RETRO 2017 – Der ganz andere Jahresrückblick (Teil 2)

EINGETEILT

Säugetiere sind schützenswert. Das steht außer Frage (es sei denn, ein „vernünftiger Grund“ schließe dies aus). Sind Vögel schützenswert? Naja Papageien gewiss, denn die sind bunt und immer lustig. Eine Grille braucht kein Recht. Was ist schon eine Grille? Solch ein Winzling! Solch ein Schwächling! Erinnern wir uns! Die Medaille, von der ich gesprochen hatte, liegt immer noch mit dem Gesicht nach unten (im Dreck). Da glitzert und funkelt gerade überhaupt nichts. Widmen wir unsere Aufmerksamkeit nun wieder der Grille! Sie gehört laut Johann Nepomuk von Laicharting zur Ordnung der Langfühlerschrecken. Das macht uns zunächst einmal auch nicht viel schlauer. Ich könnte auch schreiben: „Eine Grille ist eine Grille ist eine Grille“. Das trifft es deutlicher.

Im „Weltlexikon“ Wikipedia wurde dem „Grillenkampf“ mehr Platz eingeräumt als für eine Beschreibung des eigentlichen Lebewesens. Von (mensch-organisierten) Tierkämpfen ist da die Rede, bei der das unterlegene Tier auch mal zu Tode kommen kann. Wie heißt es doch? Wo gehobelt wird, fallen Späne, Survival of the fittest, Verluste muss man in Kauf nehmen. Seit Jahrhunderten Volkssport… ja dann! Außerdem vegetieren Milliarden „singender Grillen“ in winzigen Käfigen in ganz Asien so vor sich hin. Weil’s einfach „schön“ ist. Die Menschen dort lieben nämlich Grillen. Für Nachschub wird in ausladenden Grillen-Tiermärkten schon gesorgt. Das war auch 2017 so.

DER ERNSTFALL

Außerdem in 2017: Finnland „probt schonmal den Ernstfall“. Jener „Ernstfall“ sind 9 Milliarden Menschen, 15 Milliarden Menschen, 50 Milliarden Menschen – das, wie wir „wissen“, lässt sich alles nicht mehr aufhalten – aber satt werden wollen die ja doch ebenfalls und ebenso. Das Fleisch aus dem 3D-Drucker ist einfach zu teuer, da produzieren deutsche Massentierhaltungsanlagen um ein Vielfaches günstiger (also warum sollte jemand dies profitable „Echt-Tier-System“ umstellen wollen?). Finnland hat die Lösung: Grillen. Nein, nicht GRILLEN. Grillen tun Deutsche schon mehr als genug. In letzter Zeit sterben die Familien, weil sie IN ihren Wohnungen grillen – denn auf ein gegrilltes Steak will auch im Winter niemand verzichten (nach der tödlichen Rauchvergiftung ist der Verzicht obligatorisch). Also die Finnen grillen nicht, und wenn, dann nur im Sommer, sie backen Grillen stattdessen.

Einige Milliarden sind bereits auf diese Weise ums Leben gekommen. Für läppische vier Euro kann man neuerdings in Finnland knuspriges „Insektenbrot“ kaufen. Es besteht aus 100% Grillen-Fleisch. Es soll viel gesünder sein als alles, was man bisher kannte, und soll zukünftig deutlich günstiger angeboten werden; die Weltbevölkerung ist also gerettet. „Schmeckt super!“, loben die finnischen Verbraucher die Innovation.

„Und man schmeckt überhaupt nicht, dass es ausschließlich aus Tieren gemacht ist“, fügen sie erleichtert hinzu. Was kann der (Tier-)Ausbeuter-Mafia Besseres passieren? Man schmeckt das Tier nicht mehr. Wahnsinn! Man schmeckt die Schuld nicht mehr. Man frisst einfach nur noch alles, was einem vorgesetzt wird. Soylent Green. Dass die Grille, wie jedes Tier, Gefühle hat, Lebenswillen, Freiheitsdrang sowie Lust und Frohsinn spürt, wird schlichtweg negiert. Warum sollten wir der Grille das Recht auf Selbstbestimmtheit einräumen? WIR sind doch die „Starken“.

DIE SCHWÄCHSTEN

„Am Umgang mit den Schwächsten zeigt sich, was unsere Werte wirklich wert sind“, hat der österreichische Präsident Alexander Van der Bellen 2017 herausgelassen, womit er unbesehen recht hat, auch und gerade in dessen „sinnhaftem“ Umkehrschluss. Heutzutage reden alle von der Bevölkerung als eine Gemeinschaft, zu der man gehöre, manche reden sogar von der Weltbevölkerung (und das, obgleich Traditionalismus wieder wie eine Seuche um sich greift); aber redet irgendwer heutzutage noch von einer ÜBER-Bevölkerung? Nö.

Alsdenn, so lasset uns nunmehr von einer ÜBER-Forderung reden! Eine solche nämlich führt zur allgegenwärtigen Vernunftresignation. Nicht nur, dass sie allgegenwärtig expandiert und jeden zu packen scheint, sie trägt längst gallopierend-inflatorische Züge in sich. Vernunftresignation ist ein Gold-legendes Huhn für jeden Ausbeuter.

Sie ist die reinste Goldgrube für alle, die an der Ausbeutung verdienen. Auch im Kleinen. Die Nutznießer der Ausbeuterei mit all dem Elend, das „hinten rauskommt“ – also WIR profitieren. Wir profitieren von unserer eigenen Vernunftresignation, die uns eine schönere Welt vorgaukelt als sie es ist, und uns die Schuld, die wir auf uns laden, vollkommen vergessen lässt. Generation auf Generation. Das meinte ich mit „Verblödung“.

Schlager waren 2017 so beliebt wie noch nie seit der erste Schlager die Schallwellen der Welt durchbrach. Doku-Soaps und sonstige Seifenopern, Groschenromane, Kitsch, Geschmacklosigkeit, Agitation, Pöbeleien und dergleichen hatten in 2017 Hochsaison. Zelebriert wurde und wird überall das Herrschen des Menschen über das Getier, Gewürm und dem ganzen Rest nutzlosen Viechzeugs.

So war 2017. Ich könnte ellenlang aufzählen, wie viele Hühner geschlachtet wurden, wie viele Küken aufs Schredderband geschmissen wurden, wie viele Schweine, Kühe, Schafe, Hasen… usw. usw. usw., und was würde das bringen? Mit kleinen Zahlen sind wir Menschen doch schon überfordert.

Der Berg aus Sehhilfen in Auschwitz überfordert dagegen die Besucher dieses Mahnmals: „Waaas? Sooo viele?“ Wie also könnte jemand die Hoffnung haben, dass eine Zahl mit 7 Stellen eine stärkere Wirkung erziele als eine mit 6 Stellen? Deswegen werde ich keine ellenlange Aufzählung betreiben und Zahlenreihe an Zahlenreihe setzen, um schließlich auszurufen: „Waaas? Noch viel mehr als schon letztes Jahr? Ojeee!“ Denn was sollte das bringen?

VERBOT PER GESETZ

Wir bräuchten Gesetze, die das alles verbieten, die Machenschaften der Ausbeuter, der Auftragskiller und Meuchelmörder. Menschen sind nämlich lernfähig, allerdings nur bei „richtiger Erziehung“ – JEDER ist formbar. Gewiss nicht mit den Lehrinhalten, bzw. dem Unterrichtsstoff, was 2017 in den „deutschen Lehranstalten“ vermittelt wurde – mit „dem Quark“ beileibe NICHT. Mit Aufklärung, wie „alle“ Tierrechtler – ich scheine die einzige Ausnahme zu sein – unerschütterlich glauben – ebenfalls nicht. (Nichtmal ansatzweise bei 90 Millionen Zuwachs in 2017!).

Mit den „richtigen“ gesetzlichen Regeln würde es gehen. Das ist meine Überzeugung. Weil die stets alle Menschen, egal wie viele es noch sein werden, gleichermaßen beträfen. Allein es fehlen diejenigen, die dies mal in die Hand nehmen würden – die sehe ich für 2018 auch nicht wirklich, und auch nicht für 2019. Naja, ich sagte ja bereits, man müsse eine Geduld von 1.000 Jahren aufbringen. Das scheint mir in Anbetracht der Ist-Situation am 31.12.2017 sehr realistisch. Nun, wenn dem so ist, haben wir noch ein wenig Zeit und können uns der Kunst 2017 widmen.

LEBENDIGE KUNST

Das teuerste Gemälde aller Zeiten wurde in 2017 ersteigert. Das wäre ja was für die anfangs genannten Fünf. In den Ausstellungen der Welt begegnete man dem, was auch früher schon irgendwo irgendwann aufgetaucht war. Ein kleines Spielzeug, das sich dreht, wurde wiederentdeckt. Im Internet dann die Videokunst: Kleine Mäuse werden mit Klebeband darauf befestigt und die User lachen sich tot darüber, wie sich das jeweilige Tierchen dreht. Auch Eidechsen müssen bei den gleichen Spielchen herhalten. Den Hunden klebt man es auf deren Nase und filmt ihre Angst. Kunst 2017. Tiere als „Kunstobjekte“ sind ja stets ziemlich begehrt unter den Kunstschaffenden.

In New York City in Lower Manhattan im Museum Castle Fitzjohns Gallery auf der Lower East Side hat man Mitte 2017 lebende weiße Mäuse in den Fußboden einbetonieren lassen unter Glas, pro Hohlraum separiert, jeweils eine Maus. Die Mäuse erlitten Todesangst, weil die Menschen auf ihnen quasi herumtrampelten während sie durch die Museums-Ausstellung gingen. Der Künstler meint dazu, es erlaube den Besuchern in einer ästhetischen Umgebung Auge in Auge zu treten mit den Ängsten, die im Innern schlummern würden. Die Pest, die von Mäusen ausgehe, sei solch eine Todesangst. Indem Menschen – visuell betrachtet – auf die Mäuse treten, könnten sie ihre Ängste kontrollieren, um anschließend gestärkt und erhobenen Hauptes das Museum wieder zu verlassen (ich ergänze: „die Starken… und die Schwachen“).

Solch eine Folterung ist vergleichbar mit dem Goldfisch im Glas, der sich kaum um die eigene Achse drehen kann. Viele Milliarden Fische müssen übrigens so fast ihr ganzes Leben ausharren (in Zoohandlungen, auf Kommoden, zu Transportzwecken in Asien oder als Speisefisch ebenda). Tiere als Ausstellungsobjekte waren bereits öfter in den Medien. Ich erinnere an das Kamel, das in einer Dauerausstellung in einem engen Raum ausharren musste. Oder das Töten von Tieren auf sehr grausame Weise öffentlich als Kunst-Event in Paris. Das Verhungern-lassen eines angebundenen Hundes in einem Museum zu dem Zweck das Verhungern eines Tieres öffentlich zu dokumentieren. Es sind nur Beispiele, aber eben keine erfundenen. Kunst, wo sich Menschen „frisches“, warmes Tierblut über ihre halbnackten Körper gießen – viele kennen die Bilder.

„Faszination Körperwelten – Anatomie des Glücks“: Auf 17.268 ist die Zahl in 2017 gestiegen derjenigen Personen, die darüber verfügt haben, dass ihr Körper zur Verfügung stehe. Die Anzahl an Tieren, die der Anatom G. von H. (ich nenne nicht gern die Täter beim Namen – das wertet sie nur noch mehr auf) in Fetzen modellierte, um reich zu werden, ist nicht bekannt. Es dürfte deutlich mehr Tierleichen gegeben haben wie die, welche am Ende in den „Ausstellungen“ gelandet sind. Wie konnten diese Tiere denn überhaupt darüber verfügen, dass sie… naja, reden wir nicht weiter davon! Kunst braucht ihre Freiheiten. ODER?

KULTURGUT STIERKAMPF

Die Katalanen waren 2017 in den Schlagzeilen. Die Hälfte von ihnen will die „Unabhängigkeit“ (von wem eigentlich?). Die andere Hälfte will, dass alles bleibt wie es war. Vor Jahren heimsten die Katalanen viel Lob von den Tierschützern der Welt ein, weil sie sich gegen den traditionellen Stierkampf aussprachen. Nur leider taten sie das damals nicht, weil sie Mitleid mit den Stieren empfanden. Und 2017 gingen die Stierkämpfe „munter“ weiter; eine Reduzierung in Spanien hat quer durch die Bank keineswegs stattgefunden.

„Staatsmänner“ sind ins Amt gewählt worden, andere sind gegangen oder verstorben, und für fast alle müssten wir uns schämen, weil sie weniger die Interessen der Menschen (die der Tiere, wie bekannt, ohnehin fast nie) vertreten, sondern nicht selten vorrangig ihre eigenen. Dennoch wurden und werden sie gewählt – weltweit und gewürdigt obendrein. Trotz ihres „Nicht-Wirkens“ sind sie in der Regel Bestandteil von Jahresrückblicken, doch man sehe es mir nach, wenn ich das bei meinem ausblende.

„Skandale“ sind als Erinnerungsauffrischung gewesener Nachrichten allzeit recht beliebt unter den Menschen, und auch 2017 wird mit Nonsens und Dümmlichkeiten das Andenkenbewahren vieler angereichert, was übrigens auch nichts Neues darstellt, wenn man sich Publikationen ansieht, die schon einige hundert Jahre auf dem Buckel haben.

DER REINSTE WAHN

Eine 41 Jahre alte Frau wurde in einem Frankfurter Hotel von fünf Verwandten (darunter auch ihr 16-jähriger Sohn) zu Tode geprügelt, weil sie angeblich vom Teufel besessen war. Die Hauptangeklagte, („christlich-verblendet“), eine Krankenschwester, wurde 2017 zu sechs Jahren Haft, vermutlich mit Aussicht auf vorzeitige Entlassung, verurteilt, während die vier Mitangeklagten lediglich Bewährungsstrafen erhielten. Für mich abermals ein passendes Beispiel, wohin die Verzückung des allgemeinen Irrsinns führen kann, nämlich bis zu Hexenwahn und bis zur (erneuten) Hexenverfolgung.

Verfolgung = so oder so ein schreckliches Wort, weil sich damit alles Böse verbinden ließe, was Menschen Menschen und auch Tieren antun: Folterung und Töten Unschuldiger. Laut neusten Studien wurden während der letzten 50 Jahre weltweit mehr Personen aufgrund von „Besessenheit“ getötet als während der gesamten europäischen Verfolgungsperiode. (Allein innerhalb Europas ist in der Frühen Neuzeit im Zuge der Hexenverfolgungen drei Millionen Menschen der Prozess gemacht worden). Der Vatikan finanzierte 2017 mehrere Teufelsaustreiber. Satanisten sollen junge Frauen zu Tode gefoltert haben und in Indien sowie in Indonesien werden Frauen getötet, weil sie angeblich verhext seien.

In einigen afrikanischen Ländern wurden vor einigen Jahren überhaupt erst Gesetze gegen die Hexerei eingeführt. Noch vor gut 40 Jahren, am 1. Juli 1976, ist die deutsche Studentin Anneliese Michel von ihren Eltern in Klingenberg am Main getötet worden, weil diese glaubten, der Geist des Teufels stecke in ihr. Zwei römisch-katholische Priester hatten zuvor an der erst 23-Jährigen 67 (!) mal den „großen Exorzismus“ vollzogen.

Ach, und für diejenigen, die’s nicht wissen: Klingenberg ist ein beschauliches Städtchen in Unterfranken. Immer wieder tauchen in den Schlagzeilen Personen auf, die „Schwarze Messen“ abhalten. Mitten in Deutschland sterben – zumeist junge – Menschen auf unfassbare Weise bei „okkulten Handlungen“. Auch „Tieropferungen“, die in den allermeisten Fällen religiös motiviert stattfinden, werden tagtäglich rund um den Erdball praktiziert.

Allein das Schächten – das Ausblutenlassen eines lebendigen Tieres (in aller Regel bei vollem Bewusstsein und Schmerzempfinden) aus rein religiösen Gründen – geschieht millionenfach Tag für Tag, 2017 und weiterhin. Die durch „falschen Glauben“ entstehenden entsetzlichen Qualen, die Tiere und Menschen 2017 erleiden mussten, sollten uns ein Mahnmal sein!

Dritter und letzter Teil dieses Jahresrückblicks im morgigen Beitrag …….

RETRO 2017 – Der ganz andere Jahresrückblick (Teil 1)

Von Volker Arndt

OHNE VORGEPLÄNKEL

Schauen wir doch mal in ein älteres Exemplar von „Forbes Magazine“ aus dem Jahresbeginn 2017 rein! Da findet sich nämlich die Recherche über das Vermögen Einzelner. Bleiben wir dabei im moderaten Deutschland und lassen die Scheichs und die Multis aus den USA, Russland und China mal außen vor. Was bleibt dann noch? Albrecht-Tochter Beate Heister mit 27.200.000.000 Dollar, KugellagerGeorg Schaeffler mit 20.700.000.000 Dollar, BMW-Susanne Klatten mit 20.400.000.000 Dollar, Albrecht-Sohnemann Theo Jr. mit 18.800.000.000 Dollar und BMW-Stefan Quandt mit 18.300.000.000 Dollar „in der Tasche“. Um nur mal eben so fünf Personen genannt zu haben von Aldi, BMW und einem Kugellager-Hersteller (für… BMW und ähnlichem). Heißa!

Diese Fünf sind alle um die 50. Wenn sie 100 würden, könnten sie 50 Jahre lang Geld ausgeben, und zwar 105,4 Milliarden Dollar. Bei der zu erwartenden Lebenszeit von 56.721 Tagen, müssten sie also TÄGLICH Eine Million, Achthundertachtundfünfzigtausend, und Zweihundertachtzehn Dollar verpulvern, bzw. 1.914.939,30 Euro JEDEN TAG.

Über fast ZWEI Millionen Euro könnten allein diese Fünf JEDEN TAG(!) verfügen. Wenn sie anstatt 100 nur 75 Jahre alt werden würden, was anzunehmen ist, verdoppelt sich die Zahl, also DREI Millionen und 830 Tausend Euro, die sie Tag für Tag ausgeben könnten ohne dass sie auch nur einen Cent von einer Bank leihen müssten (Renditen und Zinsen des Kapitals ausgenommen; wobei auch zu berücksichtigen wäre, dass nicht alles an meiner Berechnung aktuell liquide wäre, aber es dient vor allem dem sogenannten „AHA-EFFEKT“). Aha! 3,4 Millionen Tagesgeld. Is‘ ja interessant. Was sich damit so alles machen ließe! Mir würde einiges einfallen. Das ist die eine Seite der Medaille. Das ist für deutsche Reiche die Glänzende-Glitzernde-Funkelnde.

ZWEISEITIGKEIT

Drehen wir diese Medaille doch einmal herum! Was sehen wir da? Es sind die Verlierer des kapitalistischen Systems. Aber das sind nicht nur die ärmlichen Armseligen, die draußen hausen und frieren und sterben ohne dass jemand davon Notiz nähme… nein, es sind (außerdem) die „ganz normalen Menschen“ hier bei uns in Deutschland, die von Ausbeutern ausgebeutet werden, und zwar auf höchst subtile Weise. 2017 war da nicht sehr viel anders als im Jahr davor und davor und davor. Ja, ja, so ist das halt.

Immer weiter in dieser Tour. Immer das Selbe. Warum sollte es sich auch ändern? War es denn nicht schon immer so? Da sage ich: Nein, eben nicht, denn so schlimm wie im letzten Jahr war es nämlich noch nicht bisher. Richtig: „Schlimm“ war’s schon immer, solange halt manche VIELE ausnutzen und ausnehmen wie diejenigen, indem sie „Weihnachtsgänse ausnehmen“ hemmungslos.

Wollen wir uns jetzt ein – zugegebenermaßen untypisches – Beispiel anschauen: „G20“ – das klingt wie ein Sturmgewehr aus früheren Tagen Deutschlands, ist aber, wenn es mit dem Begriff „Gipfel“ in Verbindung gebracht wird, ein Treffen von Abgesandten der zwanzig – für Kapitalisten „wichtigsten“ – Industrie- und Schwellenländer. Doch wo ist der Rest der 194 Staaten der Erde? Haben die 174 keine Lust „mitzuspielen“? Hätten sie vielleicht, sie dürfen aber nicht, denn die finanzstarken wollen ja doch die ärmeren Länder (weiterhin) ausbeuten. Usw. usw. – ist alles hinlänglich bekannt. Am 7. und 8. Juli 2017 traf sich die 20er-Gruppe zum zwölften Mal. Und zum zwölften Mal fand eine Gegenbewegung statt. Jeder weiß das. Und die Gründe, warum sich manche dagegen stellen, liegen auf der Hand.

UNTER DER HAND

Zwei Monate nach dem sogenannten G20-Gipfeltreffen wurde der 19. Deutsche Bundestag gewählt, am 24. September. Von dem, was daraus geworden ist, haben wir alle Kenntnisse erhalten. Was allerdings anscheinend niemandem aufgefallen ist: Die ganzen rechten Parteien haben während der Phase des zweimonatigen Wahlkampfes nichts anderes zu schaffen gehabt, als den „linken Pöbel“ als Radikal zu beschimpfen und den Wählern damit suggeriert, eine Chaotenpartei (Die Linke) nicht zu wählen, weil die ja das Verhauen von Polizisten legitimiere.

Was ebenfalls niemandem aufgefallen zu sein scheint, ist das Verhalten der Verantwortlichen, bevor die Gewalt in Hamburg ausgebrochen ist. Elf mal Erfahrung, wissend um die Gefahr, nichts wurde verhindert. Es wäre ein Leichtes gewesen, Gewaltbereite gar nicht erst nach Hamburg reinzulassen. Aus deutlich geringeren Beweggründen sind schon früher großangelegte Kontrollen durchgeführt worden.

Nicht so vor dem G20-Gipfeltreffen, weil die „großen Volksparteien“ an diesen Gewaltexzessen, die vorhersehbar waren, allesamt zu profitieren gedachten. So wie die großen Staaten mit Rüstungsfabriken und -exporten ihren Reibach machen, wenn in kleineren Staaten Menschen anderen nach dem Leben trachten. Man hat den „Vermummten“ in Hamburg also Freie Hand gelassen, vorsätzlich. Die „Rote Flora“ kann man nun verteufeln oder begrüßen, wirklich Schuld ist sie an den Ausschreitungen in der bekannten Größenordnung nicht.

Schon zu „Startbahn-West-Zeiten“, als Anfang der 1980er-Jahre nachgewiesen werden konnte, dass Polizisten in Zivil die Demonstranten angestachelt haben, damit der Hessische Ministerpräsident Holger Börner am Ende ein dem Volk auf einfache Weise umrissenes Bild der Verantwortlichen bieten konnte, ist deutlich geworden, wie ein Recht auf Freie Meinungsäußerung, wenn sie den Ausbeutern nicht in den Kram passt, von ihnen selbst-gesteuert vernichtet werden kann, noch dazu auf solch profane Art. Nur ein Beispiel für die Machtverhältnisse zwischen „Starken“ und „Schwachen“.

