Fleischkonsum zerstört unseren Planeten

Industrielle Tierhaltung ist eines der größten Verbrechen der Menschheit, denn einerseits werden sogenannte „Nutztiere“ zu Tode gequält, denn diese müssen oft unter qualvollen Bedingungen leben. Hühner auf kleinstem Raum, Puten mit Brüsten so groß, dass sie vorne überfallen, Schweine in Käfigen, so eng, dass sie sich nicht drehen können. Das sind keine Ausnahmen, sondern Industriestandard.

Seit 50.000 Jahren haben insgesamt schätzungsweise 100 Milliarden Menschen auf der Erde gelebt und jedes einzelne Jahr töten wir Menschen über 50 Milliarden Tiere. Und diese Tiere fristen heute ein qualvolles Leben in Zuchtfabriken, sie sind vom Lebewesen zur Massenware verkommen.Und von diesen Fakten und traurigen Wahrheiten einmal abgesehen, verbraucht die Fleischproduktion aber auch zu viele Ressourcen, welche unsere Umwelt erheblich schädigen.


Fleisch im Essen ist in vielen Kulturen tief verwurzelt und selbst die Andeutung, man sollte es sein lassen, sorgt oft für wütende Reaktionen. Leuten zu sagen, sie sollten ihren Schinken oder ihr Hühnchen gegen Tofu oder Seitan eintauschen, ist in etwa vergleichbar damit, Amerikanern ihre Sturmgewehre abzunehmen, oder auf deutschen Autobahnen ein generelles Tempolimit einzuführen. Als Politiker verliert man mit solchen Forderungen fast automatisch die nächste Wahl.

Aber von der Politik mal abgesehen herrscht Einigkeit darüber, dass Fleischproduktion und -konsum in den gigantischen Mengen, die inzwischen in der westlichen Welt, und auch zunehmend dem Rest der Welt, verbreitet sind, eine entscheidende Rolle bei der Zerstörung unseres Planeten spielen. Hier einige Zahlen und Fakten:

Ein Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) von 2013 kam zu dem Ergebnis, dass 14,5 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen aus der Viehzucht stammten. Andere Schätzungen liegen zum Teil noch weit höher. Aber selbst dieser konservative Wert liegt über dem, was alle Autos, Schiffe, Flugzeuge und anderen motorisierten Transportmittel der Welt zusammen verursachen. So viel zum Thema: „Ich bin aber mit dem Fahrrad zum Restaurant gefahren, um die Umwelt zu schonen.“

Von diesen Emissionen stammen 41 Prozent aus der Rindfleischproduktion, die Milchproduktion steuert 19 Prozent bei, fast der ganze Rest kommt von Schweinen, Hühnern und Eiern. Die Fleischproduktion verbraucht riesige Mengen natürlicher Ressourcen. Für die Herstellung eines Kilos Rindfleisch braucht man atemberaubende 15.415 Liter Wasser. Und der Durchschnittskonsument in einer Industrienation isst 75,9 Kilo Fleisch pro Jahr!

Da viele Rinder heutzutage nicht auf endlosen Prärien grasen dürfen, fressen die Kühe, die über Kurz oder Lang zu einem Hamburger werden, Soya, Mais oder andere Nutzpflanzen. Lebensmittel also, die wir einfach direkt selbst essen könnten, um damit viel Energie und Emissionen zu sparen. Und um all das Futter anzubauen, mit dem wir dann „unser Futter“ füttern, braucht man Platz. Viel Platz. Das wird im Amazonas-Regenwald besonders deutlich. Dort gehen etwa 80 Prozent der Abholzung auf das Konto der Rinderzucht.

Guten Appetit!


Lust auf Fleisch? Ein Blick auf die Gegenwart des Fleischkonsums

Je mehr Fleisch die Menschen verzehren, desto weniger bekommen sie von den Bedingungen mit. Das Endprodukt liegt in Plastik verpackt und vorteilhaft ausgeleuchtet im Supermarktregal. Die Auswirkungen lassen sich jedoch an der Umwelt ablesen: Kaum ein anderes Lebensmittel trägt so massiv zur Zerstörung des Klimas, zur Überdüngung der Böden und zum Artenverlust bei wie die industrielle Fleischproduktion.

„Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig. Das charakterisiert heute die industrielle Tierproduktion“, sagt Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, die im Januar den neuen Fleischatlas für Deutschland mitherausgab. Dieser zeigt die Konsequenzen der industrialisierten Fleischproduktion auf und wird für zahlreiche Länder publiziert. Die Fleischindustrie müsste grundlegend umgebaut werden, fordern die Autoren, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Die Entwicklung geht allerdings in die andere Richtung. Die globale Fleischproduktion hat sich in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdreifacht. Bis 2050 wird sie noch einmal um 85 Prozent wachsen, erwartet die UN-Welternährungsorganisation. Eine Lösung sehen die Autoren in einer Reform der EU-Agrarpolitik. 40 Prozent des EU-Budgets, rund 60 Milliarden Euro pro Jahr, fließen in diesen Bereich. Doch auch der Konsument ist gefragt: Den Deutschen wird empfohlen, nur noch halb so viel Fleisch zu essen. Pro Kopf waren es 59 Kilogramm im Jahr 2016. In Österreich werden sogar rund 65 Kilogramm jährlich verzehrt.


Ergänzung zum Artikel vom 23.Januar 2018: „Elefantenabschüsse zu Discountpreisen“

Heinz Höver an den Dortmunder Oberbürgermeister :

Sehr geehrte Damen und Herren,
da kämpft man sich Tag für Tag daran ab, dass endlich ein Einfuhrverbot von Großjagd-Trophäen eingeführt wird, dass auch einem Idiot von Trump in die Suppe gespuckt wird, weil er seinen perversen Söhnen zuliebe, die gerne Großwild jagen, die Einfuhr von solchen Trophäen unbegrenzt gestatten will – und dann kommt die Stadt Dortmund und haut alle Bemühungen über den Haufen, indem auf der obigen Messe eine Perversität nach der anderen aufgeboten wird.

Die verbilligte Großwildjagd tritt jeden Menschen mit einer halbwegs vorhandenen Ethik gegenüber Mensch und Tier vors Bein. Sicher wird auch die Aktion des CSU-Wichtes Schmidt, möglichst viele Wildschweine (z.T. gegen Prämien aus Steuermitteln) zu schießen, um die Schweinepest „abzuwehren“, aufs Tapet kommen. Sicher fahren die meisten Besucher einen geländetauglichen SUV, sicher werden auch viele Politiker mit Jagdschein (das ist in NRW nahezu die gesamte Landesregierung, aber auch der Tierfeind Christian Lindner) anwesend sein und ihr Jägerlatein erzählen, neue Tricks für ihre Jagdgeschichten aushecken und diese den Parlamenten vorlegen, ihren Champagner zu sich nehmen und unter sich sein und laut lachen über die Tierschützer.

Gegen all‘ das drücke ich meine Abscheu aus. Herr Oberbürgermeister, wenn Sie einen Rest von Anstand haben, greifen Sie jetzt noch ein. Ansonsten wünsche ich Ihnen bei der nächsten Wahl einen heftigen Denkzettel. Merksatz: Die Natur schlägt immer zurück und wenn – wie in Thüringen 2017 – ein Wildschwein einen Jäger erlegt!

Mit gar nicht freundlichen Grüßen
Heinz A. Höver
53947 Nettersheim/Eifel

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