Interview mit Gabriela Kompatscher Gufler

Gabriela Kompatscher Gufler ist Dozentin am Institut für Sprachen und Literaturen der Universität Innsbruck, Bereich Latinistik und Gräzistik, Betreuerin der Vorlesungsreihe „Human-Aninmal-Studies“.

Katzen streicheln wir, Kälbchen essen wir; in anderen Kulturen ist es andersrum. Um die Beziehungen von Tieren zu Menschen geht es im nachfolgenden Interview mit Gabriela Kompatscher Gufler von der Universität Innsbruck :

Salto.bz: Sie leiten den Bereich Gräzistik und Latinistik an der Universität Innsbruck, dahinter würde man keine Tierrechtlerin vermuten – wie hängt das zusammen?

Gabriela Kompatscher-Gufler: Das eine betrifft die berufliche Laufbahn, das andere die persönliche Entwicklung. Seit einigen Jahren kann ich jedoch beides miteinander verbinden: Ich habe zahlreiche lateinische Texte aus Antike und Mittelalter gefunden, die freundschaftliche Beziehungen zwischen Menschen und Tieren dokumentieren: Heilige, die Tiere freikaufen bzw. befreien, Eremiten, die hungrige und verletzte Tiere wieder aufpäppeln, Ritter, die stolz auf ihre Hunde sind, Äbte und adelige Damen, die den Verlust ihrer tierischen Lieblinge zutiefst betrauern – all dies bezeugt, dass Tierliebe kein modernes Phänomen ist.

Für mich war es mehr als erstaunlich zu sehen, dass auch Menschen vergangener Epochen und auch Menschen nicht-westlicher Kulturen ein Zusammensein mit Tieren anstreben, das nicht von ökonomischen Überlegungen ausgeht. Erklärungsansätze gibt es dafür wahrscheinlich mehrere. Um einen naturwissenschaftlichen zu bemühen: Wohlfühlhormone wie z.B. das Oxytocin werden nicht nur bei positivem körperlichem Kontakt zwischen Menschen ausgeschüttet, sondern auch, wenn wir ein Tier streicheln, und zwar sowohl beim Menschen als auch beim Tier, sofern das Tier freiwillig in dieser Situation verharrt. Unser Belohnungszentrum im Gehirn wird also aktiviert, wenn wir Tiere streicheln. Mit der Untersuchung von Texten dieser Art kann ich also mein privates Interesse mit meinem beruflichen verbinden.

An der Universität Innsbruck gibt es seit einigen Jahren den Forschungsbereich „Human Animal Studies“ – was ist darunter zu verstehen?

Die Human-Animal Studies sind ein neues interdisziplinäres Forschungsfeld, das die komplexen Interaktionen, Verhältnisse und Beziehungen zwischen Menschen und anderen Tieren untersucht und analysiert, wie sich Menschen und Tiere gegenseitig beeinflussen. Neu ist die Sichtweise, die dabei eingenommen wird. Anhand der Grundprinzipien, an denen sich unser Team an der Universität Innsbruck orientiert, möchte ich diese darlegen:

  • Human-Animal Studies respektieren Tiere als solche, erkennen sie als Akteure mit Wirkungsmacht (agency) an und sehen sie als Subjekte – nicht als Objekte –, und als Individuen mit eigenen Erfahrungen, Interessen, Perspektiven und Empfindungen.
  • Kulturelle, philosophische und gesellschaftliche Glaubenssätze und Konstruktionen (wie etwa die Mensch-Tier-Grenze oder die willkürliche Einteilung von Tieren in Kategorien: „Nutztiere“, „Haustiere“, etc.) werden analysiert, kritisch hinterfragt und bei Bedarf dekonstruiert.
  • Gleichzeitig werden die Unterschiede zwischen verschiedenen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren anerkannt, beachtet und möglichst berücksichtigt (Anerkennung und Inklusion von Differenz).
  • HAS plädieren dafür, eine rein anthropozentrische Perspektive zu überwinden und stattdessen die Perspektive der Tiere miteinzubeziehen. Sie fragen sich also u.a.: Was will das Tier? Wie sieht das Tier auf die Welt? Etc.
  • HAS versuchen, jeglichen Speziesismus zu überwinden, und bemühen sich um eine tiergerechte Sprache (vgl. dazu die Ökolinguistik).
  • HAS haben die Aufgabe, die Gesellschaft in Bezug auf ihren Umgang mit Tieren zu sensibilisieren und zu einer Verbesserung der Verhältnisse beizutragen.

