Das Wort zum Sonntag


Nur drei Beispiele. Ziehe zwischen zwei oder mehr Personenen mit Alkohol den Schleier der höflichen Heuchelei hinweg, ziehe zwischen Untergebenen und Führenden den Schleier der hierarchischen Abhängigkeit hinweg, ziehe zwischen Staaten den Schleier gemeinsamer Wirtschaftsinteressen hinweg und du wirst den wahrhaftigen Charakter der Verbindung in seiner Nacktheit erleben. Erwarte nichts ausser Desinteresse für den Anderen, rechne sicherheitshalber eher mit Verachtung bis hin zum Hass.

„Kinder sind unsere Zukunft” so sagt man, nur … diese Kinder haben keine Zukunft!

Kein Mensch braucht den Mensch.

Sonntagmorgen am See. Nebel um mich herum. Ruhe, nur aus der Ferne leiser Glockenklang. Gedanklich sehe ich die Menschen vor mir, die heute in dieser Kirche sitzen und für sich, allenfalls noch für andere Menschen, beten. Der Ekel schüttelt mich vor ihrer überheblichen Einfalt, vor diesen Eckenstehern eines unbegründeten Glaubens, die nicht fähig sind, über sich hinaus für alle Lebewesen zu denken. Ein hybrides Geistesproletariat, das für sich das Beste erbittet und ohne Skrupel der Tierwelt das Schlimmste antut.

Das vor einer Stunde geborene Kälbchen lag noch im Gras, die Mutter leckte es ab. Eine tiefe Traurigkeit ergriff mich bei dem Anblick, denn ich konnte nur sein schlimmes künftiges Schicksal sehen.

Der Mensch als Masse kann keine Entwicklung zu Höherem sein. Im Gegenteil, der Mensch als Masse ist die schnellste Entwicklung zum Niedrigsten, zum Gemeinen, zum Abstoßenden. Er ist das Ungeheuer, das rücksichtslos alles Verwertbare frisst – zuletzt sich selbst!