

Und diese, man wundert sich, machen in den Warteschlangen beim Böllerverkauf den größten Teil aus, hier steht nicht die soziale Mittel- oder Oberschicht oder gar die Intelligenz an, es sind oftmals die, die von Hartz 4 leben müssen und einen Teil ihres Geldes im wahrsten Sinne des Wortes dann noch verballern.

Was hier in der Silvesternacht jedes Jahr stattfindet, ist eine Art Stellvertreterkrieg, jeder kann sich und seinem Herzen mit lauten Geböllere Luft machen, oftmals gepaart mit reichlich Alkohol die Sau rauslassen, seinen archaischen Ur-Instinkten freien Lauf lassen…

Aber die Sache hat noch andere Haken.

Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund 10.000 Tonnen Feuerwerkskörper im Wert von mehr als 100 Millionen Euro in die Luft gejagt – Tendenz steigend! Durch die Böller und Raketen rieselt ein Chemiecocktail bestehend aus Schwarzpulver, Nitraten, Chloraten und Perchloraten – sauerstoffreiche Metallsalze der Elemente Natrium (gelbe Flammenfärbung), Kalium (blass-violett), Strontium (rot) oder Barium (grün) sowie Blei, Arsen, Aluminium, PVC, Schwefel und in kleineren Mengen Eisen-, Kupfer-, Titan-, Antimon- und Zinkverbindungen und viele weiteren Verbindungen leise vom Himmel und belastet Mensch, Tier und Umwelt.

Die gesundheitlichen Risiken für die Menschen alle aufzählen, würde den Rahmen dieses Leserbriefes weit sprengen.

Raucher dürfen in Gaststätten nicht mehr rauchen, seit Jahren macht ein Abgasskandal nach dem anderen die Runde, Dieselfahrzeuge werden als die Hauptschuldigen benannt, überall werden die Feinstaubwerte überschritten, Fahrverbote ausgerufen etc. Dabei zeigen Messungen, dass in Innenstädten in der Stunde nach Mitternacht Extremwerte von weit mehr als 1000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft erreicht werden, über 20 mal mehr als erlaubt! Die Feinstaubbelastung durch die Silvesterknallerei trägt nach Angaben des Umweltbundesamtes zu 15% an der Gesamtfeinstaubbelastung durch Verkehr u.a. in Deutschland bei!

Na prima, wo bleiben da die Behörden, die Gleichen, die zuvor die Fahrverbote mit Hinweis auf den Schutz der Bevölkerung vor Feinstaub ausgerufen haben? Hier ist noch dringender Handlungsbedarf durch die zuständigen Behörden und Kommunen notwendig!

Am schlimmsten trifft es die Tiere. Jeder Tierhalter, egal ob Hund, Katze, Vogel oder Pferd weiß, dass Tiere sehr lärmempfindlich sind und der Lärm und Gestank ist für die Tiere unerträglicher Stress und Folter! Zehntausende in den Städten lebende und dort schlafende Wildvögel, vor allem Haussperlinge werden durch dieses Silvesterinferno von ihren Schlafplätzen aufgescheucht, fliegen verängstigt in die Dunkelheit und verunglücken zu Tausenden!

Jedem wahren Tierfreund zerreißt es angesichts dieser Situation das Herz und es ist auch ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz §39 und gegen das Tierschutzgesetz §1!

Aber auch Menschen, die diese Knallerei nicht wollen, werden durch diese belästigt.

Der Straftatbestand der Nötigung wird durch diese Knallerei voll erfüllt. Eine Ökobilanz für die Herstellung der Knaller und die Knallerei selbst fällt verheerend aus, zurück bleiben Dreck, Umweltbelastungen und Sondermüll.

Für mich steht fest, die, die meinen, durch Luft- Licht- Lärm- und Umweltverschmutzung, denn nichts anderes ist diese Silvesterknallerei, das neue Jahr begrüßen zu müssen, haben sich selbst einer ganz spezifischen Bevölkerungsgruppe zugeordnet und können mit Sicherheit keine Tierfreunde sein!


