Tierqual – Selbstverständlichkeit und Staatsräson?

Von Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

Liebe Freunde der Tiere,

seit einigen Wochen wird berichtet, dass der Bauernverband den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine fordert. Seit ein paar Tagen geht durch die Medien, dass Autokonzerne Versuche mit Affen zur Schädlichkeit von Dieselabgasen gemacht haben. Es war Ende letzten Jahres, als im ZDF ein schockierender Filmbetrag über Tiertransporte gelaufen ist … die Liste ließe sich fortsetzen.

Wo bleiben die scharfen Töne in den Medien, die solche bestialischen Taten verurteilen? Wieso gibt es keine Analyse zu der Wildschwein-Genozid-Forderung des Bauernverbandes, welche zu dem Ergebnis kommen müsste, dass eine solche Forderung nicht nur gegen das Tierschutzgesetz verstößt und jede Ethik in die Tonne tritt, sondern auch das Staatsziel Tierschutz aus dem Grundgesetz mit Füßen tritt?

Und nicht zuletzt muss die Frage gestellt werden: Wo bleiben unsere Politiker, die nicht nur für Menschenrechte Verantwortung tragen, sondern auch für die Rechte der Tiere? Kommt einer unserer deutschen Politiker einmal auf die Idee, dass Schweigen an dieser Stelle nicht nur einfach eine Meinungslosigkeit ist, sondern vielmehr als Staatsversagen gewertet werden kann und muss?

Durch die sozialen Medien gehen Bilder und Filme, die z.B. das Häuten lebendiger Hunde zeigen, die danach hautlos noch herumlaufen. Unser Freund und Kollege Peter Arras von Aktion Konsequenter Tierschutz (AKT) macht mit seiner Petition an die UN (https://www.change.org/p/the-united-nations-is-to-outlaw-crimes-against-humanity?utm_source=embedded_petition_view) auf diese Qualen und den herrschenden Sadismus gegenüber Tieren aufmerksam. Obwohl er sich intensiv darum bemüht hat, wird ihm jegliche Unterstützung seitens der Medien versagt. So grausame Bilder könne man nicht zeigen, ist eines der von Medienvertretern dafür angebrachten „Argumente“.

In diesen Kontext passt ein Text von Bernd Wolfgang Meyer. Hier ein Auszug:

Staatsräson Tierquälereien. […]

Nach wie vor bemühen die Medien sich aufopfernd, Tiermißbrauch als das Normalste schlechthin darzustellen und billigen zustimmend das Recht des Menschen, Tiere in jeder Hinsicht mit größter Selbstverständlichkeit auszubeuten und grausamst zu töten. Das kann nur als systemimmanent verstanden werden. Zumindest Redakteure, wenn eventuell auch nicht alle Journalisten, sind definitiv Antitierschutz ausgerichtet und mit mangelnder Empathie ausgestattet. Redakteure allerdings sind auch nur Befehlsempfänger der Arbeitgeber. Von diesen ist bekannt, daß die namhaften und entscheidenden, Litz Mohn und Friede Springer, beste Freundinnen der Merkel sind, von der noch nie eine Lanze für Tiere gebrochen wurde. Die Medienleitlinien orientieren sich analog anthroposophischer Richtlinien, nach denen es keine schlechten Menschen geben kann und darf. In radikaler ideologischer Verblendung wird die Einzigartigkeit des Menschen unter den Lebewesen bemüht und mit den passenden Adjektiven“ schrecklich, ein Menschentod, normal ein Tiertod im Schlachthaus und das ausufernde Verständnis für die armen Schlachter, die nichts dafür können, weil sie zu wenig verdienen“ ausgeschmückt. Aus diesem Kontext erklärt sich auch das mediale Faible für phantastische Phantasien in Bezug zu Religionen.

In der Politik gestaltet sich die Sache differenzierter. Die Masse der 709 Parlamentarier setzen sich aus Rechtsanwälten zusammen, Leuten, die nichts anderes gelernt haben als die Spielregeln der Gesellschaft. Gleich anschließend folgen die mit Bauern bezeichneten Mäster, die in junger Vergangenheit die Lehrer vom zweiten Platz verdrängt haben. Erstere haben gemein, daß sie zu den auserwählten Berufen gehören, die auch mit mäßiger, oder überhaupt keiner Leistung, gesetzlichen Anspruch auf Honorar verkörpern und die zweite Berufgruppe vertritt ihr ureigenes Berufsmodell, in dem Wohltaten für Tiere fehl am Platze und geschäftsschädigend sind. Sie sind nichts anderes als Lobbyisten zum eigenen Vorteil, in der Camouflage eines „Volksvertreters“ und dürfen regelmäßig die entscheidenden Landwirtschaftsminister stellen. Dem Viehwirt wird somit die herausragendste Position in unserer Demokratie geboten. Eine Bevorzugung, die anderen Berufszweigen versagt bleibt. Die Egoistik ist für beide Gruppen Maßstab, oder benchmark.

Es steht nicht zu erwarten, daß beide Berufsgruppen, die weit mehr als Zweidrittel der Abgeordneten ausmachen, sich für Interessen anderer Couleur einsetzen und einsetzen werden. Anders ist nicht zu verstehen, daß selbst solch drastische Information, wie die Dokumentation über Tierverschleppungen und sadistische Quälereien als Vorspiel zu Schlachtorgien so gar keinen Eindruck auf diese hohen Herren machten, es sei denn, sie haben sich nicht der Mühe unterzogen, den Film zur Kenntnis zu nehmen. Aber genau dafür bezahlen wir sie. Die Wahrnehmung der Wahrheit und gerechtes Handeln. […]

Den vollständigen Text von Bernd Wolfgang Meyer finden Sie hier: http://www.pro-iure-animalis.de/index.php/nachrichtenleser/staatsraeson-tierquaelereien.html

In diesem Sinne …
herzliche Grüße
für pro iure animalis
Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos