Austritt von Barbara Rütting aus der Vegan-Organisation „ProVeg“


Von Barbara Rütting

Liebe Freundinnen und Freunde,

das alte Jahr war reich – nicht nur an schönen Erlebnissen und Erfolgen, auch an Enttäuschungen. Wie der Name schon sagt, bedeutet eine Enttäuschung immer das Ende einer Täuschung, ist also wohl etwas, über das man sich freuen sollte – es kann aber dauern, bis man das schafft … So habe ich lange gezögert, bis ich mich endlich entschloss, aus dem ehemaligen Vegetarierbund, später VEBU, heute ProVeg, auszutreten. Für diesen Entschluss gab es mehrere Gründe, ich muss daher etwas ausholen.

1970 wurde ich Vegetarierin, nachdem ich auf einen Bauernhof gezogen war und die Tiere, die ich nun hautnah kennen und lieben gelernt hatte, nicht länger essen wollte.

Bald darauf wurde ich Mitglied im Vegetarierbund Deutschland, 2007 Ehrenmitglied.1976 schrieb ich mein erstes vegetarisches Kochbuch. Es wurde ein Bestseller, und immer wieder berichten mir Menschen, dass sie durch dieses Buch zur vegetarischen Ernährung gefunden haben. Ich kann wohl behaupten, dass ich zu dem Stellenwert, den der Vegetarismus heute in Deutschland hat, mit meinen mittlerweile über 20 Büchern und vielen Vorträgen entscheidend beigetragen habe.

Es sollte aber vier Jahrzehnte dauern, bis ich mir eingestand, dass ich auch durch den Verzehr von Milchprodukten und Eiern am Töten von Tieren schuldig werde, dass ich dazu beitrage, dass Kälbchen ihren Müttern entrissen und geschlachtet und männliche Küken von Biohennen zermust werden, weil sie später eben keine Eier legen können. Ich brauchte vier Jahrzehnte, bis ich den Sprung zur Veganerin schaffte – weil die vegane Lebensweise wohl die einzige wirkliche Alternative für Tierrechtler ist.

Ich freue mich riesig darüber, dass vegetarisch und sogar vegan inzwischen „in“ ist, bedaure aber umso mehr die Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen Gruppen, in die ich selbst ständig verwickelt werde. Der einen bin ich zu vegan, der anderen nicht vegan genug, weil ich mich grundsätzlich um einen unverkrampften Umgang auch mit diesem Thema bemühe und vorschlage, sich vorprogrammierte Rückfälle liebevoll zu verzeihen – nicht jeder ist schon so weit, wie man selbst (zu sein glaubt).

1981 habe ich mein vegetarisches „Koch- und Spielbuch für Kinder“ geschrieben. Es wurde ein Bestseller, oft wieder neu aufgelegt. Viele der jungen Mütter, die heute selbst Kinder haben, kennen die Sprüche und Kalauer des kochenden Katers Fettucini noch auswendig. Ich wurde mehrfach gebeten, das Buch zu aktualisieren und neu herauszubringen. Mein Verlag war begeistert von der Idee, Vertreter des VEBU ebenfalls: „Natürlich unterstützen wir diesen zauberhaften Klassiker!“ Zu meinem 90. Geburtstag im November 2017 sollte das Kinderkochbuch erscheinen. Von Anfang an stand fest, dass es sich um die Neuauflage eines Buches aus dem Jahr 1981 mit rein vegetarischen Rezepten handeln wird. Ich schlug vor, einen Teil der vegetarischen Rezepte durch vegane zu ersetzen bzw. zu ergänzen, um auch Kinder aus Familien ohne Kenntnis der vegetarischen oder veganen Lebensweise behutsam an diese heranzuführen. Im Sommer 2016 machte ich mich ans Werk und schaffte das Kunststück – die Rezepte sind vegetarisch bzw. vegan und – vollwertig! Letzteres schulde ich meinem Lehrmeister Dr. Max Otto Bruker, bei dem ich die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin gemacht habe und dem ich so viel verdanke. Es wurde ein wundervolles, anstrengendes, aber geradezu euphorisches Jahr.