Wir hoffen, Sie nehmen einige dieser Aspekte mit ins Neue Jahr und hoffen auch, dass unsere vergangenen Rundbriefe zum Nachdenken angeregt haben. Wir lesen uns wieder in 2019 – einen guten Start wünscht Ihnen

für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

Für einen Bissen Fleisch (Teil 2)

Auszüge aus dem gleichnamigen Buch von Karlheinz Deschner

Fortsetzung vom 23.12.2018

Noch heute aber verdammen nur wenige christliche Theologen die kirchliche Blutschuld gegenüber dem Tier, allen voran Carl Anders Skriver (dessen verdienstliches Buch „Der Verrat der Kirchen an den Tieren“ freilich das „Christentum“ selber blamabel zu entlasten sucht): „Die Hauptschuld und die Hauptverantwortung für das Tierelend trägt nun einmal seit der Erscheinung Christi die christliche Kirche.“

Doch auch Katholik Joseph Bernhart bedauert in seiner Monographie „Die unbeweinte Kreatur“ das grundsätzliche Mißverhältnis der Theologie zum Tier, die Blindheit und Herzenshärte erster Kirchenlehrer wie Albert oder Thomas bei ihrer metaphysischen Behandlung des Themas, und den alten Apologetenkniff, tierisches Leben so tief wie möglich herunterzureißen, „um seine Qual als gar nicht zum Weltleid zählenden Posten aus der theologischen Rechnung hinauszubringen“.

Millionen Christen (und auch Nichtchristen) prügeln, töten, verzehren Tiere Tag für Tag, aber kein einziger Christ gefährdet dadurch sein Seelenheil! Im Gegenteil, erregt sich Voltaire:

Wir sehen in dieser oft geradezu bestialischen Abscheulichkeit einen Segen des Herrn, ja wir haben sogar Gebete, mit denen wir ihm für diese Mordtaten danken. Gibt es jedoch etwas Schändlicheres, als sich fortwährend von Aas zu ernähren?“

Viele Tiere, gewiß, vernichten selbst einander, natura contra naturam, Fressen und Gefressenwerden, ein ingeniöser Speiseplan. Charles Darwin wollte allerdings nicht glauben, ein gütiger Schöpfer habe die Maus zum Spiel für die Katze oder die Schlupfwespen mit der Absicht erdacht, sich im Körper lebender Raupen zu ernähren.

Ein Wesen, das so mächtig und kenntnisreich ist wie ein Gott, der das Universum erschaffen konnte, erscheint unserem begrenzten Geist allmächtig und allwissend, und es beleidigt unser Vertändnis, daß sein Wohlwollen nicht unbegrenzt sein soll, denn was für einen Vorteil könnte das Leiden von Millionen niederer Tiere durch fast endlose Zeiten hindurch haben?“

Schopenhauer, erschüttert davon wie kaum einer, bezieht das tat twam asi (das bist du) – es gibt kein gößeres Ethos – auch auf jedes Tier. Empört über die „Nullität“ des Tieres im „Juden-Christentum“, prangert er die „himmelschreiende Ruchlosigkeit“ an, „mit welcher unser christlicher Pöbel gegen die Tiere verfährt, sie völlig zwecklos und lachend tötet, oder verstümmelt, oder martert“, während der Brahmanist oder Buddhist bei jedem persönlichen Glück, jedem günstigen Ausgang „nicht etwa ein te Deum plärrt, sondern auf den Markt geht und Vögel kauft, um vor dem Stadttore ihre Käfige zu öffnen“. Unschwer erkennt Schopenhauer in der christlichen Tierverachtung „die Folgen jener Installations-Szene im Garten des Paradieses“ und behauptet, eine einzige Bibelstelle gefunden zu haben, die – schwächlich genug – für die Schonung der Tiere plädiere.

