Burn, Baby burn…Hilfe bei autoimmun-entzündlichen Erkrankungen

Von Bettina Schneider

Entzündungen gehören zu fast jeder Form von chronischen Erkrankungen. Allergien, Arthritis, selbst Depression wird damit in Verbindung gebracht. Die Schulmedizin antwortet auf chronische Entzündungen mit Medikamenten, wie zum Beispiel Cortison, die diese künstlich unterdrücken. Die wirklichen Ursachen werden vernachlässigt. Verborgene Allergien, Infektionen, Umweltgifte, Ernährung die entzündliche Prozesse fördert, (Milch, Schweinefleisch, Zucker, Zusatzstoffe ) , und vor allem Stress sind die eigentlichen Übeltäter für unzählige Autoimmunerkrankungen.

Autoimmunerkrankungen nehmen explosionsartig zu.

Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Lupus, entzündliche Darmleiden, Hauterkrankungen, Arthritis, …die Liste des Leidens ist unendlich und die schulmedizinischen Ansätze beschränken sich auf Symptombekämpfung, auf Unterdrückung des entzündlichen Prozesses, nicht auf Heilung. Das ist vereinfacht ausgedrückt etwa so, als würde man jede Menge Schmerzmittel schlucken, während man auf einem Glasscherben steht. Die Lösung ist nicht, noch mehr Aspirin oder mehr Cortison, um die gesunde Schmerzreaktion zu unterdrücken sondern die Entfernung des Glasscherbens aus dem Fuß.

Wenn man also die Entzündungen im eigenen Körper herunterfahren möchte, dann muss man die Quelle finden. Das Feuer…nicht den Rauch. In der Medizin werden die Behandler nach wie vor darauf geschult, Krankheiten nach ihren Symptomen zu diagnostizieren, nicht nach ihren Ursachen. Sie fragen: „Welche Krankheit hat der Patient“. Es wird selten die viel wichtigere Frage gestellt: Warum ist der Patient krank? Ganzheitliche Medizin ist ein komplett anderer Ansatz, Krankheiten zu sehen. Man sucht nach Gründen für die Beschwerden, weniger nach Wegen, wie man die Symptome unterdrücken kann. Man nimmt nicht die Batterie aus der Warnanzeige sondern macht sich auf die Suche nach der Störquelle.

Alle Autoimmunerkrankungen haben eines gemeinsam: Einen bestimmten biochemischen Prozess, ein entgleistes Immunsystem, eine systemische Entzündung, der Körper greift die eigenen Zellen an.

Unser Immunsystem ist das Verteidigungssystem gegen Eindringlinge. Unsere innere Armee, die Freund von Feind unterscheiden muss. Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn unser Immunsystem überfordert ist und unsere eigenen Zellen irrtümlich „beschossen“ werden. Ein Immunsystem bekämpft gerade irgendetwas…eine Infektion, ein Allergen…mit unverträglichen Nahrungsmitteln oder Stress…und irgendwie gerät der Kampf auch in die eigenen Linien, in den Darm, in die Schilddrüse, auf die Haut oder in die Gelenke. Wenn es dumm läuft, in den gesamten Körper. Konventionelle Ansätze haben keine Methode, die Ursachen dieser Verwirrung herauszufinden. Ganzheitliche Medizin versucht sie zu finden oder das „Friendly fire“ wieder zurück auf den „Aussenfeind“ zu lenken.

Interessanterweise gibt es Autoimmunerkrankungen fast ausschließlich in wohlhabenden Ländern. Menschen in armen Regionen, ohne die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation, wie fließendes Wasser, Waschmaschinen oder sterilen Gärten, bleiben von Autoimmunerkrankungen weitestgehend verschont. Auch wenn man mit vielen Tieren aufwächst, als Kind im Schmutz spielt, mit Insekten, Infektionskrankheiten und co Bekanntschaft gemacht hat, scheint man dem Immunsystem frühzeitig bei der Unterscheidung zu helfen, who is who …wer ist zu bekämpfen, was ist fremd im Körper und was gehört zu mir.

Neben den schulmedizinischen Versuchen der Linderung könnte man sich zusätzlich folgende Fragen stellen:

  • Gibt es verborgene Infekte, Toxine, Allergien, Ernährungsfehler, Defizite, Stress…die mein Immunsystem belasten?
  • Wie steht es um meine Darmflora, dem Hauptsitz der körpereigenen Immunabwehr?
  • Welchen belastenden Umweltgiften bin ich durch meine Arbeit oder mein Freizeitverhalten ausgesetzt? Genussgifte, Strahlung, Schwermetalle?
  • Welche Mikronährstoffe könnten mir fehlen? Stichwort : Zink, Omega3, Vitamin D, Probiotischer Darmaufbau und die Vermeidung aller industriell verarbeiteten Lebensmittel, auch und besonders Milch, Schweinefleisch und Weizen, wirken oft kleine Wunder.
  • Erhält mein Körper genügend Sauerstoff, Sonne und Bewegung, damit das Immunsystem richtig arbeiten kann? Bewegung ist ein natürliches Heilmittel gegen jede Art von Entzündung!
  • Fehlen mir Ruhepausen und Entspannung, oder auch Schlaf? Yoga, Meditation und andere Entspannungstechniken sind nicht nur für das seelische sondern auch für das körperliche Wohlbefinden eine große Hilfe.
  • Gibt es Ursachen für Stress, die ich abstellen kann. Gibt es wichtige Veränderungen in meinem Leben, die ich angehen sollte?
  • Könnte ich an meinem Säure-Basen Haushalt etwas optimieren? Stichwort: Entsäuern!
  • Wie steht es um meine Ernährung? Gluten? Zucker? Fructose? Tierisches Eiweiss ist sehr oft ein Trigger, besser sind z. B. Hülsenfrüchte, Getreide, Pseudogetreide, Ölsaaten, Wurzelgemüse, Blattgemüse und wenn man nicht konsequent vegan lebt, auch Bio-Eier und ab und zu Fisch.

Die ehrliche Beantwortung dieser Fragen könnte mehr Linderung für chronische Beschwerden ermöglichen, als so manches Rezept

Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur. Wenn sich diese gehäuft haben, brechen sie unversehens hervor. (Hippokrates)

Quelle : guteskarmatogoblog.wordpress.com

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Tierschutz geht uns alle an !


Schweinehochhaus endgültig schließen!

Über 650 Menschen nahmen an der vom Deutschen Tierschutzbüro organisierten Demo vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf in Sachsen-Anhalt teil! Ob mit organisierten Bussen, in privaten Mitfahrgemeinschaften oder per Zug – aus ganz Deutschland kamen engagierte Menschen zusammen, um ein Zeichen gegen das Schweinehochhaus und die Zustände in der Massentierhaltung zu setzen!

Nachdem die Demo von Redebeiträgen, u.a. vom Vorsitzenden Jan Peifer, eingeleitet wurde, fanden alle Demonstranten gemeinsam zusammen, um mit einer Menschenkette gegen die Situation der Tiere im Schweinehochhaus und in der Massentierhaltung zu demonstrieren. Alle Teilnehmer trugen dabei Schilder, auf denen sie ihre Forderungen festhielten und somit den Tieren eine Stimme geben konnten.

In den Tagen vor der Demonstration kündigte der Betreiber des Hochhauses an, dieses zu räumen, um die Anlage umzubauen und gegebenenfalls wieder in Betrieb zu nehmen. Auch, wenn es vorerst gute Nachrichten sind, dass die Schweinezuchtanlage temporär geleert wird, ist das Schweinehochhaus damit noch nicht Geschichte. Und das heißt für uns alle: der Kampf für die Tiere ist noch nicht vorbei! Wir dürffen nicht aufhören, bis das Schweinehochhaus endgültig geschlossen ist!


Zwergi und das Dilemma mit der Milch

Als Zwergi das Licht der Welt erblickte, schien die Welt für sie noch in Ordnung. Liebevoll wurde sie von ihrer Mutter willkommen geheißen, während sie ihr das Fell trocken leckte. Dabei prägten sich beide den Geruch des anderen ein, um sich immer wieder finden zu können. Dann jedoch geschah das traumatisierende Erlebnis: Zwergi wurde ihrer Mutter entrissen und isoliert in ein Kälberiglu gesperrt. Für sie war das gleiche Leben wie das ihrer Mutter geplant. Sobald sie alt genug wäre, hätte man sie zwangsgeschwängert und das Kalb austragen lassen. Ihr Kalb hätte, wie auch Zwergi, nur wenige Tage Muttermilch bekommen. Dafür wäre alle restliche Milch für die Lebensmittelproduktion unter Schmerzen abgemolken und verkauft worden.

Doch Zwergis Leben sollte eine anderes werden, da Aktivisten des Tierschutzbüros sie vor diesem Schicksal bewahrten. In einer nächtlichen Aktion gelang es ihnen das kleine Kalb zu befreien und auf einen befreundeten Lebenshof in Brandenburg zu bringen.


Stopp dem Hundetöten für Fußball-WM 18 in Russland – RespekTiere-Protest vor dem Konsulat in Salzburg

Noch sind es rund 2 Monate bis zur Fußball-WM 2018; doch unfassbare Grausamkeiten gegen die in den Austragungsorten beheimateten Straßenhunde passieren jetzt gerade; obwohl gut versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit dringen immer wieder wahre Horrormeldungen über den Umgang mit den Mitgeschöpfen nach außen! So sollen, ähnlich wie bei den allermeisten Sport-Großereignissen im Osten der letzten Perioden, auch in Russland ganze Schwadronen von Hundefängern ausgesandt worden sein, mit Millionenbeträgen ausgestattet, um ‚dem Problem‘ Herr zu werden (bei der Fußball-EM in der Ukraine 2012, wurden laut Schätzungen von Peta, alleine in der Region Donzek rund 7000 Hunde pro Monat ermordet). Warum? Weil sich die Spielorte auf den Besucheransturm der Fußballfans vorbereiten, und hierfür sollen die Städte im neuen Glanz erstrahlen. Da passen streunende Hunde leider so gar nicht ins Bild, und monoton reagiert man auf die Herausforderung, ganz so wie man es immer tat – mit Gräueltaten gegenüber den ‚besten Freunden des Menschen‘!

Ekaterina Dmitrieva, Direktorin der City Animal Protection Foundation, hat mithilfe einer Petition Russlands Präsident Wladimir Putin bereits aufgefordert, das ausufernde Töten von Straßenhunden sofort zu stoppen.

 

 

 

Sie zeichnet ein gar düsteres Bild. Die elf Gastgeberstädte „werden im Blut heimatloser Tiere ertrinken“, meint die Tierschützerin. Weiterhin zeigt sie sich schwer enttäuscht der Tatsache gegenüber, dass der Fußball-Weltverband Fifa die Augen vor der Tragödie verschließt und sich weigert, die russische Regierung diesbezüglich zu bedrängen.

Doch ihr Einsatz zeigt erste Wirkung, dennFocus.de schreibt: ‚Der Vorsitzende des russischen Umweltschutzkomitees Vladimir Burmatov, hat laut der britischen Tageszeitung „Telegraph“ auf die Aufforderung von Tierschützern reagiert und den Sportminister Pavel Kolobkov gebeten, die „Massenvernichtung von unbeaufsichtigen Tieren zu stoppen und eine humane Lösung zu finden.“

Ob jedoch die Tötung der Tiere wirklich gestoppt wird, ist nicht nur unklar, sondern vielmehr sogar sehr unwahrscheinlich. Rund 2 Millionen Straßenhunde sollen laut NTV in den Austragungsorten der WM ihr kärgliches Dasein fristen. Wie hoch der Blutzoll letztendlich sein wird, niemand wird es wirklich je erfahren. Was uns aber nicht davon abhalten darf, der Problematik so viel als möglich an Aufmerksamkeit zuzuführen und die Öffentlichkeit wieder und wieder zu informieren!

Deshalb haben sich erst kürzlich auch RespekTiere-AktivistInnen vor dem Generalkonsulat Russlands in Salzburg eingefunden, um ihre Stimme gegen ein solches Morden zu erheben. In den nächsten Wochen sind weitere derartige Veranstaltungen geplant.


Streunende Hunde werden auch in Marokko für WM-Bewerbung ermordet

Bewaffnete Männer strecken einen Hund nach dem anderen nieder. Es sind Aufnahmen, die letzte Woche in der marokkanischen Stadt Agadir entstanden sind. Grund für die Erschießung der Hunde ist ein anstehender Besuch der FIFA, bei dem die Stadt ein gutes Bild abliefern soll. Marokko möchte nämlich, dass die Fußball-WM 2026 in dem nordafrikanischen Land ausgetragen wird.

Quelle: deutsch.rt.com


Sollten PETA und Co. die Gemeinnützigkeit aberkannt werden?

Unfassbar: Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast will die Gemeinnützigkeit von Tierschutzorganisationen überprüfen lassen, wenn diese heimlich gedrehte Aufnahmen aus Ställen veröffentlichen. Man müsse sich fragen, sagte die CDU-Politikerin der “Neuen Osnabrücker Zeitung” am 23.April, “ob PETA und Co. zu Recht als gemeinnützig eingestuft sind. Ich bin dafür, dass dieser Status bei Tierrechtsorganisationen, die in Ställe einbrechen, überprüft und im Zweifelsfall aberkannt wird.” Einfach nur widerlich, derartige Politiker, die unbedingt verhindern wollen, das solche Aufnahmen aus KZ-Massentierhaltungsfabriken in die Öffentlichkeit gelangen.