Der VEBU, inzwischen ProVeg, sagte zu, das Buch in seinem Magazin zu promoten, es eventuell mit dem V-Label auszuzeichnen und organisierte rechtzeitig eine Kochshow auf der Buchmesse. Ich konnte mich über ein Lob von Prof. Leitzmann, wissenschaftlicher Berater von ProVeg, auf der Rückseite des Buchdeckels freuen: „Ich bin begeistert. So kann man Kinder motivieren!“ Dann plötzlich kurz vor der Veröffentlichung der Rückzieher: ProVeg könne das Buch nicht bewerben, weil es nicht nur vegane, sondern auch vegetarische Rezepte enthielt, auch das V-Label würde man nur noch für rein vegane Bücher vergeben. Die Kochshow auf der Buchmesse wurde von ProVeg ebenfalls abgesagt, kurz vor dem festgesetzten Termin – obwohl ich dort ein veganes Rezept aus dem Kochbuch vorgestellt hätte.

Meine Enttäuschung war grenzenlos – immerhin hatte ich mit großer Freude ein ganzes Jahr an dem Buch gearbeitet, im Vertrauen auf die versprochene Unterstützung durch den ProVeg. Allerdings hatte ich mich inzwischen kundig gemacht, wer denn nun alles dieses VLabel erhalten hatte. Unter anderem darf sich die „Rügenwalder Mühle“, die nach wie vor tierquälerische Massentierhaltung betreibt, mit dem Label für eine vegetarische Wurst schmücken, die, soweit ich weiß, sogar 70 % Eier enthält. Auch Dr. Oetkers vegane Crème fraîche und veganer Schmelzkäse, sogar Gummibärchen von Katjes etc. – tragen das V-Label – also alles Produkte, die mit „vollwertig“ nun wirklich nichts zu tun haben. Vollwertig sei auch nicht das Anliegen von ProVeg, sagte mir die Chefredakteurin des Magazins auf meine Nachfrage. Aha, das erklärt, warum die Rezepte im ProVeg-Magazin vor Zucker strotzen! Während Ernährungsfachleute mit Verantwortung, wie die Gesellschaft für Gesundheitsberatung oder Foodwatch, selbst Prof. Leitzmann, sich verzweifelt bemühen, die Bevölkerung über die verheerenden Folgen des übermäßigen Zuckerverbrauchs aufzuklären, ist dieser Gesichtspunkt für ProVeg nicht von Interesse – Hauptsache vegan (außer bei Rügenwalder?!), alles andere ist wurscht.

Und nun komme ich zum größten Konflikt mit dem ProVeg: Seit einigen Jahren wird immer häufiger Anhängern oder Sympathisanten einer Glaubensgemeinschaft außerhalb der Amtskirchen die Teilnahme an vegetarischen Messen verweigert, mit der „Erklärung“, sie seien unerwünscht – sogar ProVegMitgliedern. Einer Schulungsköchin des ProVeg wurde untersagt, auf der Webseite das Restaurant, in dem sie arbeitet, anzugeben, weil dieses mit einer Glaubensgemeinschaft assoziiert wird. Und das, obwohl laut Grundgesetz niemand wegen seiner religiösen Ausrichtung ausgegrenzt oder benachteiligt werden darf! Mit meinem Demokratieverständnis ist diese Vorgangsweise unvereinbar. Ich hatte als Alterspräsidentin im Bayerischen Landtag zweimal die Legislaturperiode zu eröffnen und zitierte in meiner ersten Rede einen Satz, dessen Urheber ich leider vergessen habe: „Minderheiten müssen respektiert werden, auch wenn sie einem noch so sehr auf die Nerven gehen.“ Das verstehe ich unter Demokratie!

