Tierschutz im Jahr 2018

Aus dem aktuellen Newsletter von pro-iure-animalis

Liebe Freunde der Tiere,

heute einige Gedanken und eine Betrachtung des derzeitigen Ist-Zustandes im Tierschutz von Bernd Wolfgang Meyer:

Tierschutz wirkt, auszüglich hunderter Erfolgsmeldungen, die wie ein Katarakt beständig fließen und vermeldet werden, das Bild einer dynamischen Bewegung aufzeigend. Es stellt einen großen Erfolg dar, wenn es einmal mehr gelungen ist, einen großen Handelskonzern dazu zu nötigen, zukünftig auf den Verkauf von Käfigeiern zu verzichten, oder das zumindest zu behaupten. Es war ein epochaler Erfolg, den Käfig für Hühner bundes- und europaweit zu verbieten.

Aber es wurden neue Zwangsbehältnisse ersonnen, die alten zu ersetzen und deren Einsatz als tierkonform beworben. Und es gibt hunderte von großen Handelskonzernen und unzählige Eierproduzenten und die begrenzten Mittel der Tierschutzbewegung reichen allenfalls aus, einige zu begleiten und zu kontrollieren.

Und es gibt das Huhn als Lebewesen, das außerhalb der Legeleistung gesondert zu betrachten ist und dessen Lebensumstände mit der Vernichtung der männlichen Küken, über seine Aufbewahrung, seinen Gesundheitszustand und sein Ende in der Schlachtfabrik protokolliert und begleitet werden muß. Und es gibt nicht nur das Huhn, sondern auch die Ente, die Gans, den Fasan, den Truthahn, den Strauß, die Wachtel, und mehr als hundert Wesen anderer Arten, die allesamt in Vater, Mutter, Kind gesondert geteilt sind und in jedem Einzelbezug in dutzenden Varianten missbraucht werden, die allesamt gesondert und aufgelistet zu bewältigen und zu korrigieren sind.

Tierschutz ist konfrontiert mit einer Hydra, die beständig und zunehmend neue Hürden entwickelt, kaum ist eine Hürde genommen und stellt damit das komplizierteste und komplexeste Unterfangen, an der hunderte Menschengenerationen sich abgearbeitet haben und letztlich gescheitert sind. Der Samariter, der den Lappen reicht, den letzten Schweißtropfen als Trost im Todeskampf aufzufangen. Die derzeitige Lage.

Juristisch ist das Tier keine Sache mehr. Eines der größten Erfolge des Tierschutzes. Aber damit geht die Unterscheidung und rechtliche Einstufung des Tieres und des anderen Tieres in die nächste Abfolge. Das Haustier darf nicht mehr unter Androhung der Tötung gepfändet werden, das Nutztier sehr wohl und das Haustier, das kein Besitzverhältnis einer juristischen Person nachweisen kann, ebenfalls.

Die Schlachtung eines Haustieres ist unmenschlich und verboten, nicht aber das Totschlagen, das mit kleiner Buße abgegolten wird. Auch darf das Haustier dann geschlachtet werden, wenn es sich um die Art handelt, die allgemein als Nutztier verstanden wird und wenn es sich um eine erklärte Hausschlachtung handelt, an der die Kinder lernen sollen.

Es gibt bestimmte, gesetzlich vorgeschriebene Vorgehensweisen in der erlaubten Tötung und die einhergehenden Ausnahmen, die symptomatisch für den Umgang mit nichtmenschlichen Lebewesen sind. Dem Tier darf wiederholt die Kehle durchgeschnitten werden, wenn behauptet wird, dass dies von außerirdischer Stelle verlangt wird. Das Gesetz selbst wird zur Makulatur erklärt, wenn Glauben höher gewichtet wird, als Vereinbarung.

Diese Beispiele belegen die Beliebigkeit der Auslegung von Tierschutzerfolgen, denen im Mittel jeweils zehn Jahre und mehr Kampf zugrunde liegen.

