Unvorstellbar was Tiere alles erleiden müssen

Rebloggt von Tierfreund Hubert auf hubwen.wordpress.com

Statement von Tierfreund Hubert:
Es sind unbeschreibliche Leiden, die Tiere auf ihrer Reise in den Tod erleiden müssen. Und das nach einem „Leben“, das alles andere als artgerecht oder erträglich für sie war. Die meisten Menschen verschwenden hier aber keine Gedanken. Für sie gibt es Wichtigeres als das Los von Tieren. Es ist schon ein gewaltiger Verdränungsprozess der da stattfindet. Wie wäre es sonst möglich, dass fast kollektiv über den grausamen Umgang mit Tiere hinweg gesehen wird bzw. es überhaupt nicht wahrgenommen wird. Es müsste für einen Landwirt ein Horror sein, wenn er weiß, dass sein Rind in die Türkei geliefert wird und weiß was seine Kuh da erwartet – sofern er jemals ein Gefühl für seine Kuh hatte.

Aus der Frankfurter Rundschau:

Reise in den Tod

Amtstierärzte schlagen Alarm: Unter grausamen Bedingungen und oft gegen Tierschutzvorschriften werden Abertausende Rinder in Staaten außerhalb Europas transportiert. Die Grünen wollen die Transporte in Drittstaaten vorläufig stoppen.

Ein Rind schaut verängstigt aus einem von der Polizei gestoppten Tiertransporter. Foto: dpa

Die verendeten Kühe werden mit Kleinbaggern aus den LKW gezogen. Sie sind verdurstet oder von Artgenossen in den engen Transportern zu Tode getrampelt worden. Andere sind der tagelangen Hitze zum Opfer gefallen, die auf den Transporten über Tausende Kilometer hinweg geherrscht hat. Die Überlebenden kommen früher oder später unters Messer, und das ist wörtlich zu verstehen. Männer durchtrennen mit primitiven Dolchen die Schlagadern der Tiere, die ohne Narkose bei schwindendem Bewusstsein verbluten. Die Bilder, die ZDF und ARD in zwei Dokumentationen im November 2017 und im Mai 2018 ausstrahlten, sind entsetzlich.

Es handelt sich um Kühe aus der Europäischen Union, die über die EU-Grenzen in Drittstaaten gelangen. Allein 2017 wurden 700.000 lebende Rinder aus der EU exportiert, 81.000 davon kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts aus deutschen Ställen. Dabei komme es „massenhaft zu Verstößen gegen den Tierschutz“, stellt Holger Vogel, Präsident des Bundesverbands beamteter Tierärzte, fest. Der österreichische Veterinär Alexander Rabitsch, der selbst 14 Jahre lang Viehtransporte auf Österreichs Transitrouten kontrollierte, nennt eine Beanstandungsquote von 75 Prozent. Demnach entsprächen drei von vier Viehtransporten nicht den gesetzlichen Anforderungen.

29 Stunden lang dürfen Rinder, Schafe und Ziegen transportiert werden. Nach EU-Tierschutzrecht darf „niemand eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen, wenn den Tieren dabei Verletzungen und unnötige Leiden zugefügt werden könnten“. Die EU-Tiertransportverordnung regelt überdies, welche Tiere wie lange über Europas Straßen rollen dürfen. Danach können Rinder, Schafe und Ziegen bis zu 29 Stunden transportiert werden, bevor sie entladen und für 24 Stunden an einer zugelassenen Kontrollstelle eine Fress- und Ruhepause einlegen dürfen. Für Schweine liegt die Fahrtzeit bei höchstens 24 Stunden, für noch säugende Jungtiere gelten 19 Stunden als Maximum. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied 2015, dass diese Bestimmungen auch für Transporte in Drittländer gelten und ihre Einhaltung bis zum Zielort sicherzustellen sei.

Soweit die Theorie. „Was sich der EuGH dabei gedacht hat, ist mir schleierhaft. Das ist völlig wirklichkeitsfremd“, sagt Amtstierarzt Vogel. In der Praxis nämlich erteilten landesweit 400 beamtete Veterinäre die Genehmigungen für Viehtransporte über Europas Grenzen hinweg. Sie prüften Fahrer, LKW und deren Ausstattung, begutachteten die Tiere und genehmigten die beantragten Transportrouten – oder eben nicht. Angewiesen sind die Tierärzte dabei auf eine EU-Liste aus dem Jahr 2009, die besagte Kontrollstellen enthält. Allerdings sind darin nur die Ortschaften, nicht aber die genaue Adresse der Viehrastplätze aufgeführt. Manche Veterinäre behelfen sich mit Google Earth, um wenigstens einen ungefähren Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort zu erhalten. Überdies fehlen laut Vogel bundesweit rund 2000 Amtstierärzte, um das wachsende Antragsaufkommen zu bewältigen.

