Thür. Landwirtschaftsministerium gibt 70.000 Wildschweine zum Abschuß frei!

Schwarzwild als Sündenbock?

70 Prozent weniger Schwarzwild? Wegen der Schweinepest? Selbst hochträchtige Bachen und Frischlinge dürfen jetzt bejagt werden? Ist das nicht widerlich? Sind nicht – statt der Wildschweine – die tierquälerische Bedingungen in der industriellen Tierhaltung der ideale Nährboden für Seuchen? Aber wen interessiert das schon? Die Tierindustrie am allerwenigsten, denn Massentierhaltung beschert ihr das schnelle Geld und Profit bestimmt heutzutage deren verbrecherisches Handeln.

Zusatz – und Aufbaustoffe für die schnelle Mast, Gülle und Glyphosat auf die Felder. Als Folge Insekten -und Vogelsterben. Wasser, wie für die Bewohner am Schern bei Werther, das nicht mehr trinkbar ist, Mais – und Rapsschläge soweit das Auge blickt, und dann ruft der Bauernverband: Feuer frei auf Keiler, auch Muttersau und Frischling! Kein Wort hingegen zu grundlegenden Änderungen in der Landwirtschaft. Heuchelei pur!


Tierschützer Harald von Fehr an die thür. Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller am 19.01.2018

Exemplarischer Irrsinn und Respektlosigkeit vor dem Leben wilder Tiere!!

Sehr geehrte Frau Ministerin,
leider sieht es tatsächlich so aus, daß Politiker und Jäger gleichsam, das Töten von Tieren wohl als die einzige Variante sehen, mit Problemen, wie z.B. der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, fertig zu werden. Bei Jägern ist dies nicht verwunderlich, das Töten von Tieren gehört zu deren Hauptinteressen. Bei Politikern, zumal bei denen, die nicht selbst aktiv jagen, schon etwas verwunderlich – sie sollten doch das Leben schützen – egal ob menschliches oder tierisches!

Doch daß Jäger, nennen wir sie doch beim Namen, „Lusttöter“ sind und nichtjagende Politiker sie trotzdem zum Freund haben, werden Tierfreunde und somit Jagdgegner wohl nie verstehen. Gehört denn wirklich so viel Überwindung dazu, unsere Mitgeschöpfe zu mögen – oder was ist der Grund für die Sympathie mit der mordenden Gilde, daß sogar nichtjagende Politiker sich von der irreführenden Propaganda aus Jägerrichtung von deren immerwährendem Aktionismus zu obigen Massenmord aufstacheln lassen?

Wir, der BUND sowie alle tierlieben Menschen verurteilen Ihr Vorhaben, sehr geehrte Frau Ministerin, auf das Schärfste und möchten Ihnen dazu einige aufklärende Worte mit auf den Weg geben, die Sie hoffentlich eines Besseren überzeugen, Ihre jägerfreundliche Entscheidung zur Problematik der Afrikanischen Schweinepest nochmals gründlichst zu überdenken:

DIE ZEIT sprach mit dem Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog über Ursachen der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, über die Illusion, Wildschweine durch Jagd nachhaltig zu reduzieren und über fehlgeleiteten politischen Aktionismus. „Die Hauptgefahr geht gar nicht von den Wildschweinen aus“, erklärt der Dozent für Wildökologie und Jagdwirtschaft, welcher an der Technischen Universität Dresden lehrt, im Gespräch mit der ZEIT.

Wildschweine seien meist ortstreu. Zudem mache die Afrikanische Schweinepest befallene Schweine unbeweglich, mit hohem Fieber sterben die Tiere rasch. Im Übrigen seien die Erreger für Menschen harmlos. Forscher sind heute fast einhellig der Ansicht, daß die Afrikanische Schweinepest durch den Menschen verbreitet wird, nämlich durch den Transport von Fleisch- und Wurstwaren, über Autobahnraststätten, auf denen Reste von Schinken- und Salamibroten weggeworfen werden sowie durch den Jagdtourismus, indem die Jäger mit infizierten Tieren direkt in Kontakt kommen und die Erreger an Jagdkleidung und Trophäen haften.

Prof. Dr. Dr. Sven Herzog erklärt im ZEIT-Interview: „Nicht die Hauptursachen wie intensive Schweinezucht und transportbedingte Krankheitsverbreitung stehen im Fokus, sondern die Wildschweine. Sie gelten als Erregerreservoir und Überträger der Seuche. Jäger sollen diese Bösewichte eliminieren. Hierzu scheinen fast alle Mittel recht zu sein, von technischer Aufrüstung bis zum Ignorieren elementaren Tierschutzes.“

Hinzu kommt, daß die Jagd Wildschweine nicht regulieren kann: „Vermehrte Abschüsse wirken zwar kurzfristig und lokal. Aber es ist eine Illusion, verstärkte Jagd könne die Schwarzwildbestände nachhaltig reduzieren. Das ist irreführende Propaganda. Und sie wird immer wieder aufgewärmt. Heute kommen in Deutschland jährlich rund zwanzigmal mehr Wildschweine zur Strecke als vor dem Zweiten Weltkrieg im viel größeren Deutschen Reich. Die Jagd ist längst schon hochaktiv.“ DIE ZEIT (3/2018)

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die durch das Landwirtschaftsministerium angeordnete Reduzierung der Schonzeit für Wildschweine scharf. „Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, daß eine intensive Jagd beim Wildschwein zu stärkeren Vermehrungsraten führt“, so Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND, in einer Pressemitteilung vom 10. 01.2018.