Quelle: neuepresse.de

Siehe hierzu auch: „BGH: Aufnahmen von Tierschützern aus Hühnerställen dürfen gezeigt werden“


RespekTiere-Aktivist vor Gericht

Von RespekTiere.at

Ebenso unfassbar : Am 24. April stand ein RespekTiere-Aktivist als erster Tierschützer Österreichs wegen Verletzung des ‚Alm- und Kulturflächenschutzgesetzes‘ vor Gericht! Welche immense Gefahr sich daraus für zukünftige Tierschutzaktivitäten ergibt, möchten wir in den nächsten Zeilen gerne erklären. Ziel jener von der ÖVP-FPÖ-Regierung inszinierten Vorlage ist es nämlich, den LandwirtInnen völlig freie Hand in deren Tun zu geben und die KritikerInnen einer intensiven Landwirtschaft (Tierqualindustrie) von vornherein jegliche Möglichkeit zu berauben, gegen Tierquälerei, so offensichtlich diese dann auch ist, einzuschreiten! Es soll aber noch viel schlimmer kommen, denn geht es nach Kanzler Kurz und Co, wird plötzlich nicht nur das Filmen sondern sogar das bloße Veröffentlichen von Fotos aus Stallanlangen zur Straftat! Täter werden also zu Opfern erklärt, dagegen jeglicher Aufdeck-Journalismus kriminalisiert. Kurzum: die Partei der Bauern und jetzige Regierungspartei, die ÖVP, gibt an ihr Klientel die Parole aus: Wenn Ihr Tiere quält, macht nix, wir beschützen euch vor den bösen TierschützerInnen!

Fakt ist: Wird das Gesetz wie von der österreichischen Regierung geplant flächendeckend eingeführt, wird die Zukunft für die Tiere in den ‚Nutz’tierställen eine noch düstere, weil es dann für mitfühlende Menschen zum Drahtseilakt ausartet, Gesetzesübertretungen aufzudecken. Wenn jedes Veröffentlichen von unhaltbaren Bedingungen direkt in die Kriminalisierung für die AufdeckerInnen führt, verbunden mit hohen Geldstrafen, der Chance beraubt, die Öffentlichkeit zu informieren, dann ist das ein absoluter Freibrief für Tierquälereien. Österreich, einst ein Musterland des Tierschutzes, soll, nehmen Sie uns beim Wort – auf Betreiben einer Bauernpartei, der ÖVP, zum absoluten Schlusslicht im Tierqual-Aufdeck-Journalismus in Europa werden. Mit Freibrief ausgestattet, ist Rot-Weiß-Rot dann DAS Paradies für TierquälerInnen, mit direktem Schutz von ‚ganz oben‘ ausgestattet! Dagegen gilt es die Stimme zu erheben!


Bundesgerichtshof entscheidet für die Tiere!

Erfreuliche Meldung des Tierschutzbüros:

Ein Schritt in die richtige Richtung! Am 10. April hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ein Urteil gefällt, dass gut für die Tiere, für Tierrechtsaktivisten und uns Alle ist. Nach seiner Auffassung ist es nämlich legal, dass heimlich angefertigte Aufnahmen von Tierquälerei in der Massentierhaltung verbreitet und veröffentlicht werden! Die Entscheidung geht auf eine Klage der Fürstenhof GmbH, die mehrere Legebetriebe führt und darin hunderttausende Hennen für die Eierproduktion ausbeutet, zurück.

Im Jahr 2012 zeigte der MDR Bildmaterial, das engagierte Tierrechtsaktivisten von ARIWA in Legehennen-Anlagen heimlich durch Hausfriedensbruch anfertigten. Die Aufnahmen zeigten die schreckliche Realität für Hühner, welche die Eierindustrie mit sich bringt und welcher wir ein Ende setzen wollen! Die Tiere hatten viel zu wenig Platz, viele hatten ihre Federn verloren und mehrere Hühner lagen bereits tot zwischen ihren Artgenossen. Ein grausamer Anblick, den wir kennen und den wir selbst im Rahmen unserer Recherchen leider immer wieder vorfinden.

Die Fürstenhof GmbH klagte gegen die Ausstrahlung und bekam zunächst Recht. Wie das sein kann? Die Bilder zeigten nach deutschem Recht keine Verstöße, obwohl die Tiere aus unserer Sicht sehr unter der Haltungsform litten. Selbst in Öko-Betrieben sind diese Zustände rechtskonform. Das zeigt uns, dass aktuelle sogenannte „Tierschutzgesetze“ mehr als unzureichend sind und die Tiere nicht schützen – mit unserem gemeinsamen Einsatz haben wir also noch einen weiten Weg vor uns.