Was erfahren die Studierenden konkret über die Mensch-Tier-Beziehung, bzw. welche spezifischen Lerninhalte werden vermittelt?

Bei diesen Ringvorlesungen tragen verschiedene Kollegen und Kolleginnen aus dem In- und Ausland zum Thema Mensch-Tier-Beziehung vor, z.B. zur Tierethik (in der antiken und in der modernen Philosophie), zu unserem Sprachgebrauch, der Tiere vielfach abwertet (z.B. indem man verschiedene Begriffe für ein und dasselbe Phänomen verwendet: „essen“, „trinken“, „schwanger“ bei Menschen, „fressen“, „saufen“, „trächtig“ bei Tieren), zur Massentierhaltung, zum Tier im Recht, zur Dekonstruktion der Mensch-Tier-Grenze (die ja ein menschliches Konstrukt, und noch dazu wissenschaftlich nicht haltbar ist), zu ethischer Ernährung aus medizinischer und ernährungswissenschaftlicher Sicht, zur Psychologie des Fleischessens (Katzen streicheln wir, Kälber essen wir, obwohl es sich bei beiden um Lebewesen mit Emotionen, Bedürfnissen, Schmerzempfindlichkeit etc. handelt) und zu vielen weiteren Themen mehr. Das Interesse der Studierenden ist so groß, dass wir z.T. schon über 1.000 Anmeldungen pro Kurs hatten. Dazu kommen noch zahlreiche interessierte ZuhörerInnen von außerhalb der Universität. Viele Studierende wählen das Thema „Human-Animal Studies“ auch für ihre Abschlussarbeiten.

Wie kam es, dass Sie sich für Tierrechte und Tierethik auch wissenschaftlich engagieren?

Die Erkenntnis, dass Tiere uns in vielem ähnlich sind, dass sie Schmerzen, Hunger und Durst spüren können, dass sie Emotionen haben (z.B. dass Tiermütter, etwa Kühe, den Verlust ihrer Kinder betrauern, was ebenso wie lebenslanges Eingesperrtsein ohne Umweltreize nachgewiesenermaßen zu Depressionen führen kann), dass es also nicht fair ist, Tiere z.B. für einen kurzen Gaumenkitzel auf engstem Raum einzusperren, Tausende Kilometer weit zu transportieren und (oft genug unter unzureichender bzw. qualvoller Betäubung – Vergasung mit Kohlendioxid) zu töten. Dies hat dazu geführt, dass ich mich dem Grundsatz zahlreicher EthikerInnen angeschlossen habe, die vorschlagen, dass gleiche Interessen bei Mensch und Tier gleich berücksichtigt werden sollten.

Vom Grundprinzip des Lebens und von den Migrationen in der Tierwelt wollen wir in der Summer School 2017 in Feldthurns sprechen, was werden Sie beitragen?

Ich werde darüber sprechen, wie Human-Animal Studies die vielfältigen Verflechtungen zwischen Menschen und anderen Tieren sichtbar machen. Diese Verflechtungen werden von unserer Kultur vielfach geleugnet, damit der Mensch seine Sonderstellung nicht verliert und sich weiterhin berechtigt sehen kann, alle anderen Tiere nach seinem Gutdünken zu gebrauchen. Wie die Naturwissenschaften zeigen, sind auch Menschen in die Kategorie „Tiere“ einzuordnen und nicht davon abzutrennen. Wenn wir Menschen aus dieser Kategorie herausnehmen und allen anderen Tieren gegenüberstellen, ist das so, als ob wir die Katzen herausnehmen und allen anderen Tieren (inklusive aller anderen Katzenartigen und inklusive Menschen) gegenüberstellen wollten. Tatsächlich aber sind z.B. Schimpansen und Bonobos enger mit dem Menschen als mit dem Gorilla verwandt, weshalb einige WissenschaftlerInnen (wie Morris Goodman oder Volker Sommer) fordern, diese beiden zusammen mit dem Menschen in die Gattung „Homo“ einzuordnen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass auch andere Tierarten über kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten verfügen, macht die Annahme einer Mensch-Tier-Grenze überflüssig. Allerdings tun wir uns schwer damit, dies anzuerkennen, da wir dann in Hinblick auf die Tiere Konsequenzen ziehen müssten, die uns unbequem erscheinen (siehe den Grundsatz: „Gleiche Interessen sollen gleich berücksichtigt werden“).

Auch über unsere Kategorisierung von Tieren werde ich sprechen: Ein Meerschweinchen gilt bei uns als Haustier, in anderen Kulturen als Nahrungsmittel – welche Kultur hat nun recht? Daran sieht man, dass die Kategorisierung von Tieren als Kuscheltiere, Nahrungsmittel, Versuchstiere etc. mitunter rein willkürlich ist und nichts mit dem realen Tier zu tun hat. Diese Kategorisierungen versperren uns den Blick auf das Tier als solches: Wir hinterfragen daher nicht, ob es gerecht(fertigt) ist, ein Kalb zu töten, da wir es ja schon als „Nutztier“ kategorisiert haben. Doch zunehmend fühlen sich viele Tierfreunde und Tierfreundinnen unbehaglich beim Gedanken, dass z.B. ein Ferkel oder ein Küken in die Kategorie „Nutztiere“ eingeordnet wird, obwohl es ähnliche Bedürfnisse wie ein Kätzchen oder ein Hundewelpe hat.

Wir können hier von Speziesismus sprechen, wenn wir die einen, die Kätzchen, streicheln und die anderen, die Kälbchen, essen. Der Begriff ist eine Analogiebildung zu Rassismus und Sexismus. Er bezeichnet die Diskriminierung eines Lebewesens aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten Art. Auch das psychologische Dilemma, das sich daraus ergibt, werde ich ansprechen: Eigentlich wollen wir ja nicht, dass Tiere leiden müssen, und trotzdem praktizieren wir eine Ernährungsform, die dieses Leiden in Kauf nimmt (vgl. auch Melanie Joy). Für viele tierliebe Menschen ist der Ausweg der einer vegetarischen bzw. veganen Ernährung (die gleichzeitig auch heimische Obst- und Gemüsebauern unterstützt). Ein weiteres Thema wird meine eigene Disziplin sein, die Literaturwissenschaft, und die Frage, wie Literatur die Entwicklung von Mitgefühl für Mensch und Tier unterstützen kann.

Welche Erkenntnisse bringen die Vergleiche von Tieren und Menschen?