Seit circa dreißig Jahren werden wir von sechs Parteien sozialistisch regiert, zu denen auch die vorgeblich sich konservativ nennenden Parteien zu zählen sind. In diesen drei Dekaden wurden wir mit einer Fülle von Tierschutzerfolgen bedacht, die scheibchenweise zugestanden wurden. Bei näherer Sichtung allerdings entpuppen sich diese Erfolge als Pyrrhussiege, als potemkinsche Fassaden, die darüber hinwegtäuschen, dass hinter den Kulissen der Tiermißbrauch ungeheuerliche Umfänge angenommen hat, die nur möglich mittels politischer Unterstützung wurden.

Die Politik hat uns mit Brosamen geblendet, um hinter der Hand ein tierquälerisches Universum aufzubauen, das einzig im Umgang der Menschheit mit den Tieren ist. Schlüssige Beweise liefern die Ministerien für Landwirtschaft und BM Forschung und Bildung.

Die erstere bedient ihre Klientel mit Exportsubventionen für Fleisch und Lebendfleisch, Subventionen für Massentierställe und bezügliche Infrastruktur, Schutz vor Aufdeckung der systemimmanenten Tierquälereien auf industrieller Basis und mit regelmäßigen Bezügen unter dem Begriff GAP.

Die zweite verhindert Forschung an Alternativen zum Tierverbrauch und sichert ihre Klientel der Tierversuchler maßlos mit Milliardenbeträgen ab, von denen der Souverän so gut wie nichts erfährt. Es bleibt die FDP, die schamlos unter gewerblichen Tierquälern um Gefolgschaft nachsucht. Die Grünen haben, bis auf wenige Einzelpersonen, die Bemühungen um Tierschutz zugunsten einer Beteiligung an der Macht aufgegeben und sich dem Einfluß des Bundesbauernverbandes unterworfen.

Die Linke orientiert sich analog ihrer Vergangenheit und Herkunft und bedient sich Lippenbekenntnissen, so es genehm erscheint. Die CDU haben wir bereits genannt. Die CSU, dieses Mal Erblasser des BM Landwirtschaft, ebenfalls. Die SPD ist ein Gummiband, dessen Erwähnung überflüssig ist.

Alle diese Parteien eint interessenübergreifend das unverrückbare Bekenntnis, dass Glauben höher zu werten sei, als Tierwohl. So Glauben in göttlicher Verbrämung daherkommt, mithin als Obligation einzustufen ist und nicht moralisch, ethisch begründet wird. Wie der Glaube von mit Empathie belasteten Leuten, die glauben, dass man so nicht mit Lebewesen umgehen darf. Und dass der Zeit der rituellen Tieropfer ein Ende zu setzen ist.

Sie sind Alle erklärte und erbitterte Feinde eines wie auch immer gearteten Tierschutzes. Einzig die AfD bringt den Mut auf, sich in Länderparlamenten und dem Bundestag öffentlich gegen das Schächten einzusetzen und folgt hierin dem SPD Beck, der als Ministerpräsident von Rheinland- Pfalz die Bundesratsinitiative zum Verbot des Schächtens eingebracht hatte und von Koch, CDU Hessen, nach Kräften unterstützt wurde. Ein Aufbäumen weniger charakterstarker Entscheidungsträger, die konsequent aus der Tagespolitik entfernt wurden. Die Bundesratsinitiative vergilbt in geheimen Schubladen. Ein üblicher Vorgang.

Wir können und werden weiterhin Erfolge erringen, Einzelerfolge, die an dem großen Ganzen nichts ändern, aber uns werden auch künftig bahnbrechende Erfolge politisch versagt bleiben. Zu tief sind die sechs etablierten Parteien in ihren korrupten politischen Sümpfen verwurzelt, als dass sie sich noch regenerieren und befreien könnten.

