Wort zum Sonntag


Die Ent-Individualisierung des Menschen erfolgt durch seine grenzenlose Vermassung. Der Weg führt vom Individuum zur Fabrikware – genormt, unselbständig, bis zur Rechtlosigkeit verwaltet und überwacht.


Wenn ich auf mein Leben zurückblicke und resümiere, habe ich schmerzhaft erkennen müssen und tief verinnerlicht, dass es den Menschen völlig gleichgültig ist, was mit nichtmenschlicher Kreatur geschieht. Die Menschennatur ist nicht änderbar und Lernfähigkeit nur den Wenigsten gegeben. Vermeidung zukünftigen Ungemachs interessiert menschliche Subjekte nur insoweit, als es sie selbst berühren könnte. Homo demenz strebt rücksichtslos nach seinem Nutzen, denn sein dominierendes Denkorgan ist das Portemonnaie.


Die Philosophen der Neuzeit sind die Kabarettisten. Sie kommen der Wahrheit am nächsten.


Sie begeistern sich in Ermangelung höherer intellektueller Gaben vorwiegend für Halluzinationen. Ihre Anstalt ist die Kirche.


Theolügie, die Lehre von der Gotteslüge.


Warum mach ich das überhaupt, dass ich etwas schreibe? Warum, für wen? Als Zeitvernichtung, als meine Illusion, etwas Sinnvolles zu tun, als Botschaft an einen unbekannten Einsichtigen? Zur Erinnerung an meine Gedankenfetzen?

Tausenderlei Gründe, jeder wichtig zu einem bestimmten Zeitpunkt, alle zusammen unwichtig und sinnlos im Zeitablauf. Auch im Schreiben geschieht nur Vergeblichkeit. Mit dem letzen Satz beginnt bereits das Verwesen des Geschriebenen. Auflösung, Vergessen – überall. Der Lebenskampf ist nur ein kleiner trügerischer Traum zwischen den Punkten des Nichtseins, eine Narrheit der Natur. Gedanken und Geschriebenes gehorchen den gleichen Gesetzen wie biologische Systeme. Sie leben kurz, formen sich um, werden alt, lösen sich auf, gehen unter. Der Lebenswahn, die vita opinio, ist eine Summe und Aneinanderreihung von bedeutungslosen Banalitäten, gespeist von instinktiven Handlungen zur Bewahrung und Erhaltung der Illusion.


 

2 Kommentare zu “Wort zum Sonntag

  1. An Napoleons Einschätzung der Mentalität der Deutschen hat sich seit Jahrhunderten bis jetzt leider nichts geändert. Die Worte Napoleons über die Deutschen kennen Sie?

    Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen:

    “Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.
    Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.
    Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.”

    Welches Volk schlug sich 30 Jahre (!) lang, im 30jährigen Krieg von 1618-1648, gegenseitig die Köpfe ein, so daß es fast ausgerottet wurde? Das waren natürlich die Deutschen. Die ekelerregende Mentalität der Deutschen, die Zucht und Ordnung als Tugend zu ihrem Markenkern hat, wurde seit den Preußenkönigen, dem militarisierten Kaisertum und dem absolut abartigen NS-Regime zwar immer wieder als überwunden erklärt, aber ist unausrottbar.
    In keinem europäischen Land gibt es z.B. staatliche „Ordnungsämter“, die den Kommunen unterstehen, nur in Deutschland gibt es diese.
    Daß Obdachlose aus warmen Bahnhofsgebäuden oder warmen Einkaufspassagen von deutschen Ordnungshütern, seien dies nun private Sicherheitsdienste oder staatliche Büttel, entfernt werden und in die oft tödliche Kälte geschickt werden, dies ist bekannt. Dies ist seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ein Markenkern der unmenschlichen angeblich freiheitlich-demokratischen Ordnung, nur damals in der DDR unbekannt, weil es dort keine Obdachlosen gab, weil die DDR ein Grundrecht auf Wohnen kannte und auch rigoros durchsetzte.

