Heinz Rudolf Kunze : „Willkommen Liebe Mörder“

Heinz Rudolf Erich Arthur Kunze (* 30. November 1956 in Espelkamp-Mittwald) ist ein deutscher Rocksänger, Schriftsteller, Liedermacher und Musicaltexter/-übersetzer. Zudem war er gelegentlich als Dozent an diversen Hochschulen aktiv. Seinen bislang größten Single-Erfolg hatte er 1985 mit dem Titel „Dein ist mein ganzes Herz“. Betreffs seines unten eingebetteten Songs „Willkommen liebe Mörder“ hat Kunze diesen Song offenbar über den Untergang Deutschlands komponiert und seitdem wird im Netz darüber spekuliert, wen er mit jenen „Mördern wohl gemeint haben könnte: Den NSU? Oder eher unliebsame Einwanderer? Eine schellende Ohrfeige für unsere staatlich verordnete gefährlich-gefällige Willkommenskultur? Hat Kunze mit diesem Song mal wirklich so richtig Mut bewiesen und ist er tätsächlich bereit, sich neue Feinde und falsche Freunde zu machen?

Für Ernüchterung und Verwunderung sorgen alsbald Kunze´s eigene Worte:

>> Das Lied “ Willkommen liebe Mörder “ entstand im Sommer 2014, also ein Jahr vor der Flüchtlingsdebatte. Gemeint und auf ironische Weise angesprochen sind die Mörder der NSU. Pate dazu stand das berühmte Theaterstück „Biedermann und die Brandstifter “ von Max Frisch, das vom Aufkommen der Nazis handelt. Ich verbitte mir jede dem Geist dieses Songs widersprechende Vereinnahmung und Anbiederung, zumal von rechts. <<

Doch mal ganz ehrlich: Passt das Gesungene nicht schier unmissverständlich genau auf vieles, was wir aktuell kennen: Auf Toleranzblindheit, auf Lichterketten der Willkommens-Befürworter und auf all die Attentate im Schutzmantel der Religion? Auch passen seine oben zitierten Worte betreffs der Textaussagen in seinem Song überhaupt nicht zum Thema NSU und vermutlich sagte er uns mit seinen „klarstellenden“ Worten die Unwahrheit, weil er möglicherweise unter Druck gesetzt wurde und demzufolge Angst um Leib und Leben seiner Familie hatte. Dies alles ändert aber nichts an der Bedeutung und Botschaft seines umstrittenen Songs und wenn Kunze höchstwahrscheinlich auch „politisch korrekt“ zurückrudern musste, so deutet dennoch vieles darauf hin, dass er mit diesem Song gegen die Einwanderer aus fremden Kulturen mit fremder Religion zu Felde zog. Damit hat er letztlich das Lied unserer Zeit geschrieben, möglicherweise sein herausragendstes Werk, zumindest ein historisch sehr Bedeutsames.

Hier zunächst der Text und danach auch die akustische Variante mittels des von Youtube eingefügten Videos:

Ist es jeder Vierte, ist es jeder Dritte?
Aber sie sind hier, ganz in unsrer Mitte.
Jeder kann es sein, keinem kann man trauen,
manchmal sind es Männer, ab und zu auch Frauen.

Sie wollen uns zerstören, sie wollen uns vernichten.
Nichts wird sie dazu bringen, darauf zu verzichten.
Wir möchten das verdrängen und einfach ignorieren,
uns weiter davor drücken, den großen Kampf zu führen.

Willkommen liebe Mörder, fühlt euch wie zuhause,
bedient euch, macht es euch bequem, kurze Atempause.
Nichts nehmen wir euch übel, Empörung nicht die Spur,
ihr habt halt eine andere Umbringekultur.

Jeder sieht es kommen, die Bedrohung steigen,
jeder ist beklommen, keiner will es zeigen.
Laßt uns das vertuschen, nicht darüber reden,
alle gegen alle, jeder gegen jeden.

Sie pflegen fremde Bräuche, so lautet das Gerücht.
Genaueres weiß keiner, denn man erkennt sie nicht.
Und wenn sie unter sich sind, dann lachen sie uns aus,
nie würden sie behaupten, mein Haus ist euer Haus.

Willkommen liebe Mörder, wir sind so tolerant,
die Dunkelheit bricht bald herein über dieses Land.
Wir reichen euch die Kerzen, damit ihr besser seht
und euch das nächste Opfer nicht durch die Lappen geht.

Willkommen liebe Mörder, ein viel zu hartes Wort,
wir haben doch Verständnis, ihr nennt das nicht mal Mord.
Ihr tut’s aus Überzeugung, und wenn man’s überlegt:
Wir sind so schlaff und müde, wir gehören weggefegt.

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