Eine seriöse Einschätzung der „zugelassenen Kontrollstellen“ mit Ruheplätzen, Tränk- und Futtervorrichtungen in den Transit- und Zielländern außerhalb Europas ist also kaum möglich. Frigga Wirths von der Akademie für Tierschutz spricht von einem „Niemandsland jenseits der EU-Grenzen“, Tierarzt Vogel von einer „Blackbox“. „Auf den Routen nach Zentralasien gibt es so gut wie keine Kontrollstellen, die Exporte erfolgen vollständig rechtswidrig“, sagt Rabitsch. Alle werden geschlachtet, die einen schnell, die anderen später.
Frigga Wirths, Akademie für Tierschutz

Wie es um die Rinder-Ausfuhren in die Türkei bestellt ist, erfuhren fünf Bundestagsabgeordnete, die im vergangenen Mai an einer Delegationsreise an die bulgarisch-türkische Grenze teilnahmen. „Es war nicht zum Aushalten“, fasst der grüne Abgeordnete Friedrich Ostendorff die Eindrücke zusammen. Die Transporter standen in unerträglicher Hitze stunden-, mitunter tagelang an der Grenze, Fahrer und Tierärzte waren mit der Versorgung der Tiere sichtlich überfordert. „Es ist nicht möglich, den Schutz der Tiere zu gewährleisten. Wer diese Transporte abfertigt und durchführt, verstößt gegen geltendes Recht“, so Ostendorff.


Bitte Petition des Deutschen Tierschutzbüros unterzeichen: „Massentierhaltung und Tiertransporte müssen beendet werden!“


 

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3 Kommentare zu “Unvorstellbar was Tiere alles erleiden müssen

  1. Habe auch unterschrieben.

    Bauern müssen natürlich auch überleben und haben es oft schwer. Sie sollten unbedingt stärker unterstützt werden, wenn sie sich für eine ökologische und nutztierfreie Landwirtschaft entscheiden. Dennoch ist es auch ihre Verantwortung, was mit den Tieren geschieht.
    Ich hoffe, dass gerade ihnen klar wird, was sie tun, dass gerade sie ihre Augen öffnen.

    Weiter verantwortlich sind die Politiker, die dies erlauben und fördern. Jeder Verantwortliche muss unbedingt darüber nachdenken, was er da verantwortet.

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  2. Habe unterzeichnet! Diese unausloeschbare Schande ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit! Es ist mir unverstaendlich, dass da die grosse Masse der Zweibeiner anlaesslich dieser Fussballorgien bruellen und feiern kann, waehrend sie das Bruellen dieser armen Tiere ueberhoeren! Ich kann mich mit dem grossen Rest der Spezies Mensch nicht mehr identifizieren – da liegen Lichtjahre zwischen mir und diesem Mob! Leute, welche diese schweren kriminellen Handlungen an Tieren befuerworten, begehen oder totschweigen sind nichts weiter als ein Haufen Dreck, welcher weggespuelt gehoert. Heute gibt es dafuer KEINE Entschuldigung mehr – jeder von denen ist ein Taeter, egal ob er so tut, als wisse er von nichts, an diesen hoellischen Orten arbeitet oder auf einem Richterstuhl sitzt. Aber mit einem Hermelin um die Schulter wird es ja wohl auch schwer fallen, gerechte Entscheidungen zu treffen! Der Teuel hat keine Hoerner, sondern es ist der hinkende Teufelsfuss der Justiz, welche um Jahrtausende hinter der Zivilisation herhinkt, um jede Untat, welche abgeschafft gehoert fortschrittshemmend zu verankern. Einer Justiz, welche keine Notion fuer die Leiden der Tiere hat, ist die Gerechtigkeit fremd und sie wird zum Handlanger des Verbrechens selbst! Diese Verbrechen sind gesetzlich erlaubt, sonst wuerden sie gar nicht existieren! Verbrechen am Tier sind Pestgeschwuere am Leibe der Humanitaet!

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  3. Habe die Petition bereits unterschrieben. Es ist einfach nicht mit Worten zu beschreiben, was man Tieren antut. Es geht nur immer um eines: Geld, Geld, Geld. Die Menschheit schafft sich ab, habe ich irgendwo gelesen. Sie hat auch nichts Besseres verdient. Diese Gelichgültigkeit und Ignoranz anderen Lebewesen gegenüber zeigt nur wie degeneriert dieser Zweibeiner inzwischen bereits ist.

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