    Aber in der BRD sind auch ganz normale Bürger, die nur mal für ein paar Minuten auf einer Bank ausruhen wollen, vor den deutschen Zucht-und-Ordnung-Bütteln des Systems nicht sicher, wie das der Fall eines 85jährigen bewies, der von einem städtischen deutschen Ordnungsamt einen Bußgeldbescheid über 35 Euro bekam, weil er sich auf eine Bank unerlaubt gesetzt hatte.

    So etwas kann nur in Deutschland passieren und da gibt es Typen, die Deutschland gut finden, die meinen, daß die Welt sich am Wesen der Deutschen ein Vorbild nehmen sollen?

    85-jähriger Rentner aus Düsseldorf ruht sich acht Minuten an Bushaltestelle aus – 35 Euro Geldstrafe

    Ein 85-jähriger Mann aus Düsseldorf ist zu einer Geldstrafe im Umfang von 35 Euro verurteilt worden, weil er acht Minuten lang auf der Bank einer Bushaltestelle saß und sich ausruhte. Der Mann geht täglich mit seinem Hund spazieren und benutzt diese Haltestelle für eine kurze Pause. Medienberichten zufolge sei der Mann demenz- und herzkrank.
    „Die Anlagen des öffentlichen Verkehrs dürfen nur im Rahmen ihrer Bestimmung für öffentliche Verkehrszwecke benutzt werden“, hieß es. Der Mann habe diese Anlage aber als „Ruheplatz“ benutzt, was gesetzwidrig ist. Also, wer nicht auf den Bus wartet, darf dort nicht sitzen. Wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte, hätte ein Mitarbeiter der Behörden den Mann für einen Obdachlosen gehalten, was eine unverschämte Lüge ist, denn ein Obdachloser hat keine Wohnung und man hätte ihm nicht den Bußgeldbescheid an seine Adresse zusenden können. Und auch wenn es ein Obdachloser gewesen wäre, darf der nicht auf einer Bank sitzen? Aber das hatten wir ja schon mal, in einer Zeit wo Juden auch sich nicht auf Bänke setzen durften. Eine kurze Gegenäußerung würde ausreichen, um der Geldstrafe zu entkommen, antwortete die deutsche Bütteldame vom Ordnungsamt: „Wenn der Mann einfach eine Pause benötigte, dann war das selbstverständlich in Ordnung.“

    Heinrich Heine:

    „Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muss die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“

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  2. Sehr interessante und bemerkenswerte Aphorismen, welche mir in derselben Weise sehr oft durch den Kopf gehen! Viele dieser Gedanken haben sich bei mir dermassen stark eingenistet, dass ich oft an ihnen voruebergehe, ohne sie zu bemerken, da sie mittlerweile fuer mich zum Alltag gehoeren! Deshalb ist es sehr gut, ihnen hier schwarz auf Weiss zu begegnen, um sie mir aus meinem Hinterstuebchen wieder in die vordere Reihe zu rufen!

    Die Ent-Individualisierung des Menschen und folglich seine Vermassung sind der Grund dafuer, dass es mit seiner Lernfaehigkeit zu Ende geht! Dies fuehrt ihn zur inneren und aeusseren Unfreiheit welche er nun den anderen Lebewesen ebenfalls abspricht! Fuer ihn ist die Unfreiheit sozusagen zur Lebensnorm geworden, zum Gradmesser, den er fuer normal haelt und obendrein sich noch einbildet, den anderen Lebewesen damit einen Dienst zu erweisen. Die Lebensluege vom ‚gluecklichen‘ Schwein in der Massentierhaltung, welche dann auch prompt auf der Wurstverpackung abgebildet ins Leben und die Koepfe der Konsumenten eintritt, schleicht sich somit hinein ins Gesamtbewusstsein dieser zweibeinigen Spezies, welche nun dahindoest in einem empathielosen Daemmerzustand, welcher sich rueckwaerts richtet, zurueck in die dunkle Vergangenheit, wo das menschliche Gehirn noch vorsichtig vorwaerts strebte, um der Huelle des Aefflings zu entsteigen!

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