Dann geißelt Ludwig Klages die Ruinierung des Kosmos durch das Christentum, das mit „Humanität“ verschleiere, was es eigentlich meine: „daß alles übrige Leben wertlos sei, außer sofern es dem Menschen diene!“ „Senza anima“ und non e christiano“, antworte der Italiener, zur Rede gestellt, schinde er Tiere zu Tode. Schätzungsweise dreihundert Millionen Vögel fielen seinerzeit, Jahr für Jahr, allein der Frauenmode zum Opfer. Lebend riß man ihnen, zur Erhaltung des Glanzes, die Schwung- oder Flaumfedern aus, wonach die Gepeinigten unter krampfhaften Zuckungen starben.

Fünfzigtausen Elefanten wurden jährlich abgeknallt, nur um die „Kulturmenschen“ mit Billardkugeln zu versehen, mit Stockknöpfen, Fächern und ähnlichen ungeheuer nützlichen Objekten. Klages brandmarkt das Niedermetzeln von Milliarden Pelztieren Nordamerikas und Sibiriens, die Abschlachtung von Antilopen, Nashörnern, Wildpferden, Eisbären, Walrossen, Seehunden … „die Zivilisation trägt die Züge entfesselter Mordsucht, und die Fülle der Erde verdorrt vor ihrem giftigen Anhauch“.

Und Tolstoi: „So lange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben!“ Ein tiefer Gedanke, analog auch anderwärts lebendig. Romain Rolland nennt Roheit gegen Tiere und Ungerührtheit durch ihre Qualen „eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts“, „die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Ich habe niemals an diese Millionen von still und geduldig ertragenden Leiden denken können, ohne von ihnen bedrückt zu werden. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn er selbst leidet?“

Henry David Thoreau ist „der festen Überzeugung, daß die Überwindung des Fleischessens genau so zum graduellen Fortschritt der Menschheit gehört wie einst die Überwindung des Kannibalismus“.

Und Emile Zola bezeugt: „Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen; sie ist unlöslich verknüpft mit der Sache des Menschen, und zwar in einem Maße, daß jede Verbesserung in unserer Beziehung zur Tierwelt unfehlbar ein Fortschritt auf dem Wege zum menschlichen Glück bedeuten muß.“

Auch Bernard Shaw meint:

Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?“

Doch schon Leonardo da Vinci prophezeite den Tag, „an dem die Menschen über die Tötung eines Tieres genau so urteilen werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen.“ „Es wird die Zeit kommen, in welcher wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von Unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.“

(Fortsetzung folgt ….)

Silvesterknallerei in Deutschland

Abgerissene Kinderhände, traumatisierte Tiere – dazu noch viel, viel Dreck in der Luft: Damit sollte endlich Schluss sein! Und falls nicht, dann sollte zumindest die private Knallerei verboten bzw. nur noch für eine Viertelstunde nach Mitternacht erlaubt sein!

Und meistens sind es Männer, die sich zunächst erst einmal selbst und dann auch anderen zu Silvester etwas beweisen wollen, nämlich was sie doch für „tolle Typen“ sind, wenn es gilt, ihren Mitmenschen mit dieser sinnlosen Böllerei alles andere als Freude zu bereiten und vor allen Dingen Tiere in Angst, Schrecken und Panik zu versetzen.

Im vergangenen Jahr haben die Deutschen für die Silvesterböllerei 137 Millionen Euro ausgegeben. Wieviele Millionen werden es in diesem Jahr sein, die meiner Meinung nach friedlicher, sinnstiftender und auch nachhaltiger investiert werden sollten?

Feuerwerke – auch sehr schlimm und lebensbedrohlich für die Vogelwelt

Ahnungslos sitzen die meisten Vogelarten am 31. Dezember um 0 Uhr jeden Jahres an ihren Schlafplätzen und versuchen, ihre kostbare Energie in der kalten Jahreszeit zu sparen. Und plötzlich geht es los: Etwa eine dreiviertel Stunde lang schießen in ganz Deutschland abertausende von Raketen in die Lüfte und explodieren mit einem lauten Knall. Dies hat fatale Folgen für die Vogelwelt, aber auch für den Winterschlaf einiger anderer Tiere.

Hier bitte weiterlesen …..

Petition an das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz :

Privates Silvesterfeuerwerk – Deutschlandweit verbieten!