Immer öfter höre ich, dass langjährige Vegetarier sich vom ProVeg regelrecht diskriminiert fühlen, weil sie (noch) keine hundertprozentigen Veganer sind und erwägen, auszutreten. Über dem ehemals fröhlichen Vegetarierdasein hängt eine Art Angstglocke, man fürchtet, nicht hundertprozentig zu sein, fürchtet, als Veganer dabei erwischt zu werden, wie man doch einen Krümel Käse auf der Pizza hat oder einen Klacks Sahne in der Soße. Gleich hagelt es Vorwürfe. Attila Hildmann, Ikone der Veganer, kann auch ein Lied von den Auswüchsen der Veganitis, der Diskriminierung und Verleumdung in der veganen Szene singen. Einmal wird ihm ein Streifen Leder an seinen Turnschuhen verübelt, ein anderes Mal sein Porsche.

In dem Buch „Go Vegan“ schreibt er:

„Mit den meisten Hardcore-Veganern will ich nichts zu tun haben, einfach deshalb, weil ein Großteil der Menschen dieser Szene so negativ ist. Anstatt sich zu freuen, dass es mir gelingt, viele Menschen zu erreichen und für eine vegane Ernährung zu begeistern, greifen sie mich wegen lächerlicher Kleinigkeiten an. Auf meinem Rezepte-Blog hatte ich mal einen Apfelkuchen und die Zutaten dazu gepostet. Daraufhin gab es in einem Onlineforum eine Diskussion darüber, dass der Margarine, die ich für den Kuchen verwendet hatte, tierisches Vitamin D zugesetzt ist. Sofort hieß es, Attila Hildmann ist kein Veganer. Als ob mir dieser Titel wichtig wäre! Es ging mir immer um die Sache. Oder die 8-Pack-Challenge: Auf den Fotos, die ich jeden Tag gemacht habe, um meine Fortschritte zu dokumentieren, posiere ich oben ohne in einer Unterhose von Calvin Klein. Danach gab es Boykottaufrufe der veganen Szene gegen mich, weil Calvin Klein angeblich seine Kosmetikprodukte an Tieren testet.

Das heiße ich natürlich nicht gut, aber man weiß ja auch nicht immer alles. Wieder hieß es: Attila Hildmann ist kein Veganer. Dann schauen sie sich die Bilder in meinem Kochbuch an und entdecken, dass ich auf einem Foto Turnschuhe trage, die Leder enthalten. Sofort heißt es wieder: Attila Hildmann ist kein Veganer. Oder ich sitze im Frühstücksfernsehen bei SAT.1 und erzähle der Moderatorin von einem meiner Rezepte, einem Spargelsalat mit Mandelcreme. Dann sagt die Moderatorin: „Da könnte man auch ein Schnitzel dazu essen.“ Und ich antworte: „Ja klar.“ Und schon geht auf Facebook der Shitstorm los. Manchmal habe ich das Gefühl, diese Menschen wollen mich absichtlich falsch verstehen. So viel Aggressivität wie nach diesem Auftritt habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Dabei will ich einfach nur niemanden missionieren. Jeder soll selbst entscheiden, wie weit er geht. Und jede einzelne vegane Mahlzeit ist ein politisches Statement für sich.

Ich glaube, dass sich viele Veganer selbst etwas vormachen. Die meisten behaupten, sie seien vegan, weil sie den Tieren nichts zuleide tun wollen. Ich glaube, viele machen das aber in Wahrheit für ihr eigenes Ego. Sie wollen sich moralisch erhaben fühlen, sich dadurch von anderen Menschen abgrenzen und definieren darüber ihre eigene Identität. Und dann kommt einer wie ich daher und sagt: Ich mache Veganismus für den Mainstream kompatibel. (…) Am Anfang sind mir die ganzen Anfeindungen sehr nahegegangen, wie ich nicht verstanden habe, was das soll. Ich dachte immer, dass wir alle das gleich Ziel haben und zusammnarbeiten sollten. Stattdessen wurde ich ständig verbal attackiert. Ich bin der Meinung, dass jedes vegane Essen zählt. Dem Tier ist es egal, warum man es nicht isst. Aber irgendwann habe ich verstanden, worum es den militanten Veganern wirklich geht. An diesem Punkt in meiner Karriere habe ich mich geistig von der veganen Szene verabschiedet.“

Quelle: GO VEGAN! Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben. riva-Verlag, 2013, S. 136/137

Alle diese Gründe haben mich in meinem Entschluss bestärkt, ProVeg zu verlassen. Wie schwer mir das gefallen ist, kann man sich vorstellen. Schließlich hat der Vegetarierbund, unter welchem Namen auch immer, ein halbes Jahrhundert zu meinem Leben gehört. Der Konflikt hat mir sogar einen Aufenthalt auf der Intensivstation beschert, so sehr hat er mich mitgenommen. Die Diätassistentin der Klinik entdeckte auf meinem Nachttisch das erste druckfrische Exemplar der Neuausgabe vom Kinderkochbuch und jubelte geradezu: „Nein, das gibt´s doch nicht – der Kater Fettucini hat mich durch meine ganze Kindheit begleitet! Das Rezept Potzblitz Pomfrida kenne ich heute noch auswendig! Diesem Katerchen verdanke ich, dass ich Vegetarierin geworden bin und bei Prof. Leitzmann die Ausbildung zur Diätassistentin gemacht habe!“

Das sind dann wieder Glücksmomente, die Vieles aufwiegen. Liebe Leute, nun wisst Ihr, warum ich ProVeg verlasse. Mein Steuerberater belehrte mich gerade, dass ich pro Buch sowieso nur 80 Cent verdiene, das ist so neuerdings. Ich habe daraufhin den Maserati, den ich in Erwartung schwindelerregender Einnahmen durch das Kochbuch schon bestellt hatte, storniert, ebenso den BH von Calvin Klein – ist vielleicht eh besser so.

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu – mögen alle Lebewesen glücklich sein!


In diesem Zusammenhang Herr Ulrich Dittmann an Barbara Rütting:

Liebe Barbara,

da hast Du wahrlich recht getan, mit dem Austritt aus dem VEBU, resp. ProVeg. Das ist ein total wirrer, total politisch korrekt dressierter “Möchte-gern-Gutsein”-Verein.

Dieses Gejaule betr. UL hält offenbar immer noch an. Mir ist es wurscht, ob jemand einen Klodeckel anbetet, der Kleinsekte UL oder den Großsekten der Amtskirche zugehörig ist – wichtig ist allein, dass nicht Hornhaut auf dem Empathieempfinden wuchert, wie bei letzteren.

Dr. Werner Hartinger ist damals auch aus dem VEBU nach langer Vereinszugehörigkeit ausgetreten. Der Vorsitzende (glaube, es war der Knabe Thomas Schönberger) sah keinen Grund das betäubungslose Schächten besonders zu verurteilen. Töten wäre eben töten. (Gleichen Schwachsinn verbreitet übrigens auch Helal Sezgin)

Natürlich werden auch beim “normalen” Schlachten die Tiere nicht zärtlich totgestreichelt – sie verröcheln aber nicht elendiglich in ihrem eigenen Blut und Erbrochenem, wie beim Schächten. Es kommt auch immer darauf an, wie(!) abgemurkst wird. Ein Tier muß zumindest vor dem Schlachten betäubt werden. Bei der vorhandenen Fleischesgier der Massen(!) ist es leider blankes Wunschdenken kurz- und mittelfristig auf eine weltweite vegetarische (gar vegane) Lebensweise zu hoffen.

Mantramäßig nur beständig “vegan, vegan” krähen, die Fahne “ich bin edel und gut” flattern zu lassen, bringt uns nicht weiter, ist bestenfalls gut für´s eigene Ego… Es gilt mit Herz und Verstand für mehr Tierschutz zu kämpfen. D.h. jetzt zumindest die Ketten der Tiersklaven zu lockern, ohne das Ziel sie von allen Fesseln zu befreien, aus den Augen zu verlieren.