Doch zumindest folgte der BGH nun der Argumentation des MDR, dass die Aufnahmen von der Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt sind und, noch wichtiger, die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, über die wahren Zustände in solchen Anlagen informiert zu werden – ob rechtswidrig oder nicht. Wir können uns sehr über dieses grundlegende und richtungsweisende Urteil freuen. Denn so wird es einfacher, aufzudecken und an die Öffentlichkeit zu bringen, was die Agrarindustrie versucht den Menschen vorzuenthalten – und wird so den Tieren langfristig helfen!

Auch sehr erfreulich: Lilly und Sally – für immer frei!

Im Zuge der aktuell veröffentlichten Bilder aus dem Schweinehochhaus, möchten uns die Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros an Lilly und Sallys Geschichte erinnern. Beide wurden als kleine Ferkel aus einer Zuchtanlage gerettet, in der die Zustände denen im Schweinehochhaus stark ähnelten. Lilly und Sally erblickten das Licht der Welt in völliger Dunkelheit und grauenhaftem Gestank. Ihre Mütter waren nicht in der Lage sich um sie und ihre Geschwister zu kümmern, da sie in einem Gitter fixiert waren und sich weder aufrichten noch drehen konnten.

Auf hartem Spaltenboden verbrachten die Ferkel die ersten Wochen ihres Lebens bis sie schließlich von ihren Müttern getrennt wurden, um in einer sogenannten Ferkelbucht auf ihren Abtransport in eine Mastanlage zu warten. Anschließend wären sie wie unzählige Ferkel tagtäglich unter unwürdigen Zuständen gemästet und geschlachtet worden. In einer Rettungsaktion konnten Aktivisten des Tierschutzbüros die beiden Schweinemädchen jedoch vor diesem Schicksal bewahren und ihnen ein Leben in Sicherheit ermöglichen. Lilly und Sally leben seither auf einem Lebenshof, auf dem sie artgerecht und liebevoll umsorgt werden.

Bevölkerungswachstum und Antinatalismus

Tiefgründiges Interview einer großen deutschen Zeitung mit Karim Akerma

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos schreiben hierzu in ihrem aktuellen Newsletter:

Liebe Freunde der Tiere,
in mehreren Rundmails hatten wir Sie bereits mit dem Antinatalismus, der Nachkommenlosigkeit bei Mensch und Tier, bekannt gemacht. Antinatalismus (Wortbildung nach lat. nasci: geboren werden) ist eine Moraltheorie, die tiefer ansetzt als alle herkömmliche Ethik. Alle bisherige Ethik geht von der Prämisse aus, dass Menschen und Tiere existieren (sollen) und sie fragt, wie die existierenden Menschen handeln sollen. Die Frage hingegen, ob Mensch und Tier überhaupt sein sollen, welche in der Geschichte von Denkern schon mehrfach berührt wurde, erhielt seine Dringlichkeit jedoch erst, als die Wachstumskurve der Menschenflut in den exponentiellen Bereich, in den unbeherrschbaren Bereich, überging.

Zur Erinnerung die Entwicklung in Zahlen: Die Erdbevölkerung nimmt täglich um netto ca. 200.000 Köpfe, jährlich also um mehr als 80 Millionen Menschen zu. Aus dieser Zunahme resultieren nahezu alle Umweltprobleme sowie Artenschwund und Naturvernichtung. Die Tragfähigkeit des Planeten Erde ist längst überschritten, Chaos vorprogrammiert. Zugegeben ein schwieriges Thema, aber ein Thema, bei dem es sich lohnt, intensiv darüber nachzudenken und eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen.

Zur vertieften Information können Sie diverse Texte und Analysen rund um diesen Themenkomplex hier nachlesen:
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php/antinatalismus.html.

Heute möchten wir diesen Diskurs mit einem höchst interessanten und tiefgründigen Interview von Dr. Karim Akerma fortführen und ergänzen. Es handelt sich um ein Interview mit einer großen deutschen Zeitung, das im Nachhinein abgelehnt wurde und nicht zur Veröffentlichung gelangte. Den Text des Gespräches finden Sie nachstehend :

Herr Akerma, Sie wollen, dass die Menschheit aufhört sich fortzupflanzen. Warum?

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Wir können uns doch zum Beispiel auf den ethischen Grundsatz einigen: Handle niemals so, dass ein Mensch aufgrund deiner Handlung sterben muss – abgesehen vielleicht von Notwehrsituationen. Jetzt ist es aber so, dass ein Kind, das ich in die Welt setze, zwangsläufig irgendwann stirbt. So ist die Welt eingerichtet. Folglich sollte ich nicht zeugen. Eltern verurteilen ihr eigenes Kind immer auch zum Tode.