In den HAS geht es auch um die Anerkennung und Inklusion von Differenz. Es gibt nicht die eine Grenze zwischen Menschen und Tieren, wohl aber (z.T. fließende) Abgrenzungen und Unterschiede zwischen den verschiedenen Tierarten (inkl. Menschen). Diese Unterschiede zwischen verschiedenen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren sollen weder geleugnet noch vernachlässigt werden, sondern sowohl im wissenschaftlichen als auch im gesellschaftlich-alltäglichen Bereich anerkannt, beachtet und möglichst berücksichtigt werden. Hunde haben andere Bedürfnisse als wir, aber auch andere als Katzen oder Ratten. Es gibt also, z.B. im juristischen Bereich, diese beiden Ansätze: den Gleichheits-Ansatz (Tiere sind gleich wie wir und deshalb müssen sie geschützt werden) und einen differenzorientierten Ansatz (Tiere sind anders als wir, aber trotzdem müssen sie geschützt werden). Der Gleichheitsansatz führt dazu, dass wir Anderssein immer als Ausschlusskriterium betrachten, der Differenzansatz jedoch würde diese Problematik ausschalten und im Gegensatz zu einer Anerkennung und Inklusion von Differenz führen (vgl. Michel/Stucki 2015). Der Vergleich von Menschen und anderen Tieren hat gezeigt, dass es eine Reihe von Fähigkeiten gibt, die manche Tiere mit den Menschen teilen: Intelligenz, Theory of Mind, Emotionen, Kultur usw. Bedeutet das, dass wir und diese Tiere eine Sonderstellung gegenüber anderen Tieren haben?

Den meisten VertreterInnen der HAS geht es also nicht darum, alle gleich zu machen; damit würden auch die spezifischen Eigenheiten von Tieren übersehen werden. Gegen diese Tendenz des Gleichmachens spricht sich z.B. auch der Philosoph und Biologe Hans Werner Ingensiep aus, z.B. in einer Sendung von David Precht auf 3sat (9.8.14); es sind ja nicht alle gleich, und es gibt ja Unterschiede zwischen den verschiedenen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren, und diese sollten, wie gesagt auch beachtet und im besten Fall berücksichtigt werden. Im Fokus steht vielmehr die Bemühung, diese Trennung zwischen Mensch und Tier aufzuheben, denn sie ist wissenschaftlich nicht mehr tragbar. Dieser Erkenntnis aus der Biologie öffnen sich die anderen Disziplinen, mit Ausnahme vielleicht der Philosophie, nur widerwillig.
Aber wir werden nicht umhinkommen, uns angesichts von Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit, gesundheitlichen Problemen (Antibiotikaresistenzen etc.) und ethischen Bedenken vieler Menschen mit der Thematik der Tierausbeutung auseinanderzusetzen und ein nachhaltiges wirtschaftliches System zu etablieren – in unserem ureigensten Interesse.

Das Interview führte Christine Helfer für Summer School Südtirol 2017

Quelle: salto.bz

Advertisements

2 Kommentare zu “Interview mit Gabriela Kompatscher Gufler

  1. Interessanterweise habe ich eben gestern ueber dieses Thema mehrere Organisationen aus dem Internet rausgesucht und deren Logos gespeichert zwecks spaeterer Verarbeitung zum Aufsatz. Human-Animal Studies ist ein sehr wichtiges Thema, wenn nicht das wichtigste aktuelle Thema ueberhaupt, denn wenn diesmal wieder was schiefgeht, haben wir hundert Jahre Tierschutz verloren.

    Speziesismus ist genauso wie Rassismus und Sexismus ein schwerwiegendes Fehlverhalten, welches nicht nur im Abwaegungsverhaeltnis Tier – Mensch einen aeusserst verheerenden Impakt hat, sondern auch und gerade innerhalb der Betrachtung der verschiedenen Tiergattungen selbst, indem es gerade bei gewissen Tierschutz-Organisationen darum geht, gewisse Spezies, wahrscheinlich einfachheitshalber, vorzuziehen, und diese zuerst zu retten.

