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Eva Herman über Merkels Amtseid: Gerechtigkeit für das deutsche Volk?

„Ich bin eine Rechte! Ich verteidige den Rechtsstaat, schreibe mit der rechten Hand, bestehe im Verkehr auf rechts vor links, versuche die Rechtschreibregeln einzuhalten, obwohl das nach der Reform der Reform ein fast hoffnungsloses Unterfangen ist. Ich habe das Herz auf dem rechten Fleck. Mein rechter Ruf ist der nach dem Recht!“
(ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld)

Am 14. März 2018 wurde Angela Merkel zum vierten Mal zur deutschen Bundeskanzlerin gewählt. In ihrem Amtseid versprach sie dem „deutschen Volk“ dasselbe wie schon 2013, bei ihrer dritten Vereidigung. Wörtlich schwor Merkel: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde – so wahr mir Gott helfe.“

Im nachfolgenden Video-Beitrag spricht Eva Herman über die historisch bedeutsamen Vorgänge in Deutschland unter Bundeskanzlerin Merkel :


Emotionaler Brief an Jens Spahn: Krankenschwester kritisiert Gesundheitsminister und das deutsche Gesundheitssystem

Von Thomas Pillgruber auf gmx.net

Auf Facebook hat eine Krankenschwester ein emotionales Schreiben an Jens Spahn veröffentlicht. Darin kritisiert sie den Gesundheitsminister für seine polarisierenden Aussagen der vergangenen Wochen und fordert ihn auf, die Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal in Deutschland zu verbessern. An Aufmerksamkeit mangelt es dem frisch gebackenen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit nicht. Seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Wochen sorgte der 37-Jährige bereits für mehrere Kontroversen, die ihm auch Kritik aus den eigenen Reihen einbrachten. So polarisierte Spahn zunächst mit seiner Haltung zu Harz IV und wenig später mit scharfen Äußerungen zu Schwangerschaftsabbrüchen und dem deutschen Gesundheitssystem.

Im Interview mit der „Bild am Sonntag“ hatte Spahn gesagt, es gäbe in Deutschland keine Zwei-Klassen-Medizin. „Natürlich können sich manche das Einzelzimmer leisten. Entscheidend ist aber, dass niemand eine Behandlung ‚zweiter Klasse‘ bekommt“, so der Politiker. „Auch Kassenpatienten werden auf höchstem medizinischen Niveau behandelt.“

Mit einem emotionalen Brief hat nun jemand auf Spahns Ansichten reagiert, der tagtäglich mit den Gegebenheiten des Gesundheitssystems konfrontiert wird: Die Krankenschwester Jana Lange. „Bevor mir jetzt der Kragen platzt, bekommt erst mal Herr Spahn einen Brief“, schrieb Lange auf Facebook. Dort postete sie eine Abschrift des Schreibens, welchen sie dem Gesundheitsminister sowohl per Post als auch per Mail übermittelt hat.

In dem Facebook-Post, der mittlerweile über 25.000 Mal geteilt wurde, äußert Lange zunächst starke Bedenken bezüglich der Qualifikationen des CDU-Politikers für den Posten des Gesundheitsministers. So seien sie und ihre Kollegen „entsetzt, dass weiterhin das Amt des Gesundheitsministers mit einem Minister besetzt wurde, der ohne irgendeine Qualifikation und Ahnung, unsere Arbeit betreffend, berufen wurde!“. Zudem prangert die Krankenschwester zahlreiche Missstände bezüglich der Arbeit im Gesundheitswesen an. So spricht Lange von einem „menschenunwürdigen System“ und wirft Spahn vor keine Vorstellung von den darin herrschenden Zuständen zu haben.

„Nach Ihren Aussagen der letzten Wochen, denke ich, können Sie sich nicht hineinversetzen, was es bedeutet, qualifizierte pflegerische Leistungen zu erbringen, vor allem nicht zu den derzeitigen Bedingungen!“. Für eine menschliche Daseinsfürsorge sei mehr nötig „als Ihre ignoranten und diffamierenden Worte der letzten Wochen gegenüber den Menschen, die unsere sozialen Absicherungen dringend benötigen.“ So fehle es an einer angemessenen Bezahlung für Pflegekräfte und ausreichend Zeit sich angemessen um die Patienten zu kümmern. „Wären Sie freiwillig bereit, in der Nacht für die Hälfte des Geldes zu arbeiten? Wären sie bereit, 24 Stunden an 365 Tages des Jahres ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen? Wären Sie bereit, freiwillig auf Ihr Familienleben zu verzichten zugunsten der Schwächsten im System?“

Lange betont außerdem, dass ihrer Ansicht nach das Gesundheitssystem in Deutschland zunehmend unter ökonomischem Druck stehe. „Warum ist es nötig, mit Krankheit horrendes Geld zu verdienen? Warum werden die Privatisierungen immer mehr vorangetrieben? Nutznießer in diesem System sind Aktionäre und Einrichtungsleiter, weder Patienten noch Heimbewohner profitieren von dieser Politik.“

Und hier ihre Zeilen an Gesundheitsminister Spahn:

Lange ist es her, dass ich meinem Unmut Luft machte. Heute war es wieder soweit…… bevor mir der Kragen platzt, bekommt erstmal Hr. Spahn einen Brief. Morgen wird er per Post zugesendet, heute vorab schonmal per Mail und hier:

Sehr geehrter Herr Spahn!