VERFOLGUNGEN

Auch Hexenjagden sind steuerbar und werden, „nicht viel anders“ als zu Zeiten des Mittelalters, zur Machtausübung praktiziert. Die Demonstranten gegen das G20-Gipfeltreffen wurden von der Staatsgewalt Polizei fotografiert und die Gesichter veröffentlicht mit der Aufforderung, diese vermeintlichen Straftäter von der Bevölkerung jagen zu lassen, wohlwissend, dass das Denunzieren eine urdeutsche Spezialität ist, der sich kaum jemand entziehen kann. Mindestens ein Schulterklopfen winkt als Dank.

Nun sind wir Deutsche ja sowieso eine Gesellschaft von Auftragskillern und Meuchelmördern. Nicht anders als alle Menschen weltweit, und dennoch trifft uns die Kritik, weil Deutsche in dieser Hinsicht keinen guten Ruf genießen. „Is‘ halt so. Kann man nix machen.“ Kann man wohl; macht aber keiner was. Und trotz drohendem Damoklesschwert (eine meiner Lieblingsmetaphern) macht sich anscheinend auch keiner was draus.

Da endet 2017 wie 2016 geendet ist, und die Menschen warten darauf, dass dann 2018 auch so enden wird und-so-fern-so-fort. Achselzucken. Es ließe sich selbstverständlich vieles ändern hin zum „Positiven“, wenn die in Deutschland wirklich Verantwortlichen überhaupt etwas verändern würden. Stattdessen lecken sich die Gescheiterten ihre Wunden, und bei der letzten Wahl sind irgendwie alle gescheitert, bis heute zeichnet sich keine Regierung mit Regierenden ab. Es könnte gelingen mit der Veränderung. Nicht 2018.

Ganz gewiss nicht in 2018, aber in 1.000 Jahren. Denn „wir“, (damit meine ich die „echten“ Tierrechtler), sind ja auf dem GUTEN Weg, dem „tierleidfreien“; (ehrlich gesagt, auch eine gewisse Illusion, was „tierleidfrei“ angeht innerhalb der aktuellen Gesellschaftsform). Also wir sollten glauben und hoffen, dass in Deutschland das gelingt, was woanders undenkbar scheint. Nun gut, die Tierrechtler von heute erzeugen bestenfalls Posttraumatische Belastungsstörungen bei den anderen, aber „Hey!“ Wir haben’s wenigstens VERSUCHT. Bislang.

BESCHÖNIGUNG

Tja, die wahrhaft-nenneswerten evolutionären Gesellschaftsveränderungen benötigen Jahrmillionen. (Um auch hierbei jedweder Illusion den Nährboden zu entziehen). Was denken wir denn, wenn die „Trittbrettfahrer“ PETAs von ihren „aufsehenerregenden Kampagnen in 2017“ berichten? 30 Millionen seien Monat für Monat durch die Macht der sozialen PETA-Medien motiviert, sich für nichts anderes als für die Tiere einzusetzen. (O-Ton PETA).

Ja wer glaubt das denn? Mehr als ein Drittel erstreitet in Deutschland das Tierrecht? Hä? PETA sei erfolgreich wie nie zuvor? PETAs bahnbrechende Erfolge für die Tiere hätten alles verändert? Und PETA erreichte 2017 noch viel mehr für die Tiere? Unfassbare Erfolge auf der ganzen Linie. Welch ein Superjahr! Ja spinnt jetzt wirklich jeder hier? Will denn niemand mehr die Wahrheit erfahren? Ich meine, was PETA schreibt, ist wieder nur so ein Beispiel für mich, ich hätte jetzt auch andere zitieren können. Geht es womöglich darum, die treu-ewigzahlenden Mitglieder bei der Stange zu halten?

„Alles für die Tiere“, das ist einfach nur ein heuchlerischer Spruch. Der durchaus bei den Allermeisten auf Offene Ohren trifft. Dies wiederum liegt an jenen „Allermeisten“, denn die Deutschen waren noch nie derart verblödet wie es momentan, zur Jahreswende 17/18, der Fall ist. Wenn etwas verändert werden müsste, so ist es die Gesetzeslage und nichts anders. Deutschland ist dafür geradezu prädestiniert, nicht, weil hierzulande die umfangreichsten Gesetzestexte der gesamten Welt (!) vorherrschen, sondern weil wir Deutschen ein Volk sind, das von Zucht und Ordnung Jahrhunderte lang geprägt wurde.