    Erster grosser Misserfolg: in den USA haben verschiedene grosse Tierschutz-Organisationen seit Jahren daran gearbeitet, ausschliesslich das Pferd aus der Nahrungskette rauszunehmen, mit dem ersten Misserfolg, dass es weiterhin nach Canada und Mexiko zum Schlachten exportiert wurde, danach wurde es nicht mehr exportiert und nun stehen in den USA ca. 90’000 Pferde, welche so quasi dem Hungertod ueberlassen sind, da die letzten beiden Schlachthoefe nicht mehr inspiziert wurden und somit nicht mehr geschlachtet werden kann, auf Betreiben einer der groessten Tierschutz-Organisationen, waehrend ebendiese Tierschutz-Organisation bei diversen Gross-Schlachtbetrieben spezielle Beauftragte einsetzt, nicht etwa, um ein Schlachtverbot fuer Kuehe und Schweine zu bewirken, sondern bequemere Unterkunft vor der Schlachtung und anschliessende ‚humanere‘ Schlachtung. Ob es dann tatsaechlich ‚humaner‘ zugeht, kann wegen den in den meisten US-Staaten wirksamen Ag-gag Bills, welche ein Ueberpruefen durch den Tierschutz gesetzlich verbieten, gar nicht nachgewiesen werden. Der inhumane Teufelskreis ist also voll im Gange. Das Resultat: nun gibt es eine neue Vorlage, dass die ca. 90’000 Pferde geschlachtet werden sollen. Das Resultat ist gleich Null – und weshalb – weil inkonsequent vorgegangen wird und nicht alle Spezies auf der genau gleichen Ebene als schuetzenswert angesehen werden, denn haette man sich fuer alle Spezies gleichermassen eingesetzt, waere das Gesamt-Bewusstsein der Bevoelkerung dahingehend sensibilisiert worden, dass eine Schonung eben nicht nur fuer Pferde, sondern fuer alle Tiere gelten muss. Vielleicht wuerde es noch einige Jahre laenger dauern, aber nachher haette man ein fuer alle Tiere annehmbares Resultat. Somit ist auch diese Aktion ein totaler Abschiffer der Ohnmacht gegenueber der Empathielosigkeit der Gattung Mensch. Der Mensch muss begreifen lernen, dass Tiere nicht mehr fuer unseren Konsum bestimmt sind, nicht nur die Pferde, nur so werden sie zum allermindesten den Fleischkonsum reduzieren. Ich hoffe aber, dass solche Debatten ab 2021 ueberfluessig werden, denn dann kommt das In Vitro-Fleisch aus Israel auf den Markt, und wahrscheinlich zuerst auf den US Markt, wobei ich doch sehr hoffe, dass es grossen Erfolg haben und sich die Schlachterei schliesslich in sich selbst aufloesen wird.

    Fortsetzung folgt

  2. Fortsetzung meines Kommentars:

    Zweitens: Seit geraumer Zeit sind diverse Grossprimaten-Schutzvereine eifrig damit beschaeftigt, den gesamten Tierschutzgedanken dahingehend zu sabotieren, indem sie der Menschheit, mit zum Teil sehr ueberzeugenden Mitteln, weil sie eine starke Lobby haben, vormachen, dass nur Grossprimaten das Anrecht auf eine Spezielle Schonung haetten, da sie so quasi ‚Menschen‘ seien. Das heisst, heutzutage hat jeder Grossprimat das internationale Recht auf Schonung seines Lebens, seiner Freiheit und den vollen Respekt, der dem Menschen zukommt (de jure, de facto sieht es eben auch wieder anders aus). Im Prinzip ist es aber so, dass bei Misshandlung oder Toetung eines Schimpansen die Interpol auf den Platz kommt, waehrend jeder dahergelaufene Halunke jedes arme Schwein nach Lust und Laune zu Tode quaelen kann.

