Computer-CPUs: Sicherheitslücken die keine sind

Die Verschwörungstheoretiker zermartern sich noch ihre Hirne, während die Verschwörungspraktiker womöglich gerade mit ihren Aktivitäten aufgeflogen sind. Derzeit sind alle Gazetten voll davon, dass die großen CPU-Hersteller sich gemeinschaftlich mit gleichlautenden Sicherheitslücken an ihren Prozessoren plagen. Das ist für sich genommen schon ein sehr übles Thema und verursacht in der Branche mächtig Kopfschmerz. Neben den hektisch zu entfaltenden Aktivitäten gibt es allerdings weitere Bedenken, denen man sich zwar nicht entziehen sollte, aber im Sinne der eigenen Sicherheit besser gleich wieder vergisst.

Zunächst noch ein paar Verweise auf das große Drama welches uns gerade uraufgeführt wird. Hier eine erste Stimme: Geräte weltweit betroffen: Neue Sicherheitslücken – Chiphersteller arbeiten an Lösung …

Oder etwas anders wird an dieser Stelle berichtet: Gravierende Prozessor-Sicherheitslücke: Nicht nur Intel-CPUs betroffen, erste Details und Updates … Gerade der letzte Link belegt das herstellerübergreifende Problem. Genau das ist der Punkt der zum Nachdenken anregen darf.

Haben wir denn da nicht vor Jahren schon mal ein paar Gerüchte gehört? War da nicht die Rede von der legendären “Back-Door“? Wo alle bislang immer nur lakonisch annahmen, es handele sich dabei um die Klappe für den Backofen? Ja Kruzifix, da hat doch vor fünf Jahren einer was dazu geschrieben! Nehmen wir mal das hier: ProzessorenNews: Hintertürchen für NSA in Chips von AMD und Intel? …

Nur gut, dass wir alle so unendlich vergesslich sind, so kann man die Geschichte jetzt ganz simpel als Sicherheitslücke verkaufen, ohne das jemand argwöhnen muss. Ursache ist somit gewöhnliche Schlampigkeit und keine Bösartigkeit. Ist zwar ein bisschen peinlich, aber wen stört das schon.

Nur mal angenommen, es handelt sich tatsächlich um die bewusst eingebauten Hintertürchen. Auf die drängen in aller Regel nur so Institutionen wie beispielsweise die NSA und andere durchsetzungsfreudige bis wissbegierige Geheimdienste. Dann wären diese Hintertürchen also garantiert exzellent geplant und lediglich nach Absprache mit den Herstellern sorgsam verbaut worden. Dann ist das einzig peinliche daran exakt das, was jetzt passiert ist! Dass irgendwer eine dieser Türchen im Prozessor-Adventskalender entdeckt hat.

Aber das ist doch gar nicht weiter dramatisch, denn diese Türchen nutzen doch ausschließlich unsere Freunde und auch nur zu unserem Schutz. Hmm, oder sollte etwa der Feind, vielleicht die Chinesen oder gar die Russen, oh Gott, der Kim Jong-un … diese Prozessor-Scheunentore entdeckt haben? Das wäre natürlich omega-peinlich. Schließlich nutzt auch der Feind allerhand solcher Prozessoren. Da konnte man ihm bislang dann also immer ganz bequem über die Schulter schauen.

In jedem Fall darf man argwöhnisch werden, wenn es auf einen Schlag mehrere Prozessorhersteller mit derselben Thematik trifft. So blöd können die in ihrer Produktion normalerweise gar nicht sein. Es sei denn, sie verbauen im übertragenen Sinne, dieselben Module wie zum Beispiel die geheimdienstlich normierten Hintertürchen. Ein Schelm wer bösen dabei denkt, gelle. Deshalb brauchen wir auch gar keine Eile mit den Updates zu haben, denn es sind schließlich immer wieder dieselben Gestalten die nach unseren Passwörtern trachten und die haben Dauerzugang.

Bei den Geheimdiensten dürfte unterdessen das große Schwitzen begonnen haben. Dort muss man jetzt Inventur machen. Ganz schnell nachsehen welche Türchen trotz der aktionistisch und öffentlichkeitswirksam zugeknallten Türen noch nicht entdeckt wurden und für die Dienste weiterhin durchgängig bleiben. Garantiert hat man sich bei der “Prozessor-Back-Door” nicht auf eine einzige beschränkt. Da wird es Reserven geben. Manchmal lohnt es schon den Prozessor selbst etwas näher in Augenschein zu nehmen. Wir können also gewiss sein, auch weiterhin gut beschützt und behütet zu sein. Sollte uns zuhause einmal die Festplatte abrauchen, können wir mit Glück von der NSA auch ein „Komplett-Backup“ erhalten. Man sollte es einfach mal anfragen und vor allem, um welchen Preis heute sowas zu haben ist.

Nein nein, keine Sorge, so schlecht wird die Welt schon nicht sein. Das sind und bleiben alles Hirngespinste von Verschwörungstheoretikern. In der Praxis werden überall und an allen Orten die Rechte der Bürger respektiert und geachtet, so auch der Datenschutz. Nur in ganz seltenen Fällen muss sich der Staat mal vergewissern, dass ihm die Leute auch wirklich noch treu ergeben sind. Nut dazu muss man halt schon mal die Tür einen Spalt weit aufstoßen und nachsehen ob es noch so ist. Und wer nichts zu verbergen hat, der hat ja auch nichts zu befürchten. Insoweit ist dieser ganze Alarmismus einfach mal wieder für die Katz, gelle! Dann wollen wir es mal ganz schnell wieder vergessen, damit nur kein Unmut zurückbleibt.

Quelle: qpress.de

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