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Amt, in das Sie, wie auch immer, berufen wurden. Wenn ich eine neue Arbeitsstelle antrete, muss ich entsprechende Qualifikationen vorweisen, ansonsten arbeite ich unterbezahlt als Hilfskraft ohne entsprechende Anerkennung. Meine Kollegen und wir sind keine unwesentliche Masse, sind dementsprechend entsetzt, dass weiterhin das Amt des Gesundheitsministers mit einem Minister besetzt wurde, der ohne irgendeine Qualifikation und Ahnung, unsere Arbeit betreffend, berufen wurde! Ein Praktikum ersetzt sicherlich nicht die Erkenntnisse, die man benötigt, um zu entscheiden, welche Reformen nötig sind, um endlich wieder eine menschenwürdige Pflege möglich zu machen.

Nun haben wir Sie also als Gesundheitsminister zu akzeptieren. Es ist uns ein dringendes Anliegen, Ihnen zu verdeutlichen, dass für eine menschliche Daseinsfürsorge mehr nötig ist, als Ihre ignoranten und diffamierenden Worte der letzten Wochen gegenüber den Menschen, die unsere sozialen Absicherungen dringend benötigen.

Mit Krankheiten unnötiges Geld zu verdienen, mag für Sie in Ordnung sein und auch Ihren Geldbeutel füllen, für uns ist das unethisch und verwerflich, Leistungen zu verkaufen, die dem Patienten nicht dienen. Rein monetär sind wir abgehängt von vielen Dingen, die wir dringend auch als Ausgleich neben unserem Beruf benötigen!

Doch nicht nur die monetäre Aufwertung unseres Berufes wäre dringend von Nöten, die Aufwertung der Arbeit durch verbesserte Bedingungen wäre noch notwendiger, um überhaupt Anreize zu schaffen, diesen Beruf zu erlernen und ihn für längere Zeit des Lebens auszuüben. Und akut würde es einfach auch reichen, wenn man überhaupt seinen Beruf so ausüben könnte, wie wir es gelernt haben! Und dafür benötigen wir eigentlich nur Zeit, Zeit für die Patienten und deren Bedürfnisse, Zeit um Handeln zu können, um Trost zu spenden und um Veränderungen zu erkennen.

Sicherlich liegt es NICHT daran, dass wir unseren Beruf schlecht geredet haben, wie Hr. Rüddel neulich vom Stapel ließ! Unter diesen Bedingungen überhaupt noch mit vollem Engagement dabei zu sein, ist eine überaus zu tolerierende Leistung! Nur durch unsere Meisterleistung, das Erbringen von unbezahlten und freiwilligen Arbeitsstunden, ist dieses menschenunwürdige System überhaupt solange möglich gewesen. Wären Sie freiwillig bereit, in der Nacht für die Hälfte des Geldes zu arbeiten? Wären sie bereit, 24 Stunden an 365 Tages des Jahres ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen? Wären Sie bereit, freiwillig auf Ihr Familienleben zu verzichten zugunsten der Schwächsten im System? Nach Ihren Aussagen der letzten Wochen, denke ich, können Sie sich nicht hineinversetzen, was es bedeutet, qualifizierte pflegerische Leistungen zu erbringen, vor allem nicht zu den derzeitigen Bedingungen!

Warum ist es nötig, mit Krankheit horrendes Geld zu verdienen? Warum werden die Privatisierungen immer mehr vorangetrieben? Nutznießer in diesem System sind Aktionäre und Einrichtungsleiter, weder Patienten noch Heimbewohner profitieren von dieser Politik. Deutschland ist, obwohl wir medizinisch gesehen ganz vorne sind, in der Versorgung der Kranken und alten Menschen weit abgehängt von den restlichen Staaten um ums herum. Seit der Einführung der DRGs treten immer mehr Probleme auf, vorallem die pflegerische Versorgung ist schlecht, und Behandlungen richten sich nicht mehr nach der jeweiligen Krankheit, sondern nach dem Geldbeutel der Einrichtung.

Der Mensch ist die Ware und wird auch als solche behandelt. Verstehen Sie das unter einer Daseinsfürsorge? Die Qualität nach Außen glänzen zu lassen, im Inneren aber ist sie brüchig und nicht umsetzbar. Zertifikate, die nicht mal das Papier wert sind, auf dem sie stehen, nehmen immer mehr Platz ein. Unsere Arbeit hingegen verkommt zu einer nutzlosen Hetzerei, das bekommen die Patienten tagtäglich zu spüren. Dies alles geschieht nur, weil man nicht mutig genug ist, sich von einem System abzuwenden, das in anderen Ländern bereits nach kurzer Zeit abgeschafft wurde, da die Probleme schnell erkannt wurden.

Monatelang lag die Regierung brach, nun da endlich die Pöstchen verteilt wurden und auch Ihr Ego wieder gestärkt sein dürfte, erwarten tausende meiner Kollegen und ich eine Umkehr in diesem System. Um auch Ihre herablassenden Worte der letzten Wochen wieder gut zu machen, besinnen Sie sich auf diejenigen, die durch ihr Kreuzchen überhaupt Ihren Posten ermöglicht haben!

Mit freundlichen Grüßen
Jana Langer
Fachkrankenschwester und Mensch

Quelle: facebook.com

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