Die Katze die auf Knien vor dem Tod flüchtete…

Rebloggt von Bettina Schneider auf guteskarmatogoblog.wordpress.com

Wie viel Schmerz kann ein Lebewesen ertragen? Wie viel innere Stärke und Geduld sind nötig, um geduldig und leise auf Erlösung zu warten? Den Tod zu ersehnen und doch auf Leben zu hoffen? Was die zurückliegenden Brände in Athen auch und besonders den Tieren angetan haben, ist unvorstellbar. Nach wie vor hält das Leid an…unbemerkt von der Welt, denn die Opfer haben sich zurück gezogen…sie sterben still und allein.

Die schweren Brände, die die betroffenen Gebiete erschütterten, hinterließen eine Vielzahl von Opfern, auch unter den Tieren der Region. Einige von ihnen hatten einen schnellen Tod im Feuer, so dass sie zumindest nicht lange leiden mussten.

Einige versuchten sich zu retten, indem sie so schnell und so weit wie möglich rannten, krochen, flogen… sie konnten entkommen, wurden aber oft verletzt, als sie durch die Flammen oder über verbrannte Erde passieren mussten. Viele von ihnen wurden von den freiwilligen Helfern versorgt, die in einer gewaltigen Hilfsaktion an den Brandherd eilten, die viele Tage lang alles einsetzten, was ihre bescheidenen Mittel ermöglichten und die bis zur völligen Erschöpfung agierten.

Bei vielen Tieren führten Schmerzen und traumatischer Schock jedoch dazu, dass sie sich mit ihren Verletzungen und Brandwunden zurückzogen, in ein Versteck, wo sie auf das Ende warten.

Alex, der während dieser Rettungsaktion für einige Tierschutzorganisationen im Einsatz war, erzählte mir eine Geschichte, stellvertretend für viele dieser Art.

Viele Menschen glauben, dass einige Tage nach der Tragödie die meisten verletzten Tiere entweder tot sind oder entdeckt und zu einem Tierarzt gebracht wurden. Aber das ist leider nicht der Fall.

Sehr oft ziehen sich schwer verletzte Tiere, besonders Katzen, zurück, sie entscheiden sich dafür, sich nicht zu zeigen, nicht nach Nahrung und Wasser zu suchen, sondern nach einem sicheren Ort, um sich zu verstecken. Katzen sind dafür bekannt, hervorragende Überlebenskünstler zu sein, und wenn sie krank, verletzt oder schwach sind, gebietet ihnen der Selbsterhaltungstrieb, diese Schwäche anderen Tieren oder Menschen nicht zu zeigen, aus Angst, sie wären dann in noch größerer Gefahr, als leichte Beute…“

Tatsächlich halten sich viele Katzen nach wie vor versteckt, auch wenn ihre Körper voller Verbrennungen sind. Wie viel Schmerz müssen sie ertragen, mit offenen Wunden, Verbrennungen und Angst, tief in ihren Seelen? Ein grauenhafter Gedanke.

Das Feuer kam immer näher. Um ihn herum nur Rauch, Angst in der Luft, beängstigende Geräusche, Schreie, das Knistern und Toben der Flammen, Rauch in seinen Lungen und die Erde unter seinen Pfoten brannte.

Nicht nur die Pfoten brannten, sein Gesicht brannte, die Ohren, das Fell war bereits versengt, die Augen von der Hitze der Flammen getrübt…und doch…er rannte, bis das Fleisch seiner Pfötchen an dem glühenden Boden kleben blieb, bis ihn der Schmerz auf die Knie zwang … aber er blieb nicht zurück, … und dann kroch und robbte er weiter, bis er die Flammen hinter sich gelassen hatte, bis er unter dem dichten Astwerk eines Busches Zuflucht fand, alles fremd, alles beängstigend aber nichts ging mehr, seine Flucht war hier zu Ende. Trotz seiner Schmerzen gab er keinen Laut von sich. Er wartete auf den Tod.

So fanden ihn die Helfer von Nine Lives, Greece, verborgen unter einem Gebüsch neben dem Bürgersteig. Sein Blick war leer, ohne jede Regung, ohne jede Hoffnung. Seine Verletzungen waren so großflächig, dass es an ein Wunder grenzte, wie lange er ohne Futter und Wasser in diesem Zustand ausgehalten hatte. Aber er lebte!

Er reagierte auf die freundlichen Worte und die ausgestreckte Hand zunächst mit einem leisen Schnurren und streckte sein zerstörtes Köpfchen entgegen. Dann holte ihn wieder der Schock ein und er versuchte wegzulaufen. Aber seine verbrannten Beine versagten erneut den Dienst. Wieder robbte er auf Knien, auf blankem Fleisch über den Boden, verzweifelt auf der Suche nach einer Zuflucht. Sanfte Hände hoben ihn hoch und brachten ihn in eine Tierklinik. Dort wurde er mit Schmerzmitteln und allem versorgt, was seine schrecklichen Wunden heilen lässt. Wie es aussieht, wird er leben. Mit etwas Glück wird er bald schmerzfrei sein, sein Fell wir nachwachsen und auch die Haut und das Fleisch auf den verbrannten Pfötchen. Mit noch mehr Glück wird er ein Zuhause finden oder zumindest einen Platz an einer betreuten Futterstelle.

Ein Schicksal von Tausenden, vielleicht Hunderttausenden. Eine Rettung von so vielen. Neben meinem Herzensverein SCARS, den wir über Frieden für Pfoten e.V. nach Kräften bei diesen Rettungsaktionen unterstützen, haben unzählige Einzelkämpfer, kleine und große Vereine den Kampf gegen Schmerz und Tod, gegen Hunger und Durst aufgenommen, die dieses Feuer zusätzlich für die Tiere der Region verursacht hat. Seit vielen Tagen arbeiten sie bis zur völligen Erschöpfung. Was alle Helfer von SCARS über die letzten Tage geleistet haben, ist schwer in Worte zu fassen.

Ich bin dankbar, dass sie durch Irons Haus der Chancen über ein Auto verfügen, um alles, was benötigt wird, anzuliefern. Ich bin glücklich über meine Voraussicht, die Lager zu füllen, wo gerade jetzt, jeder einzelne Sack Futter ein Segen für alle Menschen ist, die zusätzlich noch Tiere aufgenommen haben oder an provisorischen Futterstellen versorgen.

Ich bin zornig über alle, die mit diesem Unglück durch Fake Aufrufe schnelles Geld machen oder sich wichtig, und die Summe des ganzen hinterlässt eine Gefühlsmischung aus Dankbarkeit, Wut und Hilflosigkeit… aber vor allem Demut, vor dem Mut und der Stärke all der Menschen, die sich diesem Leid stellen, die die schwärenden Wunden riechen, das Jammern und die Schmerzensschreie hören, den Hunger und Durst in den gebrochenen Augen sehen und die nicht wissen, wohin mit all diesen Tieren, die um jeden Cent und jede Unterstützung betteln müssen…in einem Land, das selbst für die Menschen in Not nur wenig zu bieten hat, wo es überall an allem fehlt. Nach wie vor sind wir dankbar für jeden Cent , den wir an SCARS Athen weiterleiten dürfen, damit sie weiter helfen können.

Der Brand hat eine Welle der Solidarität und des Zusammenhalts hervor gebracht und viele, viele Helden, die im Verborgenen arbeiten…so wie die Tiere im Verborgenen leiden. Mein Herz schlägt für sie alle. Bitte vergesst sie nicht!

Paypal: info@friedenfuerpfoten.org

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BIC : GENO DE M1 GLS

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