ES GELTE DAS RECHT

Was Recht ist, gilt. Aber habe ich nicht gerade von „benötigten Jahrmillionen“ geschrieben? So lange will und wird doch wohl niemand von uns Tierrechtlern warten. Nein, natürlich nicht – deswegen verstehe ich auch in keiner Weise, warum nicht schon mal jemand damit anfängt, an der aktuellen Gesetzeslage etwas zu verändern. (Okay, ich habe da so meine Theorie, warum nicht. Doch das darf ich keinem sagen – und es will auch keiner hören). Man könnte auch behaupten, alles sei lediglich ein riesiges Experiment. Wir Deutsche, wir Menschen experimentieren doch so gern! Was wir brauchen, sind „Versuchsobjekte“. Keine Frage, die lassen sich an jeder Ecke finden. Und zwischen den Ecken, quasi überall. Also wenn wir schon „Zucht und Ordnung“ gewöhnt sind, sollte eine Veränderung per Order die Mufti doch unproblematisch vonstatten gehen können.

Erinnern wir uns! Das Dritte Reich… Das berühmt-berüchtigte Deutsche Kaiserreich (von 1871 bis 1918) war das Zweite… Das Heilige Römische Reich (von 1250 bis 1806) war das Erste… Dann wäre doch „nach Adam Ries“ aktuell das Vierte. Was ist im Vierten anders als im Dritten?, frage ich mich. Das Demokratieverständnis vielleicht? Ach, und die AfD? (Uiii! Pssst! Über unsere deutsche Vergangenheit, 1933, darf man nicht so laut sprechen!); sich aber jeglicher Propaganda ins Einvernehmen zu setzen, das scheint im „Vierten Reich“ ganz okay zu sein.

Manipulation, Täuschung, Vernebelung der Gehirne, Volksverdummung – also: Propaganda ist heute an der Tagesordnung, und zwar rund um die Uhr. (Merkt aber niemand). Untermensch oder Untertier, wo ist da eigentlich der Unterschied zu suchen? Lässt sich einer denn finden? Wer anderes als Menschen legt fest, wer zu den „Starken“, und wer zu den „Schwachen“ gehört? Wer zu Letzteren gezählt wird, wird von ebendiesen Erstgenannten „geächtet“, verachtet, ausgestoßen, gepeinigt, erniedrigt, gedemütigt, gequält und ermordet.

„Was macht die Außenwelt mit unserem Inneren?“, fragt der Therapeut. Na schaue dich um! DAS macht die Außenwelt, nachdem unser Inneres ihr Folge leistet. Makaber? Nein, es handelt sich hierbei schlicht und ergreifend um nichts anderes als um unsere eigene Realität. 2017. 2018… Verinnerlichte Werte der New-Age-Generation mit ihrem ach-so-modernen Weltbild verdrängen in kurzer Zeit all das, was wir als „Humanismus“ bezeichneten. Das Ergebnis liegt uns vor, seit Jahrzehnten – ohne dass jemand daran ernsthaft etwas hätte ändern wollen. Nach der Gehirnwäsche ist vor der Gehirnwäsche.

ANGENEHME TRÄUMEREI

Wer aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, bemüht sich sehnlichst darum, alsbald wieder in die süßen Träume zu „entschlafen“ auf Nimmer Wiederseh’n. Denn solange es den Zwecken der (Tier-)Ausbeuter-Mafia dient, ist ihnen nicht nur jedes Mittel „RECHT“, sondern sie schrecken auch vor keinem Mord zurück. Milliarden Tiere, die 2017 allein in Deutschland ermordet wurden, ZEUGEN davon.

Ziel jener (Tier-)Ausbeuter-Mafia ist das Ausschalten intellektueller Energien. Jedes erkennbare Hervortreten kritischen Gedankengutes wird unmittelbar im Keim erstickt. Eine Entwicklung hin zum denkenden Subjekt wird ins Gegenteil umgekehrt. Status quo: Wir verblöden. Auf unserem von Mensch und Tier gemeinsam „besiedelten“ Planeten, werden Tiere von einer Menschgesellschaft nicht als Mitlebewesen respektiert, sondern von ihr vorsätzlich abgespalten, damit „stark“ und „schwach“ für die Starken optimal positioniert bleibt. Denn: Wir sind die HERRENMENSCHEN, und der Hund gehört an die Leine! „Wir“ sind in diesem Fall wir Menschen, und das sind genau die, die uns Angst machen = die (Tier-)Ausbeuter. Oder bist du und ich kein Mensch?

Sagt der Moralist: „Aber das ist doch unentschuldbar, sowas.“ Nur: Das, lieber Leser, das juckt die Schuldigen überhaupt nicht. Vom „Schicksal“ spreche ich ja nicht gern – es hat solch einen Entschuldungsfaktorbeigeschmack, dabei handelt es sich in der Tat um so etwas wie Fügung, wenn wir uns die „Situation der Schuldbarkeit“ vor Augen führen, uns, die wir allesamt qua Geburt eben dieser hilflos ausgesetzt sind. Uns fehlt von Anbeginn an der Score. Hans-Magnus Enzensberger hat das einmal treffend mit seinem Gedicht über die Geburt beschrieben. Die anderen zählen schon, was sie an dir verdienen, noch bevor du getauft bist.