Wir treiben sie vor uns her, dank nunmehr in Wirkung übergehender, jahrzehntelanger Aufklärungsbemühungen, die Zwangshandlungen auslösen und suggerieren sollen, dass mit beliebigen Selbstverpflichtungen Schritte in Richtung Schutz von Tieren unternommen werden, aber im Hintergrund nehmen die politischen Bemühungen zu, den Tiermißbrauch selbst über die aktuellen Maßen ins Unerträgliche zu steigern, wozu die Bemerkung Lebendexport Genüge tun wird. Von einer investigativen Medienlandschaft steht keine Unterstützung zu erwarten; im Gegenteil, einerseits gibt es sie nicht, andererseits ist sie Teil des Problems und Teil der korrupten Verflechtungen.

Auf der Grundlage von Empathie ist eine Industrie am wachsen, die mit Fleischalternativen und Echtfleisch aus dem Bioreaktor der archaischen Fleischindustrie zunehmend Paroli bietet. Tierschutz war immer überwiegend sozialdarwinistisch eingestellt und hat lange übersehen, dass Tierschutz nicht durch Hoffen allein bewerkstelligt werden kann. Das Verhältnis Mensch – Tier war von Anfang an die Maximierung von Gewinn auf Kosten Rechtloser.

Nunmehr steht begründet, dass ein Paradigmenwechsel eintritt, Mit dem Fleisch von nicht vorhandenen Tieren wird aufgrund der mittels Tierfleisch sorgfältig vorbereiteten Sucht mehr Gewinn erwirtschaftet werden, als mit dem lebenden Tier. Sehr viel mehr Gewinn. Eine neue Industrie ist im Begriffe der Entstehung, die gleichwertig mit den Auswirkungen der Informationsindustrie die bestehenden alten Strukturen binnen weniger Jahrzehnte hinwegfegen wird und deren Origin einmal mehr die USA sein werden, in denen das Venture Capital zur Verwendung bereitsteht.

In diesem Sinne ist Tierschutz bereits jetzt zum Selbstläufer geworden. Die Vorentscheidung ist gefallen, der Markt wird es richten und unter den künftigen Akteuren werden die namhaften Tierschänder in neuem Gewand gelistet sein. Der Mäster schon, aber der Schlachtmafioso ist nicht mehr unser Feind, sondern der Hoffnungsträger der Zukunft und Verbündeter.

Auf der parallelen Linie der Tierversuche steht eine identische Entwicklung zu erwarten. Auch hier beginnt das schnelle Geld mittels in vitro Systemen sich zu materialisieren. Solange alle Produkte juristische Sicherheit verlangen, etwa in Toxizität, winkt hier ein Markt, der weltweit jährlich in die Billionen geht und folglich Nutznießer anziehen wird. Das Beiprodukt einer echten wissenschaftlichen Forschung direkt am Menschen zum Wohle des Menschen wollen wir als nachrangig werten.

Auch in dieser Zukunftsindustrie versagt die politische Führung der Bundesrepublik. Tierschutz wird zu einem entscheidenden Industriezweig, dem sich das Exportland Deutschland nicht entziehen kann. Aber todsicher wird.

Tierschutz kann nur umgesetzt werden, wenn an Tierschutz mehr zu verdienen ist als an Tierquälereien. Das ist Naturgesetz. Nicht allen Tierschützern ist das bislang geläufig. Oder gar politisch genehm.

Tierschutz bleiben vier Kernaufgaben. Der angewandte Schutz von Tieren. Die Aufsichtspflicht im Spektrum des versagenden Staates. Die gesteigerten Bemühungen, diesen politischen Sumpf auszutrocknen, der niemals Tierschutz erlauben wird. Und die Aufklärung über das Wesen von tierischem Eiweiß im humanen Biotop.

Der Rest wird von tierschutzfremden Bewegungen in Eigennutz erledigt. Das Nutztier wird überflüssig wie auch das Versuchstier.

Bernd Wolfgang Meyer

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