Ist das verwerflich? Sie haben dem Kind das Leben doch überhaupt erst geschenkt.

Das ist eine beschönigende Metapher. Jemandem, der nicht ist, kann ich nichts schenken. Präziser müsste man sagen, dass Eltern so gehandelt haben, dass sich ein Mensch genötigt sieht sein Leben zu führen. Schon der große Aufklärer Kant hat die sogenannte Natalschuld-Umkehr angeregt. Kinder haben ja gar nicht nach Dasein gefragt. Sie fanden sich einfach vor und zwar auf Geheiß ihrer Erzeuger.

Sind Sie Ihren Eltern denn böse? Leben Sie nicht gerne?

Doch. Es gibt vieles, was das Leben für mich lebenswert macht; menschliche Begegnungen, Musik, Literatur, Sport. Es ist doch so: Niemand wollte zu leben beginnen. Aber wenn man einmal da ist, muss man weitermachen. Da wirken biologische Gesetze. Und solange keine Krankheiten, Trauerfälle und andere Katastrophen im Wege stehen, tun die Leute das sogar gern. Ich bin da keine Ausnahme.

Dann können Sie sich sicher auch freuen, wenn ein glückliches Paar seinen Kinderwagen an Ihnen vorbei schiebt?

Im nächsten Moment komme ich dann aber an einem Greis vorbei, dem Einsamkeit und Schmerzen ins Gesicht geschrieben stehen. Ich frage mich dann immer, ob den jungen Eltern eigentlich klar ist, dass ihr süßes Kind eines Tages auch so ein trauriger Alter wird. Irgendein blinder Fleck sorgt offensichtlich dafür, dass ihnen der Zumutungscharakter des Lebens verborgen bleibt.

Zumutungscharakter des Lebens? Ich dachte Sie leben gern?

Ich bin Philosoph. Unsere Aufgabe ist es, das vermeintlich Naheliegende in Frage zu stellen. Dazu gehört auszusprechen, dass unser Leben aus einer Reihe von Zumutungen besteht. Wir bewältigen ein fürchterliches Pensum. In der Schule sitzt nicht immer die fröhlich schreiende Meute. Da wird auch unter Stress und Schikanen gelitten. Es folgen 40 Jahre Berufsleben, dominiert von Langeweile oder Überforderung. Dann geht es mit einem Tritt in den Hintern in Rente. Von 100 Prozent auf fünf von einem Tag auf den anderen. Keiner gibt es zu, aber die meisten kommen damit nicht klar.

Zumindest hierzulande führen die meisten aber doch ein glückliches Leben. Wieso sehen Sie alles so schwarz?

Ich halte die ständige Rede vom Glücklichsein für einen Schutzmechanismus der Gesellschaft, um unser Fortleben als Gattung zu rechtfertigen. Ein sozialer Effekt, eine Art unterbewusste Verschwörung. Wir versichern uns ständig, dass das Leben in Ordnung ist. Aber, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, dann klagen die Leute. Über den Job oder das gestörte Verhältnis zum Partner. Wir sind sehr gut im Verdrängen. Fast jeder kennt jemanden, der seit Jahren seelisch oder körperlich leidet. Aber haben Sie schon mal von chronischem Glück gehört?

Muss das denn unser Anspruch sein? Das viel zitierte „kleine Glück“ entschädigt doch immer wieder für vieles.

Das ist ein verbreitetes Missverständnis. Viele stellen sich Glück und Leid als Größen vor, die sich verrechnen lassen. Wenn man das konsequent zu Ende denkt, müsste man fragen: Hat das deutsche Wirtschaftswunder, das Millionen Glück gebracht hat, das Leid der Menschen in den Konzentrationslagern kompensiert? Der Verlust eines engen Freundes ist nicht dadurch vergessen, dass ich danach noch tollere Menschen kennenlerne. Leid wiegt ethisch schwerer als Glück.

Das müssen Sie erklären.

Die Grundlage meiner Überlegung ist der sogenannte negative Utilitarismus. Utilitaristisch handeln, heißt das Glück der größtmöglichen Zahl anzustreben. Nun maße ich mir nicht an, zu wissen, wie man das allgemeine Glück mehrt. Deshalb drehe ich das Prinzip um, denn wie sich Leid verhindern lässt weiß ich. Ganz einfach, indem ich verhindere, das Wesen die leiden können, überhaupt zu existieren beginnen. Das widerspricht zwar unserer Intuition, ist aber eigentlich bestechend logisch.

Wie versuchen Sie diese Einsicht zu verbreiten?