BLIND GEBOREN

Das Damoklesschwert – es ist unsichtbar! Uns droht keine Endabrechnung. Wir können tun und lassen, was wir wollen. Die „Situation der Schuldbarkeit“, so wir sie denn erkennen möchten, ist von einem Einzelnen, selbst im Erwachsenenalter, kaum zu bewältigen. Der Schrecken, mitschuldig und permanent aktiv schuldig zu sein, nichts gegen eine Entschuldung getan zu haben, selbst ausgegrenzt werden zu können, wenn man das zur Sprache brächte, lähmt jeden. Das Verzwickte: Es existiert kein einziger Unschuldiger unter den Menschen (…„der werfe den ersten Stein“, und so!) – also werden nicht nur alle bewahrt, sondern man bewahrt sich auch selbst vor der Wirklichkeit, bspw. Tierversuche in Echtheit und Echtzeit zu erleben.

Und wäre dem nicht so, würde sich alles schlagartig ändern, auch der Geschmack echter Erdbeeren, der unserer künstlichen Welt aus Baumrinde in Plastikbechern gewichen ist. Allerdings müsste sie ALLE absolut GLEICHZEITIG treffen, die Wirklichkeit – dann vielleicht…

Die Wahrheit 2017 bliebe dennoch bestehen. „Das Grauen ist unvorstellbar“ (Zitat aus einer Dokumentation über deutsche Konzentrationslager). Nein. Konzentrationslager existierten 2017 nicht mehr. Wohl war. Wollen wir mal einen Blick hineinwerfen in eine „Tierversuchsanstalt“! Tun wir das mit dem Herz „am richtigen Fleck“! Ist es uns dann egal? Die (Tier-)Ausbeuter-Mafia weiß, dass das nicht passieren wird.

Wegsehen ist eine deutsche Eigenschaft. Und die Franzosen? Okay, die Franzosen schauen auch weg. Darum geht’s aber nicht. Es sind halt eben NICHT NUR DIE ANDEREN! Heute leben wir in einer Gesellschaft aus Egoisten, die primär auf sich selbst schauen, um nichts anderes sehen zu müssen. Ich und ich und ich. Selfi, Selfi. „America first“. Das Wichtigste bin ICH. Ansonsten ist nichts wichtig.

In den Medien wurde 2017 Tierschutz großgeschrieben, so umfangreich wie noch nie zuvor. Und noch nie zuvor war die Tierausbeutung und -quälerei derart umfangreich wie in 2017 – jeweils auf Deutschland bezogen. Die früher hin und wieder verwendete Bezeichnung TierRECHT ist fast ausgestorben, dabei existierten TierRECHTLER schon in den 1970er-Jahren. 2017 hat die (Tier-)Ausbeuter-Mafia ihren Siegeszug deutlich ausbauen können, während Veganer sich immer und überall Vegan-Rezepte tauschten.

90 Millionen Menschen sind 2017 zu den fast 8 Milliarden hinzugekommen. Dieser Satz allein würde ja eigentlich schon als (aussagekräftiger) „Jahresrückblick“ ausreichen. Während Deutschland in Bevölkerungszahlen mehr oder minder stagniert, sind in gerade mal einem Jährchen mehr Leute auf die Erde gekommen als Gesamtdeutschland Einwohner zählen könnte. Yupp und yepp! Das hat doch was! (Wie viele von diesen 90 Millionen hat PETA – bspw. – schon zum Guten hin bekehrt?).

Ja, das dürfte schwer sein in Anbetracht der auch zukünftig 1,7 Millionen, die allwöchentlich die Wildnis rund um den Erdball urbanisieren werden. Und ich will garnicht so laut meckern – immerhin habe ich mit anderen auch einen eigenen Tierrechtverein gegründet. Klar, wir können nicht den Anspruch erheben, die Welt umzudrehen. Wir alle leben in dieser jetzigen. Aber wenigstens sollten wir dazu stehen. Fast alle Tierrechtler teilen die Welt ebenfalls ein in „vorrangig schützenswert“ und „weniger schützenswert“ oder eben ungefähr so.

Da hätten wir exemplarisch die Primaten, die keine Menschen sind, sondern Affen. Sie sollen ein bisschen Recht erhalten. Zumindest eines auf Selfis. Fotografiert sich ein Affe, darf ein Mensch daraus keinen Profit schlagen. (Der Rechtsstreit endete 2017 mit einem Vergleich). Nicht, dass ich falsch verstanden werde: schlecht finde ich nicht, dass man darüber nachdenkt… wie aber verhält es sich mit der Seegurke? Könnte man ihr eine Unterwasserkamera mit Selbstauslöser basteln?

Fortsetzung von Teil 2 heute Nachmittag ……….