    Und diese miserable, ungerechte Situation haben wir vor allem den Tierschutz-Organisationen selbst zu ‚verdanken‘, welche sich nun lauthals darueber beklagen, wie inhuman und verbrecherisch die Kleinaffen in den Laboratorien zu Tode gequaelt werden. Dies ist zurueckzufuehren auf die ‚Great Ape Protection Act‘, welche von Peter Singer, Jane Goodall und Gary Francione unterzeichnet und ins Leben gerufen wurde, wobei der letztere sich heute davon distanziert. Das Schlimme daran ist nun, dass fast alle grossen Tierschutz-Organisationen ohne einen Moment nachzudenken diese GAPA unterstuetzten, unter dem Vorwand, dies diene auch den Kleinen. Hat man schon so einen totalen Bloedsinn gehoert? Jetzt hat sich die ganze Situation geaendert und von dem Leiden der Kleinen wollen vor allem die Vivisektoren nichts mehr hoeren, auch wenn Jane Goodall so tut, als setze sie sich nun auch fuer diese ein. Ja was nuetzt den das ueberhaupt noch, nachdem bei allen grossen Labors seinerzeit hofiert wurde, doch bitte sehr die Grossen rauszunehmen und gesetzlich zu verankern, dass sie nur vorgenommen werden duerfen, wenn keine andere Spezies zur Verfuegung steht. Ja genau – das steht drin, in dieser ganzen Teufelei, was vielleicht viele Mitglieder dieser grossen Vereine nicht wissen. Es kann also an Ratten, Katzen, Hunden, Schweinen, Ziegen, Makakken usw. getrost weitergepfuscht werden, mit dem Einverstaendnis eben dieser Grossjammerer selbst, welche sich nun empoert an die Brust schlagen und die Welt nicht mehr verstehen.

    Hier hat sich der Tierschutz so quasi selbst sabotiert, indem er seinerzeit und von Anfang an dem anfangs alleine auf weiter Flur stehenden Peter Singer mit seiner trueglichen Tierbefreiung den Steigbuegel hielt. Fuer die Kleinen wird es nun wie im obigen geschilderten Falle fuer sehr viele Jahre zu spaet sein. Haette man ein Tierschutz-Programm lanciert, welches alle Spezies miteinschliesst, wuerden vielleicht auch diese hirnverbrannten Vivisektoren sich eines besseren besinnen und erkennen, dass jede Spezies fuehlende Wesen sind, nicht nur jene, welche irgendwie mit dem Menschen gewisse Aehnlichkeiten aufweisen (wobei ich, zugegebenermassen, nicht sehe, worin diese Aehnlichkeit bestehen sollte), denn genau diese Aehnlichkeit koennte z.B. auch ein Stachelrochen fuer sich in Anspruch nehmen, wuerde man ihn nicht vom Ruecken her, sondern vom Bauch her betrachten. Und die sogenannte DNA-Schummelei mit den inzwischen auf 99 % gestiegenen Aehnlichkeit zwischen Mensch und Schimpanse ist ein Betrug, welchem ich mal im Internet nachgegangen bin. Man hat diese Zahlen anschliessend nie mehr korrigiert.

    Habe eben auf meiner HD den Bericht mit Quellenangabe gefunden:

    Nachfolgende Untersuchungen unterstützten die weitgehende genetische Übereinstimmung der beiden Primaten. Als 2005 vom Chimpanzee Sequencing and Analysis Consortium die Sequenz des Schimpansengenoms veröffentlicht wurde (King war im Autorenteam), bestätigten diese Untersuchungen die auffällige Übereinstimmung: der Vergleich von 2,4•109 Basen der beiden Arten ergab eine Differenz von 1,23 %. In der Publikation wurde jedoch ebenfalls vermerkt, dass diese Angabe ausschließlich den Austausch einzelner Basen berücksichtigt, nicht jedoch die vielen größeren Genomabschnitte, die eingefügt (Insertion) bzw. herausgeschnitten (Deletion) worden sind. Diese Bereiche werden häufig als „indels“ bezeichnet. Berücksichtigt man diese „indels“, so ergibt sich nach Berechnungen des Schimpansen-Konsortiums eine Differenz von zusätzlich 3 %. Weitere vergleichende Untersuchungen zwischen dem menschlichen Erbgut und dem Schimpansengenom relativierten die Angabe von ca. 1 % Unterschied zunehmend und veranlassten Cohen (2007), in einem Science-Artikel vom „Mythos“ dieses 1 %-igen Unterschieds zu sprechen.
    Doch nicht nur „indels“ vergrößern den Unterschied zwischen den beiden Genomen. Auch ganze Gene werden dupliziert oder werden eliminiert. Diese Vorgänge verursachen nach Berechnungen von Hahn und Mitarbeitern (2006) einen Unterschied von 6,4 %. Nach Ansicht der Autoren spielten Genduplikationen und Genverluste bei der Entwicklung von spezifisch menschlichen Phänotypen eine größere Rolle als der Austausch von Basen und ganz sicher eine größere Rolle, als man bisher geschätzt hat.
    Geschwind hat gemeinsam mit Mitarbeitern untersucht, welche von 4000 Genen in bestimmten Arealen des Gehirns gleichzeitig angeschaltet (exprimiert) werden und aus den gewonnenen Daten ein Gen-Netzwerk für verschiedene Organismen konstruiert. Die Autoren berichten, dass im Cortex beim Menschen 17,4 % der Vernetzungen spezifisch sind und beim Schimpansen nicht auftreten (Geschwind et al. 2006).
    Abschließend zitiert Cohen Svante Pääbo vom Max Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig; dieser antwortete auf die Frage, ob man unter Berücksichtigung aller bekannten Daten den Unterscheid zwischen Mensch und Schimpanse genau beziffern könne, folgendermaßen: Er glaube nicht, dass es eine Möglichkeit gebe, eine Zahl zu berechnen. Weiter wird Pääbo mit der Aussage zitiert: „In the end, it’s a political and social and cultural thing about how we see our differences.“ Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen außer vielleicht der Wunsch, dass sich diese Einsicht ähnlich rasch und nachhaltig in das Allgemeinwissen eingräbt wie die noch viel zu häufig und unreflektiert erwähnten 1 %-Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse. Wir wissen inzwischen mehr!
    1 ENCODE: ENCyclopedia Of DNA Elements

    Literatur
    Cohen J (2007) Relative differences: the myth of 1 %. Science 316, 1836.
    Demuth JP, Bie TD, Stajich JE, Christianini N & Hahn MW (2006) Evolution of mammalian gene families. PLoS ONE 1(1): e85, doi:10.1371.
    King MC & Wilson AC (1975) Evolution at two levels in human and chimpanzees. Science 188, 107-116.
    Oldham MC, Horwath S & Geschwind DH (2006) Conservation and evolution of gene coexpression networks inhuman and chimpanzee brains. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 103, 17973-17978.
    The Chimpanzee Sequencing and Analysis Consortium (2005) Initial sequence of the chimpanzee genome and comparison with the human genome. Nature 437, 69-87.
    The ENCODE Project Consortium (2007) Identification and analysis of functional elements in 1 % of the human genome by the ENCODE pilot project. Nature 447, 799-816.

    Also Summa Summarum sollte fuer jeden ehrlichen Tierschuetzer gelten, dass JEDE Tierspezies unsere Brueder und Schwestern sind, egal ob sie irgendwie in unseren Koepfen eine gewisse Aehnlichkeit mit uns haben, denn gerade die Unintelligenz des Menschen ist es, welche uns zweifeln lassen sollte. Und falls unter allen Umstaenden desto Trotz der Mensch sich einen closest Cousin basteln will, dann der Bonobo, denn der ist, nach neuesten Forschungsergebnissen nun wirklich? der dem Menschen Naechstverwandte – und das sieht man auch am aufrechten Gang, dem Sexualverhalten und den Gesichtszuegen, da aehnelt es in verblueffender Weise!

    Fuer mich gilt aber weiterhin – ALLE LEBEWESEN HABEN EIN RECHT AUF IHR LEBEN – wer dies nicht respektiert, ist ein Dieb und Moerder – und hat seine Wuerde verwirkt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s