Man kann den Leuten zum Beispiel vor Augen führen: Wenn Kinder vor ihren Eltern sterben, ist das das Schrecklichste was ihnen passieren kann. Da würde jeder zustimmen. Nun sterben aber alle Kinder. Auch, wenn sie 90 werden, bleiben sie doch die Kinder irgendwelcher Eltern. Die Schrecklichkeit des Sterbens ist nicht dadurch aus der Welt, dass die Eltern vor ihren Kindern gehen. Eltern tun aber so.

Dass ihre Kinder irgendwann sterben, ist den Eltern doch klar. Wenn ein Kind stirbt, ist nicht der Tod so schrecklich, sondern die verpasste Chance auf ein erfülltes Leben.

Wer so denkt, ist immer noch mindestens senilitätsblind. Sie blenden aus, dass Ihr Kind dazu verurteilt ist, alle möglichen Altersleiden durchzustehen. Um deutlich zu machen, was da eigentlich passiert, müssen Sie den Euphemismus „Senioren-Residenz“ durch „Geronto-Lager“ ersetzen. Das ist der Skandal unserer Gesellschaft! Millionen Menschen sind dazu verurteilt, ihren Lebensabend in unwürdigem Zustand zu verbringen. Im Buch „Wie wir sterben“ zeigt der kanadische Kliniker Sherwin B. Nuland, dass das Sterben in den allermeisten Fällen eine furchtbare Sache ist. Die Leute schlafen nicht ruhig und mit beseeltem Lächeln ein. Der Organismus übernimmt das Ruder und hält die Leute noch Monate lang am Leben. Meist von entsetzlichen Ängsten und Schmerzen begleitet.

Wie fallen die Reaktionen aus, wenn Sie versuchen, das Eltern zu erklären?

Das reicht von Verständnis und ehrlichem Interesse, bis hin zu erbitterten Anfeindungen. Mir wird oft gesagt, zu denken wie ich sei böse. Manche glauben, ich wäre für die Vernichtung der Menschheit. Dabei plädiere ich ja nur für ein freiwilliges Verebben, das ist das genaue Gegenteil. Viele sagen, ich sei ein Pessimist. Denen kann ich bloß erwidern: Schaut in das Führungszeugnis der Menschheit, unsere geschriebene Geschichte. Die Menschen haben schon immer gemartert und sich geängstigt, es wurde nie besser. Wann soll die Probezeit unserer Gattung zu Ende sein, wenn nicht allerspätestens bei Auschwitz?

Würden Sie nicht unterschreiben, dass die Tendenz seither ziemlich positiv ist?

Nur auf den ersten Blick. Aller Fortschritt in Sachen Humanismus und Produktivität, ist leider untrennbar mit dem der Destruktivkräfte verflochten. Denken Sie an die frühe Neuzeit. Man ließ Gott hinter sich, tausende Möglichkeiten brachen auf und gleichzeitig begann mit der Erfindung der Feuerwaffen eine nie dagewesene Vernichtungsorgie. Anderes Beispiel: Atomkraft. Die war nicht bloß energiepolitischer Segen, sondern durch die Unfall-Gefahr und die Bombe höchst problematisch. Wie kann man in eine Welt in der sich unaufhaltsam das Klima wandelt, noch Kinder setzen? Das ist ein Lotteriespiel, letztlich ein Experiment mit Menschen. Wer das ausspricht, wird aber verfemt.

Sie spielen auch auf Ihren Habilitationsversuch an. Der scheiterte 1997 an einem 5:4-Votum.

Ich war damals mit dem Thema Antinatalismus im deutschsprachigen Raum allein auf weiter Flur. Deshalb habe ich naiver Weise angenommen, das wäre ein akademischer Türöffner. In Hamburg hat man das Recht, nach einem gescheiterten Habilitationsversuch die Handexemplare zurückzubekommen. Das wussten manche Mitglieder der Kommission offensichtlich nicht. Ich konnte an den teils sehr despektierlichen Randbemerkungen sehen, dass meine Arbeit nicht immer sachlich, sondern mit unterdrückter Wut gelesen worden war.

Was stand da am Rand?

Unwissenschaftliche Dinge wie „ach ja?“ und „sieh mal an?“ Als sei es völlig absurd, Dinge konsequent zu Ende zu denken. Dabei hat schon Kant die Frage aufgeworfen: Sollen Menschen sein? In meiner Verhandlung, so wurde mir zugetragen, wollte ein ausgewiesener Kant-Spezialist davon dann aber nichts mehr wissen. Es ist immer noch so, dass Autoren weltweit zu dem Thema lieber unter Pseudonym veröffentlichen. Weil sie sich vor gesellschaftlicher Ächtung oder Karrierenachteilen fürchten.

