Meine „Adoptanten“ und ich

Rebloggt von Bettina Marie Schneider

Wer diesen Blog bereits länger verfolgt, der weiss, dass ich vor über zwei Jahren damit begann, Geld zu sammeln und Kontakte zu finden, die es kranken und verletzten Tieren ermöglichen, aus dem Ausland adoptiert zu werden. Teilweise waren es sehr dramatische Fälle und teilweise waren es abenteuerliche Aktionen. Gott, was habe ich schon alles angestellt, wie viele Stunden, Tage, Wochen, Monate meines Lebens habe ich damit verbracht, verstümmelten, blinden oder traumatisierten Tieren die Reise ins Glück zu ermöglichen. Das Gefühl, wenn die ersten Bilder und Berichte eintreffen, zu wissen, sie sind jetzt endlich sicher, geborgen und geliebt…das ist unbeschreiblich schön und all die Mühe wert.

Als Begleiterscheinung dieser Aktivitäten sind wunderbare Kontakte und teilweise sogar Freundschaften entstanden. Noor, die endlich wieder zu ihrer Mimi fand, Nicole, die Ornello ein Zuhause gab, Wiebke mit ihrer Claire, Luisa, unzertrennlich mit der alten Hündin Tina, …Elvira, Melanie, Udo…die Liste der „besonderen Adoptionen“ und der besonderen Menschen, die ich dadurch kennen lernen durfte, ist lang und jeder Name weckt Emotionen. Jede Rettung war mit einem kleinen Abenteuer verbunden. Sei es, weil die Reise gefährlich und exorbitant teuer war, weil das Tier verängstigt, sehr alt oder angeschlagen …viele Zitterpartien und Tränen, Hoffen und Bangen steht hinter all den Katzennamen. Mittlerweile sind es verdammt viele geworden und kein Ende in Sicht. So viele Tiere, die mir ans Herz gewachsen sind und so viele wunderbare Menschen, die dadurch in mein Leben fanden, die vor und hinter den Kulissen an diesen Abenteuern beteiligt sind…

Wie immer gibt es natürlich auch Schattenseiten. Nach wie vor greife ich mir an den Kopf, wenn ich sehe, wie sich manche Menschen mir gegenüber verhalten. Es sind Menschen, deren Tiere ihr Leben nicht zuletzt meinen Aktivitäten verdanken, für deren Tiere ich gebettelt, teilweise sogar gelogen habe, damit sie aus der Hölle ins Paradies reisen durften. Damit sie Grenzen passieren durften, damit OP s möglich wurden und vieles mehr. Für deren Tiere ich viele Stunden Einsatz geleistet habe, blinde Tiere aus Syrien oder auch ein Tier aus Griechenland, das viele kostspielige Operationen benötigte, … es war jedesmal großes Kino, bis endlich alles geregelt war…das hält ihre Besitzer trotzdem nicht davon ab, bei jeder Gelegenheit zu betonen, wie wenig sie mich schätzen, sie sparen nicht mit abfälligen Bemerkungen über meine Organisation, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Zum Glück sind sie zu ihren Tieren freundlicher und liebevoll und haben nur Menschen gegenüber schlechte Kinderstube und ein schlechtes Gedächtnis. Daher freue ich mich auch über diese Happyends, würde alles wieder ganz genauso machen aber halte Abstand, wenn sie sich und ihre Katzen im Netz feiern. Interessant ist es allemal … man lernt viel über die Menschen, bei der Arbeit mit Tieren…über sich und über andere. Es würde einige Blogs füllen.

Von einer Adoptanten Familie habe ich ganz besonders viel gelernt: Hoffnung, Vertrauen und auch den Glauben an Wunder. Es sind Valerions Adoptanten.

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser an Valerion, der misshandelt und schwer krank in Athen auf ein Wunder wartete, der nur noch sterben wollte und den selbst Spezialisten in Deutschland aufgegeben hatten… und der bei Petra und Peter aus Berlin nicht nur ein Zuhause fand sondern heute dort lebt, wie ein gesunder Kater. Nach wie vor weiß ich nicht, wie diese wunderbaren Menschen es geschafft haben…aber Valerion frisst und putzt sich mittlerweile, alleine, sein Fell glänzt, die Wunden sind abgeheilt und jedes Bild, jedes Video ist Glück pur.

Bald reisen Valerions Menschen nach Athen, um all die Menschen von SCARS und natürlich besonders um Martha, Valerions Pflegemutter endlich persönlich zu treffen. Ein Highlight…nicht nur für sie sondern auch für mich. Wieder einmal treffen sich ein paar „Engel“ und lernen sich endlich kennen. Wieder ein weiterer, dicker und stabiler Knoten im Frieden für Pfoten/SCARS Netzwerk. Wieder einmal wurden aus Adoptanten Freunde und Verbündete…und wir sind schon alle sehr gespannt auf die ersten Bilder aus Athen.

Valerion bei seiner Ankunft bei SCARS

Valerion heute, mit seiner großen Liebe

Quelle: guteskarmatogoblog.wordpress.com

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