Er verweist auf die nach der leitenden Wissenschaftlerin benannten „Servanty-Studie“ von 2009. Sie untersuchte in Frankreich über 22 Jahre hinweg zwei Wildschweinpopulationen: eine, die kaum bejagt wurde, und eine weitere, die häufig bejagt wurde. Sie wies nach, daß die Vermehrungsrate in dem stark bejagten Bestand signifikant höher ausfiel als in dem weitgehend sich selbst überlassenen Bestand. Der BUND sieht die Jäger selbst als mögliche Verursacher der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest.

„Ein erhöhtes Risiko bringe vor allem der Jagdtourismus mit sich, indem die Jäger mit dem Blut und den Ausscheidungen infizierter Tiere direkt in Kontakt kommen“, heißt es im Westfalenblatt am 9.1.2018. Ausserdem: „Kein Wildschwein läuft von Polen nach NRW, sondern die bekannten Ausbreitungswege der Afrikanischen Schweinepest sind Jagdtouristen und Fleischkonsumenten, die kontaminierte Nahrungsreste in der Landwirtschaft hinterlassen“, so Holger Sticht.

Und so geht es, wie stets, wenn viel Geld im Spiel ist, wieder um wirtschaftliche Interessen! Es geht um Landwirte, die, bricht die Afrikanische Schweinepest aus, vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen. Doch selbst schuld – kann man da nur sagen. Hätten eben diese sogenannten Landwirte, die eigentlich mehr Industriemanager sind, ihre Tiere so gehalten, wie die in Deutschland geltenden Gesetze – das Tierschutz – und Grundgesetz gebietet – hätten sie keine solchen Sorgen, ihre Tiere würde der gefürchtete Virus nicht erreichen. Doch in Massen gehaltene – auf engstem Raum eingeferchte Tiere – haben weder ein intaktes Immunsystem noch die Eigenschaft ohne Medikamente gesund zu bleiben.

Wenn schließlich noch die mordende Gilde der Jäger für ihre „Mehrarbeit“, das lustvolle Töten, bis zu 13 € für jedes erlegte Tier – und das einzig und allein von unseren Steuergeldern hinterhergeworfen bekommt – muß man sich als braver Bürger schon fragen, auf wessen Geheiß das geschieht und wer dafür Verantwortung übernimmt!!!

Wenn nur der Freistaat Thüringen allein 2018 und 2019 schon 1,5 Millionen € zur Bekämpfung der Schweinepest zur Verfügung stellen will, wollen wir gar nicht fragen, was dafür in ganz Deutschland für unsinniges Geld verschwendet wird. Und wie man den Lusttötern noch beim Töten mit Nachtsichtgeräten und Schalldämpfern (TLZ v. 15.01.2018) beistehen kann, trotz laufender Novellierung des Thüringischen Jagdgesetzes!

Wer folglich das Töten unschuldiger Tiere als Selbstverständlichkeit ansieht, muß sich nicht wundern, wenn es zu derart gravierenden Vorkommnissen kommt. Lernen tun die Menschen eh nichts!

Im Namen und Auftrag der Tierschutz-Union und aller Menschen,
denen unsere Natur, die Tiere und auch ihre Mitmenschen noch etwas bedeuten.
Mit freundlichen Grüßen
Harald von Fehr


Desweiteren:

Eine Bürgerinitiative in Sachsen will die Ausbreitung der Wölfe bremsen. Die Resonanz auf eine Unterschriftensammlung war groß. Innerhalb kurzer Zeit haben Tausende Bürger ihre Stimme für einen Wolfsabschuss abgegeben. Mit einer Petition hat die Bürgerinitiative „Wolfsgeschädigter und besorgter Bürger“ 18.590 Unterschriften für eine Begrenzung der Wolfspopulation gesammelt. Die Petition ist am am 10. Januar an Landtagspräsident Matthias Rössler im sächsischen Landtag übergeben worden. Nach Angaben des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ gibt es derzeit im Freistaat 16 Wolfsrudel mit insgesamt 48 Welpen.

Quelle: t-online.de

Anmerkung: Wenn derartig schwachsinnige Wolfs-Gegner 18.560 Unterschriften gesammelt haben, so darf und sollte es uns nicht allzusehr verwundern, dass Tierschützer oftmals gegen Windmühlen kämpfen müssen und das Leben notleidender, unerwünschter und vom Widerling Mensch verfolgter Tiere oftmals nicht zu retten vermögen.

Kommentar von Harald von Fehr zu dieser Unterschriftenaktion:

Was sind das wohl für 18.000 Bürger??? Das werden wohl welche sein, die aus einer psychiatrischen Einrichtung entwichen sind! Denn normale Bürger können ganz einfach nicht so blöd sein!

Wenn sich wirklich für dieses Verbrechen Politiker finden, die solch ein Verbrechen unterstützen, gehören diese sofort ins Gefängnis – oder in die Psychiatrie, denn die sind dann nicht mehr zurechnungsfähig!!! Wir werden, sollte solch ein Verbrechen wirklich geschehen, eigenverantwortlich Strafanzeigen gegen solche unzurechnungsfähigen Politiker stellen! Das sollten Tierfreunde unbedingt wissen!

Übrigens sollte auch eine ebensolche Petition gestartet werden, um den Weihnachtsmann und den Osterhasen abzuschaffen, denn auch die stammen, wie Rotkäppchen und der Wolf, aus dem Grimms Märchenbuch! Wie dämlich können eigentlich Menschen noch sein???

Harald von Fehr, Kooperationsleiter
Unabhängige Tierschutz-Union Deutschlands