In diesem Sinne herzlich Ulrich

Erläuternd sei nochmals festgehalten:

Natürlich ist eine vegane Lebensweise optimal(sic) für den Menschen und die Unversehrtheit der Tiere. Jeder ernsthafte(!) Tierfreund wird diesen Fakt erkennen. Doch solange wir die so sehr gewünschte Qualvermeidung für alle Tiere angesichts der Omnipotenz der weltweit agierenden Tierquäler-Clique, sowie Fleischesgier und Religionsfanatismus, nicht durchsetzen können, müssen wir zumindest pragmatisch versuchen, eine Qualminderung für möglichst viele Tierindividuen zu erreichen.

Keinesfalls reicht es, lediglich edle maximale Gesinnungsethik wie ein Plakat mit der Aufschrift „Ich bin vegan und gegen jegliches Töten“ vor sich her zu tragen, sondern es gilt mit praktischer Handlungsethik in die Niederungen des Alltagsgeschehens hinabzusteigen und zunächst alle Qualverminderungsmöglichkeiten auszunutzen. “…Der praktische Tierschützer muss immer wieder auf Kompromisse eingehen, weil der Alles-oder-Nichts-Grundsatz besonders im Tierschutz immer nur zum ‚Nichts‘ und niemals zum ‚Alles‘ führt.“ (Gotthard M. Teutsch: Mensch und Tier. Lexikon der Tierschutzethik)

Sehr interessant in diesem Zusammenhang zu der Thematik “vegane/vegetarische Ernährung” auch der Beitrag von Dr. Erwin Lauppert, dem ehemaligen Präsidenten der Österreichischen Vegetarier-Union. Hier der Linkhinweis. http://www.vegetarisch.org/2013/12/25/das-8020-gesetz/ Unbedingt anclicken/lesen!

Tierschützer sind vielfach hilflose Helfer. In einer ausweglosen Situation – Tierschützer werden oft mit einer solchen konfrontiert – so ist manchmal gar ein Nichtsein besser als Sein. Man kann ein Tier, oder auch einen Menschen, VOM Tod – aber auch IN den Tod retten.

Ein aufrüttelndes Beispiel dazu sei nachstehend aufgezeigt: Von der Gnade und Barmherzigkeit eines raschen Todes

Zweiter Weltkrieg: In der Weite der russischen Wälder hatte eine größere Partisanengruppe eine kleine Anzahl deutscher Soldaten gefangengenommen. Diese mussten sich ausziehen, man band ihnen Steine an die Geschlechtsteile und schoss auf ihre Beine, um so die verhassten Deutschen noch zum “tanzen” zu zwingen, bevor man sie liquidierte. Ein zufällig vorbeikommender Aufklärungstrupp der regulären sowjetischen Armee wurde auf die Geschehnisse aufmerksam. Der befehligende Offizier griff ein, rügte mit scharfen Worten das menschenverachtende Verhalten der Partisanen und stellte sich mit seinem Körper schützend vor die geschundenen Deutschen, um sie in die Gefangenschaft zu überführen.

Doch die durch Alkohol enthemmten Partisanen wollten sich ihren “Spaß” nicht nehmen lassen und drohten auch ihm Gewalt an, so er sie bei ihrem Tun hindern wolle. Mit seinen nur wenigen Männern an der Seite, sah der russische Offizier keine Möglichkeit, sich gegen den zahlenmäßig übermächtigen Partisanentrupp durchzusetzen und die Deutschen vor weiteren Folterungen zu bewahren, oder gar ihr Leben zu retten. Als Konsequenz aus diesem furchtbaren Dilemma sah der Offizier nur eine Lösung: Mit gezielten Kopfschüssen tötete er die deutschen Soldaten, bewahrte sie so vor einem schrecklichen, qualvollen Martyrium – gewährte ihnen die Gnade eines schnellen barmherzigen Todes in einer ausweglosen Situation.

Quelle: Gedächtnisprotokoll einer Radiodokumentation, Ausstrahlung Anfang der 1970er Jahre

Ulrich Dittmann / 14.01.2018
Arbeitskreis für Umweltschutz und Tierschutz –
BAG gegen betäubungsloses Schächten

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