Sie sind verheiratet. War Ihre Frau von Anfang an mit Ihrer Sicht auf die Familienplanung einverstanden?

Sie hat das berühmte Ticken der inneren Uhr zum Glück nie gehört. Man sagt ja, dass Frauen ab 35 nervös würden und unbedingt Kinder wollten. Die Forschung weiß aber inzwischen: Das ist kein Ruf der Biologie, sondern bloß soziale Suggestion.

Soziale Suggestion?

Ja. Da auszubrechen erfordert Mut. Man könnte sagen, der Antinatalismus ist seinem Wesen nach eigentlich feministisch. Simone de Beauvoir war da in fast geschmackloser Weise Vorreiterin. Die hat Sprüche gebracht, wie: Ich möchte nicht, dass ein Polyp in meinem Inneren die Macht über mich ergreift. Die Gesellschaft betrachtet Frauen unterbewusst immer noch als reine Biologie. Frauen sind aber Kulturwesen, die entscheiden dürfen, statt von ihrer Biologie durchherrscht zu sein.

Indem wir die Menschheit langsam aussterben lassen, beantworten wir also die alte Frage, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht?

Ganz genau. Wenn der Mensch wirklich ein Kulturwesen ist, muss er auch in der Frage seines eigenen Gattungsendes kulturbestimmt handeln.

Wie stellen Sie sich das denn vor, wenn die letzten Menschen sterben? Irren da Verzweifelte durch postapokalyptische Landschaften? Oder klopfen die sich auf die Schulter?

Gute Schriftsteller haben die Psyche solcher letzten Menschen erforscht. Ich denke an Hannelore Valencak „Die Höhlen Noahs“ oder Marlen Haushofers „Die Wand“. Wenn man denen glauben kann, ist das Ganze erträglich. Wenn die Betreffenden Einsicht in die Notwendigkeit des Antinatalismus hätten, wäre es sogar noch einfacher. Das Ende der Menschheit bedeutet ja das Ende aller Hungersnöte, aller Kriege, der Senilität, des Alleinseins. Es wäre das letzte Alleinsein, auf das kein weiteres Alleinsein folgen würde. Trotzdem entbrennt in der Literatur unter dem Menschheitsrest immer die Debatte, sollen wir es noch mal wagen? Wir sind wohl noch nicht so weit.

Sie glauben, das wird sich in absehbarer Zeit ändern?

Ich hoffe es. Der Antinatalismus kommt den meisten Menschen heute absurd vor. Das galt vor wenigen Jahrzehnten aber genauso für den Vegetarismus. Inzwischen beginnt die Einsicht Fuß zu fassen, dass Tiere empfindsame Wesen sind, die wir nicht einfach zu unserem Nutzen hervorbringen dürfen, weil es Alternativen gibt. Ich sage: Ebenso wenig dürfen wir einfach Nutzmenschen hervorbringen.

Nutzmenschen?

Ja, ursprünglich sind wir nichts anderes. Kinder erleichtern den Eltern vermeintlich die unerträgliche Schwere des Daseins. Sie stabilisieren. Wenn wir Kinder machen, dann ausschließlich für uns selbst.

Sollte man den Antinatalismus zur Not staatlich verordnen? Stichwort Ein-Kind-Politik in China.

Wenn damit Leid verhindert werden kann, bin ich dafür. Wir lesen viel davon, dass die Familien dort unter dieser Politik gelitten hätten. Aber keiner fragt, was passiert wäre, wenn die Bevölkerung ungebremst weitergewachsen wäre. China ist zwar riesig, hat aber pro Kopf kaum Anbaufläche. Ohne staatlichen Antinatalismus wären Hungersnöte nicht zu vermeiden gewesen. Über die konkrete Umsetzung muss man aber diskutieren.

Was müssten wir Menschen ändern, damit auch Sie sich mit der Weiterexistenz unserer Gattung anfreunden könnten?

Es gibt ja schon lange Bestrebungen uns biologisch oder technisch besser zu machen, unempfindlich für Leid und so weiter. Da geht dann aber vielleicht das bisschen Empathie drauf, über das wir verfügen und das Problem der Überbevölkerung ist auch noch nicht geklärt. Ich halte diesen sogenannten Transhumanismus für die letzte Fluchtstrategie vor der notwendigen Einsicht in den Antinatalismus.


Dieses Interview mit Dr. Karim Akerma findest Du auch hier:
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php/antinatalismus/articles/antinatalismus-interview-mit-karim-akerma.html